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Presse
gepostet am: Donnerstag, 19.12.2019, 12:12 Uhr

LESEREISE DURCH GROßBARDAU, POMßEN UND BRANDIS – ein Rückblick

Im November haben wir gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Büro der Universität Leipzig und dem Team vom Flexiblen Jugendmanagement Landkreis Leipzig an drei verschiedenen Terminen zum gemeinsamen Austausch über Jugendliteratur eingeladen. Der Austausch über die liebsten literarischen Werke sollte dabei vor allem Senioren und Jugendliche zum „Endlich Miteinander Reden“ einladen und dazu motivieren, Menschen aus den eigenen Lieblingsbüchern vorzulesen, mit denen dies sonst im Alltag höchstwahrscheinlich eher selten stattfindet.

Unser Interesse lag aber nicht nur darin, Menschen zum Gespräch miteinander zu motivieren. Wir wollten überdies herausfinden, ob es nicht doch viel mehr Ähnlichkeiten zwischen damaliger und heutiger Jugendliteratur gibt, als man im ersten Moment vielleicht annehmen würde.

Welche thematischen Überschneidungen lassen sich finden?
Welche Bücher bewegten Jugendliche damals, welche Bücher ziehen sie heute in ihren Bann?

Im Anschluss an eine öffentliche Lesung der mitgebrachten Werke wurde an allen drei Abenden zum einen über die Bücher, zum anderen aber auch über ganz persönliche Erfahrungen gesprochen. Auch wurde rege über unterschiedliche mit den verschiedenen Lebenssituationen verbundene politische und geschichtliche Aspekte diskutiert, die die eigene Wahrnehmung von Literatur in der Jugend, ihren Erwerb und ihre Lektüre beeinflusst haben.

     

Obwohl wir uns bei der Ausarbeitung der Lesereise natürlich erhofft haben, dass das Konzept der Lesereise das Interesse bei den Jugendlichen und den Senioren der Umgebung wecken würde, können wir doch ehrlich sagen, dass alle drei Veranstaltungen unerwartet viel Anklang fanden – allein in Brandis kamen zum gemeinsamen Leseabend an die 60 Leute. Es wurde uns bereits von den Teilnehmer*innen zurückgemeldet, dass das ungewöhnliche Format der Lesereise als besonders wahrgenommen wurde und für viel Gesprächsstoff gesorgt hat.

Da es heutzutage eher selten ist, dass Menschen aus so unterschiedlichen Gruppen, insbesondere aus derart unterschiedlichen Altersgruppen, auf diese Weise zusammenfinden und das Gespräch über gemeinsame Erfahrungen und Interessensgebiete suchen, freut es uns ganz besonders, dass wir dies im Rahmen unserer Lesereise anregen konnten.

Wir bedanken uns bei allen, die ihre Bücher vorgestellt und anschließend miteinander diskutiert haben. Außerdem bedanken wir uns bei allen Besucher*Innen, dem Wissenschaftlichen Büro der Universität Leipzig, vertreten durch Herrn PD Dr. Nils M. Franke und dem Team vom Flexiblen Jugendmanagement im Landkreis Leipzig.

Presse
gepostet am: Montag, 16.12.2019, 16:12 Uhr

„Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD“ – Ein Rückblick.

Vergangenen Freitag fand in unseren Räumlichkeiten die diesjährige Abschlussveranstaltung unserer Vortragsreihe „Erinnerungspolitik – hinter, vor und nach dem ‚Eisernen Vorhang‘“ statt.

In unserer letzten Podiumsdiskussion des Jahres griffen wir das Thema „Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD“ auf.

Der Referent des Abends, Dr. Harry Waibel, thematisierte in diesem Zusammenhang vor allem das Scheitern geplanter Entnazifizierungsmaßnahmen. Dr. Waibel erläuterte umfangreich, weshalb er die Entnazifierung in beiden unterschiedlichen Staaten des geteilten Deutschlands als gescheitert bezeichnen würde und leitete so eine angeregte Diskussion mit dem Publikum und Austausch unterschiedlichster Perspektiven ein.

Caroline Müller übernahm die Moderation und führte uns gut durch den Abend.

