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gepostet am: Freitag, 02.08.2019, 11:08 Uhr

Strukturelle Gründe für Rechtspopulismus: Kultur, Ökonomie oder Facebook?

Vortrag am 20.08. um 19.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Eine Veranstaltung des AK Neue Ökonomik Leipzig

„Menschen, welche die AfD wählen, zählen zu den wirtschaftlich „Abgehängten“. Wir müssen etwas gegen Ungleichheit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse tun, um dem entgegen zu wirken!“
„Stimmt nicht! Rechtspopulistische Wähler*innen sind einfach fremdenfeindlich und rassistisch. Sie kommen mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht klar, mit Wirtschaft hat das nichts zu tun!“
„Stimmt auch nicht! Rechte Parteien beherrschen soziale Netzwerke und framen die mediale Berichterstattung. Filterblasen und Facebook sind das Problem!“

Es existiert eine Vielzahl an Erklärungen für den Erfolg rechter Parteien in Deutschland, Europa und der Welt. Doch wer hat am Ende recht? Und was sagt die wissenschaftliche Forschung dazu?
Dieser Vortrag versucht das Dickicht zu lichten und die zahlreichen gängigen Erklärungsansätzen für rechte Wahlerfolge zusammenzubringen, einzuordnen und kritisch auszuwerten.
Der Vortrag ist in einfacher Sprache gehalten, basiert auf wissenschaftlich fundierter und fächerübergreifender Forschung und kann als Grundlage für eine hoffentlich spannende Diskussion dienen!

Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, der Jungen GEW Sachsen und ver.di Jugend Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

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gepostet am: Donnerstag, 18.07.2019, 12:07 Uhr

Leipzig, Stadt der „Wende“. Dominiert die „Friedliche Revolution“ die Erinnerungskultur in Leipzig auf Kosten der Erinnerung an den Nationalsozialismus?

Streitgespräch und Diskussion am 20.09.2019 von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus e.V.

ReferentInnen: Skadi Jennicke, Prof. Dr. Ulrich Brieler, Dr. Bertram Triebel

Leipzig ist die Stadt der „Friedlichen Revolution“. Dieser Titel ist historisch angemessen und berechtigt. Doch verdrängt der stolze Rückblick auf dieses Ereignis die Erinnerungskultur an weniger erbauliche Ereignisse? Wie verhielten sich die LeipzigerInnen in der Zeit des Nationalsozialismus? Wie war der Umgang mit Juden, Sinti und Roma oder den vielen ZwangsarbeiterInnen in der Stadt? Brauchen wir hier eine Schwerpunktverschiebung in der Erinnerungskultur?

Dr. Skadi Jennicke, 1977 geboren in Leipzig, ist Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig. Sie schloss sowohl ein Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig als auch der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Fernuniversität Hagen ab. Von 2009 bis 2016 war sie stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Stadtrat Leipzig. Dr. Jennicke wirkt in zahlreichen Stiftungen im Bereich Kultur mit.

Prof. Dr. Ulrich Brieler studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Bochum. Seit 1992 lebt er in Leipzig und ist im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters tätig. Zudem ist er Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

Dr. Bertram Triebel ist promovierter Historiker. In Leipzig und Nancy studierte er Geschichte, Politik und Journalistik. Er ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort forscht er noch bis 2020 zum Thema „Thüringer Hochschulen und Universitäten in der DDR nach der dritten Hochschulreform – Zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik unter den Bedingungen des Staatssozialismus“.

Henry Lewkowitz ist geschäftsführender 2. Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und moderiert die Veranstaltung.

Der Eintritt ist frei.

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gepostet am: Mittwoch, 17.07.2019, 11:07 Uhr

Was kann Politik heute (noch) aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts lernen?

Podiumsdiskussion am 06.09.2019 von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Referenten: Prof. Dr. Peter Porsch, Prof. Dr. Bernd Faulenbach

Die SPD hat ihre parteiinterne Historische Kommission aufgelöst. Die älteste im Bundestag vertretene Partei verzichtet damit auf eine konkrete Auseinandersetzung mit der Geschichte. Als Grund wurden finanzielle Einsparungszwänge angegeben. Ist das ein Ausdruck von Geschichtsvergessenheit? Und kann sich eine Partei, die die Bundesrepublik Deutschland historisch in wichtigen Phasen entscheidend mitprägte, Geschichtsvergessenheit leisten?

