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Termine
gepostet am: Dienstag, 27.07.2021, 9:07 Uhr

„Gegen das Vergessen – 60 Jahre der Suche nach den Spuren seines Vaters“ – ein Vortrag mit Manfred Hedlich

Am Freitag, den 13. August, wollen wir Sie und Euch gerne in die historischen Räumlichkeiten des Erich-Zeigner-Hauses zu einem Vortrag von unserem Vereinsmitglied Manfred Hedlich einlacden.

Manfred Hedlich recherchierte 60 Jahre lang zu seinem Vater und dokumentierte dessen Wirken in der Leipziger SAP.
In seinem Vortrag schildert er seine Beziehung und die biografischen Erkenntnisse zu seinem Vater und wird dabei auch darauf eingehen, wie dieser sein Leben beeinflussen konnte, obwohl er ihn niemals kennen gelernt hat.

Inhalt:
Manfred Hedlich wurde am 01.11.1943 in Leipzig geboren. Seinen Vater, Herbert Hedlich, hat er nie persönlich kennengelernt. Bis zu seinem 22. Geburtstag war ihm nur bekannt, dass sein Vater als Sozialist während der Nazizeit im Zuchthaus gewesen und im Dezember 1943 in Italien gefallen war.
Für Manfred Hedlich war dies der Grund, sich selbst am 08.08.1961 bei der Deutschen Grenzpolizei zu verpflichten. Doch ihm wurde schnell klar, dass er die Grenze nicht gegen die Feinde des Sozialismus schützen musste, sondern die eigenen Leute mit Waffengewalt von der Republikflucht abhalten sollte. Nach dieser Erkenntnis teilte er seinem Vorgesetzten mit, dass er die an ihn gestellte Aufgabe nicht weiter erfüllen werde. Er gab ihm damals klar zu verstehen: „Ich bin freiwillig gekommen und werde freiwillig zurückgehen.“ Am 31.08.1961 wurde er schließlich in Unehren von den Grenztruppen entlassen.

Eintritt:
frei

Voranmeldungen über: veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de (Aufgrund des Hygienekonzeptes bitte bis zum 10. August 2021)

Hygienekonzept: Die Veranstaltung wird unter Berücksichtigung der zum Veranstaltungszeitpunkt gültigen Auflagen zum Infektionsschutz durchgeführt.

Wir freuen uns auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher, die am 13. August dabei sein möchten, um der Geschichte einer ganz besonderen Spurensuche zu lauschen.

Presse
gepostet am: Dienstag, 06.07.2021, 12:07 Uhr

VERSCHOBEN AUF DEN 27.10. – Politische Polarisierung in digitalen Zeiten.– ZOOM-Seminar

ABSAGE DER VERANSTALTUNG – NEUER TERMIN: 27. Oktober 2021

Leider kommt es nun einen Tag vor unserem geplanten Online-Seminar mit Holger Marcks aus gesundheitlichen Gründen zu einer Absage der Veranstaltung.

Bei Interesse am Nachholtermin oder an anderen Seminaren oder Workshops können Sie sich über unsere Homepage sowie über unsere Facebookseite über die kommenden Veranstaltungstermine informieren oder sich per formloser Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de für unseren Newsletter anmelden, in dem wir ebenfalls über Veranstaltungen informieren.

Wir bitten um Entschuldigung für etwaige Unannehmlichkeiten und hoffen auf ein spannendes Seminar im Herbst – im Zeignerhaus oder im digitalen Raum.

 
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Im vergangenen Jahrzehnt haben rechtsextreme Kräfte in vielen Ländern große Raumgewinne erzielt. Zu ihnen gesellen sich neuerdings verschwörungsideologische Bewegungen, die den demokratischen Diskurs gefährden, während die politische Polarisierung insgesamt zunimmt. Dass diese Prozesse auch, wenn nicht gar entscheidend, durch die sozialen Medien befördert werden, darüber besteht indessen kaum mehr Zweifel. Wie aber hängen Rechtsextremismus, Verschwörungsbewegungen und Polarisierung genau mit der Digitalisierung zusammen? Welche Interaktionsdynamiken greifen dabei ineinander?

