Der "Stille Held" Theodor Kranz

Wie schon in den Jahren zuvor, betreut der Erich-Zeigner-Haus e.V. auch 2020 ein Schüler*innen-Projekt, welches sich mit dem Engagement und der Zivilcourage eines sogenannten “Stillen Helden“ befasst.

In diesem Jahr recherchiert eine Projektgruppe zum „Stillen Helden“ Theodor Kranz, der sich in der Zeit des Nationalsozialismus uneigennützig für andere Menschen einsetzte.

Theodor Ernst Alwin Kranz wurde am 20. Februar 1897, in Dingelstedt, als Sohn eines Tischlers geboren. Er heiratete im Jahr 1934 die Jüdin Beate Adler. Für ihn war sie die erste Ehefrau, für Beate wiederum war es bereits die zweite Ehe, sie nahm ihre Tochter mit in die Ehe, Leonie Adler. In den darauffolgenden neun Jahren war die Familie wachsenden Anfeindungen und Schikanen, durch die Umwelt, Vorgesetzten und Behörden, ausgesetzt. Dann am 13. September 1943 wurde seine Frau Beate auf ein anonymes Anliegen hin, als Rassenverfolgte, von der Gestapo verhaftet. Daraufhin wurde sie nach Auschwitz deportiert und dort am 3. Januar 1944 ermordet. Damit Leonie Adler, ihrem Ehemann und den zwei Enkelkindern nicht das gleiche Schicksal widerfährt, wurden sie drei Jahre von Theodor Kranz und bis zum Frieden mit Erfolg unter Schwierigkeiten vor den Zugriffen der Gestapo bewahrt. Nach Kriegsende floh Kranz 1953 aus Leipzig, zunächst nach Berlin und Dortmund, um daraufhin bis an sein Lebensende 1980 in Übach-Palenberg, nahe der niederländischen Grenze zu leben. Dort widmete er sich verschiedenen Künsten als Autodidakt. Im Jahr 2013 wurde er von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.

In den kommenden Wochen und Monaten werden die Projektteilnehmenden weitere Informationen über die Geschichte von Theodor Kranz erlangen und durch eigenständiges Arbeiten mit originalen Unterlagen aus verschiedenen Archivbeständen die Taten des „Stillen Helden“ rekonstruieren und für die Öffentlichkeit aufbereiten.

Durch die Einweihung der Gedenktafel am 19.04.2021 um 16 Uhr in der Zschochersche Straße 86 soll am Ende des Projektes auch zukünftig aktiv an diesen „Stillen Helden“ erinnert werden.

Das Projekt wird gefördert vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ durch den Freistaat Sachsen.