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Presse
gepostet am: Montag, 01.03.2021, 14:03 Uhr

Gemeinsam gegen die geplante Querdenken-Demonstration am 06. März 2021 in Leipzig – gemeinsam für Demokratie, Weltoffenheit und Zivilcourage

Liebe Unterstützer:innen, liebe Interessierte.

Am 07. November 2020 eskalierte die Demonstration der Anhänger:innen der selbsternannten Initiative „Querdenken“. Der Protest wurde nicht zuletzt durch die Missachtung der Auflagen zum Infektionsschutz zu einem gefährlichen Superspreader-Event. Aber nicht nur deshalb sind die Proteste der Querdenken-Bewegung problematisch und gefährlich: Hinter der von Anhänger:innen positiv dargestellten Heterogenität der Bewegung steht auch ein Aufeinandertreffen von Esoteriker:innen, Impfgegner:innen, Antisemit:innen, Rechtsextremist:innen, gewaltbereiten Neonazis und Anhänger:innen der Reichsbürgerbewegung, die ihre verschwörungsideologischen, antisemitischen und antidemokratischen Inhalte und Umsturzfantasien zusammentragen und damit gemeinsam artikulieren.

Gerade mit Rückblick auf die desaströse Entwicklung des Querdenken-Protests im November, bei dem auch Vertreter:innen der Presse massiv attackiert wurden, ist die nun für den 06. März angekündigte Demonstration der Querdenker als höchst problematisch einzustufen.

Geplant ist von Seiten der Querdenken-Bewegung ein Autokorso durch Leipzig sowie mit einer Demonstration auf dem Gelände der Neuen Messe vor dem dortigen Impfzentrum. Demonstriert wird gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und die Impfungen.

Wir sehen als Erich-Zeigner-Haus e.V. hier die Notwendigkeit einer deutlichen Positionierung gegen die Bewegung, ihre Haltung sowie Demonstrations-Motive. Daher beteiligen wir uns am geplanten Gegenprotest und rufen ebenfalls zur Teilnahme daran auf.

Folgende Aktionen sind derzeit durch das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ geplant:

A) Fahrraddemonstrationen ab 12 Uhr an drei Startpunkten:
1. Lindenauer Markt
2. Rabet (Stadtteilpark an der Eisenbahnstraße)
3. Connewitz Kreuz

B) Motorradkorso ab 12 – Startpunkt: Wilhelm-Külz-Park/Völkerschlachtdenkmal
C) Zielkundgebung ab 14 Uhr am Augustusplatz

Updates zum Gegenprotest sind im Laufe der Woche zu erwarten und werden auf unserer Homepage und Facebook-Seite geteilt. Wir möchten zusätzlich zur Selbstinformationen über die Facebookseite des Aktionsnetzwerkes einladen.

Abschließend seien alle, die nicht an den Protesten teilnehmen können (z.B. aufgrund von Sicherheitsbedenken) aber den Gegenprotest unterstützen möchten, auf kreative Formen des Aktivismus hingewiesen. So kann z.B. das Gestalten von Bannern, die dann aus dem eigenen Fenster gehängt werden, aber auch das Weiterleiten von Informationen immer einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung leisten. Im Falle der Teilnahme sind alle dazu aufgerufen, die Auflagen zu berücksichtigen, Sicherheitsabstände einzuhalten und die verordneten Mundnasenmasken zu tragen.

Presse
gepostet am: Freitag, 19.02.2021, 11:02 Uhr

Ein Jahr nach Hanau – In Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags

Ein Jahr ist es her, dass der Rechtsterrorist Tobias R. in und um zwei Hanauer Shishabars aus rassistischen Motiven neun Menschen das Leben nahm: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Anschließend erschoss er seine Mutter und sich selbst. Nur wenige Tage zuvor veröffentlichte er auf seiner Website ein sogenanntes „Manifest“: Eingebettet in einer wahnhaften Verschwörungstheorie, legte der Täter in dem Dokument seine rassistische und antisemitische Weltsicht dar, die ihm letztlich zur Legitimation der Tat diente.

Noch immer sind viele Fragen offen – auch ein Jahr nach der Tat. Die Hinterbliebenen werfen den Ermittlungsbehörden schwerwiegende Versäumnisse vor und berichten von strukturellem Rassismus, den sie auch nach dem Anschlag erleben mussten. Marianne Ballé Moudoumbou von der Pan African Women’s Empowerment und Liberation Organisation betont außerdem, dass nach rassistischen Taten immer noch die These vom Einzeltäter verbreitet werde, „obwohl klar sei, dass Rassismus institutionell und strukturell in der Mitte der Gesellschaft vorhanden sei und von dort auch bekämpft werden müsse“.

Wir gedenken der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags und zeigen uns solidarisch mit den Hinterbliebenen und Überlebenden.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 17.02.2021, 12:02 Uhr

Der 135. Geburtstag von Erich Zeigner – in Erinnerung

Heute vor 135 Jahren, am 17.02. 1886, wurde Erich Zeigner in Erfurt geboren. Acht Jahre später zog er mit seiner Familie gemeinsam nach Leipzig, wo er später das Studium der Rechtswissenschaft und der Volkswirtschaft abschloss.

Im März 1923 wurde er zum sächsischen Ministerpräsident der Regierung ernannt, die noch im Oktober desselben Jahres mit Hilfe der Reichswehr durch eine sogenannte „Reichsexekution“ gestürzt wurde. Zeigner wurde festgenommen und unter dem Vorwand der Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt.

Er war sowohl von 1925 bis 1928 als Lehrer, als auch die folgenden fünf Jahre als Journalist tätig. Ab 1933 war Zeigner Teil des antifaschistischen Widerstands in Deutschland. Besonders herauszustellen ist dabei die von ihm geleistete Unterstützung verfolgter jüdischer Mitmenschen zwischen 1939 und 1944. Diesen half er gemeinsam mit Pater Aurelius Arkenau und Johanna Landgraf. Aufgrund seines mutigen Engagements im Leipziger Rettungswiderstand wurde Zeigner mehrfach verhaftet und angeklagt. Im Jahr 1944 wurde er u.a. nach Sachsenhausen deportiert.

Doch nach der Befreiung 1945 konnte er nach Leipzig zurückkehren, um hier weiter politische Arbeit zu leisten. So wurde er noch unter amerikanischer Besatzung als Rechtsrat und Leiter des Kulturamtes Leipzigs eingesetzt. Zeigner setzte sich sowohl gegen die Hungers- und Wohnungsnot der Nachkriegszeit, als auch für die Entnazifizierung der Verwaltung und die Wiedereröffnung der Universität ein. Ab 1945 hatte er das Amt des Oberbürgermeisters inne, welches er bis zu seinem Tod am 5.April 1949 bekleidete. Er wurde später auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Unsere Vereinsarbeit basiert auf Zeigners Mut im Kampf gegen den deutschen Faschismus. Wir sind davon überzeugt, dass kritische Erinnerungen an die NS-Verbrechen weitergegeben werden müssen.

Es ist wichtig, sich die Geschichten der Menschen, die im Nationalsozialismus gefoltert, ermordet, deportiert und entmenschlicht wurden, immer wieder vor Augen zu halten. Gleichzeitig sollten uns auch die wenigen Menschen, die unter dem Naziregime lebten und sich trotz Todesgefahr entschieden, Solidarität zu leben, in Erinnerung bleiben. Erich Zeigner war einer dieser Menschen und wir möchten seinen 135. Geburtstag nutzen, um an sein mutiges und solidarisches Handeln zu erinnern. Nur so können wir uns immer wieder der Werte bewusst werden, aus denen Zeigner die Motivation seiner Handlungen zog. Diese Werte sind es auch heute noch, an denen sich unsere Vereinsarbeit ausrichtet, die insbesondere junge Menschen dazu motivieren soll, selbst Zivilcourage zu zeigen.

In Erinnerung an Erich Zeigner haben wir heute gemeinsam mit Vertretenden der Partei DIE LINKE. aus dem Stadtrat zu Leipzig und der Paul-Benndorf-Gesellschaft einen Kranz an seinem Grab auf dem Leipziger Südfriedhof niedergelegt.

Presse
gepostet am: Dienstag, 09.02.2021, 9:02 Uhr

Spendenaufruf für die Gedenktafel für den „Stillen Helden“ Theodor Kranz

Im Laufe des vergangenen Jahres beschäftigen sich Schüler:innen der elften Klasse des Maria-Merian-Gymnasiums Schkeuditz mit der Biografie des „Stillen Helden“ Theodor Kranz. Dieser wurde im Jahr 1897 in Oschersleben geboren und heiratete Cecile Beate Kranz, geb. Adler, eine jüdische Frau, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Beate Kranz nahm ihre Tochter aus erster Ehe, Leonie Frankenstein, mit in ihre zweite Beziehung. Nach der Verhaftung seiner Frau erkannte Theodor Kranz die Gefahr, in der sich auch Leonie und ihre junge Familie befanden, da ihr Mann Walter Frankenstein und sie ebenfalls jüdischer Abstammung waren. Die Familie Frankenstein überlebte den Holocaust durch die über drei Jahre andauernde Unterstützung von Theodor Kranz, der sich in unterschiedlichster Weise für ihren Schutz einsetzte.

Um ein würdiges Gedenken an Theodor Kranz zu ermöglichen, werden die Schüler:innen in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. eine Gedenktafel in der Zschocherschen Straße 86, wo der „Stille Held“ zuletzt wohnte, installieren.  Für die Finanzierung der Gedenktafel sammeln die Schülerinnen und Schüler ab sofort Spenden, die an das nachfolgende Konto überwiesen werden können:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.

IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96

Verwendungszweck: Gedenktafel Kranz

Über den genauen Termin der Gedenktafeleinweihung informieren wir hier auf unserer Homepage.
Weitere Informationen zum Schicksal von Theodor Kranz finden Sie hier.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, auch im Namen der Schüler:innen aus Schkeuditz

Ihr Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Freitag, 05.02.2021, 11:02 Uhr

KURZFILM ZEIGT DIE VEREINSARBEIT

Im Rahmen des Obermayer Awards wurde dem Verein, als einem von sechs Preisträger:innen, die Möglichkeit gegeben, einen professionell durchgeführten Kurzfilm entstehen zu lassen. Dieses Video zeigt in komprimierter Form die Arbeit unseres Vereins anhand einiger Bilder und Videos bereits abgeschlossener Projekte, Interviews mit Lehrenden und Schüler:innen, begleitet von den Aussagen und Erläuterungen Henry Lewkowitz‘, dem geschäftsführenden 2. Vorsitzenden des Erich-Zeigner-Haus e.V.. Wir bedanken uns bei der Obermayer Stiftung für diese Möglichkeit und wollen das Video gern teilen.

Das Video finden Sie unter dem folgenden Link:

https://widenthecircle.org/de/profiles/erich-zeigner-house

Während des Filmens wurden alle zu dem Zeitpunkt vorgegebenen Hygienemaßnahmen eingehalten.

Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen, Anregungen oder Fragen!

– Ihr Team des Erich-Zeigner-Haus Vereins

Presse
gepostet am: Mittwoch, 03.02.2021, 14:02 Uhr

Tag der Weimarer Republik 2021 – Online-Jubiläumsshow

Der 6. Februar 1919, der Tag des Zusammentritts der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar, jährt sich in diesem Jahr zum 102. Mal.
Der Weimarer Republik e.V. nimmt diesen Tag zum Anlass, um den politischen und gesellschaftlichen Neubeginn des Jahres 1919 zu feiern, und lädt daher wie auch in den vergangenen Jahren zum diesjährigen „Tag der Weimarer Republik“ zu einer entsprechenden Veranstaltung ein. Verschiedene Kurzimpulse, Lesungen, Schauspiel und Musik aus unterschiedlichen deutschen Städten wie u.a. Berlin, Hamburg, München, Leipzig und Koblenz werden Sie am 06. Februar 2021 ab 20.15 Uhr durch den Abend führen. Die Veranstaltung,die über die Videokonferenzplattform „ZOOM“ stattfinden wird, wird auch durch einen Redebeitrag unseres Vorstandsvorsitzenden Raimund Grafe unterstützt, der zum Thema „Erich Zeigner und linksrepublikanische Politikkonzepte“ referieren wird.

Weitere Informationen sowie die Zugangsdaten für die Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Weimarer Republik e.V.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung benötigen Sie einen Rechner mit Lautsprecher und Kamera sowie eine stabile Internetverbindung.
Es wird außerdem empfohlen, einige Minuten vor Beginn der Veranstaltung beizutreten, damit eine Teilnahme von Beginn abgesichert ist. Das Mikrofon wird während der Veranstaltung deaktiviert sein, aber der Weimarer Republik e.V. freut sich über Ihre Rückmeldungen, Anregungen und Fragen über den Chat der Plattform.

Wir wünschen einen spannenden Abend und freuen uns über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 27.01.2021, 16:01 Uhr

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Kein Vergeben, kein Vergessen.

„Wo stehen wir in diesem Jahr, 76 nach der Befreiung des KZ Auschwitz?“

Mit dieser Frage beginnt Esther Bejarano ihren Beitrag, den die Tagesschau heute am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus mit der Welt teilt.

Ein Beitrag, der viele Fragen stellt an uns, die wir zurückblicken auf die schrecklichen Verbrechen des NS-Regimes.Bejarano überlebte Auschwitz. Sie ist eine von wenigen KZ-Überlebenden, mit denen wir heute noch sprechen können, von denen wir aus erster Hand erfahren, was damals geschehen ist. Zeitzeugen wie Bejarano rufen uns an diesem Tag in ganz besonderer Weise ins Bewusstsein, welch schlimme Schicksale Jüdische Mitmenschen und andere Opfergruppen durch die Nazis erleiden mussten.

Gespräche wie diese schaffen, was Geschichtsbücher wohl niemals leisten können – sie machen greifbar und spürbar, was geschehen ist. Sie geben den Schicksalen Gesichter und Stimmen, sie vermitteln Emotionen über individuelle Erinnerungen und Erfahrungen. Wenngleich die NS-Verbrechen schon so viele Jahre zurückliegen und daher für so viele von uns Teil einer Erzählung aus der Vergangenheit sind, so berühren sie uns doch auch heute.

Denn wir haben die Aufgabe, mit dieser Vergangenheit umzugehen, sie verantwortungsbewusst und reflektiert aufzuarbeiten und die Erinnerung an das Geschehene aufrechtzuerhalten.

Um es in den Worten Esther Bejaranos zu sagen: „Wir erinnern, um zu verändern. Um unsere Demokratie zu bewahren.“

 

Es ist daher auch immer ein entscheidender Teil des Erinnerns, für unsere demokratischen Werte einzustehen und uns Rassismus, Antisemitismus und Verschwörungserzählungen entgegenzustellen.

Als Verein möchten wir nicht nur heute an die Vergangenheit erinnern, sondern auch zukünftig im Alltag sowie durch unsere historisch-politische Bildungsarbeit mit Jugendlichen einen Teil zur Bewahrung der Erinnerung leisten.

Wir wollen verantwortungsvoll mit der Geschichte umgehen – für Weltoffenheit, Demokratie und Toleranz und gegen Menschenfeindlichkeit.Lasst uns gemeinsam aufmerksam bleiben und dafür sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.
Denn auch heute gibt es noch Nazis, Antisemiten und Rassisten, denen wir widersprechen müssen.
Damit aus ihren Ideologien und Worten keine Taten werden können.

Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 14.01.2021, 17:01 Uhr

Erich-Zeigner-Haus e.V. mit neuem Projekt im Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Für unser Projekt „Digital präventiv gegen Alltagsrassismus im ländlichen Raum“  erhält unser Verein zum ersten Mal eine Förderung auf Bundesebene.

Ziel des im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geförderten Projektes ist es, Jugendliche für Alltagsrassismus zu sensibilisieren, um diesem präventiv zu begegnen. Dies ist unseren Erfahrungen entsprechend insbesondere im sächsischen Umland ein wichtiges Thema, das eine nähere Bearbeitung fordert. Nicht zuletzt ist Alltagsrassismus häufig ein erster Schritt zur weiteren Radikalisierung und somit ein Einstieg in den Rechtsextremismus.

Das Projekt soll bis Ende 2022 andauern und wird an sächsischen Schulen und in Kooperation mit freien Bildungsträgern wie dem Leipzig.Courage zeigen! e.V. oder dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig umgesetzt.

Im Laufe des Projektes sollen Jugendliche partizipativ eigene Online-Medieninhalte gestalten, wodurch sie in ihrem Demokratieverständnis gestärkt und weitergebildet werden sollen.
Am Ende des Projektes steht dann ein konkretes Produkt – ein eigens erstellter digitaler Kurzfilm, der Hintergründe, Erscheinungsformen und Gegenargumente zu rassistischen Ressentiments in kurzen Videoclips behandelt. Die Kurzfilme werden anschließend in einem landesweiten Wettbewerb bewertet und öffentlich präsentiert.

„Die bundesweite Förderung erfüllt uns nicht nur mit großem Stolz, sondern bezeugt zudem die besondere Qualität und Bedeutung unserer Arbeit. Aber vor allem bestärkt sie uns letztlich auch darin, dass wir die richtigen Ideen haben, um Veränderungen zu bewirken.“
(Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus Vereins)

Durch das Projektkonzept sollen dabei nicht nur auf besonders anschauliche Weise wichtige Inhalte für die Jugendlichen visualisiert werden. Wichtig ist auch, dass das Projekt an einem für die Jugendlichen wichtigen alltäglichen Kontext anknüpft – der Welt der Medien. Durch sie werden insbesondere Jugendliche häufig seitens rechtsextremistischer Akteur:innen angesprochen.

Wir hoffen, dass wir bei den Teilnehmenden durch das Projekt die reflektierte Auseinandersetzung und Bewertung derartiger Kontaktaufnahmen und Ideologien schulen und stärken können.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 14.01.2021, 16:01 Uhr

Obermayer Awards 2021 – Erich-Zeigner-Haus e.V. erhält internationale Ehrung

Nach den zahlreichen Herausforderungen des letzten Jahres beginnt das neue Jahr für den Erich-Zeigner-Haus e.V. mit guten Neuigkeiten.

Der Empfehlung des „Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK)“ Sachsen folgend, haben wir uns im vergangenen Jahr für die Obermayer Awards 2021 bei der in den Vereinigten Staaten ansässigen Obermayer Foundation, welche alljährlich Preisträger:innen aus aller Welt für besondere Beiträge für den Erhalt der jüdischen Geschichte und Kultur und somit für die Erinnerungskultur ehrt, beworben. Die Stiftung ehrt bereits seit 20 Jahren engagierte Bürgerinnen und Bürger, Projekte, Vereine, Organisationen und Initiativen durch die „German Jewish History Awards“, so unter anderem den Stolperstein-Künstler Gunter Demnig, den Aktionskünstler Wolfram P. Kastner, den Historiker Fritz Reuter sowie im vergangenen Jahr den Dramaturgen Michael Batz aus Hamburg, der für seine Dokumentarstücke zu Facetten der NS-Vergangenheit in Hamburg ausgezeichnet wurde – um nur einige Preisträger zu nennen.

Nun werden auch wir am 25. Januar 2021 durch den Obermayer Award mit unserer somit ersten internationalen Auszeichnung für unser Engagement geehrt. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir uns in eine Reihe bemerkenswerter Preisträger:innen der letzten Jahre eingliedern dürfen.

„Für uns ist es die erste internationale Auszeichnung. Sie zeigt, wie breit mittlerweile die Ausstrahlung unserer Arbeit ist. Insbesondere die ‚Stolperstein‘- und die ‚Stillen Helden‘-Projekte sind Teil weltweiter erinnerungspolitischer Aktivitäten, welche die Opfer von rassistischen Verbrechen sowie die mutigen Menschen, die ihnen geholfen haben, in den Mittelpunkt stellen.“
(Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus Vereins)

Wir gratulieren auch den weiteren Preisträger:innen dieses Jahres, zu denen auch das AKuBiZ (Alternatives Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz) zählt. Die weiteren Preisträger:innen der Obermayer Awards 2021 sind: Elisabeth Kahn (Berlin und Augsburg), Volker Keller (Mannheim), Friederike Fechner (Stralsund) und Dr. Marion Lilienthal (Korbach).

Die Preisverleihung wird am 25. Januar um 18.00 Uhr stattfinden und aufgrund der pandemischen Lage digital umgesetzt.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 13.01.2021, 12:01 Uhr

Stolpersteinverlegungen finden nach Ostern statt – Termin lockdownbedingt verschoben

Die für den 27. Januar 2021 angedachten Stolpersteinverlegungen in Leipzig sowie im Leipziger Land müssen aufgrund der Verlängerung des Lockdowns und der damit einhergehenden Schutzmaßnahmen leider verschoben werden.

Dies betrifft die Verlegungen in Bad Lausick (Stolpersteine für Dora und Walter Baunack), in Pegau (Stolpersteine für die Familie Sternreich und Ilse Charlotte Flade) sowie die Verlegung in Geithain (Stolperstein für Paul Weise). Aber auch die Verlegung des Stolpersteins für Ilse Frankenthal (Leipzig) ist von der Verschiebung betroffen.

Alle Verlegungen im Leipziger Land werden daher sofern möglich am 19. April 2021 nachgeholt.

Die Verlegung in Leipzig findet voraussichtlich am 05. Mai 2021 statt.

Wir hoffen, dass wir an diesen neuen Terminen wieder wie gewohnt für ein angemessenes Gedenken zusammenkommen und die Gedenksteine verlegen können.

Bis dahin wünschen wir Ihnen allen beste Gesundheit und freuen uns über Ihre andauernde Unterstützung unserer Projekte.

 

Ihr Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Falls Sie zusätzlich für die Stolpersteinanfertigungen spenden möchten, finden Sie die Informationen zum Spendenkonto auf den jeweils verlinkten Projektseiten zu den einzelnen Schicksalen.

 

Presse
gepostet am: Sonntag, 20.12.2020, 18:12 Uhr

Rückblick: Workshopreihe 2020 – Historisch-Politische Bildungsarbeit

Im September und Oktober haben wir in Eilenburg, Taucha, Schkeuditz und Torgau Workshops zur historisch-politischen Bildungsarbeit im Rahmen einer Reihe durchgeführt, welche wir nun im Dezember mit einer abschließenden Fachtagung zu Ende bringen durften. Wir möchten abschließend in einem kurzen Rückblick auf diesen Abschluss auch all jenen einen Eindruck des Projektes vermitteln, die selbst nicht daran teilnehmen konnten.