In einem Online-Seminar über ZOOM wollen wir am 21.07.2021 von 18.00 – 20.00 Uhr gemeinsam mit dem Referenten Holger Marcks näher beleuchten, wieso sich die Propaganda von extremistischen Akteuren so gut in die sozialen Medien einfügt – und warum im digitalen Kontext nicht nur Extremisten für die Demokratie zum Problem werden. Denn durch das postredaktionelle Prinzip der sozialen Medien erleben wir eine Konjunktur des Postfaktischen, mit der sich nicht nur das rechtsextreme und verschwörungsideologische Potenzial erweitert. Es erschwert auch generell die demokratische Verständigung, wenn sich geteilte Wahrheiten auflösen und noch mehr zu einer Frage der Identität werden.

Holger Marcks ist Sozialwissenschaftler und Co-Autor des Buches „Digitaler Faschismus. Die sozialen Medien als Motor des Rechtsextremismus“, das im letzten Jahr im Dudenverlag erschien. Er forscht insbesondere zu Radikalisierungsprozessen im digitalen Kontext und ist assoziiert mit dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg sowie der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt.

Die Moderation des Abends übernimmt Emily Bandt. Sie studierte Germanistik (B.A.) und Kulturwissenschaften (M.A.) an der Universität Leipzig und arbeitete im Rahmen ihres Masterstudiums soziologisch und historisch zu den Themenfeldern Rechtsterrorismus sowie Rechtsextremismus und Gender. Seit 2021 ist sie Projektreferentin im Erich-Zeigner-Haus e.V. in Leipzig.

Anmeldungen sind bis 19. Juli über veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de möglich.
Nach Ablauf des Anmeldezeitraums werden die Zugangsdaten versandt. Wir verschicken keine Anmeldebestätigungen, alle Anmeldungen werden berücksichtigt.

Wir freuen uns auf dieses interessante Seminar und hoffen auf einen spannenden Austausch!

Sonstiges
gepostet am: Dienstag, 06.07.2021, 12:07 Uhr

Parteiabend der Landes-SPD im Zeignerhaus-Garten

Am vergangenen Samstag, dem 03. Juli, fand im Garten des Erich-Zeigner-Hauses der Parteiabend der Landes-SPD statt, an dem Vertreter:innen aus Land- und Bundestag zugegen waren, die uns auch in unserer langjährigen bildungspolitischen Arbeit stets unterstützt haben.

  

Wir freuen uns, dass wir nun auch etwas zurückgeben konnten und bedanken uns für das Vertrauen.

 

Presse
gepostet am: Montag, 05.07.2021, 15:07 Uhr

Konzert „Verfemte Musik“ – im Rahmen der Jüdischen Woche 2021 – ein Rückblick

Am vergangenen Freitag, den 02. Juli 2021, durften wir zu unserer großen Freude erneut Teil der „Jüdischen Woche“ sein und zu einem besonderen Konzert einladen.

Im Vorhinein zum Konzert hatten die Musikerinnen des Duos, Cornelia Walther und Vanessa Bosch, mit Schülerinnen und Schülern des Johannes-Kepler-Gymnasiums und der 94. Oberschule einen anderthalbstündigen Workshop zur „Verfemten Musik“ durchgeführt.

    
Bildquelle/Copyright: Cornelia Walther und Vanessa Bosch

Von 19.00 bis 20.30 Uhr nahmen dann insgesamt 42 Personen an einem 90-minütigen Konzert des „DuoWaltherBosch“ teil, das im authentischen Ambiente und am Flügel Erich Zeigners im Rahmen einer hervorragenden musikalischen Darbietung ausgewählte Werke der „verfemten Musik“ – im Nationalsozialismus verbotene Musikstücke jüdischer Musiker*innen – präsentierte. Die Teilnehmenden meldeten uns vielfach große Begeisterung zurück, was uns ebenso wie die Musikerinnen mit großer Freude erfüllt. Besonders dankbar sind wir dafür, dass wir wieder Gäste in das Erich-Zeigner-Haus einladen konnten. Durch die aufgrund der niedrigen Inzidenz gelockerten Bestimmungen zum Infektionsschutz war es uns spontan möglich, einige Besucher:innen mehr an dem Konzert teilhaben zu lassen, als ursprünglich geplant.