Prof. Dr. Peter Porsch, geboren 1944 in Wien, studierte Germanistik und Anglistik zunächst in Wien, im Anschluss Germanistik und Politologie an der Freien Universität Berlin. An der Universität Leipzig lehrte er unter anderem Dialektologie und Soziolinguistik.  Als Mitglied der PDS und deren Nachfolgerpartei Die Linke war er von 1990 bis 2009 Abgeordneter im sächsischen Landtag. Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der PDS Sachsen. Aktuell ist er Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen.

Prof. Dr. Bernd Faulenbach, geboren 1943 in Pommern, ist Historiker und Honorarprofessor an der Ruhr-Universität Bochum. Er schloss ein Studium der Geschichtswissenschaft, Germanistik, Politikwissenschaft, Philosophie sowie Pädagogik ab. Dr. Faulenbach gehörte verschiedenen Kommissionen des Bundes und der Länder sowie Stiftungen, Museen und Gedenkstätten an. Von 1989 bis zu deren Auflösung im Jahr 2018 war er Vorsitzender der Historischen Kommission beim SPD-Parteivorstand. Derzeit ist er der Vorsitzende des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie.“

Dr. Nils Franke moderiert als Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzig die Veranstaltung.

 

 

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gepostet am: Freitag, 14.06.2019, 12:06 Uhr

„Verfemte Musik“

Konzert von 18.00 bis 19.30 Uhr mit dem DuoWaltherBosch im historischen Musikzimmer Erich Zeigners

Vom 23. bis zum 30. Juni 2019 findet in Leipzig die „Jüdische Woche“ statt, zu der die Stadt Leipzig seit dem Jahre 1992 Interessierte und insbesondere ehemalige Leipzigerinnen und Leipziger jüdischen Glaubens aus verschiedenen Ländern weltweit einlädt. Das diesjährige Motto lautet „L’dor v’dor – Von Generation zu Generation“. Für eine Woche wird jüdische Kunst und Kultur in Leipzig erlebbar sein. Mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Zeitzeugengesprächen, Theater und Tanz können die Besucherinnen und Besucher in jüdisches Leben, Alltag und Festtage, in Religion und Kunst eintauchen. Auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig am Programm der Jüdischen Woche.

Im neunzigminütigen Konzert von Cornelia Walther und Vanessa Bosch werden im authentischen Ambiente und am historischen Flügel von Erich Zeigner Werke der „verfemten Musik“ präsentiert. Sie stellen die im Nationalsozialismus verbotenen Musikstücke jüdischer Musikerinnen und Musiker dar, die im Konzert wieder ins Gedächtnis gebracht werden sollen. Anhand der Vorstellung dieser ausgewählten Werke soll den Gästen die jüdische Verfolgung unter der Herrschaft der Nationalsozialisten deutlich gemacht werden, um diese nicht zu vergessen und, besonders in Anbetracht des heutigen Antisemitismus, davor zu mahnen. Die beiden Künstlerinnen Cornelia Walther (Violoncello) aus Frankfurt und Vanessa Bosch (Klavier) aus Graz gehen gemeinsam als DuoWaltherBosch einer regen Konzerttätigkeit nach, im Rahmen derer sie auch schon mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut sowie der Henry und Emma Budge-Stiftung kooperierten.

Veranstaltung
gepostet am: Montag, 27.05.2019, 15:05 Uhr

Veranstaltungsreihe Erinnerungspolitik 2019 – Die Termine stehen fest!