Wir freuen und bedanken uns, dass trotz der winterlichen Temperaturen noch so viele interessierte Menschen zum Zuhören und Diskutieren vorbeigekommen sind. Des Weiteren hoffen wir, dass wir mit dieser Abschlussveranstaltung auch ein bisschen neugierig auf die Veranstaltungen im neuen Jahr machen konnten, die wir nun zu planen beginnen.

Die Veranstaltung erhielt freundliche Unterstützung vom ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. – auch hierfür möchten wir uns gerne erneut bedanken.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 03.12.2019, 10:12 Uhr

Stolpersteinverlegungen am 29. November – ein Rückblick

Am vergangenen Freitag haben wir gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig und Schülern und Schülerinnen aus Schkeuditz, Liebertwolkwitz und Leipzig insgesamt fünf Stolpersteine verlegt. Gerne möchten wir in einem kleinen Rückblick Eindrücke dieses erfolgreichen Tages teilen.

Begonnen hat der Tag um 9.00 Uhr mit der Verlegung der ersten Stolpersteine für Opfer der NS-Euthanasie in Schkeuditz. Wir verlegten Gedenksteine für Charlotte Rohde, Georg Fritzsche und Ernst Hennig. Trotz der frühen Uhrzeit fanden sich viele Besucher*Innen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer der NS-Euthanasie ein, um mit uns gemeinsam den Schicksalen zu gedenken. Begleitet wurden die Verlegungen durch ein von den Schüler*innen des Schkeuditzer Gymnasiums eigens gestaltetes kulturelles Rahmenprogramm und das Verlesen der Biografien. Auch der Oberbürgermeister von Schkeuditz erschien bei den Verlegungen und hielt eine bewegende Rede, in der er vor allem auch die Wichtigkeit der gedenkkulturellen Arbeit in der heutigen Zeit betonte.

      

Wir bedanken uns bei den Schüler*innen für die ausgiebige Recherche, die Spendensammlung, durch die die Verlegungen erst möglich wurden, sowie für die Ausarbeitung des kulturellen Rahmenprogramms. Des Weiteren gilt unser Dank dem Oberbürgermeister Herrn Bergner und allen Bürger*innen, die durch Spenden das Projekt unterstützt und/oder an den Verlegungen teilgenommen haben. Zu guter Letzt möchten wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Unterstützung und Förderung des Projektes unseren Dank aussprechen.

Im Anschluss an die Verlegungen in Schkeuditz fand die Stolpersteinverlegung in Störmthal statt. Um 11:30 Uhr verlegten wir hier den Gedenkstein für Heinz Geidel, der ebenfalls ein Opfer der NS-Euthanasie war. Mit der Verlegung des ersten Stolpersteins in Störmthal fand ein Projekt der Schüler*Innen der Geschwister-Scholl-Schule Liebertwolkwitz seinen Abschluss. Die ebenfalls durch ein von den Schüler*innen eigens ausgearbeitetes kulturelles Rahmenprogramm begleitete Verlegung war gut besucht – ca. 60 Personen nahmen teil und gedachten gemeinsam mit uns dem Schicksal von Heinz Geidel, dessen Biografie ebenfalls von den Schüler*innen vorgetragen wurde. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmer*innen für das Kommen und die kräftige Unterstützung bedanken. Auch gilt unser Dank der Holger-Koppe-Stiftung, die dieses Stolpersteinprojekt unterstützt und gefördert hat.

     

Um 14.15 Uhr verlegten wir den letzten Stolperstein des Tages in Leipzig vor der Sporthalle in der Brüderstraße, ehemalige Turnerstraße. Durch die Verlegung des insgesamt fünften Steines für einen Menschen, der nach § 175 verfolgt wurde, erinnerten wir gemeinsam mit ca. 80 Besucher*innen an das Schicksal von Werner Kähler, einem homosexuellen Verfolgten, der einst in der Turnerstraße 9 gelebt hatte. Das Projekt wurde von 15 Schüler*innen der Klassen 7-10 des hiesigen Reclamgymnasiums durchgeführt, die als Mitglieder der ersten queeren Schüler*innen-AG („LGBTQ+ & Allies“) in Sachsen so nicht nur einen wichtigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur hinsichtlich der Verbrechen des Nationalsozialismus leisteten, sondern sich darüber hinaus deutlich gegen Diskriminierung von homosexuellen oder queeren Menschen positionieren.