Die Workshops umfassten in allen vier Städten drei Sitzungen, an denen jeweils etwa sechs engagierte Bürger:innen in den beteiligten Städten teilgenommen haben.
Im Rahmen der Sitzungen lernten die Teilnehmenden Grundlegendes zur Planung und Durchführung von erinnerungskulturellen Projekten, mit dem Ziel, diese zukünftig eigenständig und aus ihren Orten heraus als Multiplikator:innen mit Jugendlichen initiieren und umsetzen zu können. Bei der abschließenden Fachtagung am 5. Dezember durften wir voller Freude auch feststellen, dass dieses Ziel erreicht werden konnte: Im Jahr 2021 wollen einige der Teilnehmenden in Eilenburg, Schkeuditz und Taucha nun auch eigene Projekte anleiten. Gerne stehen wir ihnen als Erich-Zeigner-Haus e.V. dabei zur Seite und helfen bei aufkommende Rückfragen und Unsicherheiten auch im kommenden Jahr weiter.  Schon jetzt sind wir sehr gespannt, was aus unseren Workshops mitgenommen wurde und auf welche Art unsere Arbeit als Inspiration und Motivation für andere dienen kann. Auf die Workshopreihe und die Fachtagung blicken wir zufrieden zurück und hoffen, dass wir auch zukünftig unsere Erfahrungen und unser Wissen mit interessierten Multiplikator:innen teilen und ähnliche Projekte gemeinsam realisieren können.

Wir bedanken uns bei allen, die an den Workshops und der Fachtagung teilgenommen haben sowie bei der Partnerschaft für Demokratie Nordsachsen und der Partnerschaft für Demokratie Eilenburg – Bad Düben – Laußig für ihre finanzielle, aber auch mentale und physische Unterstützung. Zum Schluss möchten wir noch ein letztes Danke an alle Mitarbeiter:innen der Workshopreihe richten. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

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gepostet am: Dienstag, 15.12.2020, 11:12 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Frühjahr – Schülergruppen sammeln Spenden für Verlegungen im Land

Aufgrund der derzeitigen Pandemischen Lage mussten die für November 2020 geplanten Stolpersteinverlegungen in Leipzig und im Leipziger Land verschoben werden. Sie werden nun am 27. Januar 2021 nachgeholt. Wenngleich der Stolpersteinkünstler, Gunter Demnig, aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos auch weiterhin nicht durchs Land reisen und die Gedenksteine eigenhändig in die Gehwege einlassen kann, möchten wir den betroffenen Schülergruppen sowie den Konfirmand:innen aus Pegau gerne einen Abschluss ihrer Projekte ermöglichen.

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wollen wir vier Jugendprojekte im Leipziger Land zu Ende bringen und insgesamt 8 Steine verlegen. Für die Stolpersteine, die in der Fertigung 120€ kosten und im Sinne des Künstlers ausschließlich über Spenden finanziert werden dürfen, sammeln die Jugendlichen der Projektgruppen aus Geithain, Bad Lausick und Pegau nun Spenden.

Da sich die Sammlung von Spenden, die üblicherweise durch selbst organisierte Kuchenbasars, Weihnachtsgebäckverkäufe oder Ähnliches begleitet und maßgeblich unterstützt wird, aufgrund der derzeitigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens aber ebenfalls sehr schwierig bis unmöglich gestaltet, möchten wir hiermit unsere Plattform nutzen und dazu aufrufen, die Projekte finanziell zu unterstützen.

Untenstehend sind daher die Namen und die jeweiligen Adressen, an denen wir gerne am 27. Januar gemeinsam Stolpersteine verlegen möchten, aufgelistet. Durch einen Klick auf die Namen der Opfer gelangen Sie auf die Projektseiten, wo Sie zusätzliche Informationen zu den Projekten und den Schicksalen einsehen können.
Insofern Sie die Projekte anschließend unterstützen möchten, können Sie Ihre beliebige Spende an das nachfolgend gelistete Konto unter Angabe des unter den Namen aufgeführten Verwendungszweckes überweisen:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: [PROJEKTNAME]
V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

Paul Weise (Geithain, Eisenbahnstraße 2)
Verwendungszweck: Paul Weise

Dora und Walter Baunack (Bad Lausick, Fabianstraße 10)
Verwendungszweck: Familie Baunack

Familie Sternreich (Pegau, Kirchplatz 11) & Ilse Charlotte Flade (Pegau, Breitstraße 24)
Verwendungszweck: Stolpersteine Pegau

Wir bedanken uns vorab für jede Unterstützung der Stolpersteinprojekte, auch im Namen aller Schülerinnen und Schüler.

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 03.12.2020, 9:12 Uhr

Aktuelle Broschüre „Interaktion: jüdisches Leben“

Seit heute sind Veranstaltungen im Bereich der Erwachsenenbildung offiziell untersagt bzw. finden höchstens virtuell statt. Derzeit scheint alles still zu stehen. Doch im Hintergrund laufen bereits Vorbereitungen für Veranstaltungen im kommenden Jahr und zahlreiche Bildungs- und Kultureinrichtungen oder auch Angebote im Bereich Museen, Forschung und Gedenken warten schon darauf, zu gegebener Zeit wieder ihre Türen zu öffnen und entdeckt zu werden.

Wir wollen daher die ruhige Zeit nutzen und die Broschüre „Interaktion: jüdisches Leben“ teilen, die durch das Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. herausgegegen wird und Interessierten einen Einblick in die zahlreichen Angebote rund um das jüdische Leben und die jüdische Kultur in Leipzig geben soll. Auch unser Verein hat in der Broschüre Platz auf zwei Seiten gefunden, worüber wir uns sehr freuen.

Wer sich nun in die 26 Angebote der Broschüre einlesen, vielleicht noch unbekannte Vereine und Bündnisse entdecken und sich Projekte für das kommende Jahr vormerken möchte, kann die Broschüre hier abrufen.

– Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

 

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gepostet am: Mittwoch, 18.11.2020, 9:11 Uhr

Historisch politische Bildungsarbeit – Abschluss-Fachtagung

Nachdem der Erich-Zeigner-Haus e.V. im vergangenen Jahr einen Leitfaden zur Historisch-politischen Bildungsarbeit veröffentlichte, konnte selbiger in diesem Jahr als Grundlage für eine Workshopreihe dienen, welche nun am 05.12.2020 mit einer Fachtagung zum Abschluss kommen soll.

In vier verschiedenen Städten in Nordsachen – Eilenburg, Torgau, Schkeuditz und Taucha – hatten in den letzten Monaten regelmäßige Zusammentreffen ortsansässiger Multiplikator*innen stattgefunden, welche zur eigenständigen Durchführung erinnerungskultureller Projekte geschult und befähigt wurden. Die Vermittlung von benötigtem Hintergrundwissen ebenso wie wichtigen Tipps sollte den Teilnehmenden das notwendige Handwerkszeug mitgeben. Alle Hinweise und Handreichungen wurden dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern gleichermaßen praktisch umgesetzt, z.B. in Form von eigener Archivrecherche als Vorbereitung für ein Stolpersteinprojekt. Nun soll eine abschließende Tagung mit allen vier Workshopgruppen sowie weiteren interessierten Multiplikator*innen ein Zusammentragen des Erlernten, eine Vorstellung der erarbeiteten Projekte und eine Vernetzung untereinander ermöglichen.

Hierzu laden die Projektinitiatoren am 05. Dezember ab 10 Uhr (und bis max. 13 Uhr) ein.
Stattfinden wird die Tagung aufgrund des derzeitigen Infektionssgeschehens digital über die Videokonferenz-Plattform „ZOOM“.

Die Teilnahme an der Abschlusstagung ist kostenfrei. Wir bitten um eineverbindliche, formlose Anmeldung bis zum 03.12.2020 per E-Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Eine Zusendung der Einwahldaten erfolgt dann am 03.12. nach Eingang aller Anmeldungen.

Eine vorherige Partizipation an den einzelnen Workshops ist nicht erforderlich.
Auf unsere Website finden Sie weitere Informationen zu unseren Workshops/Multiplikator*innen-Schulungen in Nordsachsen.

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gepostet am: Montag, 16.11.2020, 10:11 Uhr

Zeitzeugengespräch mit Raphaël Esrail – ein Rückblick

Schülergruppe richtet Fragen an Französischen Holocaustüberlebenden

Am 12.11.2020 fand im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem Neuen Nikolaigymnasium Leipzig und der Schule Edouard Belin in der französischen Gemeinde Vesoul ein binationales Projekt statt, welches durch eine Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, dem CIVS und dem Institut français Leipzig ermöglicht wurde.

Von 13 bis 15 Uhr bekamen insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler aus dem Französischleistungskurs der 11. Klasse des Neuen Nikolaigymnasiums die Gelegenheit, über ZOOM an einem digitalen Zeitzeugengespräch mit dem französischen Holocaustüberlebenden Raphaël Esrail teilzunehmen. Vorab hatten die Jugendlichen, unterstützt durch Vertreter:innen des Erich-Zeigner-Haus e.V., Fragen für den Zeitzeugen vorbereitet, die sie ihm anschließend in der Zoom-Konferenz mit Simultanübersetzung stellen  konnten.

Raphaël Esrail, 1925 in Lyon geboren, war Teil der französischen Résistance, der Widerstandsbewegung gegen die Nationalsozialisten, gewesen. Er spezialisierte sich in Lyon auf das Fälschen von Papieren. 1944 wurde er verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Liliana Badour, die er kurz vorher kennengelernt hatte, erlitt das gleiche Schicksal. Beide überlebten Auschwitz-Birkenau, obwohl Raphaël Esrail noch einen „Todesmarsch“ antreten musste.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich Raphaël Esrail und Liliana Bardour wieder und heirateten.
Raphaël Esrail ist einer der wichtigsten noch lebenden französischen Zeitzeugen des Holocausts.

Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnern und -partnerinnen aus Deutschland und Frankreich für dieses ganz besondere Zeitzeugengespräch, welches auch den Jugendlichen als eine ganz besondere Erfahrung im Gedächtnis bleiben wird.

Bildquelle: Interviewbeitrag von ARD und RBB. „Auschwitz und Ich“. https://auschwitzundich.ard.de/erinnern-an-auschwitz/ueberleben-nach-auschwitz/beitraege/raphael-esrail.html

Presse
gepostet am: Dienstag, 10.11.2020, 15:11 Uhr

Rückblick und Danksagung – Gedenkaktion Mahnwache und Stolpersteine Putzen

Liebe Leipziger Putzpatinnen und Putzpaten,

wir möchten uns als Erich-Zeigner-Haus e.V. herzlich bei Euch und Ihnen bedanken; nicht nur für das Putzen der Stolpersteine und das Abhalten der Mahnwachen, sondern auch für die langjährige Unterstützung, für das Zusenden von Bildern und Rückmeldungen, für das Teilen unserer Gedenkaktion und für das unglaubliche Engagement jeder/s Einzelnen in Zeiten, die durch Abstandhalten, Masketragen und fehlenden Kontakt zu den Mitmenschen geprägt sind. Wir sind unglaublich froh, dass trotz der widrigen Umstände an allen Stolpersteinen gestern ein Licht geleuchtet hat und an 209 Stellen in Leipzig heute vor Glanz die Stolpersteine von niemandem übersehen werden können.

Als Rückblick lässt sich von unserer Seite nur sagen, dass wir bisher keine Beschwerden vernommen haben, dass nirgendwo Mahnwachen gestört wurden oder Stolpersteine an ihrem Platz gefehlt haben. Falls doch noch etwas gemeldet werden muss, sind wir per Mail und Telefon zu erreichen. Viele haben uns tolle Bilder zukommen lassen, die wir natürlich auch gerne teilen möchten. Unter den Hashtags #keinvergessen #glänzenstattausgrenzen #stolpersteine können sicher auch heute noch Bilder der Stolperstein-Putzaktion auf den verschiedenen sozialen Plattformen geteilt werden.  Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden und wünschen Euch / Ihnen alles Gute und beste Gesundheit!

Das Team aus dem Erich-Zeigner-Haus

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 05.11.2020, 18:11 Uhr

Gedenkaktion Mahnwache und Stolpersteine Putzen 2020

Liebe TeilnehmerInnen der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ 2020,

Jede und jeder von Ihnen wird derzeit die aktuelle Situation wegen der Corona-Pandemie verfolgen und schweren Herzens mitbekommen haben, dass der November uns alle vor neue Herausforderungen stellt – auch an Gedenktagen.

Als Koordinatoren und Organisierende haben wir beschlossen, die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ in diesem Jahr nicht abzusagen, sondern an Sie als private Akteure zu appellieren, sich stets an die Vorgaben und Regelungen zu halten. Was bedeutet das genau? Es bedeutet, dass Sie an dem Stolperstein, an welchem Sie zwischen 10 und 18 Uhr gedenken, mahnen und putzen möchten, mit höchstens 10 Personen aus maximal 2 Haushalten unter Einhaltung der Maskenpflicht und des Abstands zueinander sein können. Wir möchten Sie darum bitten, sich und andere in diesen Tagen zu schützen und gemeinsam als Zivilgesellschaft nicht nur durch das Putzen der Stolpersteine an die Opfer und Grauen des Nationalsozialismus zu gedenken, sondern auch gemeinsam als Gesellschaft und Bürgerinnen und Bürger von Leipzig achtsam zu sein und gemeinsam eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Veranstaltung haben wir unter eben diesen geltenden Regelungen beim Ordnungsamt angemeldet.

Nichtsdestoweniger wünschen wir Ihnen eine würdige und gelingende Gedenkaktion und wünschen Ihnen und Ihren Familien, dass Sie gesund bleiben.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung und Teilnahme!

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 04.11.2020, 12:11 Uhr

Verschwörungsideologien und rechten Umsturzfantasien entgegentreten – Gegendemonstration am 07.11.2020 – „Leipzig nimmt Platz“

Liebe Unterstützer:innen, liebe Interessierte,

das politische Geschehen derzeit ist in so vieler Hinsicht bewegend und bedeutsam. Wirft man speziell einen Blick auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Spaltungen in der Gesellschaft, lässt sich die politische Brisanz keinesfalls abstreiten. In Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, sich mit Fakten auseinanderzusetzen, auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die sich tagtäglich erweitern, zu hören und zu beobachten, was passiert. Dazu gehört natürlich auch: Aufmerksam bleiben, hinterfragen, mitdenken. Doch wenn Bewegungen, die für sich behaupten, eben jenes zu tun, stattdessen mit Verschwörungsmythen um sich werfen, ihre Anhänger:innen mit vermeintlichen Fakten gegen die Politik und demokratische Verhältnisse aufbringen wollen und dies innerhalb der Gesellschaft nicht nur zu Konflikten und Unmut führt, sondern darüber hinaus auch alle anderen Menschen potenziell gefährdet, muss eine klare Positionierung die Reaktion sein.

Wir als Verein sprechen uns daher hiermit deutlich gegen die verschwörungsideologische Bewegung aus, deren Ableger nun am kommenden Samstag, den 07. November, zu einem Protest in Leipzig aufruft. Problematisch ist an dieser Bewegung neben der Verbreitung von Falschinformationen und der Anstiftung zum Verweigern der auf unsere Gesundheit ausgerichteten Sicherheitsmaßnahmen (wie z.B. dem Tragen der Mundnasenmasken) auch ihre Zusammensetzung. Während häufig betont wird, wie bunt durchmischt diese „kritischen“ Bewegungen doch seien – und ja, natürlich sind nicht alle Demonstrant:innen der Bewegung dem rechtsorientierten Spektrum zuzuweisen – dürfen wir dennoch nicht darüber hinweg sehen, dass sich die „Querdenker“ nicht nur nicht von rechten und rechtsextremen Mitlaufenden distanzieren, sondern diesen rechten Anhang bewusst dulden oder sogar mit ihnen sympathisieren. Unter den Verschwörungsgläubigen (Stichwort: QAnon) finden sich daher auch gewaltbereite Reichsbürger:innen und Neonazis sowie andere rechte Netzwerke, die sich allesamt am 07.11. in Leipzig zusammenfinden wollen.

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig-nimmt-Platz“ hat zu einer Gegendemo zu dieser Veranstaltung aufgerufen. Wir möchten den Aufruf zu dieser Demonstration, die am Samstag um 13 Uhr mit einer zentralen Protestkundgebung am Augustusplatz beginnen wird, hiermit teilen.

Gerne würden wir jede und jeden zur Teilnahme an der Gegendemonstration von „Leipzig-nimmt-Platz“ für ein klares Bekenntnis gegen diese Demokratiefeindlichkeit auf der Straße aufrufen. Da auf Demos aber vielleicht nicht immer der notwendige Sicherheitsabstand eingehalten werden kann, wollen zunächst zum Lesen dieses Aufrufes, zur Selbstinformation und gerne auch zu kreativen Formen des Aktivismus (z.B. das Gestalten von Banner, die dann aus dem eigenen Fenster gehangen werden) anregen. Auch das Weiterleiten von Informationen kann einen wichtigen Beitrag leisten.

Nichtsdestotrotz kann eine Teilnahme an der Gegendemo von „Leipzig-nimmt-Platz“ für einige der richtige Weg sein.
Wir bitten in diesem Fall um das Berücksichtigen der Auflagen, das Einhalten der Sicherheitsabstände sowie das Tragen der Mundnasenmasken und rufen zum aufmerksamen Verhalten vor Ort auf.

Presse
gepostet am: Montag, 02.11.2020, 14:11 Uhr

„Gedenktafeleinweihung zur Erinnerung an die jüdische Familie Rotter“ – ein Rückblick

Am vergangenen Donnerstag, dem 29. Oktober 2020, konnte endlich ein ganz besonderes Projekt abgeschlossen werden, welches die Schülerinnen und Schüler des Neuen Nikolaigymnasiums Leipzig im Laufe des Jahres unter Betreuung ihres Lehrers Herrn Ingolf Thiele und unter Anleitung des Erich-Zeigner-Haus e.V. durchgeführt haben. Ziel des Projektes war die Rekonstruktion der Geschichte und des Schicksals der jüdischen Familie Rotter, die einst in Leipzig gelebt und dort nicht nur ein Geschäft besessen, sondern auch eine besondere Bedeutung für die jüdische Gemeinde von Leipzig innegehabt hatte. Nennenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem das Engagement der Familienmitglieder mit Blick auf die Geschichte des jüdischen Fußballs, da Adolf Rotter, das Familienoberhaupt, maßgeblich an der Gründung des jüdischen Sportklubs „Bar Kochba Leipzig“ beteiligt gewesen war.

Die Gedenktafel, die nun an die Familienmitglieder erinnert, wurde am vergangenen Donnerstag an der Gebäudefassade am „Brühl 33“ in der Leipziger Innenstadt feierlich enthüllt. An dieser Stelle hatte sich einst die „Rauchwarengrosshandlung und Kommission“ der Familie unter der damaligen Adresse „Brühl 45“ befunden.

Mit der Gedenktafel wird ein Zeichen der öffentlichen Erinnerung gesetzt und auf das Engagement der Familie in der jüdischen Gemeinde in Leipzig aufmerksam gemacht. Gleichzeitig soll die Inschrift der Tafel auch an die Verfolgung der einzelnen Familienmitglieder unter dem NS-Regime erinnern.

 

Trotz der besonderen Auflagen aufgrund der derzeitigen Pandemielage durften wir viele Menschen zur Gedenktafeleinweihung begrüßen. Wir freuen uns über die rege Teilnahme und bedanken uns für das große Interesse an der Veranstaltung, welcher den Auflagen entsprechend mit Mundnasenmasken und Sicherheitsabstand beigewohnt wurde.

Ferner gilt unser Dank allen, die an der Gestaltung der Einweihungsveranstaltung mitgewirkt und diese vorbereitet und ermöglicht haben – den Schülerinnen und Schülern des Neuen Nikolaigymnasiums und ihrem Lehrer Herrn Thiele für das große Engagement bei der Recherche und der Durchführung des Projektes, dem anwesenden Chor für die musikalische Begleitung, Frau Dr. Gerlinde Rohr (Leiterin Sportmuseum Leipzig a. D.) und Herrn Yuval Rubovitch für die Redebeiträge zur Geschichte der Familie und des SK Bar Kochba.

Zu guter Letzt danken wir der Holger Koppe-Stiftung für die Förderung des Projektes.

Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Montag, 02.11.2020, 12:11 Uhr

Absage des Vortrags: Politische Dimensionen von erinnerungskultureller Arbeit in Leipzig

Liebe Studierende, liebe Interessierte,

aufgrund der neuen Maßnahmen der Bundesregierung und des Freistaats Sachsen sind wir leider nicht in der Lage unsere Veranstaltung „Politische Dimensionen von erinnerungskultureller Arbeit in Leipzig“, die am 4.11.2020 von 18 bis 20 Uhr und im Rahmen der Kritischen Einführungswochen (KEW) der Universität Leipzig hätte stattfinden sollen, durchzuführen.
Wir hoffen auf Verständnis für diese leider doch sehr kurzfristige Absage angesichts der derzeitigen Pandemie-Entwicklung.
Jene, die sich für erinnerungskulturelle Projekte und unsere historisch-politische Bildungsarbeit interessieren, möchten wir abschließend jedoch gerne auf unser diesjähriges Veranstaltungsprogramm hinweisen, welches durch seine digitale Konzeption auch weiterhin wie geplant stattfinden können wird. Wir laden daher bereits jetzt zur Teilnahme an unserer nächsten Online-Veranstaltung ein, die am 20. November über ZOOM mitverfolgt werden kann. Weitere Informationen zu dieser sowie zu unserer Dezemberveranstaltung werden in Kürze auf unserer Homepage und auf unserer Facebookseite veröffentlicht. Weitere Informationen zu unseren Veranstaltungen werden regelmäßig über unseren Newsletter geteilt. Für ein Abonnement erbitten wir eine kurze Rückmeldung an die folgende Emailadresse:  kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de

Wir wünschen alle beste Gesundheit, kommen Sie gut durch die uns bevorstehende Zeit

Ihr Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Freitag, 30.10.2020, 9:10 Uhr

In Erinnerung an unser langjähriges Vereinsmitglied Prof. Dr. Cornelius Weiss

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Bedauern haben wir erfahren, dass Prof. Dr. Cornelius Weiss am vergangenen Dienstag verstorben ist. Der Rektor der Leipziger Universität und ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete hatte innerhalb seines Lebens nicht nur zahlreiche Ämter inne und beeindruckte durch sein außerordentliches Wissen, seine Persönlichkeit und sein Engagement. Er war auch ein sehr geschätztes Mitglied des Erich-Zeigner-Haus e.V.
Von Anfang an unterstützte er uns bei der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ am 9. November und sprach für den Verein die Gedenkworte beim Erinnerungsakt am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Gottschedstrasse.

Wir werden Cornelius Weiss in unserer Arbeit sehr vermissen, sprechen den Angehörigen unser herzliches Beileid aus und wünschen Ihnen viel Kraft in Zeiten der Trauer.