Die Flyer für unsere aktuelle Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem „Eisernen Vorhang““ sind da. Damit stehen, nach den ersten beiden Veranstaltungen im April und Mai, nun endgültig die Daten der kommenden Vorträge und Diskussionen fest:

– 06.09. 18.00 bis 21.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Ist aus Geschichte nichts mehr zu lernen? Kann sich die SPD die Auflösung ihrer Historischen Kommission leisten?
Mit Prof. Dr. Peter Porsch und Prof Dr,. Bernd Faulenbach

– 20.09. 18.00 bis 20.00 Uhr: Streitgespräch und Diskussion – Leipzig, Stadt der „Wende“. Dominiert die „Friedliche Revolution“ die Erinnerungskultur in Leipzig auf Kosten der Erinnerung an den Nationalsozialismus?
Mit Dr. Skadi Jennicke und Prof. Dr. Ulrich Brieler

– 11.10. 18.00 bis 20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion – Weißer Kittel = weiße Weste? NS – Mediziner in DDR und BRD: Das Beispiel Pathologie
Mit PD Dr. Nils Franke

– 22.11. 18.00 bis 20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion – Mythos „Volk ohne Raum“. Von der Weimarer Republik bis heute
Mit Andreas Speit (taz)

– 13.12. von 18.00 bis 20.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD
Mit Dr. Harry Waibel

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt wie immer frei.

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gepostet am: Montag, 27.05.2019, 14:05 Uhr

Finissage: „Auf dem Dienstwege…“

Abschluss der Ausstellung am 12. Juni von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Seit April hängt die Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“ der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und des Kulturamtes der Stadt Leipzig im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses. Sie zeigt Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus.

Anhand der Ausstellung wird die Verfolgung von Sinti und Roma und der Porajmos im lokalen Raum deutlich und besonders seine Ausmaße werden sichtbar. Wir haben uns gefreut, dass wir die Ausstellung zu dieser wichtigen Thematik in unseren Vereinsräumen öffentlich zugänglich machen konnten, um dadurch andere darüber zu informieren. Daher veranstalten wir die Finissage: um der Ausstellung einen würdigen Abschluss zu verleihen und um ein breites Publikum noch einmal zum Kommen einzuladen.

Die Ausstellung selbst wird in einer Ansprache detaillierter vorgestellt werden und auch und zur Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenwirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“, die im Anschluss mit der Gesprächsveranstaltung „Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa“ von 19.00 bis 21.00 Uhr endet, werden wir sprechen. 

Weiterhin können Sie „Auf dem Dienstwege…“ bereits vorher am Mittwoch, den 29.05. und eine Woche später, am 05.06. von 15.00 bis 18.00 Uhr kostenfrei besuchen.

Veranstaltung
gepostet am: Dienstag, 07.05.2019, 13:05 Uhr

Nationalismus in Ostmitteleuropa

Ein Rückblick auf den Vortrag am 03.05. von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Nach der ersten Veranstaltung im Rahmen der diesjährigen Vortragsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem „Eisernen Vorhang““ des Erich-Zeigner-Haus e.V. mit der Zeitzeugin Dr. Eva Umlauf Anfang April im NAUMANNs wurde die Reihe nun etwa einen Monat später mit einer ersten Vortragsveranstaltung fortgeführt.

Etwa 30 Gäste fanden sich in den Vereinsräumen am Abend des 03.05.2019 ein, um die Referentin Dr. Brigitta Triebel an diesem Abend zum Thema „Aktueller Nationalismus in Osteuropa“ sprechen zu hören.
Zu Anfang hatte Dr. Triebel, Historikerin und Expertin im Bereich Ost- und Südosteuropäische Geschichte, betont, dass sie sich in ihrem Vortrag auf die ostmitteleuropäischen Staaten beziehen würde. Es erfolgten umfangreiche historische Betrachtungen der Länder Polen, Slowakei, Ungarn und Tschechien. Einen besonderen Fokus legte Dr. Triebel in ihrem Vortrag dabei auf die Entwicklungen des Nationalismus in den Ländern. Sie betrachtete diese auch im Kontext der Aufarbeitung der eigenen Geschichte zwischen 1920 und 1945. 

Eiko Kühnert von der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig moderierte die Abendveranstaltung. So begleitete er, nach einigen Fragen an die Referentin, die an den Vortrag anschließende Diskussions- und Fragerunde. 