Das Projekt rund um das Schicksal von Werner Kähler stellt das erste Projekt dieser Art da, das vom Erich-Zeigner-Haus e.V. betreut wurde. Auch hier möchten wir uns bei allen Schüler*innen, Redner*innen, Besucher*innen und Teilnehmer*innen für die wichtige Arbeit, die Unterstützung und das Interesse bedanken. Besonderer Dank gilt überdies der Projektleiterin Gloria Pfister, die nicht nur bei der Recherchearbeit, sondern auch bei der Spendensammlung und der Gestaltung der Verlegungsveranstaltung unterstützend an der Seite der Schüler*innen-AG stand.

Darüber hinaus danken wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Förderung und Unterstützung des Projektes.

    

Abschließend gilt all jenen ein ganz besonderer Dank, die durch eine finanzielle Spende die Jugendprojekte in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig unterstützt haben. Ohne diese Form der finanziellen Unterstützung wäre keine dieser Verlegungen möglich gewesen.

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 28.11.2019, 15:11 Uhr

Solidarität mit dem VVN-BdA Berlin – Finanzamt entzieht rückwirkend den Status der Gemeinnützigkeit

Am vergangenen Freitag wurde die Entscheidung des Berliner Finanzamts bekannt gegeben, dass der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. der Status der Gemeinnützigkeit entzogen wurde. Grundlage der Entscheidung ist die Darstellung des bayrischen Verfassungsschutzes, die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA sei „linksextremistisch beeinflusst“.

Der VVN-BdA wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Überlebenden des Holocaust gegründet und hat seitdem wichtige Erinnerungsarbeit geleistet, Gedenken an die Opfer der NS-Zeit initiiert und sich vor allem dafür eingesetzt, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Durch eine solche Arbeit leisten Vereine und Verbände wie der VVN-BdA einen wichtigen Beitrag auch mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen. Es sind nicht nur Vorfälle wie der rassistisch und antisemitisch motivierte Anschlag in Halle, sondern vor allem auch das Erstarken der parlamentarischen wie auch außerparlamentarischen Rechten, die zeigen, dass antifaschistisches Engagement und Einsatz gegen rassistisches Gedankengut und Antisemitismus dringend gebraucht werden und ein gemeinnütziges Anliegen in der Gesellschaft darstellen. Die Entscheidung, einer der wichtigsten Organisationen in diesem Bereich den Gemeinnützigkeitsstatus zu entziehen, erschwert diese wichtige Arbeit massiv und wird, sofern sie Bestand hat, weitreichende Konsequenzen haben – insbesondere finanzieller und gesellschaftspolitischer Art.

Als Erich-Zeigner-Haus e.V. erklären wir uns daher solidarisch mit der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e. V. und sehen in dessen Arbeit einen klaren gemeinnützigen Zweck. Wir hoffen, dass diese Entscheidung der Berliner Finanzverwaltung keinen juristischen Bestand in Zukunft haben wird!

Eine Stellungsnahme des Leipziger VVN-BdA finden Sie unter dem folgenden Link:  http://vvn-bda-leipzig.de/?fbclid=IwAR03VUqPZxoujDiQhRheqFbdsTWhCiJJmVBuePxi5sE_nTjqt1aokUCBQDs

Wer ebenfalls seine Stimme für eine Rücknahme des Gemeinnützigkeits-Entzuges kundtun möchte, kann zudem die dort gelisteten Petitionen mitunterzeichnen.

 

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gepostet am: Freitag, 08.11.2019, 11:11 Uhr

STOLPERSTEIN IN GROITZSCH DARF NACH ERSTER ABLEHNUNG NUN DOCH VERLEGT WERDEN

Nachdem der Stadtrat in Groitzsch vor wenigen Wochen eine geplante Stolpersteinverlegung zum Gedenken an die Jüdin Anna Reichardt vor ihrem ehemaligen Wohnhaus ablehnte, wurde nun in einer erneuten Stadtratssitzung die Verlegung des Gedenksteines genehmigt.

Diese Neuigkeit freut uns sehr, insbesondere am Morgen des heutigen Tages, an dem wir den Opfern der Reichspogromnacht vom 09.11.1938 gedenken und Mahnwachen an den bereits verlegten Stolpersteinen abhalten wollen.