 

Der Vorstand des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 22.10.2020, 15:10 Uhr

Rückblick – Mahnmalspaziergang im Rahmen der KEW

Gestern Nachmittag durften wir im Rahmen der Kritischen Einführungswochen (KEW) der Universität Leipzig zu einem Mahnmalspaziergang durch Plagwitz einladen. Unseren Spaziergang begannen wir am Erich-Zeigner-Haus mit einer kurzen Vorstellung des Hauses, seiner Geschichte und der Vereinsarbeit, die maßgeblich durch die Arbeit im Bereich der Erinnerungskultur geprägt und eng verwoben mit vielen der in der Stadt befindlichen Mahnmalen, insbesondere mit den Stolpersteinen, ist. Der Spaziergang setzte sich dann durch den Stadtteil Plagwitz fort, dessen Ziel eine beispielhafte Vorstellung unterschiedlicher Formen der erinnerungskulturellen Arbeit und Produkte war. Die drei Stationen des Spaziergangs waren die Stolpersteine für Familie Rosenfeld in der Karl-Heine-Straße 47, der partizipatorische Gedenkort in der Josephstraße 7 sowie die Gedenktafel für den „Stillen Helden“ Otto Heinze in der Marktstraße.

Wir freuen uns über die zahlreich erschienenen, sehr interessierten Teilnehmer:innen, die dem Spaziergang mit großer Aufmerksamkeit und hoher Sensibilität beiwohnten und auch durch ihre Beteiligung an spannenden Diskussionen ihr Interesse am Engagement im erinnerungskulturellen Bereich verdeutlichten. Wir bedanken uns für diesen ganz besonderen Spaziergang und hoffen, dass wir das Interesse an der erinnerungskulturellen Projektarbeit wecken und allen Teilnehmenden eine neue Perspektive auf den Stadtteil, in dem sich auch unser Vereinshaus befindet, vermitteln konnten.

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gepostet am: Mittwoch, 21.10.2020, 13:10 Uhr

Aufzeichnung – Erstpräsentation von „Zeigners Sozialistica“ – Liveübertragung vom 09.10.2020

Am 09. Oktober präsentierte der Historiker und Zeigner-Bipgraph Dr. Manfred Hötzel erstmalig sein kürzlich erschienens Buch „Sozialistica und andere Bücherschätze in der Bibliothek Erich Zeigners“. Die Veranstaltung wurde aufgrund der derzeitigen Maßnahmen zum Infektionsschutz digital durchgeführt und live über Vimeo, Facebook sowie über unsere Homepage übertragen. Für alle, die an der Veranstaltung nicht teilnehmen und der Liveübertragung nicht beiwohnen konnten, möchten wir nun die Aufzeichnung der Buchvorstellung verfügbar machen. Neben einer kurzen Erstpräsentation des Werkes mitsamt Hintergrundinformationen zur Buchidee und -entstehung geht Dr. Manfred Hötzel auch auf einige interessante Fragen des Publikums ein und zeigt ausgewählte Titel aus der Bibliothek Erich Zeigners in dessen ehemaligen Arbeitsräumen im Erich-Zeigner-Haus.

Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!
Bei Interesse an dem Buch besteht die Möglichkeit, im Erich-Zeigner-Haus vorbei zu kommen und ein Exemplar zu erwerben. Dieses lässt sich aber auch direkt über den Passage-Verlag bestellen.

 

Presse
gepostet am: Montag, 19.10.2020, 13:10 Uhr

RÜCKBLICK – Workshop „Critical Whiteness“ am 16.10.2020

Am vergangenen Freitag durften wir im Rahmen unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe „Demokratie versus Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Aktuelle Herausforderungen für Staat und Gesellschaft“ einen Workshop zum Thema „Critical Whiteness“ über ZOOM anbieten.
Wir freuen uns, dass sich so viele Interessierte für den partizipativen Workshop angemeldet haben – wir konnten alle Plätze im Workshop vergeben und nehmen für weitere Veranstaltungen mit, dass großes Interesse an diesem Format besteht. Alle Teilnehmenden haben sich zudem gut in den Workshop eingebracht, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken möchten.
Wie erfolgreich ein Workshop verläuft hängt nicht zuletzt in entscheidendem Maße vom Mitwirken der Teilnehmenden ab.
Auch gilt unser Dank Frau Dr. Jule Bönkost vom IDB (Institut für Diskriminierungsfreie Bildung), die den Workshop vorbereitet und durchgeführt hat, sowie Thekla Funke, die uns mit einer passenden Anmoderation auf den Workshop eingestimmt hat.

Für alle Interessent:innen, die am Workshop nicht teilnehmen konnten und/oder Interesse an weiteren Informationen über das IDB haben, verlinken wir nun wie Website des IDB. Hier sind neben einer Auflistung aller Angebote auch weiterführende Informationen sowie einige hilfreiche Informationsmaterialien abrufbar.

Für offene Rückfragen zum Workshop oder etwaige Anmerkungen möchten wir zu guter Letzt noch einmal auf unsere Mailadresse „kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de“ hinweisen. Auch Feedback zum Workshop ist immer gern gesehen, da wir selbst auch in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie erstmals digitale Formate ausprobieren.

Vielen Dank für die Unterstützung unserer Reihe. Über alle weiteren bevorstehenden Seminare und Veranstaltungen informieren wir in Kürze.

– Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

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gepostet am: Montag, 12.10.2020, 14:10 Uhr

Freie Plätze – ONLINE-Workshop am 16.10. – „Critical Whiteness“

Wir möchten erneut auf unseren Online-Workshop zum Thema „Critical Whiteness“ hinweisen, der diesen Freitag (16.10.) von 18.00-20.00 Uhr über ZOOM stattfinden wird.
Gemeinsam mit Frau Dr. Jule Bönkost wollen wir im Rahmen des Workshops über weiße Privilegien und Rassismus sprechen und in diesem Zusammenhang auch Möglichkeiten für einen reflektierten Umgang mit selbigen kritisch beleuchten.

Aktuell gibt es noch ein paar freie Plätze.
Eine Anmeldung zur Teilnahme ist über die E-Mail-Adresse kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de möglich.

Wir freuen uns über weitere Anmeldungen – am 14.10. sind keine Anmeldungen mehr möglich und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten alle notwendigen Unterlagen und Informationen per E-Mail.
Wir bitten zu bedenken, dass für die Teilnahme am Workshop eine Webcam sowie ein Mikrofon benötigt werden.

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

 

Presse
gepostet am: Freitag, 09.10.2020, 17:10 Uhr

„Zeigners Sozialistica“ – Buchbesprechung und Präsentation – ein Rückblick

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, liebe Unterstützer:innen, liebe Interessierte,

wir bedanken uns für das Interesse an der Buchvorstellung von „Sozialistica und andere Bücherschätze in der Bibliothek Erich Zeigners“, die am vergangenen Freitag live aus dem Erich-Zeigner-Haus übertragen wurde.
Auch gilt unserer Dank dem Streamio-Team für ihre technischen Unterstützung bei der Umsetzung der Veranstaltung, die uns eine Vermittlung des Bibliotheksflairs trotz der derzeit eingeschränkten Möglichkeiten zur Veranstaltungsdurchführung ermöglicht hat.
Zu guter Letzt möchten wir auch Herrn Dr. Hötzel, dem Buchautoren und Zeigner-Biographen, für seine überaus interessanten Schilderungen und Erläuterungen sowie die Vorstellung einiger ausgewählter Exemplare aus der Bibliothek Erich Zeigners danken.

Wenn Sie Interesse an einer Lektüre von „Zeigners Sozialistica“ haben und nun selbst einen genaueren Blick zwischen die Bücherseiten der Zeignerischen Bibliothek werfen möchten, können Sie das Buch ab jetzt über das Erich-Zeigner-Haus oder über den Passage-Verlag bestellen.

Über eine kurze Anmeldung Ihres Besuches per E-Mail (an: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de) würden wir uns freuen – so können wir sicherstellen, dass für die Aushändigung des Buches eine:r verantwortliche:r Mitarbeiter:in im Hause ist.
Falls Sie für den Erwerb eines Exemplares bei uns im Haus vorbeikommen möchten, denken Sie bitte an Ihren Mundnaseschutz.

– Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Montag, 21.09.2020, 14:09 Uhr

Rückblick- Online Seminar „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“

Am vergangenen Freitag fand über die Videoplattform „Zoom“ das erste Online-Seminar unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe zu dem Thema „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“ statt. Nachdem kurz die Kolonialgeschichte Europas und insbesondere Deutschlands erläutert wurde, gingen die Referierenden, Jona Elisa Krützfeld und Max Wegener von der Leipziger „AG Postkolonial“, verstärkt auf die Aktualität postkolonialer Strukturen in unserer heutigen Gesellschaft und die eurozentristische Sichtweise Europas ein. Darüber hinaus wurde diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt, um kritisch und reflektiert mit diesem (post-)kolonialen „Erbe“ umzugehen und verinnerlichten Denk- und Handlungsmustern entgegenzuwirken.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für die vielen spannende Redebeiträge und Fragen. Zudem gilt unser Dank den beiden Referierenden für ihre informationsreichen Beiträge sowie Raimund Grafe für die Moderation der Veranstaltung.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 16.09.2020, 13:09 Uhr

ZUR AKTUELLEN SITUATION DER GEFLÜCHTETEN AUF LESBOS – SOLIDARITÄT MIT DEN MENSCHEN AUS DEM CAMP MORIA

Die aktuelle Situation geflüchteter Menschen auf den griechischen Inseln, speziell die der Geflüchteten aus dem ehemaligen Lager Moria auf Lesbos, macht uns betroffen. Auch macht uns betroffen, dass sich am vergangenen Montag bei der Abstimmung im Sozialausschuss des Sächsischen Landtages gegen ein Landesaufnahmeprogramm und die Aufnahme von 500 Geflüchteten aus der Krisenregion ausgesprochen wurde. Wir möchten mit Blick auf die katastrophale Situation ausdrücklich unsere Solidarität mit den Geflüchteten sowie allen Helfenden vor Ort bekunden. Ein Lager, welches ursprünglich einmal für die Unterbringung von 2.800 Menschen konzipiert wurde, kann weder vorläufig noch dauerhaft zum Wohnort von 12.000 Menschen werden – zwischenzeitig lebten in Moria sogar rund 20.000 Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen. Der Umgang mit den Geflüchteten, die sich ein Leben in Sicherheit gewünscht haben und ihre Heimat verlassen mussten, darf nicht darin bestehen, sie vom restlichen Teil der Welt abzuschotten und ihre Unterbringung als Abschreckungsbeispiel zu instrumentalisieren. Wir sprechen uns für eine sozialpolitische Lösung aus, die sich am Wohl der Betroffenen orientiert und sich zeitgemäßen Maßnahmen zur Aufnahme Asylsuchender zuwendet. Die derzeitige Situation mit den steigenden Corona-Infektionen unter den Geflüchteten sowie der Zerstörung des Lagers durch die Brände ist durch massive und strukturelle Probleme des europäischen Asylsystems zustande gekommen. Wir hoffen daher, dass sich baldmöglichst Lösungen finden lassen, die mit einem Bekenntnis zur europäischen Verantwortung und zur Menschlichkeit einhergehen und den Geflüchteten vor Ort eine Perspektive bieten.

Wenngleich die angekündigte Aufnahme von rund 1.500 Geflüchteten bestehend aus 408 Familien ein erster Schritt ist, zeigen viele Kommunen bereits ihre Bereitschaft, mehr Geflüchtete aufzunehmen. Es bedarf auch nach der Aufnahme dieser 1.553 schutzbedürftigen Menschen weiterer und vor allem auch anhaltender Unterstützung und Initiative von Deutschland aber auch von anderen europäischen Ländern.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 02.09.2020, 15:09 Uhr

EINWEIHUNG DER GEORG-ELSER-BRÜCKE ZUM WELTFRIEDENSTAG

Am gestrigen Weltfriedenstag, dem 01.09.2020, durften wir in Leipzig-Lindenau die ehemalige Gasthofbrücke gegenüber der Musikalischen Komödie offiziell in „Georg-Elser-Brücke“ umbenennen. Die feierliche Enthüllung der Namenstafeln begann um 18.30 Uhr, wurde von zahlreichen Besucher:innen und durch mehrere Redebeiträge unterstützt und war ein voller Erfolg – nicht zuletzt deshalb, da mit der Enthüllung der Tafeln ein Projekt zum Ende kommen durfte, welches zuvor viele Jahren in der Planung gewesen war. Wir freuen uns sehr, dass wir die Initiatoren des Projektes unterstützen und zu seiner Umsetzung beitragen konnten.

Mit der „Georg-Elser-Brücke“ haben wir nun den ersten öffentlichen Gedenkort für den Antifaschisten Georg Elser in Mitteldeutschland eingeweiht.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung, den Initiator:innen  des Projektes sowie allen Spenderinnen und Spendern, unter anderem von der Stadtratsfraktion DIE LINKE und der Stadtratsfraktion der SPD. Die Bedeutung auch der finanziellen Unterstützung solcher Projekte darf nicht unterschätzt werden.

Besonderer Dank gilt auch dem anhaltenden Einsatz des Projekt-Mitinitiators Dr. Hans-Joachim Wienhold, der auch nach mehrmaliger Ablehnung des Vorhabens durch die Stadt nicht nachlässig wurde und sich für die Umbenennung der Brücke eingesetzt hat. Des Weiteren ist Herrn Marco Götze zu danken, der sich als Mitglied der Stadtratsfraktion DIE LINKE bei der entscheidenden Stadtratssitzung ebenfalls für die Bewilligung der Brückenumbenennung stark gemacht hat. Danke an Herrn Dr. Nils Franke, der die Veranstaltung eröffnete, und an alle Unterstützer:innen, die sie sich für das Wachhalten der Erinnerung an Georg Elser einsetzen.

 Dr. Nils Franke, Marco Götze (DIE LINKE), Thekla Funke, Projekt-Mitinitiator Dr. Hans-Joachim Wienhold, Carolin Jürgens und Paula Güth (von links nach rechts)          

Der Erich-Zeigner-Haus e.V. ist ein Verein, der sich in seiner Arbeit nach dem Vorbild seines Namensgebers – Erich Zeigner – ausrichtet. Erich Zeigner, 1923 sächsischer Ministerpräsident und nach der Befreiung 1945 erster Oberbürgermeister von Leipzig, hat in der Zeit der NS-Diktatur Zivilcourage gezeigt, indem er unter anderem am Leipziger Rettungswiderstand beteiligt war und diesen mitorganisierte. Dieses selbstlose Engagement, welches uns allen die Werte der Weltoffenheit und Toleranz vermittelt, bildet die geistige Folie unserer Arbeit, die zu großen Teilen aus der historisch-politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen sowie zahlreichen erinnerungskulturellen Projekten besteht. Das Erinnern an diejenigen, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, empfinden wir nicht nur als wichtig im Sinne des Gedenkens, sondern auch im Sinne des Mahnens. Wir wollen mahnen, dass sich die schrecklichen Verbrechen der NS-Zeit nicht wiederholen dürfen. Aber wir wollen auch daran erinnern, dass es selbst in dieser Zeit Menschen gab, die sich gegen das Regime aufgelehnt, Widerstand geleistet und Verfolgte unterstützt haben – und auch aus diesen Geschichten können wir vieles mitnehmen, dieses Engagement können wir uns zum Vorbild nehmen, wenn wir daran zurückdenken. So soll uns auch die Georg-Elser-Brücke an einen Menschen erinnern, der sich selbstlos gezeigt und gegen den Faschismus eingesetzt hat.  

Georg Elser verübte am 08. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Adolf Hitler und weitere führende Nationalsozialisten, welches jedoch durch eine unerwartete, frühzeitige Abreise derer, die durch die Detonation des zeitgesteuerten Sprengkörpers zu Tode kommen sollten, missglückte. Elser selbst wurde auf seiner Flucht von der Gestapo gefangen genommen und nach vielen Jahren der Gefangenschaft in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau am 09. April 1945 auf Befehl Hitlers erschossen.

Wir als Verein, der insbesondere im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig ist, setzen uns für Orte der öffentlichen Erinnerung ein. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, über das individuelle Erinnern hinaus, Menschen wie Georg Elser zu gedenken. Sein uneigennütziges Vorhaben zum Wohl der Gesellschaft, sein aktiver Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime zeichnet ihn als einen herausragenden Widerstandskämpfer aus.

Durch ein öffentliches Gedenken, wie es gestern durch die Anbringung der Namenstafeln begründet werden konnte, ehren wir einerseits mit einem Blick in die Vergangenheit den Widerstand und die Zivilcourage Elsers, andererseits setzen wir zeitgleich ein Zeichen für die Zukunft und vermitteln nach außen, welches Wertesystem wir in unserer gegenwärtigen Gesellschaft verankern wollen.

Gerade heute, in einer Zeit, in der struktureller und öffentlich ausgeübter Rassismus und Antisemitismus immer wieder unser Alltagsbild prägen, ist es umso wichtiger eine aktive Erinnerungskultur zu unterstützen und selbst aktiv zu werden, Stellung zu beziehen und Einsatz gegen diese Tendenzen und Strukturen zu zeigen.  Eine offene demokratische Gesellschaft braucht eine umfangreiche Aufarbeitung ihrer Geschichte und eine lebendige Erinnerungskultur, um innerhalb des kulturellen Kollektivs ein gemeinsames Regel- und Wertesystem zu schaffen und aufrecht zu erhalten.

Durch historisch-politische Bildungsarbeit sowie durch erinnerungskulturelle Projekte wie dieses, können wir neue Zugänge zur Vergangenheit bereitstellen so auch dazu beitragen, dass die wichtigen Werte unserer demokratischen Gesellschaft für und durch alle nachfolgenden Generationen weitergetragen werden. Erinnern ist ein politischer Akt. Durch das Gedenken an Elsers Zivilcourage und Mut, seinen Widerstand zum Schutz der Demokratie, heben wir die Bedeutung jenen Engagements in unsere Gegenwart und Zukunft und setzen öffentlich ein Zeichen für ein weltoffenes, demokratisches Miteinander, das sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz in unserer heutigen Gesellschaft ausspricht.

Wir hoffen daher, dass uns diese Brücke zukünftig nicht nur an Georg Elser erinnert, sondern uns alle gleichermaßen zum zivilcouragierten, offenen und demokratischen Handeln anhält.

 

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 11.08.2020, 14:08 Uhr

Einweihung einer Gedenktafel für die jüdische Familie Rotter

Am Donnerstag, den 29.10.2020, wird ein Projekt zum Abschluss kommen, welches wir im Verlauf der vergangenen Monate vorbereitet, begleitet und durchgeführt haben.
Im Rahmen des Projektes beschäftigten sich Schüler*innen des Neuen Nikolaigymnasiums mit der jüdischen Familie Rotter, für die nun eine Gedenktafel eingeweiht werden soll. Das Datum für die Einweihung der Gedenktafel wurde deshalb gewählt, da an eben diesem Tag vor 98 Jahren die Einweihung des Sportgeländes des jüdischen Sportvereins SK Bar Kochba in der Delitzscher Straße stattgefunden. Diesen Sportverein hatte das Oberhaupt der Familie Rotter vor 100 Jahren, im Jahre 1920, gegründet. 2018 hatten wir bereits in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband zur Erinnerung an die Zerstörung der Geschäftsstelle des SK Bar Kochba in der Elsterstraße 7 eine Gedenkstele errichtet. Das damalige Projekt regte daraufhin eine intensivere Recherche zur Geschichte der jüdischen Familie Rotter an.

Durch die Gedenktafel soll nun unter anderem an das Engagement und an die Arbeit der Familie erinnert werden. Die einzelnen Familienmitglieder, deren Namen auf der Tafel zu lesen sein werden, waren nicht nur in die Arbeit des SK Bar Kochba involviert, sondern unterstützen zudem den Familienbetrieb in der Leipziger Innenstadt. Gedacht werden soll dem engsten Familienkreis – Adolf Rotter, seiner Ehefrau Eugenie Rotter (geb. Hein), sowie ihre vier gemeinsamen Söhne – Joseph, Curt, Otto und Fritz Egon Rotter.
Da sich die
„Rauchwarengroßhandlung Rotter“ damals im „Brühl 33“ befand, werden wir am 29. Oktober an der Hausfassade des dort heute befindlichen Gebäudes stellvertretend die Gedenktafel für die Familie anbringen lassen.

Auch wenn wir in diesem Jahr unsere Projektrecherche und -treffen teilweise in den digitalen Raum verlagern mussten, konnten wir trotzdem erfolgreich mit den Unterlagen aus dem Leipziger Staatsarchiv arbeiten und den Schüler*innen einen Einblick in originale Unterlagen gewähren.

Die Jugendlichen sollen nun noch mit einem selbst erstellten Flyer, indem ein Überblick über die Biografie, die Arbeit und das Engagement der Familie aufgeführt sein wird, Spenden für die Finanzierung der Gedenktafel sammeln gehen.

Wir möchten alle Interessierten herzlich zur feierlichen Einweihung der Gedenktafel am 29.10.2020 um 16 Uhr am „Brühl 33“ einladen. Die Einweihungsveranstaltung findet draußen und unter Berücksichtigung der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz statt.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband durchgeführt und von der Holger-Koppe-Stiftung gefördert.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

Presse
gepostet am: Montag, 20.07.2020, 10:07 Uhr

RÜCKBLICK – ONLINE SEMINAR „RECHTSEXTREMISMUS IM FUßBALL

Am vergangenen Freitag fand bei uns ein Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ statt. Hierbei ging es zum Beispiel darum, wie sich der Rechtsextremismus im Profifußball, als auch im Amateurfußball auswirkt. Außerdem gingen wir dabei auch auf die Geschichte ein und wie sich der Rechtsextremismus im laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Desweiteren sind wir auf die Konzepte und Handlungsansätze des DFB eingegangen und wie sich verschiedene Vereine durch Fanprojekte gegen den Rechtsextremismus einsetzen.

Dieses Online-Seminar hatte viele Zuschauer*innen, deshalb gab es auch viele interessante Fragen die gestellt wurden. Somit war auch ein großer Austausch von Erfahrungen gegeben.

Daher möchten wir uns noch einmal bei unseren Zuschauer*innen bedanken, die am Freitag mit dabei waren. Auch möchten wir uns noch einmal bei unserem Moderator PD Dr. Nils M. Franke und unserem Referenten Ronny Blaschke bedanken, die uns ein sehr interessantes Online-Seminar geboten haben.

 

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig und dem Leipzig.Courage zeigen e.V. statt.

Presse
gepostet am: Freitag, 03.07.2020, 13:07 Uhr

Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“

Am Freitag, den 17. Juli 2020, findet von 18:00 bis 20:00 Uhr ein Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ statt.