 

Wir danken den Anwesenden für ihr Interesse, den Kooperationspartnern VVN-BdA Leipzig e. V. sowie dem Wissenschaftlichen Büro der Uni Leipzig und besonders Dr. Brigitta Triebel und Eiko Kühnert für den spannenden Abend.

Termine
gepostet am: Donnerstag, 02.05.2019, 10:05 Uhr

Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa

Gespräch und Diskussion mit dem Publikum

Gesprächspartnerinnen: Anja Reuss (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Petra Cagali Sejdi (Romano Sumnal e.V.)
Moderation: Gloria Pfister (Erich-Zeigner-Haus e.V.)

Sinti und Roma wurden in Deutschland 1996 als Minderheit anerkannt. Die deutsche Gesellschaft setzte sich über Jahrzehnte nicht mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Sinti und Roma auseinander. Erst mit der verstärkten Bürgerrechtsarbeit von Sinti und Roma in der Bundesrepublik seit der 1970er Jahre wurde die fehlende Aufarbeitung der NS-Verbrechen an Sinti und Roma Thema.

„Antiziganismus“ ist weder in Deutschland noch in Europa ein Phänomen am „rechten Rand“, sondern zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und ist eine Form von Rassismus, die eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt. Selbst Politiker*innen scheuen sich nicht davor, offen antiziganistische Haltungen zu vertreten – so etwa der italienische Innenminister Matteo Salvini, der 2018 eine Zählung und Ausweisung von Roma für sein Land forderte.

Antiziganismus führt dazu, dass Sinti und Roma in Deutschland und anderen europäischen Staaten weniger bis gar nicht am politischen und gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben können.

Die Veranstaltung soll Einblicke in aktuelle gesellschaftspolitische Themen von Sinti und Roma geben. Dabei sollen sowohl EU-Richtlinien und Maßnahmen, die die Minderheit betreffen, als auch Auswirkungen des Antiziganismus und daraus resultierende Diskriminierungserfahrungen diskutiert werden. Darüber hinaus wollen wir uns der Frage stellen, wie antiziganistische Strukturen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bekämpft werden können.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltung
gepostet am: Donnerstag, 11.04.2019, 13:04 Uhr

Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik: Der Auftakt

Wir freuen uns sehr über die gelungene gestrige Ausstellungseröffnung „Auf dem Dienstwege“ und die Auftaktveranstaltung der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“, ein Projekt der derzeitigen FSJlerin Gloria Pfister, mit dem Titel „Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach“. Gjulner Sejdi, Vorsitzender des Vereins Romano Sumnal und Jana Müller vom AJZ Dessau referierten über die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland mit dem Fokus auf ihr Leben von 1933 bis 1945 und später.
Sowohl bei der Eröffnung der Ausstellung als auch beim Vortrag waren viele interessierte Besucher*innen anwesend.

Zur Ausstellungseröffnung 18.00 Uhr von „Auf dem Dienstwege“ – Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus, die nun bis zum 12. Juni im Erich-Zeigner-Haus hängen wird, sprachen Henry Lewkowitz und Gloria Pfister über die Arbeit des Vereins und über die Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“. Die Intention von Gloria Pfister, Roma und Sinti ein Stück weit sichtbarer zu machen und auf den Porajmos, den Völkermord an den Sinti und Roma, aufmerksam zu machen, wurde in dem Redebeitrag deutlich. Gjulner Sejdi erklärte zuletzt den Inhalt und das Ziel der Ausstellung und machte damit den Anwesenden klar, war hinter dem Titel „Auf dem Dienstwege…“ steckt.

19.00 Uhr fanden begann im Anschluss die Vortragsveranstaltung.

Gjulner Sejdi gab in seinem Vortrag eine Einführung in grundlegende Begriffe und Zusammenhänge. Er erklärte unter anderem, wer Sinti und Roma sind, wodurch sich ihre Fahne und Sprache auszeichnet sowie wann und aus welchen Ländern sie sich aus Deutschland angesiedelt haben. Damit konnte er ein gutes Fundament schaffen, um später auf die Geschichte im Nationalsozialismus einzugehen. Kurz stellte er die Entrechtungen und Verfolgungen der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach dar.