Die Schüler*innen des Wiprecht-Gymnasiums können ihr Projekt nun fortsetzen und mit der Spendensammlung für den Gedenkstein beginnen, um die Verlegung des Stolpersteins für Anna Reichardt am 27.Februar 2020 umsetzen zu können.

Wir bedanken uns für jede Unterstützung!

Dieses Projekt wird unterstützt von der F.C. Flick Stiftung.

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gepostet am: Freitag, 01.11.2019, 14:11 Uhr

Erste Ablehnung einer Stolpersteinverlegung im Landkreis Leipzig

Seit Jahren kümmert sich unser Verein um die Erinnerungskultur in Leipzig und begleitet u.a.Projekte mit Schüler*innen verschiedener Schulen in und um Leipzig, deren Ziel die Erstellung von Gedenktafeln oder die Verlegung von Stolpersteinen ist. Im Rahmen der sogenannten „Stolperstein-Projekte“ erschließen die Jugendlichen unter wissenschaftlicher Begleitung die Schicksale verfolgter Personen in der NS-Diktatur und arbeiten hierfür mit Originaldokumenten aus dem Staatsarchiv. Die rekonstruierten Biografien dienen dann letztlich der Herstellung von Gedenksteinen, die vor den letzten freiwilligen Wohn- oder Arbeitsorten der Verfolgten in den Boden eingelassen werden, um ihnen zu gedenken und für die Zukunft zu mahnen. Bislang wurden im Landkreis Leipzig stets alle Stolpersteinverlegungen, die wir für derartige Jugendprojekte beantragt haben, genehmigt. Nun kam es jedoch erstmalig zu einer Ablehnung einer Stolpersteinverlegung im Landkreis durch den Stadtrat in Groitzsch.
Unsere klare Position zu diesem Vorfall und die genaueren Umstände dieser Ablehnung hat ein Journalist der Leipziger Volkszeitung am vergangenen Wochenende in einem Artikel zusammengetragen.

Wir bedauern es sehr, dass wir das Stolpersteinprojekt in Groitzsch nach jetzigem Stand nicht beenden können und der Jüdin Anna Reichardt nicht so gedenken dürfen, wie es im Sinne der Stolpersteine angedacht ist. Es ist uns insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen wie auch politischen Entwicklungen ein Anliegen, über einen solchen Vorfall zu informieren. Unser Verein wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Projekte wie dieses umgesetzt werden können und die Wichtigkeit derartiger gedenkkultureller Arbeit an die Öffentlichkeit getragen wird.

 

Untenstehend finden Sie den Artikel der Leipziger Volkszeitung, den Sie auch über die offizielle Seite der LVZ unter dem folgenden Link nachlesen können: https://www.lvz.de/Region/Borna/Groitzsch-lehnt-Stolperstein-fuer-Juedin-Anna-Reichardt-an-Wohnhaus-ab?fbclid=IwAR2le87PudB7siO8IXNVWzRwrd4UJLEgcpWw0cAQuYQt2431BhPdyzy_wtI


Presse
gepostet am: Mittwoch, 30.10.2019, 13:10 Uhr

NOCH 50 PUTZPATENSCHAFTEN ZU VERGEBEN – GEDENKAKTION „MAHNWACHE UND STOLPERSTEINE PUTZEN“ 2019

In diesem Jahr rufen wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. bereits zum 12. Mal zu unserer Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen auf“, um den Opfern der Reichspogromnacht vom 09. November 1938 zu gedenken und Mahnwachen abzuhalten. Da der 9. November in diesem Jahr auf den Sabbat, einen jüdischen Feiertag, fällt, werden in Leipzig die Gedenkaktionen und das Putzen der Stolpersteine bereits am Tag zuvor stattfinden. So können auch die Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinde daran teilnehmen.

Seit unserem ersten Aufruf haben sich bereits viele Bürgerinnen und Bürger für die Übernahme sogenannter Putz-Patenschaften im Rahmen der Gedenkaktion in Leipzig bereit erklärt und angemeldet. Allerdings werden noch etwa 50 weitere PutzpatInnen benötigt, sodass auch an allen 200 Verlegeorten das Putzen der Steine möglich ist und Mahnwachen abgehalten werden können. Das Stolpersteine Putzen findet am 08. November von 11 Uhr bis 18 Uhr statt.