Das Online-Seminar soll zeigen, dass die rechte Szene im Fußball in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Vor allem in der heutigen Zeit, zeigt sich, wie stark und präsent der Rechtsextremismus in Vereinen ist. Oftmals bringen sich Fans, aber auch Spieler damit in Verbindung. Rechtsextremismus begleitet den Fußball, sei es z.B. auf der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Spiel, in internen Bereichen der Vereine oder aber auch direkt im Stadion. In unserer Veranstaltung wollen wir auf die Aussage „Rote Karte für Nazis“ eingehen und uns mit der Geschichte der rechten Szene im deutschen Fußball auseinandersetzen.
Es stellt sich hierbei unter anderem die Frage, betrifft das Thema nur die „Hooliganszene“ im Fanbereich in Vereinen oder wird dieser Begriff „Rechtsextremismus im Fußball“ ganz anders definiert?

Die aufgeführten Themen werden in einem Vortrag von dem ausgewiesenen Experten Ronny Blaschke, der bei dieser Veranstaltung als Referent tätig sein wird, analysiert und wiedergegeben. Doch der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist die Diskussion untereinander. Wir wollen, dass Menschen zusammenkommen und darüber diskutieren, wie eine Freizeitbeschäftigung für Männer, Frauen, Kinder und Familien in das rechte Milieu abrutschen konnte und was dagegen unternommen werden kann bzw. was bereits dagegen unternommen wird. Diese Diskussion wird durch unseren Moderator PD Dr. Nils M. Franke geleitet.

Ronny Blaschke, studierte von 2001 bis 2004 Sport- und Politikwissenschaften an der Universität Rostock und ist heute als freier Journalist für die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und das Deutschlandradio in Berlin tätig.
Außerdem interessiert er sich für die gesellschaftlichen Hintergründe des Sports und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

PD Dr. Nils M. Franke, ist Kulturwissenschaftler, Historiker sowie Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzigs.
Seit 20 Jahren arbeitet er zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekanntesten Umwelthistoriker Deutschlands.

Das Online-Seminar wird über die Videplattform Zoom stattfinden. Deshalb bitten wir um eine verbindliche Anmeldung, indem Sie uns ihre E-Mail Adresse an folgenden Kontakt schicken: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Im Vorfeld des Online-Seminar werden die Zugangsdaten dann von uns an alle Angemeldeten verschickt. Damit können Sie dann teilnehmen.

Wir freuen uns über jede Anmeldung.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig und dem Leipzig.Courage zeigen e.V.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 22.06.2020, 10:06 Uhr

Rückblick – Eine Gedenktafel für das Ehepaar Zistler

Am vergangenen Samstag wurde im Poetenweg 12a in Leipzig die Gedenktafel für Isidor-Helmut und Anna Amalia Zistler angebracht und eingeweiht.

Dies ist nun die 6. Gedenktafel in Leipzig für „Stille Helden“ und wir sind sehr froh, dass wir dieses Projekt trotz der aktuellen Situation erfolgreich umsetzen konnten.

Wir möchten uns gern bei den vielen Besucher*innen und den Spender*innen bedanken, die Teil dieser Veranstaltung waren bzw. dieses Projekt finanziell unterstützt haben. Auch möchten wir uns natürlich bei den Jugendlichen des Neuen Nikolaigymnasiums bedanken, die hierbei maßgeblich am Projekt beteiligt waren.

Dieses Projekt wurde vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ gefördert.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 15.06.2020, 13:06 Uhr

Eine Gedenktafel für das Ehepaar Zistler – „Stille Helden“-Projekt kommt zum Abschluss

Am Samstag, den 20.06.2020, soll um 17 Uhr eine Gedenktafel für die „Stillen Helden“ Anna Amalia und Isidor-Helmut Zistler im Poetenweg 12a (Leipzig-Gohlis) eingeweiht werden.

Isidor-Helmut wurde am 01.10.1908 geboren und kam aus Anger-Crottendorf in Leipzig. Er war Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäftes und arbeitete zeitweise zusätzlich als Schauspieler, Sänger und Sprecher am Operettentheater sowie beim Schauspielhaus Sophienstraße. Er wurde aufgrund seines als jüdisch bekannten Vornamens „Isidor“ rassistisch verfolgt, von der Gestapo misshandelt und zwischenzeitlich verhaftet. Seine Ehefrau, Anna Amalia (geb. Buchheim), wurde am 10.10.1878 geboren, war Sängerin in der Großen Leipziger Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße und arbeitete als Pädagogin an der Leipziger Theaterschule.

Nach Kriegsbeginn beteiligte sich das Ehepaar am Leipziger Rettungswiderstand jüdischer Menschen. Obwohl sie sich dabei selbst einem großen Sicherheitsrisiko aussetzten, bewies das Ehepaar Zivilcourage und Solidarität, indem es verfolgten Menschen Unterschlupf gewährleistete oder sie finanziell unterstützte. Insgesamt versteckten sie fünf Menschen in ihrer Wohnung. Wenngleich ihre Hilfsaktionen nie aufgedeckt wurden, flohen die beiden 1954 gemeinsam nach Westberlin, wo sie nach Möglichkeit Gesang unterrichteten. Obwohl der Berliner Senat ihre Leistungen und ihren uneigennützigen Einsatz „ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit“ anerkannte, führten sie ein von körperlichen Leiden und finanziellen Nöten geprägtes Leben.

Das Projekt fand im Laufe des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Neuen Nikolaigymnasiums statt und wurde vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ durch den Freistaat Sachsen gefördert.

Zur Teilnahme an der Gedenktafeleinweihung entsprechend der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz möchten wir herzlich einladen.

Weitere Informationen zum Schicksal der „Stillen Helden“ Zistler finden Sie unter der Kategorie „Jugendprojekte“.

 

Presse
gepostet am: Freitag, 12.06.2020, 10:06 Uhr

EIN RÜCKBLICK AUF DIE STOLPERSTEINVERLEGUNG

Gestern am 11. Juni 2020 um 14:00 Uhr wurde der Stolperstein für Sally Wittelson in der Endersstraße 9 in Leipzig-Lindenau verlegt.
Er wurde damals aus politischen und rassischen Gründen von den Nationalsozialisten verfolgt. Dies wird noch einmal deutlich ersichtlich, wenn man sich die Inschriften des Gedenksteines anschaut.

Leider konnten die Nachfahren von Sally Wittelson nicht vor Ort an der Verlegung teilnehmen, da sie zur Zeit in London und in den USA leben. Doch sie richteten uns viele Grüße aus.

Wir sind außerdem sehr froh, dass wir die Verlegung eigenständig durchführen konnten, da der Künstler Gunter Demnig aufgrund der aktuellen Situation nicht vor Ort sein konnte. Auch möchten wir uns gern noch einmal bei allen Spender*innen und Besucher*innen bedanken, die diese Verlegung erst ermöglicht bzw. heute mit daran teilgenommen haben.

DANKE!

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 11.06.2020, 10:06 Uhr

Re-Live Video zu unserem Online-Seminar „Kommunikationsstrategien der Neuen Rechte im Internet“

Am Freitag, den 29. Mai, haben wir unsere Veranstaltung „Kommunikationsstrategien der Neuen Rechte im Internet“ als Live-Online-Seminar übertragen.
Zu sehen war es auf der Video-Plattform Vimeo und auf unserer Facebook-Seite.

Sie können sich de Aufzeichnung des Abends unter nachfolgendem Link anschauen: https://www.facebook.com/404980233010718/videos/1143010539416789/

Wir bedanken uns ganz herzlich noch einmal bei allen Interessierten, die unser Online-Seminar verfolgt und unterstützt haben. Unser Dank geht selbstverständlich auch an alle Spender*innen und an unsere Kooperationspartner, dem Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF) e.V. und dem Leipziger VVN-BdA e.V, die uns finanziell unterstützt haben.

Auch möchten wir uns noch einmal bei unserem Referenten Stefan Rochow und dem Moderator des Abends PD Dr. Nils M. Franke sowie dem Leipziger Streaming-Anbieter ,Streamio‘ bedanken.

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 09.06.2020, 9:06 Uhr

Ein Stolperstein für Sally Wittelson – Verlegung am 11.06.2020

Am kommenden Donnerstag, den 11.06.2020, werden wir erneut einen Stolperstein verlegen.
In Erinnerung an den Leipziger Juden Sally Wittelson wollen wir in der Endersstraße 9 in Leipzig-Lindenau um 14 Uhr einen Gedenkstein in den Gehweg einlassen.


Sally Wittelson wurde am 17.12.1907 als Sohn von Isaak Mayer Wittelson und Rosa Gela Jakubowitz in Leipzig geboren. Er hatte vier Geschwister, darunter eine Halbschwester, war Mitglied der Israelitischen Religionsgemeinde und besaß die polnische Staatsbürgerschaft. Nach dem Besuch der Volks- und Handelsschule erlernte er den Beruf des Kürschners und sammelte anschließend berufliche Erfahrungen in Leipzig, Berlin und Paris. Doch nach seiner Rückkehr nach Leipzig zog er 1930 einen Schlussstrich unter seine bürgerliche Vergangenheit und engagierte sich zunehmend politisch. So war er vor allem der kommunistischen Arbeiterbewegung zugewandt, wurde Mitglied der Roten Hilfe und der KPD und war bis 1932 hauptamtlich in der sächsischen Bezirksleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus tätig. Im April 1933 wurde er erstmals von den Nazis verhaftet. Nach seiner Emigration in die Tschechoslowakei 1934 war er anschließend als geheimer Kurier im kommunistischen Widerstand aktiv, was zu einer weiteren Haftstrafe führte.

Nach seiner Freilassung meldete Sally sich als Soldat bei den Internationalen Brigaden und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Nach Ende des Bürgerkrieges überquerte er als internationaler Flüchtling die Pyrenäengranze und lernte auf französischer Seite in einem Veteranen- und Versehrten-Heim der Spanienkämpfer Betty Rosenfeld kennen, eine jüdische Krankenschwester, die sich ebenfalls freiwillig zur Unterstützung der Internationalen Brigaden gemeldet hatte. Die beiden wurden ein Paar und lebten einige Zeit in Südfrankreich, ehe sie im Juni 1939 von der französischen Regierung interniert, in das angrenzende Lager Gurs gebracht und letztlich durch eine Verlegung in unterschiedliche Lager voneinander getrennt wurden. Erst 1942 sahen sich die beiden im Sammellager Drancy wieder. Zusammen mit tausenden Gefangenen wurden sie von dort in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dieses erreichte ihr Zug am 09. September. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Sally diesen Tag überlebte.

Die Verlegung des Gedenksteins für Sally Wittelson wird unter Einhaltung der aktuell gültigen Auflagen zum Infektionsschutz durchgeführt.

Presse
gepostet am: Dienstag, 02.06.2020, 12:06 Uhr

ONLINE-SEMINAR „Kommunikationsstrategien der Neuen Rechte im Internet“ – ein Rückblick

Am vergangenen Freitag, den 29. Mai, fand erstmalig eine unserer Veranstaltungen in Form eines Online-Seminars statt. Da die aktuellen Umstände auch weiterhin die Durchführung von Abendveranstaltungen in unseren Räumlichkeiten erschweren, realisierten wir selbige per Live-Übertragung über unsere Facebookseite sowie über die Video-Plattform VIMEO.

Durch das große Interesse aller Zuschauer*innen, die das Online-Seminar live mitverfolgten und sich rege über die Chatfunktion mit Fragen beteiligten, konnten wir so tatsächlich trotz räumlicher Distanz eine angeregte Diskussion zum Thema führen.

Wir bedanken uns bei allen Zuschauer*innen für die Teilnahme am Online-Seminar und somit auch für die Unterstützung unserer Veranstaltungsreihe und unserer Arbeit. Ganz besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang auch all jenen Unterstützer*innen, die unserem Spendenaufruf vor einigen Wochen gefolgt sind und uns ebenso wie Leipziger VVN-BdA e.V. durch die finanzielle Unterstützung die Umsetzung der Online-Veranstaltung ermöglicht haben.

Auch danken wir unseren Referenten Stefan Rochow und Dr. Nils Franke, die uns mit ihren Expertisen und Perspektiven thematisch durch den Abend geführt haben, sowie dem Leipziger Livestream-Anbieter ‚Streamio‘, der eine hervorragende Live-Übertragung des Abends möglich gemacht hat, in dem er das Zeignerhaus beinahe in ein kleines Fernsehstudio verwandelte.

Zu guter Letzt danken wir unserem Kooperationspartner, dem Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF) e.V.

 

Mit dem positiven Eindruck, der nach dem Online-Seminar bei uns zurückbleibt, werden wir nun gegebenenfalls auch weitere Online-Seminare planen.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 14.05.2020, 11:05 Uhr

Kommunikationsstrategien der Neuen Rechte im Internet – ONLINE-SEMINAR

LIVE ONLINE-SEMINAR am 29. Mai 2020 von 18:00 bis 20:00 Uhr

Referent: Stefan Rochow
Moderation: PD Dr. Nils M. Franke

Das Internet, vor allem die Sozialen Netzwerke, ist mittlerweile ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Die Möglichkeit, sich online jederzeit zu vernetzen und auszutauschen stellt aber nicht nur für Privatpersonen eine Erleichterung in Sachen Kommunikation dar, sondern ermöglicht auch einen vereinfachten Austausch für Personen mit politischer Agenda. Doch wenn es um Kommunikation im Netz geht, werden Themen wie Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremistisch motivierter Hass und Hetze meist nicht thematisiert. Dabei ist das Internet für Rechtsextremisten mittlerweile das Propagandamedium Nummer 1 – vor allem das soziale Netzwerk Facebook können rechte oder rechtsextremistische Parteien, wie die NPD oder die AfD, und rechte oder neurechte Gruppierungen, wie die Identitäre Bewegung, Pax Europa oder die Einprozent-Bewegung, zu ihrem Vorteil nutzen. Auf den Social Media Plattformen haben sie die Möglichkeit, insbesondere junge Menschen mit dem Ziel der Mobilisierung, Einschüchterung oder Rekrutierung zu erreichen. In einem Vortrag soll auf die unterschiedlichen Kommunikationsstrategien Rechter im Netz eingegangen und dabei aufzeigt werden, wie soziale Netzwerke zur Verbreitung von rechter Propaganda, Hass oder Hetze genutzt werden. Anschließend wollen wir uns im Rahmen einer Diskussion zum Thema austauschen.

Der Referent des Abends, Stefan Rochow, Jahrgang 1976, arbeitet als freier Journalist, Publizist, Referent und Blogger. Nachdem er selbst bis 2008 weit rechts stand, bei der NPD aktiv war und sich in rechtsextremen Vereinigungen engagierte, konvertierte er 2009 zur katholischen Kirche und begann ein Fernstudium der katholischen Theologie. Heute ist er u.a. freier Mitarbeiter des Programmes EXIT, das Personen beim Ausstieg aus der rechtsextremen Szene unterstützt, und setzt sich auch in seiner journalistischen Arbeit viel mit den Themen Totalitarismus, Religion und Politik auseinander.

Moderieren wird den Abend der Historiker, Kultur- und Kommunikationswissenschaftler PD Dr. Nils M. Franke, der seit 2005 als Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzig arbeitet. Seine Forschungsgebiete sind die Geschichte der Medizin, Natur- und Umweltschutz sowie Rechtsextremismus und –populismus.


Das LIVE-ONLINE-SEMINAR kann über VIMEO sowie über die Facebook-Seite des Erich-Zeigner-Haus e.V. mitverfolgt werden. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und einen interessanten Abend!

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Förderverein Ökologische Freiwilligendienste e.V. und mit freundlicher Unterstützung durch den VVN-BdA Leipzig e.V.

Die technische Umsetzung der Veranstaltung wird ermöglicht durch die Unterstützung des Leipziger Livestream-Anbieters ‚Streamio‘.

Presse
gepostet am: Montag, 11.05.2020, 11:05 Uhr

75 Jahre ‚Tag der Befreiung‘ – Rückblick auf den 08. Mai

Am vergangenen Freitag, dem 08. Mai 2020, jährte sich der ‚Tag der Befreiung‘ zum 75. Mal. Um auch 75 Jahre nach der Befreiung an die Bedeutung dieses Tages zu erinnern, organisierten wir gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk ‚Leipzig nimmt Platz‘ eine dezentrale Stolperstein-Putzaktion, um an den vielen Stolperstein-Stellen in ganz Leipzig an viele der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung zu erinnern, Blumen niederzulegen und zu mahnen.

Wenngleich wir aufgrund der aktuellen Umstände keine größere gemeinsame Aktion organisieren konnten, war auch der Aufruf zum dezentralen Gedenken ein voller Erfolg. So erreichten uns unter anderem über Facebook zahlreiche Bilder und Beiträge, die sich auf unseren Aufruf bezogen und Bilder von kleinen Mahnwachen und geputzten Stolpersteinen zeigten. Auch unser kleiner symbolische Auftakt gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk war ein voller Erfolg.

Wir möchten uns bei allen Menschen bedanken, die gemeinsam mit uns an diesem besonderen Tag den Opfern der NS-Verbrechen gedacht und an die Bedeutung des 08. Mai erinnert haben.
   

Nach dem symbolischen Putzen der Gedenksteine fand zusätzlich eine Kundgebung an der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park statt, an der auch wir uns mit einem Redebeitrag beteiligten. Des Weiteren waren Vertreter*innen des VVN-BdA Leipzig e.V., linXXnet, Interim, DIE LINKE. Leipzig – vertreten durch Marco Böhme und Franz Sodann – sowie die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig in die Gestaltung der Kundgebung involviert.

    

Wir bedanken uns auch hier bei allen, die an der Veranstaltung mitgewirkt oder an ihr teilgenommen und sich somit deutlich für die Wichtigkeit einer aktiven Erinnerungskultur positioniert haben.

Nicht selten liest man heute auch Gegenstimmen, die keinen Grund mehr im Erinnern sehen, die lieber „abschließen“ wollen mit der Geschichte. Wir jedoch sind uns sicher, dass es eine Auseinandersetzung und Aufarbeitung des Vergangenen braucht – für die Opfer, ihre Familien, aber auch für alle Nachfolgegenerationen, die in einer demokratischen Gesellschaft leben und diese mitgestalten wollen. Wir sind uns diesen Rückblick nicht zuletzt auch deshalb schuldig, da unser Umgang mit den Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes maßgeblich auf unsere aktuellen Einstellungen und Verhaltensweisen wirkt.

Lasst uns gemeinsam unsere historische Verantwortung wahrnehmen, uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen, aufklären und uns immer wieder darauf besinnen, wohin Ausgrenzung, Hass und menschenverachtendes Verhalten einst geführt haben. Nur so kann solches Gedankengut zukünftig keinen Nährboden mehr finden!

Presse
gepostet am: Dienstag, 28.04.2020, 10:04 Uhr

Stolpersteine Putzen zum „Tag der Befreiung“ – 75. Jahrestag der Befreiung

Gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ möchten wir anlässlich des diesjährigen Tages der Befreiung am 08. Mai zu einer dezentralen Stolperstein-Putzaktion aufrufen.

Durch das Putzen der Stolpersteine in ganz Leipzig wollen wir an all jene erinnern, die im Nationalsozialismus ums Leben gekommen sind, verfolgt oder vertrieben wurden. Das Putzen der Steine steht dabei sinnbildlich für das Erinnern an die individuellen Schicksale aller Opfer und soll uns nicht nur erneut ins Gedächtnis rufen, wohin Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz führen können, sondern uns gleichermaßen mahnen, an demokratischen Werten festzuhalten und für Weltoffenheit, Toleranz und Zivilcourage einzustehen.

Auch oder auch gerade in der aktuell schwierigen Zeit, wollen wir uns daran erinnern, dass wir miteinander solidarisch sein müssen. Unsere Aktion findet daher dezentral statt und ist somit auch mit dem Infektionsschutz vereinbar, um für den Schutz aller zu sorgen.


Alle, die sich am Putzen der Stolpersteine beteiligen möchten, sind herzlich dazu eingeladen, sich auf unserer Homepage über die Verlegeorte der Leipziger Stolpersteine zu informieren und sich einen Gedenkstein zum Putzen auszusuchen. Auf der gleichen Seite findet sich auch eine Anleitung zum Putzen der Steine.

Zusammen mit dem Aktionsnetzwerk wollen wir das dezentrale Putzen an diesem Tag um 16 Uhr stellvertretend am Stolperstein von Kurt Günther in der Kurt-Günther-Straße 12 beginnen.
Da die Aktion dezentral stattfindet, kann das Putzen aller anderen Steine soll jedoch ganztägig stattfinden und kann daher auch schon vorher erfolgen.

75 Jahre nach der Befreiung ist es an der Zeit, dass der 8. Mai ein bundesweiter regulärer Feiertag wird. Nur wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen und diese aufarbeiten, können wir Veränderungen bewirken, unsere geschichtliche Verantwortung übernehmen und daran erinnern, dass Hass und Ausgrenzung keine Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen.

Wir freuen uns über alle, die an dieser Aktion teilnehmen und gemeinsam mit uns an den unterschiedlichsten Stellen in Leipzig erinnern wollen.

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 23.04.2020, 14:04 Uhr

Die Bibliothek Erich Zeigners – Veröffentlichung & Erstpräsentation

Auch in diesem Jahr wird der Erich-Zeigner-Haus e.V. eine eigene Publikation herausbringen. Im Sommer wird die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners veröffentlicht werden, die von Zeigner-Biograph und Historiker Dr. Manfred Hötzel verfasst wurde.

In seiner Publikation „Sozialistica und andere Bücherschätze in der Bibliothek Erich Zeigners“ präsentiert Dr. Manfred Hötzel ein Verzeichnis aller Bücher, Schriften und weiterer Publikationen, die im Besitz Erich Zeigners oder seiner Familie waren und immer noch im Bestand des Erich-Zeigner-Hauses in seiner Funktion als offenes Museum vorhanden sind. Neben Dr. Manfred Hötzel als Hauptautor waren außerdem Dr. Till Böttger, Jörg Künzelmann, Henry Lewkowitz, Caroline Müller, Cornelia Müller, Gloria Pfister, Felix Ihlow und Reinhard Wohlfahrt bei der inhaltlichen Auflistung der Titel beteiligt. Die Grafikerin Mendy Gleissner unterstützte das Projekt bei der Gestaltung.

Ein besonderes Augenmerk der Bibliographie liegt auf den sogenannten „Sozialistica“ – den sozialistischen Schriften, die für Erich Zeigners politisches Profil kennzeichnend waren. Nichtsdestotrotz finden die Leserinnen und Leser der Bibliographie auch zahlreiche Schriften zu vielen anderen Themenbereichen sowie belletristische Literatur verzeichnet. Bestimmte Titel und Autoren wurden von Dr. Hötzel kommentiert, um dem Leser/der Leserin das zeitgenössische Umfeld des Autors oder den Inhalt des betreffenden Werkes deutlicher zu machen.