Ein besonderes Highlight war überdies der Besuch von Orly Goldstein, zu der der Verein seit einigen Jahren eine besondere Verbindung hat. Die Nachfahrin einer im Rahmen eines Stolpersteinprojektes behandelten Familie reiste extra aus Tel Aviv an und besuchte das Konzert im Rahmen der Jüdischen Woche.

  
Bildquelle/Copyright: Christina Jakob

Wir bedanken uns bei den Besucher:innen, den Organisator:innen der Jüdischen Woche Leipzig, der F.C. Flick Stiftung sowie der Holger-Koppe-Stiftung. Vor allem aber gilt unser Dank den Musikerinnen Cornelia Walther (Violoncello) und Vanessa Bosch (Klavier).

 

Galerie
gepostet am: Dienstag, 29.06.2021, 15:06 Uhr

Symbolische Stolperstein-Putzaktion in Geithain und Stolpersteinverlegung für Ilse Frankenthal in Leipzig

In Geithain haben wir gestern Abend den Gedenkstein für Paul Weise gereinigt, der seit seiner Verlegung am 19. April bereits vier Mal geschändet wurde. Ungefähr 20 Personen nahmen an der in diesem Sinne organisierten Kundgebung teil und beteiligten sich am Putzen, das nicht nur der Reinigung des Steines dienen, sondern vor allem auch eine deutliche Nachricht transportieren sollte: Wir lassen nicht zu, dass die Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur derart missachtet wird.

Wir möchten uns an dieser Stelle insbesondere bei unseren Kooperationspartner:innen vom Flexiblen Jugendmanagement im Landkreis Leipzig sowie bei der Projektgruppe der Paul-Günther-Oberschule bedanken, die nach jeder versuchten Schändung zur Stelle waren, die Vorfälle dokumentierten und anzeigten und den Stein erneut reinigten.

Auch gilt unser Dank unseren Fördergebern von der Partnerschaft für Demokratie sowie allen weiteren Personen, die durch ihre Anwesenheit, Redebeiträge oder anderweitige Unterstützung an der gestrigen Putzaktion beteiligt waren.

Am heutigen Morgen widmeten wir uns dann erneut einem Stolperstein, allerdings ging es in diesem Fall zu unserer großen Freude um eine lange geplante Stolpersteinverlegung. Am Dittrichring 13 konnten wir Ilse Frankenthal gedenken, deren Stolperstein nun dort liegt, wo bereits drei weitere Steine an ihre Familienmitglieder – ihren Ehemann und die beiden gemeinsamen Söhne – erinnern. Ilse Frankenthal überlebte, anders als ihre Familie, den Holocaust und insgesamt fünf Konzentrationslager. Nach 1945 kehrte sie nie mehr nach Deutschland zurück, engagierte sich aber intensiv für eine lebendige Erinnerungskultur und dass ihre Geschichte und die von Millionen anderer Menschen nicht in Vergessenheit geraten.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Andrea Lorz und der Henriette-Goldschmidt-Schule, die durch ihre langjährigen Recherchen der Familie Frankenthal gedenken und bereits vor vielen Jahren die ersten Stolpersteine für sie verlegen ließen. Wir bedanken uns bei unserem Vorstandsvorsitzenden Raimund Grafe und unserem Ehrenvorsitzenden Frank Kimmerle für ihre Redebeiträge und ihren langjährigen Einsatz zur Vervollständigung der Stolpersteine. Ein letztes Dankeschön gilt allen Bürger:innen und Vertreter:innen verschiedener Institutionen, die sich bei der heutigen Verlegung zusammengefunden und durch ihre Anteilnahme und Musik der Familie und ihrem Schicksal gedacht haben.

 

Presse
gepostet am: Montag, 28.06.2021, 9:06 Uhr

Konzert „Verfemte Musik“ – Plätze vollständig vergeben – Vielen Dank

Wir starten diese Woche voller Vorfreude auf unser bevorstehendes Konzert, das im Rahmen der Jüdischen Woche am kommenden Freitag stattfinden wird.
Zu Gast sein wird das DuoWaltherBosch, das uns ausgewählte Stücke der sogenannten „Verfemten Musik“ mit Klavier und Violoncello präsentieren wird.