Wer die Gedenkaktion unterstützen bzw. daran teilnehmen will, ist aufgerufen, sich über das Kontaktformular auf der Homepage unter http://erich-zeigner-haus-ev.de/neunter-november/ zum Putzen eines Stolpersteines anzumelden. Bei der Auswahl der Stolpersteine bitten wir darum, nur freie Stellen auszuwählen, bis alle Stolpersteine mindestens einen Paten oder eine Patin haben. Da wir keine Anmeldungsbestätigungen per E-Mail versenden, möchten wir auf die Liste auf unserer Homepage hinweisen. Wenn die Anmeldung erfolgreich war, findet sich der eigene Name spätestens wenige Tage nach dem Ausfüllen des Kontaktformulars in der Zeile des ausgewählten Stolpersteins. Mögliche Verzögerungen bei der Bearbeitung bitten wir zu entschuldigen. Wenn es zu Schwierigkeiten kommt, können Rückfragen gerne jederzeit per Mail unter der Adresse 9ternovember@erich-zeigner-haus-ev.de an die Projektleitung gestellt werden.

Neben der alljährlichen Putzaktion an den verschiedenen Verlegeorten der Stadt von 11 Uhr bis 18 Uhr wird es am 8. November 2019 überdies eine Auftaktveranstaltung unseres Vereines am Dittrichring 13 um 14.15 Uhr geben. Hier werden der Landesrabbiner Zsolt Balla, Ehrenvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. Frank Kimmerle, der Beauftrage für jüdisches Leben in Sachsen Dr. Thomas Feist sowie Schülerinnen und Schüler aus den von unserem Verein betreuten Jugendprojekten in Leipzig reden. Anschließend findet um 15 Uhr die städtische Gedenkveranstaltung mit OBM Burkhard Jung an der Synagogengedenkstätte in der Gottschedstraße statt, bei der auch Friedrich Magirius, Ehrenmitglied des Erich-Zeigner-Haus e.V., eine Rede halten wird.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Gedenkaktionen teilzunehmen und bedanken uns bei allen, die sich bereits für die Gedenkaktion und das Stolpersteine Putzen angemeldet haben oder dies noch tun möchten. Über das Teilen unserer Gedenkaktion oder das Weiterleiten unseres Aufrufes zur Übernahme von Putzpatenschaften freuen wir uns sehr.

Henry Lewkowitz                            Caroline Müller                                Carolin Jürgens
Geschäftsführer                              Projektleiterin                                   Projektbegleiterin
Erich-Zeigner-Haus e.V.                 Erich-Zeigner-Haus e.V.                    Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

               

 

 

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gepostet am: Montag, 14.10.2019, 15:10 Uhr

Workshops zum Thema Antisemitismus

Derzeit finden in verschiedenen Schulen Workshops und Weiterbildungen zum Thema Antisemitismus statt. Wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. möchten darauf aufmerksam machen, da in Sachsen eine höhere Präsenz von Rechtsextremist/innen spürbar wahrnehmbar ist. Vor allem seit dem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen 2014 entstehen mehr rechtspopulistische, menschenfeindliche Gruppierungen, sowie u.a. antisemitische Ressentiments und rechte Straftaten. Diese Workshopreihe soll sich an Schüler, als auch an Lehrer richten. Im ersten Teil des Workshops soll den Teilnehmern Wissen über das Judentum vermittelt werden, im zweiten Teil soll näher auf die Formen des Antisemitismus (religiös, säkular, biologistisch, nationalsozialistisch, sozialistisch usw.) eingegangen werden.  Natürlich möchten wir nicht nur Theorie vermitteln, sondern auch praktisch arbeiten, deswegen wird in einer Arbeitsphase die Unvereinbarkeit von Antisemitismus mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland herausgearbeitet, argumentativ belegt und in einem Rollenspiel eingeübt. Zum Schluss werden die Teilnehmer den Workshop bewerten, ihre Pro und Kontras einfließen lassen und wir werden eine ausführliche Abschlussdiskussion führen, zudem  wollen wir das die Workshopergebnisse weiter in die normale schulische Arbeit mit einfließen können.  Am Ende des Tages sollen die Schüler und Lehrer mit dem Wissen beziehungsweise der Erkenntnis herausgehen, was Antisemitismus bedeutet, wie wir dagegen argumentativ vorgehen können, wie er heute noch verbreitet ist und welche Auswirkungen dieser im gesellschaftlichen und politischen Sinne hat.