An die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners schließt sich zudem eine Kurzbiographie Erich Zeigners sowie ein Vereinsprofil des Erich-Zeigner-Haus e.V. an. Somit gibt das Werk einerseits durch eine Übersicht des Literaturbestandes Erich Zeigners, andererseits durch die Zusammenstellung entscheidender biographischer Daten einen tiefgreifenden Blick auf Erich Zeigner als Person im privaten wie auch im politischen Kontext. Durch die Darlegung der Vereinsgeschichte bis hin zur aktuellen Vereinsarbeit des Erich-Zeigner-Haus e.V. wird deutlich, warum die politischen Handlungen dieses für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutsamen Politikers nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich für das Profil des Vereines in der Gegenwart verantwortlich sind. Leserinnen und Leser können somit verstehen, was die historisch-politische Bildungsarbeit des Vereins „im Sinne Erich Zeigners“ meint und was es heißt, aktiv Zivilcourage zu stärken und erinnerungskulturelle Projekte sowie deren politische Bedeutung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Die Bibliographie Erich Zeigners wird voraussichtlich im Juli veröffentlicht – dem Tag, an dem Zeigner zum Oberbürgermeister ernannt wurde – und anschließend über den Passage-Verlag zu erhalten sein. Die Erstpräsentation der Bibliographie wird am 09. Oktober stattfinden. Wir hoffen, dass wir zu diesem Anlass wieder zu Veranstaltungen in das Erich-Zeigner-Haus einladen können. Aktuelle Informationen werden vorab hier auf der Homepage sowie auf der Facebookseite des Vereins geteilt werden.

Presse
gepostet am: Montag, 20.04.2020, 14:04 Uhr

EHRUNG GEORG ELSERS – SPENDENAUFRUF – UMBENENNUNG DER GASTHOFBRÜCKE

Obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sowie die damit verbundenen Einschränkungen auch uns beschäftigen, geht die Projektarbeit für uns weiter. Eines der Projekte, die wir aktuell unterstützen, ist die Umbenennung der Gasthofbrücke in Lindenau (nahe der Musikalischen Komödie) in „Georg-Elser-Brücke“, die am 01. September 2020 (Weltfriedenstag) realisiert werden soll. Nachdem eine Brückenumbennung über mehrere Jahre versucht wurde, konnte nun die Genehmigung der Stadt eingeholt werden. Entscheidend für den Erfolg war das jahrelange Engagement des Projektinitiators und früheren Sprechers des Leipziger Komitees für Gerechtigkeit e.V., Dr. Hans-Joachim Wienhold, sowie die Unterstützung durch den Stadtrat Marco Götze (DIE LINKE). In Form zweier Namenstafeln an den Seiten der Brücke soll zukünftig an das Engagement Georg Elsers, einem herausragenden Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, erinnert werden.

Georg Elser verübte am 08. November 1939 ein alleinig vorbereitetes Attentat auf Hitler und andere führende Nationalsozialisten bei deren Zusammenkunft im Münchner Bürgerbräukeller. Der von Elser selbst gebauter Sprengkörper, den er zeitgesteuert explodieren ließ, detonierte erfolgreich, führte jedoch nicht zum Tod von Hitler oder seinen hochrangigen Anhängern, die unplanmäßig eine vorzeitige Abreise antraten. Elser selbst wurde bei seiner Flucht in die Schweiz an der Grenze als Verdächtiger verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Nach schwerer Folter gestand er seine Alleintat, wurde aber dennoch zunächst zum „Agenten des englischen Geheimdienstes“ erklärt und als „Sonderhäftling“ für einen Schauprozess nach dem „Endsieg“ im KZ Sachsenhausen und im KZ Dachau gefangen gehalten. Auf Befehl Hitlers wurde er im KZ Dachau am 09. April 1945 erschossen.

Der Erich-Zeigner-Haus e.V. möchte dieses Projekt zur Ehrung des Engagements des Hitler-Attentäters gerne unterstützen.
Wir rufen daher zu Spenden auf, um die Anfertigung der Gedenktafeln zu ermöglichen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf insgesamt 1.500 €.

Wer das Projekt finanziell unterstützen will und kann, kann dies über folgende Bankverbindung tun:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: Namenstafeln Georg-Elser-Brücke

 

Wir bedanken uns vorab für jede Spende!

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Montag, 20.04.2020, 12:04 Uhr

DANKE!

In den letzten Wochen mussten wir uns, wie viele andere auch, an die neue Situation mit allen damit verbundenen Einschränkungen und Veränderungen anpassen. Veranstaltungen, Projekte, Workshops – all das mussten wir für die nächsten Wochen absagen oder verschieben. Im Moment können wir nur Geduld haben.
In unserem vorletzten Beitrag haben wir daran erinnern wollen, dass unserem Verein geholfen werden kann. Dies kann durch eine kleine Spende oder durch eine Mitgliedschaft geschehen.
Wir waren positiv überrascht, dass sich schon nach kurzer Zeit viele Menschen bei uns gemeldet haben, die bereit waren, unserem Verein auch in schlechten Zeiten zu unterstützen. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, und Ihnen allen DANKE sagen – Danke, für Ihre Unterstützung, egal in welcher Form Sie uns diese haben zukommen lassen. Auch möchten wir uns für die vielen aufmunternden Worte bedanken, die uns erreicht haben.
Wir wissen es in der jetzigen Situation mehr als zu schätzen, wie viele Menschen hinter unserem Verein stehen. Wir hoffen, dass wir schon bald wieder unsere Arbeit an den Schulen aufnehmen und zu spannenden Abendveranstaltungen einladen können.
Über alle weiteren Entwicklungen werden wir über unsere Facebookseite sowie über unsere Homepage informieren.

Allen Betroffenen wünschen wir alles Gute, bleiben Sie gesund.

Ihr Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Dienstag, 07.04.2020, 10:04 Uhr

Der Erich-Zeigner-Haus e.V. bittet um Unterstützung!

In den letzten drei Wochen ist es um unseren Verein herum still gewesen, wie Einigen vermutlich aufgefallen sein wird. Nachdem wir erste Veranstaltungen und Kooperationen erst verschieben und dann absagen mussten, stellen uns die aktuellen Entwicklungen infolge der Corona-Pandemie und die damit verbundenen notwendigen Einschränkungen des gesamten gesellschaftlichen Lebens vor weitere unvorhergesehene Herausforderungen. Nicht nur geschlossene Schulen, die ein Pausieren unserer Jugendprojekte mit sich bringen, sondern auch Verbote von Zusammenkünften, die den Start unserer Veranstaltungsreihe, unserer Weiterbildungen und Workshops sowie aller hauseigenen Veranstaltungen und Museumsführungen unmöglich machen, haben uns auch finanziell stark beeinträchtigt. Hinzukommen noch nicht unerhebliche Ausfälle von Fördermitteln.

Aktuell weiß niemand so genau, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Auch wir können noch nicht voraussehen, wie genau unsere Arbeit, seien es die gedenkkulturellen Projekte, die hauseigenen Bildungsveranstaltungen oder unsere Workshops, in den kommenden Wochen und Monaten weiterlaufen kann.

Wir möchten daher gerne daran erinnern, dass man unsere Projekte und unseren Verein auch ganz entscheidend durch Spenden oder eine Mitgliedschaft unterstützen kann.
Wer das gerne tun möchte, kann unsere Beitrittserklärung hier auf unserer Homepage (https://erich-zeigner-haus-ev.de/mitmachen/) finden oder uns durch eine Spende an das ebenfalls auf der Beitrittserklärung erwähnte Konto finanziell unterstützen. Natürlich ist uns bewusst, dass insbesondere die finanzielle Unterstützung zum aktuellen Zeitpunkt nicht immer so einfach ist.

Es sei daher auch erwähnt, dass das Teilen unserer Projekte, die wir natürlich weiterhin so gut wir können weiter umsetzen werden, uns ebenfalls sehr hilft!

Wir freuen uns über jede Form der Unterstützung und möchten uns hierfür im Voraus bereits bedanken.
Wir wünschen allen, die gerade ebenfalls bangen, alles Gute, Durchhaltevermögen und natürlich beste Gesundheit.

Das Team von Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

Presse
gepostet am: Freitag, 13.03.2020, 10:03 Uhr

Aktuelle Info zum CORONA-Virus – Veranstaltungen & Termine

Liebe Unterstützer*innen, liebe Interessierte!

Auch uns, wie alle anderen auch, beschäftigt die starke Verbreitung des Corona-Virus zum aktuellen Zeitpunkt. Wir möchten damit verantwortungsvoll und mit Bedacht umgehen.
Nicht nur unsere Arbeit an Schulen, sondern auch die Organisation von Veranstaltungen unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe, die wir im April beginnen möchten, verlangt es, dass wir die Situation täglich neu bewerten und abwägen, ob Termine abgesagt oder verschoben werden müssen.

Wir bitten daher um Verständnis für eventuell ausfallende Veranstaltungen und möchten darauf hinweisen, dass wir über (kurzfristige) Absagen hier auf unserer Homepage sowie auf unserer Facebookseite informieren werden.

Wer darüber hinaus Informationen über unseren E-Mail-Verteiler erhalten möchte, kann dort über eine kurze Mitteilung an unsere Kontaktadressse kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de aufgenommen werden.

Wir wünschen allen viel Gesundheit!
Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Freitag, 06.03.2020, 12:03 Uhr

Ein Rückblick auf die Stolpersteinverlegungen am 27. Februar 2020 im Landkreis Leipzig

Am vergangenen Donnerstag wurden im Leipziger Land drei neue Stolpersteine im Rahmen unserer vereinseigenen Jugendprojekte verlegt. Im Folgenden möchten wir daher einen kleinen Rückblick auf die Verlegungen geben.

Begonnen haben die Verlegungen in Naunhof. Dort wurde das erste Mal für ein Opfer der NS-Euthanasie gedacht. Hierbei handelte es sich um den gebürtigen Naunhofer Arthur Alfred Kieschnick. Die Jugendlichen des Freien Gymnasiums Naunhof, die zu dem Verfolgten recherchiert haben, konnten dank der vielen Spenden diesen Gedenkstein in der Gartenstraße 17 verlegen. Zu der Verlegung haben sich viele BesucherInnen eingefunden um einem Menschen zu gedenken, der durch die Nationalsozialisten aufgrund eines angeblich diagnostizierten „angeborenen Schwachsinns“ aufgrund schlechter Schulnoten zwangssterilisiert und ermordet wurde.

 

                 

Nach der Verlegung in Naunhof wurde in Geithain ebenfalls einem Opfer der NS Euthanasie gedacht. Hierbei handelte es sich um Wella Elfriede Müller. Die Jugendlichen des Internationalen Gymnasiums Geithain hatten anhand einer Projektwoche zu der genannten Person ausführlich recherchiert. Durch ihre Nichte Brigitta Haim, die uns damals informierte, dass ihre Tante ebenfalls ein Opfer der Euthanasie im Nationalsozialismus wurde, konnte der vierte Stolperstein für diese Opfer-Gruppe verlegt werden.
Im Vorfeld gab es ein Zeitzeugengespräch mit Frau Haim, welche eigens zur Verlegung aus Israel anreiste. Hierbei erfuhren die Jugendlichen Informationen aus dem Leben von Frau Haim und von Wella Elfriede Müller.
Am Nachmittag wurde Frau Müller durch einen Stolperstein in der Dresdener Str. 16 gedacht, der uns Menschen daran erinnern soll, dass sich solch eine Geschichte nicht wiederholen darf. Auch zu dieser Verlegung haben sich vielen BewohnerInnen aus Geithain eingefunden, um zusammen mit Frau Haim und den Jugendlichen zu gedenken.

                      

Die letzte Verlegung des Tages fand in Groitzsch statt. Hier wurde der Jüdin Anna Reichardt durch einen Stolperstein gedacht. Die SchülerInnen des Wiprecht-Gymnasiums Groitzsch recherchierten seit 2018 zu der genannten Person. Durch die damalige Ablehnung des Stadtrats und des Bürgermeisters den Stolperstein zu verlegen, gab es zeitweise wenig Hoffnung bei den SchülerInnen, aber nachdem uns die Verlegung nach öffentlichem Protest genehmigt wurde, konnte das Projekt der Jugendlichen einen erfolgreichen Abschluss finden. Zahlreiche BesucherInnen erschienen zu der Verlegung in die Leipziger Straße 28, um der verfolgten und deportierten Jüdin würdevoll zu Gedenken.

                         

Bei allen Verlegungen wurde ein kulturelles Rahmenprogramm durch die jeweiligen Schülergruppen organisiert und durchgeführt. Teil dieses Programmes waren verschiedene Redebeiträge, das Vortragen von musikalischen Stücken oder Gedichten und eine Schweigeminute. Höhepunkt in jedem Programm ist immer das Vortragen der jeweiligen Schicksale der Personen, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben ermordet oder in den Suizid getrieben wurden sind.

Wir bedanken uns selbstverständlich bei allen Schülerinnen und Schülern, Leherinnen und Lehrer sowie jedem Spendenden.Ebenfalls bedanken wir uns für die Förderung unserer Projekte bei der F.C. Flick Stiftung und dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen.

Durch das große Engagement der Jugendlichen konnten weitere wichtige Beiträge zu der Erinnerungskultur in Deutschland geleistet haben!

Jugendprojekte
gepostet am: Freitag, 21.02.2020, 10:02 Uhr

Erinnerungskulturelle Arbeit am Internationalen Gymnasium in Geithain – eine Reportage von Mephisto 97.6

Im Januar haben wir am Internationalen Gymnasium in Geithain gemeinsam mit 24 Schülerinnen und Schülern der 9., 10. und 12. Klassenstufe eine Projektwoche durchgeführt, in deren Verlauf wir zum Schicksal eines Geithainer Euthanasie-Opfers recherchiert und ein Zeitzeuginnengespräch sowie eine Stolpersteinverlegung geplant und vorbereitet haben. Dies sind übliche Schritte unserer Jugendprojekte, die wir mit Schülerinnen und Schülern an unterschiedlichen Schulen in Leipzig und im Leipziger Land initiieren und begleiten. Das besondere Format der Projektwoche ermöglichte einen Besuch des Radiosenders „Mephisto 97.6“ der Leipziger Universität und somit eine Dokumentation unseres Projektes, über die wir uns sehr freuen.

Die Reporterinnen von Mephisto haben nicht nur mit uns, sondern auch mit einem Lehrer der Schule und einigen Schülern und Schülerinnen über das Projekt, die dahinterstehende Motivation und die Ziele unserer erinnerungskulturellen Arbeit mit Jugendlichen gesprochen und geben dadurch in ihrer Reportage einen guten ersten Einblick in unsere Arbeit mit Jugendlichen.

Wer Interesse an unseren Jugendprojekten und den Eindrücken der SchülerInnen hat, ist herzlich dazu eingeladen, in die Reportage von Mephisto 97.6 hinein zu hören.

Reportage über die historisch-politische Bildungsarbeit des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Weitere Infos zum Projekt in Geithain finden sich ebenfalls auf unserer Homepage unter „Jugendprojekte 2020“.

Presse
gepostet am: Dienstag, 28.01.2020, 9:01 Uhr

GEDANKEN ZUM 75. JAHRESTAG DER BEFREIUNG VON AUSCHWITZ

Am gestrigen Tag, dem 27. Januar 2020, lag die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau genau 75 Jahre zurück. Wir haben diesen wichtigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust bewusst begangen, uns gemeinsam mit vielen anderen Menschen weltweit an die vielen Schicksale erinnert und wollen auch zukünftig die Wichtigkeit des Gedenkens an andere Menschen aktiv weitertragen. Der diesjährige Holocaust-Gedenktag leiteet für uns ein erinnerungskulturelles Projekt ein, welches wir nun gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Internationalen Gymnasiums in Geithain durchführen werden, um einem Opfer der NS-Euthanasie seinen Namen und seine Geschichte zurückzugeben. Die praktische Arbeit mit Jugendlichen ist für uns jedes Mal wieder eine besondere – hier können wir aktiv erinnern, Geschichte mehr als nur Worte sein lassen und unseren Teil dazu beigetragen, dass sich auch in den kommenden Jahren Menschen erinnern werden. Indem wir Stolpersteine in die Gehwege setzen, wollen wir dafür sorgen, dass wir auch mit dem Fortschreiten der Jahre die vielen Opfer der im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen nicht vergessen.

Und auch wenn 75 Jahre uns manchmal weit entfernt vorkommen mögen – wir dürfen den Bezug zu unserer Vergangenheit niemals verlieren, ganz gleich, wie viel Zeit auch vergehen mag. Wir müssen verantwortungsvoll und aufmerksam mit ihr umgehen und sicherstellen, dass sich die Geschichte niemals wiederholen kann.

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 19.12.2019, 12:12 Uhr

LESEREISE DURCH GROßBARDAU, POMßEN UND BRANDIS – ein Rückblick

Im November haben wir gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Büro der Universität Leipzig und dem Team vom Flexiblen Jugendmanagement Landkreis Leipzig an drei verschiedenen Terminen zum gemeinsamen Austausch über Jugendliteratur eingeladen. Der Austausch über die liebsten literarischen Werke sollte dabei vor allem Senioren und Jugendliche zum „Endlich Miteinander Reden“ einladen und dazu motivieren, Menschen aus den eigenen Lieblingsbüchern vorzulesen, mit denen dies sonst im Alltag höchstwahrscheinlich eher selten stattfindet.

Unser Interesse lag aber nicht nur darin, Menschen zum Gespräch miteinander zu motivieren. Wir wollten überdies herausfinden, ob es nicht doch viel mehr Ähnlichkeiten zwischen damaliger und heutiger Jugendliteratur gibt, als man im ersten Moment vielleicht annehmen würde.

Welche thematischen Überschneidungen lassen sich finden?
Welche Bücher bewegten Jugendliche damals, welche Bücher ziehen sie heute in ihren Bann?

Im Anschluss an eine öffentliche Lesung der mitgebrachten Werke wurde an allen drei Abenden zum einen über die Bücher, zum anderen aber auch über ganz persönliche Erfahrungen gesprochen. Auch wurde rege über unterschiedliche mit den verschiedenen Lebenssituationen verbundene politische und geschichtliche Aspekte diskutiert, die die eigene Wahrnehmung von Literatur in der Jugend, ihren Erwerb und ihre Lektüre beeinflusst haben.

     

Obwohl wir uns bei der Ausarbeitung der Lesereise natürlich erhofft haben, dass das Konzept der Lesereise das Interesse bei den Jugendlichen und den Senioren der Umgebung wecken würde, können wir doch ehrlich sagen, dass alle drei Veranstaltungen unerwartet viel Anklang fanden – allein in Brandis kamen zum gemeinsamen Leseabend an die 60 Leute. Es wurde uns bereits von den Teilnehmer*innen zurückgemeldet, dass das ungewöhnliche Format der Lesereise als besonders wahrgenommen wurde und für viel Gesprächsstoff gesorgt hat.

Da es heutzutage eher selten ist, dass Menschen aus so unterschiedlichen Gruppen, insbesondere aus derart unterschiedlichen Altersgruppen, auf diese Weise zusammenfinden und das Gespräch über gemeinsame Erfahrungen und Interessensgebiete suchen, freut es uns ganz besonders, dass wir dies im Rahmen unserer Lesereise anregen konnten.

Wir bedanken uns bei allen, die ihre Bücher vorgestellt und anschließend miteinander diskutiert haben. Außerdem bedanken wir uns bei allen Besucher*Innen, dem Wissenschaftlichen Büro der Universität Leipzig, vertreten durch Herrn PD Dr. Nils M. Franke und dem Team vom Flexiblen Jugendmanagement im Landkreis Leipzig.

Presse
gepostet am: Montag, 16.12.2019, 16:12 Uhr

„Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD“ – Ein Rückblick.

Vergangenen Freitag fand in unseren Räumlichkeiten die diesjährige Abschlussveranstaltung unserer Vortragsreihe „Erinnerungspolitik – hinter, vor und nach dem ‚Eisernen Vorhang‘“ statt.

In unserer letzten Podiumsdiskussion des Jahres griffen wir das Thema „Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD“ auf.

Der Referent des Abends, Dr. Harry Waibel, thematisierte in diesem Zusammenhang vor allem das Scheitern geplanter Entnazifizierungsmaßnahmen. Dr. Waibel erläuterte umfangreich, weshalb er die Entnazifierung in beiden unterschiedlichen Staaten des geteilten Deutschlands als gescheitert bezeichnen würde und leitete so eine angeregte Diskussion mit dem Publikum und Austausch unterschiedlichster Perspektiven ein.

Caroline Müller übernahm die Moderation und führte uns gut durch den Abend.

Wir freuen und bedanken uns, dass trotz der winterlichen Temperaturen noch so viele interessierte Menschen zum Zuhören und Diskutieren vorbeigekommen sind. Des Weiteren hoffen wir, dass wir mit dieser Abschlussveranstaltung auch ein bisschen neugierig auf die Veranstaltungen im neuen Jahr machen konnten, die wir nun zu planen beginnen.

Die Veranstaltung erhielt freundliche Unterstützung vom ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. – auch hierfür möchten wir uns gerne erneut bedanken.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 03.12.2019, 10:12 Uhr

Stolpersteinverlegungen am 29. November – ein Rückblick

Am vergangenen Freitag haben wir gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig und Schülern und Schülerinnen aus Schkeuditz, Liebertwolkwitz und Leipzig insgesamt fünf Stolpersteine verlegt. Gerne möchten wir in einem kleinen Rückblick Eindrücke dieses erfolgreichen Tages teilen.

Begonnen hat der Tag um 9.00 Uhr mit der Verlegung der ersten Stolpersteine für Opfer der NS-Euthanasie in Schkeuditz. Wir verlegten Gedenksteine für Charlotte Rohde, Georg Fritzsche und Ernst Hennig. Trotz der frühen Uhrzeit fanden sich viele Besucher*Innen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer der NS-Euthanasie ein, um mit uns gemeinsam den Schicksalen zu gedenken. Begleitet wurden die Verlegungen durch ein von den Schüler*innen des Schkeuditzer Gymnasiums eigens gestaltetes kulturelles Rahmenprogramm und das Verlesen der Biografien. Auch der Oberbürgermeister von Schkeuditz erschien bei den Verlegungen und hielt eine bewegende Rede, in der er vor allem auch die Wichtigkeit der gedenkkulturellen Arbeit in der heutigen Zeit betonte.

      

Wir bedanken uns bei den Schüler*innen für die ausgiebige Recherche, die Spendensammlung, durch die die Verlegungen erst möglich wurden, sowie für die Ausarbeitung des kulturellen Rahmenprogramms. Des Weiteren gilt unser Dank dem Oberbürgermeister Herrn Bergner und allen Bürger*innen, die durch Spenden das Projekt unterstützt und/oder an den Verlegungen teilgenommen haben. Zu guter Letzt möchten wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Unterstützung und Förderung des Projektes unseren Dank aussprechen.

