Vier Stolpersteine für die Familie Hasnes

Seit März 2025 beschäftigen sich 8 Jugendliche aus der Thomasschule mit dem Schicksal der Familie Hasnes aus Leipzig.
Die Familie bestand aus den Eltern Salomon und Anna sowie deren Sohn Walter und dessen Ehefrau Erna (geb. Lutinnger). Salomon Hasnes wurde am 18. März 1865 in Botosani (Rumänien) geboren und lebte seit 1886 in Leipzig. Dort arbeitete er als Verkäufer und lernte seine Frau Anna (geb. Cohn) kennen. Anna wurde am 17. September 1877 in Nordhausen geboren, in Leipzig arbeitete sie als Chorsängerin. Salomon und Anna heirateten und am 18. April 1910 wurde ihr Sohn Walter geboren. Die Familie lebte erst in der Funkenburgstraße 7 und später in der Brüderstraße 8. Im Jahr 1938 heirate Walter seine Freundin Erna. Sie wurde am 19. Februar 1912 in Leipzig geboren und arbeite so wie Walter im Einzelhandel als Verkäuferin.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Salomon Hasnes sein Schuhgeschäft aufgeben und wurde 1939 im Polizeigefängnis Leipzig vom 05. bis zum 14. Oktober 1939 im Rahmen einer so genannten „Sonderaktion“ inhaftiert. Im Jahr 1939 wurde die gesamte Familie gezwungen in ein sogenanntes Judenhaus in der Leibnitzstraße 30 zu ziehen.
Am 10. Mai 1942 wurden Walter und Erna mit dem zweiten großen Transport ins Ghetto Belzyce in der Nähe der polnischen Stadt Lublin deportiert. Beide gelten seitdem als verschollen. Entweder sie wurden im Ghetto oder in den Vernichtungslagern Treblinka oder Majdanek ermordet.
Am 19/20. September 1942 wurden auch Salomon und Anna gemeinsam mit 875 weiteren Menschen von Leipzig nach Theresienstadt deportiert. In Theresienstadt wurde Salomon Hasnes am 28. März 1943 ermordet. Anna Hasnes wurde ein Jahr später am 17.Oktober 1944 ebenfalls in Theresienstadt ermordet.
Von Leipzig wurden über 2000 jüdische Menschen in mehreren Transporten nach Riga, Belzyce, Auschwitz und Theresienstadt deportiert und ihrer Heimat beraubt. Die Familie Hasnes gehörte dazu. Nur ganz wenige Menschen überlebten.
Die Verlegung der Stolpersteine in der Brüderstraße in Leipzig erfolgt vorraussichtlich im Herbst 2026.