 

Mehr Informationen zu dem Workshop Antisemitismus gibt es hier: Antisemitismus-Prävention und Empowerement

 

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gepostet am: Mittwoch, 04.09.2019, 11:09 Uhr

Kommentar zur sächsischen Landtagswahl

Die Ergebnisse der Landtagswahl stellen uns als Erich-Zeigner-Haus e.V. und viele weitere Akteure aus der Zivilgesellschaft vor neue, große Herausforderungen. Denn diejenigen fühlen sich gestärkt, welche die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren und eine demokratische Erinnerungskultur aushebeln wollen. Dagegen halten wir fest, dass die übergroße Mehrheit der Sachsen einen solchen Weg nicht mitgehen will. Sie wollen demokratische politische Bildung nicht vor eine Wand aus Nationalismus und Rassismus laufen sehen. Sie wollen, dass wir weiter durch unsere erinnerungskulturelle Arbeit an die Opfer erinnern sowie den Mutigen ein Denkmal setzen und damit auch Ihnen in der Gegenwart Mut zur Zivilcourage machen. Deshalb ist für uns das Wahlergebnis ein Ansporn weiter zu machen und intensiver zu arbeiten.

Wir werden künftig ein noch stärkeres Zeichen für Menschlichkeit, Solidarität und Demokratie und gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und rechtes Gedankengut setzen. Wir werden in unserer Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen weiterhin das Ziel verfolgen, die Gesellschaft gegenüber rechtem Gedankengut argumentativ zu stärken und uns für Weltoffenheit sowie Zivilcourage einsetzen, um so ein demokratisches Miteinander zu fördern. Jetzt umso mehr!

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gepostet am: Montag, 08.04.2019, 12:04 Uhr

Das Gespräch mit Eva Umlauf im NAUMANNs

Die Veranstaltung mit der Zeitzeugin Dr. Eva Umlauf am 05.04. von 18.00 bis 20.00 Uhr im NAUMANNs, Felsenkeller Leipzig, stellte einen ganz besonderen Abend dar. Dr. Umlauf sprach vor rund 250 Besucher*innen über ihre Erinnerungen – mit 2 Jahren war sie mit ihrer Familie in das KZ Auschwitz gekommen. 2016 veröffentlichte sie ihre Publikation „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen: Erinnerungen“  und schildert darin autobiographisch ihre Erlebnisse. In dem Gespräch mit Dr. Brigitta Triebel, die durch das Gespräch führte, fand ein Dialog zwischen ihr und Eva Umlauf statt. Es wurden  Passagen aus dem Buch vorgelesen und Fragen aus dem Publikum gestellt.

Das Zeitzeugengespräch stellte die meistbesuchte Veranstaltung in der Geschichte des Erich-Zeigner-Haus e.V. dar. Den 05.04, an dem gleichzeitig eine Gedenkveranstaltung zum 70. Todestag Erich Zeigners stattfand, konnten wir als einen besonders würdigen Auftakt der diesjährigen Veranstaltungsreihe des Vereines, „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem Eisernen Vorhang“, verzeichnen. Die Erlebnisse, die Dr. Eva Umlauf schilderte, machten die Wichtigkeit des Erinnerns und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus deutlich und zeigten uns und dem Publikum, dass dieses Erinnern vor allem in Zeiten des Aufwindes von menschenfeindlichen Ansichten in Deutschland und anderen Ländern zentral ist.

Der Saal im NAUMANNs mit 250 Besucher*innen war gefüllt mit vielen verschiedenen Menschen, die Eva Umlaufs Worte hören wollten – Schülerinnen und Schüler, Lehrer*innen, Politiker*innen und die Leipziger Zivilgesellschaft fanden sich an diesem Abend zusammen. Wegen des großen Andrangs fanden viele Menschen keinen Platz mehr. Leider reichte der Raum im NAUMANNs nicht für alle aus und es tut uns sehr leid, dass viele, die gerne dabei gewesen wären, keinen Platz mehr im Saal fanden. Dennoch freuten wir uns umso mehr, dass so viele Menschen die Veranstaltung miterleben durften.