Im Anschluss an die Verlegungen in Schkeuditz fand die Stolpersteinverlegung in Störmthal statt. Um 11:30 Uhr verlegten wir hier den Gedenkstein für Heinz Geidel, der ebenfalls ein Opfer der NS-Euthanasie war. Mit der Verlegung des ersten Stolpersteins in Störmthal fand ein Projekt der Schüler*Innen der Geschwister-Scholl-Schule Liebertwolkwitz seinen Abschluss. Die ebenfalls durch ein von den Schüler*innen eigens ausgearbeitetes kulturelles Rahmenprogramm begleitete Verlegung war gut besucht – ca. 60 Personen nahmen teil und gedachten gemeinsam mit uns dem Schicksal von Heinz Geidel, dessen Biografie ebenfalls von den Schüler*innen vorgetragen wurde. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmer*innen für das Kommen und die kräftige Unterstützung bedanken. Auch gilt unser Dank der Holger-Koppe-Stiftung, die dieses Stolpersteinprojekt unterstützt und gefördert hat.

     

Um 14.15 Uhr verlegten wir den letzten Stolperstein des Tages in Leipzig vor der Sporthalle in der Brüderstraße, ehemalige Turnerstraße. Durch die Verlegung des insgesamt fünften Steines für einen Menschen, der nach § 175 verfolgt wurde, erinnerten wir gemeinsam mit ca. 80 Besucher*innen an das Schicksal von Werner Kähler, einem homosexuellen Verfolgten, der einst in der Turnerstraße 9 gelebt hatte. Das Projekt wurde von 15 Schüler*innen der Klassen 7-10 des hiesigen Reclamgymnasiums durchgeführt, die als Mitglieder der ersten queeren Schüler*innen-AG („LGBTQ+ & Allies“) in Sachsen so nicht nur einen wichtigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur hinsichtlich der Verbrechen des Nationalsozialismus leisteten, sondern sich darüber hinaus deutlich gegen Diskriminierung von homosexuellen oder queeren Menschen positionieren.

Das Projekt rund um das Schicksal von Werner Kähler stellt das erste Projekt dieser Art da, das vom Erich-Zeigner-Haus e.V. betreut wurde. Auch hier möchten wir uns bei allen Schüler*innen, Redner*innen, Besucher*innen und Teilnehmer*innen für die wichtige Arbeit, die Unterstützung und das Interesse bedanken. Besonderer Dank gilt überdies der Projektleiterin Gloria Pfister, die nicht nur bei der Recherchearbeit, sondern auch bei der Spendensammlung und der Gestaltung der Verlegungsveranstaltung unterstützend an der Seite der Schüler*innen-AG stand.

Darüber hinaus danken wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Förderung und Unterstützung des Projektes.

    

Abschließend gilt all jenen ein ganz besonderer Dank, die durch eine finanzielle Spende die Jugendprojekte in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig unterstützt haben. Ohne diese Form der finanziellen Unterstützung wäre keine dieser Verlegungen möglich gewesen.

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 28.11.2019, 15:11 Uhr

Solidarität mit dem VVN-BdA Berlin – Finanzamt entzieht rückwirkend den Status der Gemeinnützigkeit

Am vergangenen Freitag wurde die Entscheidung des Berliner Finanzamts bekannt gegeben, dass der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. der Status der Gemeinnützigkeit entzogen wurde. Grundlage der Entscheidung ist die Darstellung des bayrischen Verfassungsschutzes, die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA sei „linksextremistisch beeinflusst“.

Der VVN-BdA wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Überlebenden des Holocaust gegründet und hat seitdem wichtige Erinnerungsarbeit geleistet, Gedenken an die Opfer der NS-Zeit initiiert und sich vor allem dafür eingesetzt, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Durch eine solche Arbeit leisten Vereine und Verbände wie der VVN-BdA einen wichtigen Beitrag auch mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen. Es sind nicht nur Vorfälle wie der rassistisch und antisemitisch motivierte Anschlag in Halle, sondern vor allem auch das Erstarken der parlamentarischen wie auch außerparlamentarischen Rechten, die zeigen, dass antifaschistisches Engagement und Einsatz gegen rassistisches Gedankengut und Antisemitismus dringend gebraucht werden und ein gemeinnütziges Anliegen in der Gesellschaft darstellen. Die Entscheidung, einer der wichtigsten Organisationen in diesem Bereich den Gemeinnützigkeitsstatus zu entziehen, erschwert diese wichtige Arbeit massiv und wird, sofern sie Bestand hat, weitreichende Konsequenzen haben – insbesondere finanzieller und gesellschaftspolitischer Art.

Als Erich-Zeigner-Haus e.V. erklären wir uns daher solidarisch mit der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e. V. und sehen in dessen Arbeit einen klaren gemeinnützigen Zweck. Wir hoffen, dass diese Entscheidung der Berliner Finanzverwaltung keinen juristischen Bestand in Zukunft haben wird!

Eine Stellungsnahme des Leipziger VVN-BdA finden Sie unter dem folgenden Link:  http://vvn-bda-leipzig.de/?fbclid=IwAR03VUqPZxoujDiQhRheqFbdsTWhCiJJmVBuePxi5sE_nTjqt1aokUCBQDs

Wer ebenfalls seine Stimme für eine Rücknahme des Gemeinnützigkeits-Entzuges kundtun möchte, kann zudem die dort gelisteten Petitionen mitunterzeichnen.

 

Presse
gepostet am: Freitag, 08.11.2019, 11:11 Uhr

STOLPERSTEIN IN GROITZSCH DARF NACH ERSTER ABLEHNUNG NUN DOCH VERLEGT WERDEN

Nachdem der Stadtrat in Groitzsch vor wenigen Wochen eine geplante Stolpersteinverlegung zum Gedenken an die Jüdin Anna Reichardt vor ihrem ehemaligen Wohnhaus ablehnte, wurde nun in einer erneuten Stadtratssitzung die Verlegung des Gedenksteines genehmigt.

Diese Neuigkeit freut uns sehr, insbesondere am Morgen des heutigen Tages, an dem wir den Opfern der Reichspogromnacht vom 09.11.1938 gedenken und Mahnwachen an den bereits verlegten Stolpersteinen abhalten wollen.

Die Schüler*innen des Wiprecht-Gymnasiums können ihr Projekt nun fortsetzen und mit der Spendensammlung für den Gedenkstein beginnen, um die Verlegung des Stolpersteins für Anna Reichardt am 27.Februar 2020 umsetzen zu können.

Wir bedanken uns für jede Unterstützung!

Dieses Projekt wird unterstützt von der F.C. Flick Stiftung.

Presse
gepostet am: Freitag, 01.11.2019, 14:11 Uhr

Erste Ablehnung einer Stolpersteinverlegung im Landkreis Leipzig

Seit Jahren kümmert sich unser Verein um die Erinnerungskultur in Leipzig und begleitet u.a.Projekte mit Schüler*innen verschiedener Schulen in und um Leipzig, deren Ziel die Erstellung von Gedenktafeln oder die Verlegung von Stolpersteinen ist. Im Rahmen der sogenannten „Stolperstein-Projekte“ erschließen die Jugendlichen unter wissenschaftlicher Begleitung die Schicksale verfolgter Personen in der NS-Diktatur und arbeiten hierfür mit Originaldokumenten aus dem Staatsarchiv. Die rekonstruierten Biografien dienen dann letztlich der Herstellung von Gedenksteinen, die vor den letzten freiwilligen Wohn- oder Arbeitsorten der Verfolgten in den Boden eingelassen werden, um ihnen zu gedenken und für die Zukunft zu mahnen. Bislang wurden im Landkreis Leipzig stets alle Stolpersteinverlegungen, die wir für derartige Jugendprojekte beantragt haben, genehmigt. Nun kam es jedoch erstmalig zu einer Ablehnung einer Stolpersteinverlegung im Landkreis durch den Stadtrat in Groitzsch.
Unsere klare Position zu diesem Vorfall und die genaueren Umstände dieser Ablehnung hat ein Journalist der Leipziger Volkszeitung am vergangenen Wochenende in einem Artikel zusammengetragen.

Wir bedauern es sehr, dass wir das Stolpersteinprojekt in Groitzsch nach jetzigem Stand nicht beenden können und der Jüdin Anna Reichardt nicht so gedenken dürfen, wie es im Sinne der Stolpersteine angedacht ist. Es ist uns insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen wie auch politischen Entwicklungen ein Anliegen, über einen solchen Vorfall zu informieren. Unser Verein wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Projekte wie dieses umgesetzt werden können und die Wichtigkeit derartiger gedenkkultureller Arbeit an die Öffentlichkeit getragen wird.

 

Untenstehend finden Sie den Artikel der Leipziger Volkszeitung, den Sie auch über die offizielle Seite der LVZ unter dem folgenden Link nachlesen können: https://www.lvz.de/Region/Borna/Groitzsch-lehnt-Stolperstein-fuer-Juedin-Anna-Reichardt-an-Wohnhaus-ab?fbclid=IwAR2le87PudB7siO8IXNVWzRwrd4UJLEgcpWw0cAQuYQt2431BhPdyzy_wtI


Presse
gepostet am: Mittwoch, 30.10.2019, 13:10 Uhr

NOCH 50 PUTZPATENSCHAFTEN ZU VERGEBEN – GEDENKAKTION „MAHNWACHE UND STOLPERSTEINE PUTZEN“ 2019

In diesem Jahr rufen wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. bereits zum 12. Mal zu unserer Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen auf“, um den Opfern der Reichspogromnacht vom 09. November 1938 zu gedenken und Mahnwachen abzuhalten. Da der 9. November in diesem Jahr auf den Sabbat, einen jüdischen Feiertag, fällt, werden in Leipzig die Gedenkaktionen und das Putzen der Stolpersteine bereits am Tag zuvor stattfinden. So können auch die Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinde daran teilnehmen.

Seit unserem ersten Aufruf haben sich bereits viele Bürgerinnen und Bürger für die Übernahme sogenannter Putz-Patenschaften im Rahmen der Gedenkaktion in Leipzig bereit erklärt und angemeldet. Allerdings werden noch etwa 50 weitere PutzpatInnen benötigt, sodass auch an allen 200 Verlegeorten das Putzen der Steine möglich ist und Mahnwachen abgehalten werden können. Das Stolpersteine Putzen findet am 08. November von 11 Uhr bis 18 Uhr statt.

Wer die Gedenkaktion unterstützen bzw. daran teilnehmen will, ist aufgerufen, sich über das Kontaktformular auf der Homepage unter http://erich-zeigner-haus-ev.de/neunter-november/ zum Putzen eines Stolpersteines anzumelden. Bei der Auswahl der Stolpersteine bitten wir darum, nur freie Stellen auszuwählen, bis alle Stolpersteine mindestens einen Paten oder eine Patin haben. Da wir keine Anmeldungsbestätigungen per E-Mail versenden, möchten wir auf die Liste auf unserer Homepage hinweisen. Wenn die Anmeldung erfolgreich war, findet sich der eigene Name spätestens wenige Tage nach dem Ausfüllen des Kontaktformulars in der Zeile des ausgewählten Stolpersteins. Mögliche Verzögerungen bei der Bearbeitung bitten wir zu entschuldigen. Wenn es zu Schwierigkeiten kommt, können Rückfragen gerne jederzeit per Mail unter der Adresse 9ternovember@erich-zeigner-haus-ev.de an die Projektleitung gestellt werden.

Neben der alljährlichen Putzaktion an den verschiedenen Verlegeorten der Stadt von 11 Uhr bis 18 Uhr wird es am 8. November 2019 überdies eine Auftaktveranstaltung unseres Vereines am Dittrichring 13 um 14.15 Uhr geben. Hier werden der Landesrabbiner Zsolt Balla, Ehrenvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. Frank Kimmerle, der Beauftrage für jüdisches Leben in Sachsen Dr. Thomas Feist sowie Schülerinnen und Schüler aus den von unserem Verein betreuten Jugendprojekten in Leipzig reden. Anschließend findet um 15 Uhr die städtische Gedenkveranstaltung mit OBM Burkhard Jung an der Synagogengedenkstätte in der Gottschedstraße statt, bei der auch Friedrich Magirius, Ehrenmitglied des Erich-Zeigner-Haus e.V., eine Rede halten wird.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Gedenkaktionen teilzunehmen und bedanken uns bei allen, die sich bereits für die Gedenkaktion und das Stolpersteine Putzen angemeldet haben oder dies noch tun möchten. Über das Teilen unserer Gedenkaktion oder das Weiterleiten unseres Aufrufes zur Übernahme von Putzpatenschaften freuen wir uns sehr.

Henry Lewkowitz                            Caroline Müller                                Carolin Jürgens
Geschäftsführer                              Projektleiterin                                   Projektbegleiterin
Erich-Zeigner-Haus e.V.                 Erich-Zeigner-Haus e.V.                    Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

               

 

 

Presse
gepostet am: Montag, 14.10.2019, 15:10 Uhr

Workshops zum Thema Antisemitismus

Derzeit finden in verschiedenen Schulen Workshops und Weiterbildungen zum Thema Antisemitismus statt. Wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. möchten darauf aufmerksam machen, da in Sachsen eine höhere Präsenz von Rechtsextremist/innen spürbar wahrnehmbar ist. Vor allem seit dem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen 2014 entstehen mehr rechtspopulistische, menschenfeindliche Gruppierungen, sowie u.a. antisemitische Ressentiments und rechte Straftaten. Diese Workshopreihe soll sich an Schüler, als auch an Lehrer richten. Im ersten Teil des Workshops soll den Teilnehmern Wissen über das Judentum vermittelt werden, im zweiten Teil soll näher auf die Formen des Antisemitismus (religiös, säkular, biologistisch, nationalsozialistisch, sozialistisch usw.) eingegangen werden.  Natürlich möchten wir nicht nur Theorie vermitteln, sondern auch praktisch arbeiten, deswegen wird in einer Arbeitsphase die Unvereinbarkeit von Antisemitismus mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland herausgearbeitet, argumentativ belegt und in einem Rollenspiel eingeübt. Zum Schluss werden die Teilnehmer den Workshop bewerten, ihre Pro und Kontras einfließen lassen und wir werden eine ausführliche Abschlussdiskussion führen, zudem  wollen wir das die Workshopergebnisse weiter in die normale schulische Arbeit mit einfließen können.  Am Ende des Tages sollen die Schüler und Lehrer mit dem Wissen beziehungsweise der Erkenntnis herausgehen, was Antisemitismus bedeutet, wie wir dagegen argumentativ vorgehen können, wie er heute noch verbreitet ist und welche Auswirkungen dieser im gesellschaftlichen und politischen Sinne hat.

 

Mehr Informationen zu dem Workshop Antisemitismus gibt es hier: Antisemitismus-Prävention und Empowerement

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 04.09.2019, 11:09 Uhr

Kommentar zur sächsischen Landtagswahl

Die Ergebnisse der Landtagswahl stellen uns als Erich-Zeigner-Haus e.V. und viele weitere Akteure aus der Zivilgesellschaft vor neue, große Herausforderungen. Denn diejenigen fühlen sich gestärkt, welche die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren und eine demokratische Erinnerungskultur aushebeln wollen. Dagegen halten wir fest, dass die übergroße Mehrheit der Sachsen einen solchen Weg nicht mitgehen will. Sie wollen demokratische politische Bildung nicht vor eine Wand aus Nationalismus und Rassismus laufen sehen. Sie wollen, dass wir weiter durch unsere erinnerungskulturelle Arbeit an die Opfer erinnern sowie den Mutigen ein Denkmal setzen und damit auch Ihnen in der Gegenwart Mut zur Zivilcourage machen. Deshalb ist für uns das Wahlergebnis ein Ansporn weiter zu machen und intensiver zu arbeiten.

Wir werden künftig ein noch stärkeres Zeichen für Menschlichkeit, Solidarität und Demokratie und gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und rechtes Gedankengut setzen. Wir werden in unserer Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen weiterhin das Ziel verfolgen, die Gesellschaft gegenüber rechtem Gedankengut argumentativ zu stärken und uns für Weltoffenheit sowie Zivilcourage einsetzen, um so ein demokratisches Miteinander zu fördern. Jetzt umso mehr!

Presse
gepostet am: Montag, 08.04.2019, 12:04 Uhr

Das Gespräch mit Eva Umlauf im NAUMANNs

Die Veranstaltung mit der Zeitzeugin Dr. Eva Umlauf am 05.04. von 18.00 bis 20.00 Uhr im NAUMANNs, Felsenkeller Leipzig, stellte einen ganz besonderen Abend dar. Dr. Umlauf sprach vor rund 250 Besucher*innen über ihre Erinnerungen – mit 2 Jahren war sie mit ihrer Familie in das KZ Auschwitz gekommen. 2016 veröffentlichte sie ihre Publikation „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen: Erinnerungen“  und schildert darin autobiographisch ihre Erlebnisse. In dem Gespräch mit Dr. Brigitta Triebel, die durch das Gespräch führte, fand ein Dialog zwischen ihr und Eva Umlauf statt. Es wurden  Passagen aus dem Buch vorgelesen und Fragen aus dem Publikum gestellt.

Das Zeitzeugengespräch stellte die meistbesuchte Veranstaltung in der Geschichte des Erich-Zeigner-Haus e.V. dar. Den 05.04, an dem gleichzeitig eine Gedenkveranstaltung zum 70. Todestag Erich Zeigners stattfand, konnten wir als einen besonders würdigen Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe des Vereines, „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem Eisernen Vorhang“, verzeichnen. Die Erlebnisse, die Dr. Eva Umlauf schilderte, machten die Wichtigkeit des Erinnerns und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus deutlich und zeigten uns und dem Publikum, dass dieses Erinnern vor allem in Zeiten des Aufwindes von menschenfeindlichen Ansichten in Deutschland und anderen Ländern zentral ist.

Der Saal im NAUMANNs mit 250 Besucher*innen war gefüllt mit vielen verschiedenen Menschen, die Eva Umlaufs Worte hören wollten – Schülerinnen und Schüler, Lehrer*innen, Politiker*innen und die Leipziger Zivilgesellschaft fanden sich an diesem Abend zusammen. Wegen des großen Andrangs fanden viele Menschen keinen Platz mehr. Leider reichte der Raum im NAUMANNs nicht für alle aus und es tut uns sehr leid, dass viele, die gerne dabei gewesen wären, keinen Platz mehr im Saal fanden. Dennoch freuten wir uns umso mehr, dass so viele Menschen die Veranstaltung miterleben durften.

Durch das Gespräch mit Brigitta Triebel und die Lesung einzelner Stellen aus ihrem Buch gab Eva Umlauf dem Publikum Eindrücke in zentrale Etappen ihres Lebens als Kleinkind: geboren in dem Arbeitslager für Jüd*innen Novaky im Dezember 1942 kam die Familie 1944 nach Auschwitz. Drei Tage vor ihrer Ankunft wurden die Gaskammern abgebaut, wodurch die Familie überleben konnte. Eva Umlauf schilderte eindrücklich, was in Auschwitz passierte; die Trennung des Vaters von Mutter und Kind nach ihrer Ankunft, die Tätowierung der Häftlingsnummern, den schlechten eigenen gesundheitlichen Zustand. Durch Recherchen zu ihrer Familie fand Eva Umlauf das Schicksal ihres Vaters im Nachhinein heraus, der zunächst an einem der sogenannten „Todesmärsche“ teilnehmen musste und später an einer Blutvergiftung verstarb.

Die Erlebnisse während des Krieges beeinflussten Eva Umlauf auch im Nachgang. Ihr Leben nach 1945 schilderte sie in der Veranstaltung ebenso. Geprägt von neuen Problemen aufgrund der Nachkriegszeit und des persönlichen Lebens machte sie deutlich, wie sehr die Zeit im Konzentrationslager Auschwitz ihren späteren Werdegang bis in die Gegenwart beeinflusst.

Abschließend hatten die Zuhörenden die Möglichkeit, auf die Bühne zu kommen und eigene Fragen an Eva Umlauf zu stellen. „Die abschließenden Fragen der Zuhörer*innen bauen die gedankliche Brücke ins Heute. In die Gegenwart mit zunehmendem Fremden- und antisemitischen Hass. Sie habe Gutes und weniger Gutes erlebt, wenn sie in der Öffentlichkeit ihrer Vergangenheit begegnete, sagt sie. Von der Frage, ob sie „nicht zu alt für Tattoos“ sei bis hin zu dem nachdenklichen jungen Mann, der sich dafür entschuldigte „was meine Vorfahren Ihnen angetan haben“, schrieb die Leipziger Internetzeitung am 06. April.

Man merkte den Menschen an, wie sie Mitgefühl für Eva Umlauf zeigten und von ihrem Schicksal berührt waren. Die vielen Fragen aus dem Publikum zeigten die Bereitschaft an einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen  Geschichte und das Interesse an Eva Umlaufs Leben. Die Veranstaltung zeigte außerdem, dass gegen heutigen Antisemitismus und andere menschenfeindliche und rassistische Einstellungen  gekämpft werden sollte und, wie Henry Lewkowitz abschließend sagte „verhindert werden muss, dass sich der Nationalsozialismus nicht wiederholt“.

Nach dem Gespräch hatten die Besucher*innen die Möglichkeit, das Buch „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen: Erinnerungen“  von Eva Umlauf zu erwerben und signieren zu lassen. Alle Exemplare waren nach etwa einer halben Stunde ausverkauft.

Wir zeigen uns im Nachgang dankbar für diese gelungene Veranstaltung und verbleiben vor allem für Frau Umlaufs Bereitschaft, an diesem Abend über ihre Erinnerungen zu sprechen, in Dank. Auch für Brigitta Triebels Mitwirkung als Gesprächsführende, die sehr einfühlsam und zugleich professionell den Dialog mit Eva Umlauf führte, sind wir dankbar. Weiterhin möchten wir den vielen interessierten Besucher*innen danken, die mit viel Einfühlsamkeit und Respekt am Abend beteiligt waren. Ein großes Dankeschön gilt außerdem unseren Kooperationspartnern: dem VVN-BdA Leipzig und dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, insbesondere Dr. Nils Franke. Wir sind sehr froh, Organisatoren des Abends gewesen zu sein.