Der Kurzfilm „Was mit Unku geschah“, ein Ergebnis aus einem Jugendprojekt des Alternativen Jugendzentrums Dessau unter Projektleitung von Jana Müller, zeigt die akribischen Archivrecherchen der Jugendlichen. Anlass dieses Projektes war, dass die Jugendgruppe darauf gestoßen war, dass Erna Lauenburger, Unku, zeitweise in Dessau-Roßlau lebte. Unku ist die Titelheldin des Romanes „Ede und Unku“ von Alex Wedding, ein sehr bekanntes Kinderbuch und Pflichtlektüre in der DDR. Im Film wurde auch das Schicksal der Familie Lauenburger im Nationalsozialismus deutlich und Zeitzeug*innenbefragungen gezeigt. Somit wurden den Zuschauer*innen auch auf einer emotionalen Ebene die Ausmaße des Porajmos deutlich.

Jana Müller setzte zuletzt an diesem Punkt an und schilderte weitere Verfolgungswege mitteldeutscher Sinti und Roma im NS und in der DDR.

Gloria Pfister, die die Veranstaltung organisierte und moderierte, machte mehrmals auf die Wichtigkeit der Aufarbeitung dieser Geschichte aufmerksam, vor allem, da diese Thematik in der Mehrheitsgesellschaft noch viel zu unbekannt sei. Auch die beiden Referierenden stimmten dem zu und konnten dazu anregen, sich selbst auch mit Themen, die Sinti und Roma betreffen, auseinanderzusetzen, besonders mit ihrem Leben im Nationalsozialismus. Gleichzeitig plädoyierte Gjulner Sejdi dafür, Roma gleichwertig als deutsche Staatsbürger*innen zu sehen; aber gleichzeitig anzuerkennen, dass sie im Nationalsozialismus rassistisch verfolgt wurden.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den beiden Referierenden Jana Müller und Gjulner Sejdi, die sehr gefasst über dieses bewegende und komplexe Thema sprachen. Außerdem danken wir den Kooperationspartnern der Reihe, dem AJZ DessauRomano Sumnal, Roma-Verein Sachsen und dem VVN-BdA Leipzig e. V. sowie der Stadt Leipzig für die Unterstützung.

Wir laden dazu ein, die Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“, die bis zum 12. Juni jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr zu sehen ist, zu besuchen.

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gepostet am: Donnerstag, 11.04.2019, 11:04 Uhr

Das Problem „Antiziganismus“ und das Beispiel antiziganistischer Kinderliteratur

Vortragsveranstaltung im Rahmen der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ am 15.05. 19 bis 21 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Der Begriff „Antiziganismus“ ist bereits seit einigen Jahren in Verwendung. Er beschreibt rassistische Einstellungen gegenüber Sinti und Roma.

Trotz längerer Untersuchungen antiziganistischer Strukturen in Deutschland ist der Mehrheitsgesellschaft weitgehend unbekannt, dass diese Form von Rassismus und Stigmatisierung überhaupt existiert. Stattdessen sind der diskriminierende Ausdruck „Zigeuner*in“ geläufig und stereotypisierte Bilder, Vorurteile und unrealistische Vorstellungen von Sinti und Roma weit verbreitet.

Wie definiert sich Antiziganismus und wie äußert er sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Warum ist eine kritische Betrachtung des Begriffes ebenso notwendig? Was beinhalten konkrete Zuschreibungen und Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Sinti und Roma? Und was sind die Auswirkungen antiziganistischer Haltungen?

Diese Fragen sollen in dieser thematischen Einführung beantwortet werden.

Anschließend sollen antiziganistische Strukturen an einem ausgewählten Beispiel der Darstellung von Sinti und Roma in Kinderliteratur betrachtet werden. Eine Analyse soll aufzeigen, welche stereotypisierten Bilder und Äußerungen in dem Werk vorhanden sind.

Referentin: Gloria Pfister

Gloria Pfister konzipierte und organisierte im Rahmen ihres FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. die Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“. Sie setzt sich kritisch mit Ressentiments gegenüber Roma und Sinti auseinander und wird in ihrem Vortrag zum Thema Antiziganismus sprechen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

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