Durch das Gespräch mit Brigitta Triebel und die Lesung einzelner Stellen aus ihrem Buch gab Eva Umlauf dem Publikum Eindrücke in zentrale Etappen ihres Lebens als Kleinkind: geboren in dem Arbeitslager für Jüd*innen Novaky im Dezember 1942 kam die Familie 1944 nach Auschwitz. Drei Tage vor ihrer Ankunft wurden die Gaskammern abgebaut, wodurch die Familie überleben konnte. Eva Umlauf schilderte eindrücklich, was in Auschwitz passierte; die Trennung des Vaters von Mutter und Kind nach ihrer Ankunft, die Tätowierung der Häftlingsnummern, den schlechten eigenen gesundheitlichen Zustand. Durch Recherchen zu ihrer Familie fand Eva Umlauf das Schicksal ihres Vaters im Nachhinein heraus, der zunächst an einem der sogenannten „Todesmärsche“ teilnehmen musste und später an einer Blutvergiftung verstarb.

Die Erlebnisse während des Krieges beeinflussten Eva Umlauf auch im Nachgang. Ihr Leben nach 1945 schilderte sie in der Veranstaltung ebenso. Geprägt von neuen Problemen aufgrund der Nachkriegszeit und des persönlichen Lebens machte sie deutlich, wie sehr die Zeit im Konzentrationslager Auschwitz ihren späteren Werdegang bis in die Gegenwart beeinflusst.

Abschließend hatten die Zuhörenden die Möglichkeit, auf die Bühne zu kommen und eigene Fragen an Eva Umlauf zu stellen. „Die abschließenden Fragen der Zuhörer*innen bauen die gedankliche Brücke ins Heute. In die Gegenwart mit zunehmendem Fremden- und antisemitischen Hass. Sie habe Gutes und weniger Gutes erlebt, wenn sie in der Öffentlichkeit ihrer Vergangenheit begegnete, sagt sie. Von der Frage, ob sie „nicht zu alt für Tattoos“ sei bis hin zu dem nachdenklichen jungen Mann, der sich dafür entschuldigte „was meine Vorfahren Ihnen angetan haben“, schrieb die Leipziger Internetzeitung am 06. April.

Man merkte den Menschen an, wie sie Mitgefühl für Eva Umlauf zeigten und von ihrem Schicksal berührt waren. Die vielen Fragen aus dem Publikum zeigten die Bereitschaft an einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen  Geschichte und das Interesse an Eva Umlaufs Leben. Die Veranstaltung zeigte außerdem, dass gegen heutigen Antisemitismus und andere menschenfeindliche und rassistische Einstellungen  gekämpft werden sollte und, wie Henry Lewkowitz abschließend sagte „verhindert werden muss, dass sich der Nationalsozialismus nicht wiederholt“.

Nach dem Gespräch hatten die Besucher*innen die Möglichkeit, das Buch „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen: Erinnerungen“  von Eva Umlauf zu erwerben und signieren zu lassen. Alle Exemplare waren nach etwa einer halben Stunde ausverkauft.

Wir zeigen uns im Nachgang dankbar für diese gelungene Veranstaltung und verbleiben vor allem für Frau Umlaufs Bereitschaft, an diesem Abend über ihre Erinnerungen zu sprechen, in Dank. Auch für Brigitta Triebels Mitwirkung als Gesprächsführende, die sehr einfühlsam und zugleich professionell den Dialog mit Eva Umlauf führte, sind wir dankbar. Weiterhin möchten wir den vielen interessierten Besucher*innen danken, die mit viel Einfühlsamkeit und Respekt am Abend beteiligt waren. Ein großes Dankeschön gilt außerdem unseren Kooperationspartnern: dem VVN-BdA Leipzig und dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, insbesondere Dr. Nils Franke. Wir sind sehr froh, Organisatoren des Abends gewesen zu sein.

Zuletzt danken wir der L-IZ für die Fotos, den ausführlichen Bericht und die Videoaufnahme des Gespräches. Der Text und der Film vom Abend sind unter diesem Link zu finden: https://www.l-iz.de/Topposts/2019/04/%E2%80%9ESind-so-kleine-Haende%E2%80%9C-Lesung-und-Diskussion-mit-Dr-Eva-Umlauf-die-als-3jaehriges-Kind-die-Hoelle-in-Auschwitz-ueberlebte-268486

 

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