Zuletzt danken wir der L-IZ für die Fotos, den ausführlichen Bericht und die Videoaufnahme des Gespräches. Der Text und der Film vom Abend sind unter diesem Link zu finden: https://www.l-iz.de/Topposts/2019/04/%E2%80%9ESind-so-kleine-Haende%E2%80%9C-Lesung-und-Diskussion-mit-Dr-Eva-Umlauf-die-als-3jaehriges-Kind-die-Hoelle-in-Auschwitz-ueberlebte-268486

 

Presse
gepostet am: Dienstag, 03.07.2018, 13:07 Uhr

Gedenktafel für den jüdischen Fußballclub SK Bar Kochba eingeweiht

Am Freitag, den 29. Juni wurde die Gedenktafel in der Elsterstraße 7 eingeweiht

Neben der Ankündigung im Vorfeld der Gedenktafeleinweihung am erschien auch gestern noch ein Artikel in der Leipziger Volkszeitung. Wir sind sehr dankbar, dass durch diese Gedenktafel es uns gelingt, die Erinnerung an den jüdischen Leipziger Fußballclub SK Bar Kochba und vor allem seiner Spieler und Mitglieder zu erhalten. Zudem waren wir sehr froh über den Besuch von Bat-ami und Orly Goldstein, die viele Familienmitglieder im Holocaust in Deutschland und weit darüber hinaus verloren haben. Bat-amis Vater, Hermann Bernhard Rafe spielte bei Bar Kochba in Leipzig selbst als Stürmer, er schaffte es jedoch in Israel zu überleben. Mutter und Tochter waren nun bereits zum zweiten Mal in Leipzig und ließen uns an ihrer Familiengeschichte teilhaben – dafür sind wir sehr dankbar.
An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei all denen, die dieses Projekt tatkräftig und finanziell unterstützten und so zur Realisierung beigetragen haben !

 

 

 

Presse
gepostet am: Freitag, 22.06.2018, 11:06 Uhr

Stolpersteinverlegungen in Leipzig und im Leipziger Umland

Am Mittwoch und am Donnerstag, den 20. und 21. Juni, konnten vier Schülergruppen mit den Verlegungen der Stolpersteine ihre einjährigen Projekte erfolgreich beenden.
In Naunhof verlegten die Schüler*innen des freien Gymnasiums zwei Stolpersteine für Max Moses Ratner und Mosey Witensohn direkt vor dem Naunhofer Rathaus.
In Schkeuditz verlegten die ehemaligen Schüler*innen des Gymnasium Schkeuditz in der Merseburgerstraße Stolpersteine für die dreiköpfige jüdische Familie Engelberg und in der Waldstraße für Osias Krumholz.
In Bad Lausick beendeten die 8- Klässler*innen ihr einjähriges Projekt mit der Verlegung des Stolpersteins für den Zeugen Jehovas Friedrich August Kaubisch, dessen Enkel sogar bei der Verlegung am Mittwoch anwesend waren.
In Leipzig verlegten die Schüler einen Stolperstein für den Sozialdemokraten Walter Heise in Holzhausen. Sogar ehemalige bekannte und Freunde seiner Frau Clara Heise waren bei der Verlegung dabei.
Nach diesen eindrucksvollen Stolpersteinverlegungen und Gedenkminuten wollen wir Danke sagen:
Danke an den Künstler Gunter Demnig, an die Schüler*innen, an die Lehrer*innen und Schulen, an alle Spender*nnen und Redner*innen. Nur durch so viel Unterstützung sind die Verlegungen der Stolpersteine möglich. Und gerade in diesen Zeiten, in denen von Rechts eine 180-Grad-Wende in der deutschen Erinnerungskultur gefordert wird, ist es um so wichtiger, dass vor allem junge Menschen sich immer und immer wieder mit der Geschichte auseinandersetzen und derer Gedenken, die ausgelöscht werden sollten.
Habt vielen Dank!

 

Presse
gepostet am: Freitag, 01.06.2018, 14:06 Uhr

Leipziger Erklärung 2018

Die Neue Rechte hat den Weg in das bundesdeutsche Parlament geschafft und gibt damit sämtlichen neonazistischen, rassistischen und antidemokratischen Strömungen Rückenwind. Dies stellt alle, die sich mit der aktuellen Entwicklung nicht abfinden wollen, vor neue Aufgaben – vor allem vor die Aufgabe, in einem breiten gesellschaftlichen Konsens für eine solidarische Gesellschaft den Argumenten der Rechten den Boden zu entziehen.
Als Erstunterzeichnende unterstützen auch wir natürlich dieses Vorhaben, mit Zivilcourage und Solidarität dem entgegenzutreten, was gegen das demokratische Selbstverständnis spricht sowie handelt und begrüßen das Weiterleiten und Mitunterzeichnen! https://platznehmen.de/erklaerung2018/

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gepostet am: Freitag, 04.05.2018, 13:05 Uhr

Die aktuelle Veranstaltungsreihe „Sich Erinnern ist ein politischer Akt! über die aktuelle Macht der Vergangenheit“

Der Flyer für die aktuelle Veranstaltungsreihe „Sich Erinnern ist ein politischer Akt! über die aktuelle Macht der Vergangenheit“ ist fertig ! 

Von April bis Dezember werden monatlich Veranstaltungen stattfinden. Insgesamt soll es in 8 Vorträgen und Podiumsdiskussionen um die Bedeutung von Erinnerungskultur und die daraus resultierende politische Dimension gehen. Björn Höcke forderte u.a. zu Beginn des Jahres 2017 eine „180 Grad-Wende in der deutschen Erinnerungskultur“. In der Reihe soll dies hinterfragt werden und anhand des Geschichtskonzept von Rechts Rückschlüsse auf unser demokratisches sowie erinnerungspolitisches Selbstverständnis geschlossen werden. Hierfür sind hochgradige Referentinnen und Referenten gewonnen, die sowohl Vorträge halten als auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen werden.

Dem Flyer können Sie die Termine, Referenten und Inhalte entnehmen.

Sie sind herzlich zu den Veranstaltungen ins Erich-Zeigner-Haus eingeladen.

Der Eintritt ist wie immer frei.

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gepostet am: Donnerstag, 29.03.2018, 11:03 Uhr

Workshop im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Am 22. März gestalteten wir gemeinsam mit der 94. Oberschule Leipzig – Grünau eine Informationsveranstaltung / Workshop zu unseren Stolpersteinprojekten an Schulen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus. Der schulische Projektleiter des 2017 beendeten Stolpersteinprojektes, Ingolf Thiele, und der Projektleiter und Geschäftsführer des Erich-Zeigner-Haus e.V., Henry Lewkowitz, erklärten dem Publikum die Möglichkeiten, die der Verein und die Schule den Schülern bietet, um ein solches Rechercheprojekt durchzuführen. in Form einer Broschüre veröffentlichte er die Ergebnisse dieses einjährigen Projektes.

22.3.18 Geschichte greifbar machen im EZH Leipzig

 

 

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gepostet am: Dienstag, 27.03.2018, 14:03 Uhr

John Heartfields politische Fotocollagen – Was kann Kunst im Widerstand ?!

Was kann eigentlich Kunst im Widerstand ?
Dieser Frage sind Schülerinnen und Schülern des Freien Gymnasiums Naunhof und der Neuen Nikolaischule auf den Grund gegangen. Eine Ausstellung mit den Foto-Collagen John Heartfields, der sich diese Ausdrucksweise als Mittel des Widerstands gegen das NS-Regime zu Eigen machte, war der Auslöser, damit sich auch Schüler_innen der Gegenwart mit künstlerischen Widerstand auseinandersetzen und selbst Collagen erstellen konnten. So wechselte in den letzten Monaten die Ausstellung nach Naunhof und in das Neue Nikolaigymnasium und wurde durch eigene Schülerarbeiten ergänzt. Im Nikolaigymnasium beschäftigte sich zudem unsere Freie Mitarbeiterin Susanne Borschke mit den Schüler_innen mit den theoretischen Grundlagen der politischen Foto-Collagen und John Heartfield. Im Mai kommen die 30 Bilder wieder in das Erich-Zeigner-Haus und können ab dem neuen Schuljahr als Wanderausstellung von Schulen gemietet werden.

Collage

 

Presse
gepostet am: Montag, 12.02.2018, 10:02 Uhr

Wir danken für die breite Unterstützung in der Causa Zeigner !

Seit vergangene Woche bekannt wurde, dass kein Portrait vom Altoberbürgermeister Erich Zeigner in der Galerie demokratischer Oberbürgermeister hängt, erreicht uns eine Welle der Unterstützung für unsere Forderung, Erich Zeigner in die Galerie mit aufzunehmen.

Zeigner..Uns freut insbesondere die Unterstützung aus den politischen Kreisen, die eine besondere Verbindung zu den demokratischen Traditionen in Leipzig haben. Dazu gehört etwa auch der erste Stadtpräsident nach der Friedlichen Revolution und Superintendent i.R. Friedrich Magirius. Auch die Unterstützung aus ganz unterschiedlichen politischen Parteien zeigt, wie breit die Anteilnahme ist. Viele Leserbriefe und Sympathiebekundungen in den sozialen Medien bedeuten für uns zusätzlich, dass die Causa Zeigner einen Nerv der Leipziger Stadtgesellschaft trifft.

Wir möchten uns besonders bei denen Bedanken, die den Weg in die Öffentlichkeit gegangen sind, um den Demokraten Erich Zeigner zu würdigen und sich ausdrücklich auf Zeigners Einsatz für Demokratie, Republik und Kommunale Selbstverwaltung beziehen. Dazu gehören auch Abgeordnete aller Ebenen vom Stadtrat bis zum Europaparlament.

Wir sind sicher, dass in den nächsten Tagen weitere Unterstützer hinzukommen werden.

Wir rufen die Stadt daher erneut dazu auf, mit uns das Gespräch zu suchen und unterstreichen unser Angebot, das einzige Porträt von Walter Tiemann von 1948 für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

Presse
gepostet am: Dienstag, 06.02.2018, 10:02 Uhr

Unser Beitrag zur nicht Aufnahme Zeigners in die OBM-Ausstellung im Leipziger Rathaus

OBM Debatte ZeignerBezug nehmend auf den heute erschienenen Artikel in der Leipziger
Volkszeitung „OBM- Galerie ohne Erich Zeigner. Riesen-Wut aufs Rathaus“
möchte der Vorstand des Erich-Zeigner-Haus e.V. im Namen des Vereins
folgende Erklärung abgeben:
„Das Fehlen von Erich Zeigner in der Ausstellung des Rathauses „aller demokratisch gewählten Leipziger Bürgermeister“ stößt bei uns auf großes Unverständnis. Wir halten dies für nicht nachvollziehbar“, so der Vorsitzende Raimund Grafe.
Erich Zeigner wurde 1946 in freier Abstimmung der Leipziger Stadtverordnetenversammlung gewählt. Aufgrund seiner hohen überparteilichen Anerkennung und seines Rückhalts in der Bevölkerung stimmten auch CDU und LDPD Abgeordnete für ihn. „Der Gemeinderat war seinerseits im Vorfeld frei und mit hoher Wahlbeteiligung der Leipziger Bürgerinnen und Bürger gewählt worden“, so der Geschäftsführer Henry Lewkowitz bekräftigend.
Der Ausschluss Erich Zeigners ist umso schmerzlicher, als Zeigner einer der großen demokratischen Persönlichkeiten Sachsens und ein langjähriger Vorkämpfer für die Demokratie im Deutschland in der ersten Hälfte des 20ten Jahrhunderts war.
Als Sächsischer Justizminister in der SPD Regierung von Ministerpräsident Wilhelm Buck (1921-23), als Sächsischer Ministerpräsident (1923), im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und beim Wiederaufbau Leipzigs mit einer demokratischen Gemeindeordnung hat sich Erich Zeigner für
die Demokratie in Sachsen große und bleibende Verdienste erworben.
Der Erich-Zeigner-Haus e.V. hält die Aufnahme Erich Zeigners in die Ausstellung
daher für zwingend geboten und ist bereit, der Stadt Leipzig für die Ausstellung
das einzige Portrait Erich Zeigners aus seiner Zeit als OBM von Walter Tiemann
von 1948 zur Verfügung zu stellen.
Presse
gepostet am: Donnerstag, 11.01.2018, 10:01 Uhr

Spendenaufruf für den Stillen Helden Otto Heinze

Liebe Mitstreiterinnen, Liebe Mitstreiter

Das aktuelle „Stille Helden“ – Projekt mit einer Schülergruppe des Immanuel-Kant-Gymnasiums Leipzigs neigt sich langsam dem Ende.
Die Recherchearbeit ist abgeschlossen, die Flyer über dieses Projekt wurden verteilt, die Inschrift für die Gedenktafel ist erstellt und die Schüler haben bereits begonnen erste Spenden für diese Gedenktafel zu sammeln. Nun fehlen den Schülern aber immer noch ein gewisser Teil von Spenden, um eine schöne Gedenktafel für Otto Heinze herzustellen. Dafür bitten die Schüler um Eure/Ihre Hilfe !

Otto Reinhold Heinze ist am 05.07.1894 geboren. Nach der Schule begann er eine Lehre als Bäcker, bis er 1914, wie viele andere junge Männer auch, in den Kriegsdienst für den Ersten Weltkrieg zog. Da er jedoch schon ein Jahr nach Kriegsbeginn an Tuberkulose erkrankte, wurde er aus seinem Dienst wieder entlassen. 1919 heiratete Otto Heinze die junge Hedwig Heinze, geb. Rosenberg. Im Laufe der „Goldenen Zwanziger“ trat Heinze in die KPD ein, was ihn in den Dreißigern bewog, einen Jungen von Genossen bei sich aufzunehmen, da die Eltern des jungen politische Haftstrafen absaßen. Die Gestapo fand aber erst später einen „Handfesten Grund“ um den mehrfachen Familienvater zu inhaftieren, nämlich als sie herausfanden, dass er Brot an russische Zwangsarbeiter verteilte, um so ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Am 12.04.1944 wurde er schließlich wegen „Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung verhaftet und am 11.10.1944 zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung war am 17.11.1944.

Für diesen Mann, der uneigennützig und zivilcouragiert in dunklen Zeiten handelte, möchte die Projektgruppe am 13.04.2018 in der Zschocherschen Straße 21 um 16.30 Uhr eine Gedenktafel anbringen.
Wir bitten nun Euch/Sie, dieses Vorhaben der Schüler_innen mit einer Spende zu unterstützen. Wenn Sie noch mehr Informationen zu den Lebensumständen Otto Heinzes wissen möchten, können Sie hier nachlesen. Vielen Dank für Eure/Ihre Unterstützung.

 

Spendenkonto:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: 94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: Gedenktafel Otto Heinze
Für Spendenquittungen bitten wir um entsprechende Adressangabe

Presse
gepostet am: Freitag, 01.12.2017, 12:12 Uhr

8 Stolpersteine für Familie Rosenzweig

24067917_882951918546878_8730035342985796824_nGestern, den 29.11.2017, war der Künstler Gunter Demnig erneut in Leipzig und verlegte an 8 Stellen Stolpersteine für Menschen und Familien, die Opfer der Nationalsozialisten wurden.
Die Projektgruppe des Neuen Nikolaigymnasiums, die der Erich-Zeigner-Haus e.V. seit dem Projektbeginn im August 2016 inhaltlich begleitet, eröffnete den Verlegetag in der Funkenburgstraße 17 – hier wurden 8 Stolpersteine für die insgesamt elf köpfige Familie Rosenzweig verlegt. Anlass für dieses Projekt war eine Kundgebung von LEGIDA am 24.10.2016 als eine Rednerin des fremden-feindlichen Bündnisses verkleidet als Todesengel der verstorbenen Ruchel Rosenzweig gegen Muslime und Flüchtlinge hetzte.
Durch ein kleines kulturelles Rahmenprogramm gestalteten die Schüler die Verlegung mit Musik, Poetry Slam, der Verlesung der Biografie der Familie und anderen Texten.

24131046_882951638546906_2283110071004419299_n Es war eine gelungene und vor allem von vielen Interessierten besuchte Stolpersteinverlegung. Von Seiten des Erich-Zeigner-Haus e.V. möchten wir uns ganz herzlich bei den Schülern bedanken, die so lange, intensiv und unaufhaltsam recherchierten und sich auf die Verlegung vorbereiteten. Des Weiteren bei Gunter Demnig, der durch so viele Straßen, Städte und Länder fährt, um die Erinnerungssteine einzusetzen, damit die Menschen nicht in Vergessenheit geraten. Und wir bedanken uns bei unseren Unterstützern, besonders bei Leipzig nimmt Platz, die dieses und andere Projekte ermöglichen! 

Wenn Sie mehr über den Hintergrund des Projektes und die Familie Rosenzweig erfahren möchten.können Sie hier weiterlesen.

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gepostet am: Dienstag, 28.11.2017, 12:11 Uhr

Stolperschwelle in Kohren-Sahlis

Nach langjähriger Arbeit konnte gestern die 2. sächsische Stolperschwelle in Kohren-Sahlis durch den Erich-Zeigner-Haus e.V. verlegt werden.
collageIn Erinnerung an die Verbrechen des Lebensborn e.V. und des Kinderheims „Sonnenwiese“ sowie den Kindern, die dort in den Jahren zwischen 1942 und 1945 für den Rassenwahn der Nationalsozialisten benutzt wurden und ihrer Familien entrissen worden sind, wurde die Stolperschwelle bei der Wohnstätte des Deutschen Roten Kreuz Geithain e.V., dem damaligen Lebensborn-Heim, verlegt. Zudem wurde neben der Messingschwelle noch eine Gedenktafel enthüllt, die über die Geschichte des damaligen Heims und die Tragik der Einzelschicksale aufklärt sowie Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten für Betroffene aufführt. 

Der Lebensborn e.V. war ein von der SS getragener und staatlich geförderte Verein, der ein Projekt Heinrich Himmlers war. Mit Hilfe der Lebensborn-Heime sollte eine Erhöhung der Zeitungsartikel im Vorfeld der StolperschwellenverlegungGeburtenziffer „arischer Kinder“ erzeugt werden und anschließend für parteitreue Familien die Möglichkeit der Adoption dieser Kinder bestehen. Zu diesem Zwecke wurden Kinder, die den „arischen Vorstellungen“ der Nationalsozialisten entsprachen, aus Familien entrissen – auch aus denen, die aus nicht deutschen Gebieten stammten und dort lebten. Das Lebensbornprojekt verfolgte dabei drei Ziele der Nationalsozialisten: Die sog. „Rettung der nordischen Rasse“, die „qualitative Verbesserung des Nachwuchses unter Zuchtkriterien im Sinn der NS-Rassenhygiene“ und die „letztendliche Züchtung des Adels der Zukunft“.

Arno Kaube war selbst Lebensborn-Kind in Kohren-Sahlis und als Zeitzeuge gestern anwesend: „Ich bin dankbar über dieses Projekt. Erst jetzt haben wir die Möglichkeit dieses Kapitel unserer Geschichte anzusprechen und zu thematisieren – vorher war es nicht oder nur sehr schwer möglich. Die Erlebnisse, die wir als Lebensborn-Kinder aus dieser Zeit haben, werden für immer Narben auf unserer Seele sein.“

 

Die Verlegung der Stolperschwelle wird für uns jedoch nicht die Einzige in dieser Woche sein. Morgen um 09.30 Uhr wird der Künstler Gunther Demnig acht Stolpersteine für die Familie Rosenzweig in der Funkenburgstraße 17 in Leipzig verlegen, zu der die Projektgruppe des Neuen Nikolaigymnasiums ein Jahr lang recherchierte.
Wir laden Sie herzlich ein, an der Verlegung teilzunehmen!

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gepostet am: Freitag, 03.11.2017, 15:11 Uhr

LVZ berichtet über die „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ in Schkeuditz

zeitungsart.SchkeuditzCollageDa in diesem Jahr auch in Schkeuditz zum ersten Mal die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ stattfand, berichtete die Leipziger Volkszeitung am Samstag den 28.10. über das Vorhaben der Schülergruppen des Gymnasiums Schkeuditz am 09. November. Wir bereiteten mit den Schülern und zusammen mit der betreuenden Lehrerin Claudia Rohr ein kleines kulturelles Rahmenprogramm vor und führten die Mahnwachen an den drei Verlegeorten  in Schkeuditz durch.

Im kommenden Jahr – wenn weitere 2 Verlegeorte durch unser aktuelles Projekt hinzugekommen sind – planen wir den Gedenktag des 9.11. auch in Schkeuditz unter städtischer Beteiligung durchzuführen.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

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gepostet am: Donnerstag, 02.11.2017, 10:11 Uhr

Letzter Aufruf für den 09. November

Zum Gedenktag an die Reichspogromnacht vom 09.11.1938 erinnert auch Leipzig an das, was vor 79 Jahren passiert ist. Um nicht nur zu gedenken, sondern auch für unsere Gegenwart zu mahnen, wird die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ durchgeführt und in diesem Jahr auch von der Stadt Leipzig unterstützt. Hierfür gibt es an jeder Stelle in Leipzig, an der Stolpersteine verlegt worden sind, Putzpaten, die den Stolperstein putzen und anhand der Biografie der Person, an ein Einzelschicksal, aber auch an das Schicksal vieler Millionen erinnern.

Sie finden hier das Programm für Leipzig – wir laden besonders zur Auftaktverantaltung 17.30 Uhr am Dittrichring 13 ein:

16:30 bis 18:00 Uhr – Gedenkaktion „Mahnwache und STOLPERSTEINE putzen“
17:00 – Friedensgebet in der Nikolaikirche
17:30 – Auftaktveranstaltung des Erich-Zeigner-Haus e.V. am Dittrichring 13
18:30 – Städtische Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte in der Gottschedstraße.
19:00 – Gedenkgottesdienst in der Thomaskirche

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gepostet am: Montag, 30.10.2017, 12:10 Uhr

Stolperstein für Friedrich Kaubisch – die LVZ berichtete über unser neues Schülerprojekt in Bad Lausick

Am 27. Oktober berichtete die Leipziger Volkszeitung über das neugestartete Stolpersteinprojekt mit Schülern der Oberschule in Bad Lausick.

BadLausick_LVZArtikelZu Beginn diesen Schuljahres haben wir mit einer neuen Schülergruppe der Oberschule ein Stolpersteinprojekt zu einer weitgehend unbekannten Opfergruppe begonnen. Die 17 Schüler begannen mit der Recherche zu Friedrich August Kaubisch, der auf Grund seiner Religion und damit verbundenen politischen Einstellung 1935 inhaftiert wurde. Bis 1945 durchlebte er 5 Konzentrationslager, die er alle überlebte. Nach dem Krieg lebte er wieder in Bad Lausick, wo er in der DDR aus gleichen Gründen wie in der NS-Zeit zum Staatsfeind erklärt wurde – als Zeuge Jehovas verweigerte er die Wahlen und den Wehrdienst. Wie jedoch sein Leben zu Ende ging und ob er seine Familie wiedergesehen hat, ist bis dato noch unbekannt, jedoch ein Ziel für die Recherche der Schüler.

Wie auch in Leipzig und anderen Städten Deutschlands werden die bereits verlegten Stolpersteine in Bad Lausick im Zuge der Aktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ von den Oberschülern am 09. November geputzt.

 

 

 

 

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gepostet am: Dienstag, 17.10.2017, 11:10 Uhr

Zeitzeugen im Erich-Zeigner-Haus

Am 16.10. hatten wir zwei Gäste in unserem Haus, die uns und Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums, der Oberschule am Adler und der 94. Oberschule von ihren Erlebnissen in der NS-Zeit erzählen konnten. Im nächsten Jahr wird die Stille-Helden-Tafel für Otto Heinze angebracht und der Stolperstein für Walter Heise verlegt. Brigitte Wagner (geb. 1929) hat die Familie Walter Heises persönlich gekannt und erzählte, wie seine Frau den Verlust ihres Sohnes und Mannes erlebt und ertragen hat und wie der Alltag eines jungen Menschen in der NS-Diktatur aussah. Karl-Heinz Kretzschmar (geb. 1934) begleitet unseren Verein schon etwas länger. Als begeisterter Historiker und Spezialist für die Völkerschlacht, bleibt noch immer genug Kapazität, um uns und nun auch den Schülern, für die Realisierung des Stolpersteins für Walter Heise mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Postkarte_Zeitzeugengespräch_16.10.Gespräche mit Menschen, die aus eigener Hand von ihren Erfahrungen und Erlebnissen aus der NS-Zeit berichten können, sind wichtige Aspekte unserer Schülerprojekte und Bildungsarbeit. Es ist gut im Unterricht von unserer Geschichte zu erfahren, aber Menschen der Zeit persönlich kennen zu lernen, zu Anderen zu recherchieren und in der eigenen Stadt Stolpersteine zu verlegen oder Stille-Helden-Tafeln anzubringen, die an Retter und Ereignisse gelebter Zivilcourage erinnern, macht das Gelernte greifbar. Wenn junge Leute konkrete Schicksale in Erfahrung bringen, kommt ein tieferes Geschichtsbewusstsein hervor, was hilft, in der Gegenwart und Zukunft anders mit Problemen umzugehen, als es in anderen Zeiten praktiziert wurde. Als Ort der gelebten Zivilcourage wollen wir genau die ansprechen, die unsere Zukunft gestalten werden.

Wir bedanken uns bei allen, die uns bei unseren Projekten stets unterstützen und bei denen, die bereit sind, ihre Geschichten mit uns zu teilen.

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gepostet am: Mittwoch, 11.10.2017, 11:10 Uhr

Aus Jugendprojekt entwickelt sich Zeitzeugengespräch am 09.11. in Naunhof

LVZartikel 09.10.Am 09.10.2017 erschien in der Leipziger Volkszeitung ein neuer Artikel über unser vergangenes und aktuelles Projekt mit den Schülern des Freien Gymnasiums Naunhof. Am 09. November werden beide Projektgruppen zusammengeführt, indem sie ein Zeitzeugengespräch mit Michaela Nasoetion führen und im Anschluss den Stolperstein ihrer Urgroßmutter Marie Mindel Naundorf putzen. So bietet dieser geschichtsträchtige Tag nicht nur die Möglichkeit des Gedenkens, sondern auch ein Gespräch besonderer Art.

Wir danken der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz für die Unterstützung unserer Projekte.

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gepostet am: Donnerstag, 28.09.2017, 12:09 Uhr

09.11. „Mahnwache und Stolpersteine Putzen „

In diesem Jahr findet zum 10. mal die Aktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ in Leipzig statt. Wir suchen noch Putzpaten für einige Stolpersteine. Wenn Sie Interesse haben oder weitere Informationen zu dem Tag bekommen möchten, finden Sie hier alles Wichtige. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Die Anmeldungen brauchen wir bis Mitte Oktober.

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gepostet am: Montag, 11.09.2017, 12:09 Uhr

Neuer Artikel in der Leipziger Volkszeitung

LVZ-Artikel 07.09.2017_neuDie Leipziger Volkszeitung veröffentlichte am 07. September einen neuen Artikel zu zwei unserer aktuellen Jugendprojekte. Die Schüler der Oberschule am Adler recherchieren zu dem Leipziger Widerstandskämpfer Walter Heise, für den im Frühjahr 2018 ein Stolperstein in der Russenstraße 18 verlegt werden soll. Für Otto Heinze soll eine „Stille Helden“-Gedenktafel im nächsten Jahr angebracht werden, die die Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums erarbeiten. Er setzte sich im Widerstand gegen die NS-Diktatur für die Verbesserung der Lebensbedingungen russischer Zwangsarbeiter ein und nahm, nachdem die Eltern wegen Widerstand verhaftet worden sind, einen Jungen bei sich auf. Das „Stille Helden“-Projekt wird von der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz unterstützt. Den gesamten Artikel können Sie hier lesen.

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gepostet am: Dienstag, 29.08.2017, 12:08 Uhr

LVZ: „Viertes Stolpersteinprojekt am Gymnasium Schkeuditz“

Am 22. August gab es einen großen Beitrag in der Leipziger Volkszeitung zu unserem aktuellen Stolpersteinprojekt mit den 15 Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Schkeuditz. Im Lokalteil erschien dieser Artikel von Roland Heinrich. Im Wortlaut:

Schkeuditz. Seit Beginn des Schuljahres recherchieren 15 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Schkeuditz außerschulisch zum Schicksal von insgesamt vier einstigen Schkeuditzern. „Erneut“ muss ergänzt werden. Denn wer durch Schkeuditz läuft, der „stolpert“ bereits über die Schicksale der durch das NS-Regime verfolgten, jüdischen Familie Goldberger, über das des Kommunisten Kurt Beyers und über die Geschichte der Sinti Familie Laubinger/Steinbach. Alle zehn Erinnerungssteine wurden als Resultat der Projektarbeiten des Schkeuditzer Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Verein Erich-Zeigner-Haus aus Leipzig verlegt. Für die Stolperstein-Inschriften war zuvor eine umfangreiche Recherche mit Unterstützung des Stadtmuseums notwendig.

Stolpersteine gedenken allen Menschen, die in der Nazi-Diktatur deportiert, ermordet, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind. So erinnern die Stolpersteine in der Landwehrstraße, in der Waldstraße und vor der Albanuskirche bereits an drei unterschiedliche Opfergruppen. Vier weitere Stolpersteine sollen nun im Juni kommenden Jahres in Schkeuditz hinzukommen.

LVZ, 22.08.2017Zum einen wird die Projektgruppe der zwölften Klasse intensiv das Schicksal des Juden Osias Krumholz erforschen, informierte Henry Lewkowitz vom Erich-Zeigner-Haus-Verein. Bereits erfolgte Recherchen im Schkeuditzer Stadtmuseum und im Staatsarchiv Merseburg ergaben, dass Krumholz am 8. Dezember 1891 in Uscieriky (ehemals Galizien) geboren worden war. Der spätere Kaufmann war einer von sechs Geschwistern und Sohn des Holzindustriellen Moses Krumholz. Zuletzt wohnhaft war Osias Krumholz in der Waldstraße 13, wo die Verfolgung durch die Gestapo begann. Am 20. Juli 1939 wurde er wegen seines jüdischen Bekenntnisses durch die Gestapo verhaftet und in sogenannte „Schutzhaft“ genommen. Im gleichen Jahr wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald interniert und mit der Häftlingsnummer 8245 registriert. Es folgte die Internierung in Dachau 1940, von wo er 1941 zurück nach Buchenwald deportiert wurde, nachdem an ihm medizinische Experimente durchgeführt worden sind. „Zu den genauen Hintergründen recherchieren gerade die Jugendlichen“, teilte Lewkowitz mit. Am 4. April 1942 wurde Osias Krumholz in der NS-Tötungsanstalt Bernburg ermordet. Insgesamt mehr als 14 000 Menschen wurden in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Bernburg getötet, erwähnte Lewkowitz.

Die Projektgruppe des Gymnasiums erforscht zum anderen außerdem das Schicksal der jüdischen Familie Engelberg, bestehend aus Nathalie Engelberg, geborene Gutmann, ihrem Ehemann Heinrich Engelberg und der gemeinsamen Tochter Hildegard Engelberg, die zuletzt in der Merseburger Straße 5 in Schkeuditz wohnten. „Die Recherchen stehen noch am Anfang, durch Dokumente aus dem Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen ist aber bereits bekannt, dass alle Mitglieder der Familie ihr Leben im Konzentrationslager Auschwitz verloren“, sagte der Projektleiter vom Erich-Zeigner-Haus-Verein.

Wie in den vergangenen Projekten werden die Schüler fehlende Informationen selbstständig, mit inhaltlicher Begleitung durch Lehrerin Claudia Rohr und Lewkowitz, recherchieren. „Durch das historische Lernen anhand der Auseinandersetzung mit konkreten Schicksalen entwickeln sich die Jugendlichen selbst zu ,Zeit-Zeugen‘, können sich besser in die Geschichte hineinversetzen als durch bloße theoretische Beschäftigung mit dem NS-Regime und erkennen daher die Notwendigkeit und die politische Bedeutung von Erinnerungskultur in der Gegenwart“, meinte Lewkowitz.

Geplant sei in den kommenden Monaten, dass die Gymnasiasten eine Biografie zu Osias Krumholz und der Familie Engelberg erstellen. Mit dem selbst erarbeiteten Informationsflyer wollen sie dann die Öffentlichkeit informieren und erneut Spenden sammeln gehen, da Stolpersteine ausschließlich durch Spenden finanziert werden.

Unterstützt wird dieses Projekt allerdings von der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, informierte Lewkowitz. Es wird ferner erstmals gefördert im Rahmen der „Partnerschaft für Demokratie“ in Nordsachsen und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie vom Freistaat Sachsen und durch den Landkreis Nordsachsen.“

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gepostet am: Dienstag, 29.08.2017, 11:08 Uhr

LVZ berichtet über Veranstaltungsreihe im Erich-Zeigner-Haus

LVZ-Artikel-11.08.2017Am 11. August erschien in der Leipziger Volkszeitung ein kleiner Artikel über den Fortgang der Veranstaltungsreihe „Zwischen Ausgrenzung und Integration – Perspektiven und Tendenzen des Rechtsextremismus heute“. Unser Referent Andreas Speit engagiert sich „mit zahlreichen Publikationen, Veröffentlichungen und Interviews […] im Bereich der politischen Bildungs- und Aufklärungsarbeit“. Wir sind auf ihn gespannt – am 08. September 18 Uhr im Erich-Zeigner-Haus. Herzliche Einladung an alle. Mit freundlicher Unterstüzung der F.C. Flickstiftung.

 

 

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gepostet am: Montag, 07.08.2017, 11:08 Uhr

Weltfriedenswanderer am „Ort der Vielfalt“

Am vergangenem Montag hatten wir einen interessanten Gast bei uns im Erich-Zeigner-Haus. Stefan Horvath nennt sich selbst der Weltfriedenswanderer und mit dieser Mission läuft er seit über 28 Jahren durch Europa. Auf seinem schon über 50 000 km langen Fußmarsch, erzählt er den Menschen von seiner Vision von einer offenen, gerechten, toleranten und vor allem friedlichen Welt. Der Österreicher geht seinen Weg seit 1989 und möchte Frieden verbreiten und helfen, mit anderen ins Gespräch kommen und sich klar gegen Hass, Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Gewalt aussprechen und findet überall Leute mit einem offenem Ohr.
So war es uns eine große Freunde, ihn bei uns hier zu begrüßen und ihm einen Einblick in unsere Arbeit gegen Extremismus und der gelebte Zivilcourage zu geben.

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gepostet am: Freitag, 14.07.2017, 11:07 Uhr

Erste Mitteilung „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ 2017

Zum 10. Mal in Folge werden in Leipzig die verlegten Stolpersteine geputzt und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. In diesem Jahr übernimmt der Erich-Zeigner-Haus-e.V. das dritte Mal die Koordination der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ am 9. November. Das Datum ist bedeutungsreich: am 9. November 1938 fand die Reichspogromnacht statt und markierte so den Beginn einer beispielslosen Verfolgung und Entrechtung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Dies nehmen wir als Anlass zum Gedenken. Die Intention hinter den Stolpersteinen ist das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und sie stellen heute das größte, dezentrale Mahnmal der Welt dar. Bevorzugt finden die Mahnwachen wie im vergangenen Jahr ab 16.30 Uhr an dem entsprechend gewählten Stolperstein statt. Der symbolische Hintergrund der Stolperstein-Reinigung ist neben dem Gedenken und Mahnen, dass die verlegten Stolpersteine mit der Zeit zu verwittern beginnen und zunehmend schlechter erkennbar sind. Deshalb rufen wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. dazu auf, sich an der Putzaktion der Stolpersteine zu beteiligen und so eine „Patenschaft“ für Stolpersteine zu übernehmen. Im letzten Jahr konnten wir alle 149 Verlegeorte besetzen. Seitdem sind allerdings noch zahlreiche weitere Verlegeorte von Stolpersteinen hinzugekommen, die auch noch einen Paten benötigen. Wenn Sie sich am 9. November beteiligen möchten, dann geben Sie uns bitte ab Ende September  Bescheid, für welchen Verlegeort Sie eine Patenschaft übernehmen wollen.

Vielen Dank für ihre Unterstützung.

 

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gepostet am: Freitag, 14.07.2017, 11:07 Uhr

Gedenken an Ernst Lewek in Sachsenburg

Nachdem wir unser Jugendprojekt zum Gedenken an den von den Nationalsozialisten verfolgten, ehemaligen Pfarrer der Nikolaikirche Friedrich Ernst Lewek im vergangenen Jahr sehr erfolgreich mit der Saalumbenennung des historischen Gemeindesaals der Nikolaikirche abgeschlossen hatten, konnten wir in diesem Jahr, einen weiteren, großen Erfolg in der Nachhaltigkeit unserer Projektarbeit verzeichnen. Im Rahmen des Aufbaus der Gedenkstätte Sachsenburg wurde eine dauerhafte Ausstellung über ehemalige Häftlinge im Juni eröffnet. Das Schicksal der Inhaftierung in Sachsenburg traf nach einer langen Leidensgeschichte ebenfalls auf Lewek zu. Das führte dazu, dass auch Ernst Lewek in die Dauerausstellung aufgenommen wurde. Die derzeitige Ausstellung in der Gedenkstätte Sachsenburg und die Berücksichtigung der Person Ernst Leweks auf der Grundlage dieses Jugendprojektes ist unserer Ansicht nach ein weiterer Beleg dafür, dass unsere jugendpolitische Bildungsarbeit die Nachhaltigkeit erfüllt, die wir anstreben. Das Projekt war und ist ein wichtiges Zeichen in Anbetracht aktueller, politischer Diskurse über eine geforderte 180 Grad Wende in der Erinnerungspolitik und der Debatte um die sächsiche Gedenkkultur, zu der wir hiermit einen weiteren Beitrag leisten.

Wenn Sie näheres über das Jugendprojekt erfahren wollen können Sie dies auf unserer Homepage nachsehen.

Mehr Informationen zur Gedenkstätte Sachsenburg finden sie hier.

Wir freuen uns, dass die Jugendlichen 2014 ein Projekt angefangen haben, das mit heute weite Kreise zieht und sie somit ermöglicht haben, dass Ernst Lewek nicht in Vergessenheit gerät.

 

 

 

 

 

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gepostet am: Mittwoch, 05.04.2017, 15:04 Uhr

Schüler sammeln Spenden

LVZ-Artikel-31.03.2017 Die Schüler der Oberschule am Adler sammeln Spenden für die 5 Stolpersteine, die sie am 27.05.2017 für die Familie Pomeranz verlegen werden. Unterstützung bekam die Projektgruppe bereits aus Kanada, wo ein engagierter Mensch Zivilcourage bewies und für dieses Projekt Geld spendete. An dieser Stelle: Thank you very much Ms. Brauer! 🙂

Wenn auch Sie die Projektgruppe unterstpützen möchten, dann spenden Sie bitte an:
Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: Familie Pomeranz

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gepostet am: Dienstag, 21.03.2017, 12:03 Uhr

Jugendliche forschen weiter – ein Artikel der LVZ

LVZ-Artikel-21.03.2017Ein neuer Artikel über unsere aktuellen Jugendprojekte in Leipzig ist heute in der Leipziger Volkszeitung erschienen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

 

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gepostet am: Mittwoch, 15.03.2017, 13:03 Uhr

1 Stolperstein für den Sozialdemokraten Max Lohmann

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Am 08.03.2017 berichtete die LVZ über das Jugendprojekt in Bad Lausick. Die SchülerInnen recherchieren dort für den ermordeten Sozialdemokraten Max Lohmann. In diesem Artikel kam auch dr geschäftsführende Vorstandsvorsitzende Henry Lewkowitz zu Wort und betont das Anliegen des Vereins: „In Zeiten, In denen von der AFD eine erinnerungspolitsche Wende um 180 Grad gefordert wird, offenbart sich die Wichtigkeit unserer Arbeit.“ Die Verlegung des Stolpersteins für Max Lohmann findet am 29.05.2017 um 10.00 Uhr in der Reichersdorfer Straße 1 in Bad Lausick statt. An dieser Stelle auch einmal ein großen Dankeschön an die F.C. Flick Stiftung , ohne deren Förderung die Projekte im Leipziger Land nicht zustande kommen würden.

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gepostet am: Mittwoch, 15.03.2017, 13:03 Uhr

6 Stolpersteine für die Sinti Familie Laubinger aus Schkeuditz

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In Schkeuditz verlegt eine Schülergruppe des dortigen Gymnasiums 6 Stolpersteine für die Sinti Familie Laubinger/ Steinbach. Nachdem die Projektgruppe bereits im letzten Jahr einem Stolperstein für den Kommunisten Kurt Beyer und eine weitere Projektgruppe für die jüdische Familie Goldberger 3 Stolpersteine verlegt hat, werden am 29.05.2017 die ersten Stolpersteine für eine Sinti-Familie in Schkeuditz verlegt. In den kommenden Wochen werden wir weiterhin über die Jugendprojekte und die bevorstehenden Verlegungen informieren. Wenn Sie informiert bleiben wollen, was aktuell alles im Erich-Zeigner-Haus e.V. stattfindet, dann besuchen Sie uns doch auf Facebook!

 

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gepostet am: Mittwoch, 15.03.2017, 13:03 Uhr

Die Leipziger Volkszeitung berichtete über die musikalische Lesung mit Matti Geschonneck

Die Leipziger Volkszeitung veröffentlichte Anfang März zwei Artikel über die Veranstaltung mit Matti Geschonneck im Felsenkeller Leipzig. Genauere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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LVZ vom 14.03.2017                                                                        LVZ vom 10.03.2017

 

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gepostet am: Mittwoch, 23.11.2016, 12:11 Uhr

Stolpersteine in Naunhof & Bad Lausick

~~~ neue Stolpersteine für Naunhof und Bad Lausick ~~~
Kürzlich sind 2 weitere Zeitungsartikel über laufende Schülerprojekte unseres Hauses erschienen.

In Naunhof (Artikel 1) werden erstmals in der Naunhofer Stadtgeschichte Stolpersteine verlegt. Der erste Stolperstein wird für die Jüdin Marie Mindel Naundorf, geborene Maletzki, verlegt. Die SchülerInnen des Naunhofer Gymnasiums suchen nach Zeitzeugen, die etwas über das jüdische Leben in Naunhof berichten können.

In Bad Lausick (Artikel 2) wird das Stolperstein-Projekt fortgesetzt. Nachdem im vergangenen Jahr Stolpersteine für die Familie Hirsch verlegt wurden, wird im kommenden Jahr dem verfolgten SPD-Mitglied Max Lohmann gedacht. Die SchülerInnen der Werner-Seelenbinder-Oberschule suchen nach Zeitzeugen, die entweder Max Lohmann kannten oder etwas zu den politisch Verfolgten aus Bad Lausick wissen.

Beide Projekte werden durch die F.C. Flick-Stiftung unterstützt.

An dieser Stelle ein kleines Anliegen: bitte teilen Sie diesen Beitrag, um die Reichweite zu erhöhen. In beiden Projekten suchen die SchülerInnen dringend nach Zeitzeugen. In jedem Fall sind wir per Email unter Kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de, telefonisch unter 0341/ 8709507 erreichbar. Aber auch per Facebook können SIe uns kontaktieren.
Vielen Dank!

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gepostet am: Freitag, 18.11.2016, 12:11 Uhr

„Starke Lehrer – Starke Schüler“ Lehrerweiterbildung im Erich-Zeigner-Haus e.V.

In unseren Vereinsräumen fand am 7.11.2016 eine Weiterbildungsmaßnahme im Rahmen des Projektes „Starke Lehrer-Starke Schüler“ statt. Nach einem Vortrag über unsere Vereinsarbeit durch Henry Lewkowitz (2. Vorstandsvorsitzender) referierte Florian Illerhaus als Vertreter des Netzwerkes Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus Leipzig unter anderem über den Umgang mit dem Islam in Deutschland und mit welchen Vorurteilen Muslime in Deutschland zu kämpfen haben. In intensiven Diskussionen und einem regen Meinungs- und Wissensaustausch wird diese Weiterbildung auch maßgeblich durch die 27 anwesenden Teilnehmer geprägt. Sowohl die Lehrer als auch wir empfinden den heutigen Tag als Fortschritt.

Presse
gepostet am: Freitag, 18.11.2016, 12:11 Uhr

Das war der 9. November 2016 in Leipzig

Bilder und Berichte der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ finden Sie unter folgendem Link und auf Facebook.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 20.10.2016, 11:10 Uhr

Der Erich-Zeigner-Haus e.V. als außerschulischer Lernort

In einem Informationsflyer der Universität Leipzig werden wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. und zahlreiche andere Institutionen als außerschulischer Bildungsort in Leipzig erwähnt und für den GRW- Unterricht empfohlen!

Wir bedanken uns recht herzlich bei der Universität Leipzig und Eric Buchmann, der diesen Flyer im Rahmen seiner Masterarbeit verfasst hat!

Das EZH als außerschulischer LernortDas EZH als außerschulischer bildungsort

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 21.09.2016, 11:09 Uhr

Ein Vortrag vom Deutsch-Afghanischen Verein „Kinder in Not“ e.V. im Erich-Zeigner-Haus

Der Deutsch-Afghanische Verein „Kinder in Not“ e.V. ist eine neu gegründete Initiative, die unter anderem aus afghanischen Flüchtlingen besteht, die vor 20 Jahren Afghanistan aufgrund der dortigen Unruhen verlassen mussten. Das Ziel des Vereins ist der nachhaltige Wiederaufbau des Landes und die effizienten Hilfe von betroffenen Kindern und deren Familien. Eine ständige Korrespondenz nach Afghanistan ist durch Mitarbeiter vor Ort gegeben und somit können die Mitarbeiter die Entwicklungen in dem Land mitverfolgen. Mit der Intention sich mit anderen Vereinen und initiativen zu kooperieren, werden Vertreter des Deutsch-Afghanischen Vereins „Kinder in Not“ e.V. am 5.11.2016 einen Vortrag über ihre Arbeit in den Räumen des Erich-Zeigner-Haus e.V. halten.

 

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