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass alle Plätze vergeben werden konnten. Leider sind sowohl unsere Räumlichkeiten, als auch unsere Hygienekonzept-Auflagen dahingehend beschränkend, sodass wir zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Anmeldungen entgegen nehmen können.

Hierfür bitten wir um Verständnis.

Allen, die an unserem Konzert oder einer anderen Veranstaltung im Rahmen der Jüdischen Woche teilnehmen werden, wünschen wir schon jetzt viel Freude, neue Erkenntnisse und spannende Erfahrungen. Wer sich weiter über andere Veranstaltungen in Leipzig informieren möchte, sollte einmal auf der Seite von Jüdische Woche Leipzig vorbeischauen!

Vielen Dank für Ihre und Eure Unterstützung und für das große Interesse an unserer Veranstaltung.

 

 

Jugendprojekte
gepostet am: Mittwoch, 23.06.2021, 14:06 Uhr

Symbolische Putzaktion in Geithain – Schülergruppe reinigt vierfach geschändeten Stolperstein

Am Montag, den 28. Juni, findet um 19.00 Uhr in der Eisenbahnstraße 1b eine symbolische Putzaktion statt. Die Projektgruppe der Paul-Guenther-Oberschule und die Initiatoren des gedenkkulturellen Stolpersteinprojektes – das Flexible Jugendmanagement des Landkreis Leipzig sowie der Leipziger Erich-Zeigner-Haus e.V. – wollen an diesem Abend den Stolperstein von Paul Weise reinigen. Der Gedenkstein, erst vor wenigen Wochen verlegt, war bereits nach einer Woche zum ersten Mal vorsätzlich beschädigt worden. Mittlerweile haben vier Schändungsversuche stattgefunden.

Die Projektleitung hofft, dass das wiederholte Putzen und das Öffentlichmachen der Schändungen ihre wichtige Aussage transportiert: Wir lassen nicht zu, dass Schicksale der NS-Verfolgung verhöhnt oder ihre Gedenkorte missachtet werden.

Aber nicht nur die Erinnerung selbst, sondern eben auch ie politische Dimension der erinnerungskulturellen Projektarbeit ist entscheidend. Denn neben dem individuellen Erinnern an die verschiedenen Schicksale der NS-Verfolgung ist auch das Mahnen ein wichtiger Aspekt des Stolpersteinprojektes.

„Wir wollen aufzeigen, welche Verbrechen in der Vergangenheit stattgefunden haben und daran erinnern, dass sie sich niemals wiederholen dürfen. Dafür braucht es Beharrlichkeit, Widerspruch und zivilgesellschaftliches Engagement – solches, wie wir es auch von der Projektgruppe in Geithain erleben.“ (Henry Lewkowitz)

Das Putzen des Stolpersteins von Paul Weise findet parallel zu den abendlichen Protesten von QuerdenkerInnen und deren SympathisantInnen statt, die auch in Geithain seit mehreren Wochen regelmäßig Einzug halten. Das Wahren der Erinnerung im Land wird somit zeitgleich zu einer Form des aktiven Gegenprotests gegen eine Bewegung, die Holocaust-Verharmlosungen befürwortet und Vergleiche mit dem NS-Regime für ihre Zwecke instrumentalisiert. Die Projektleitenden sehen auch hierin ein wichtiges Zeichen.

Die Verantwortlichen laden herzlich zur Teilnahme an der Symbolischen Putzaktion ein, die auch von einigen Redebeiträgen und Musikstücken begleitet wird. Wir bitten dabei um die Berücksichtigung aller aktuell gültigen Auflagen zum Infektionsschutz.

[Bild: Fotografische Dokumentation der vierfachen Schändung des Stolpersteins in Geithain]

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 23.06.2021, 14:06 Uhr

Ein Stolperstein für Ilse Frankenthal – Verlegung am Dittrichring

Am 29. Juni 2021 findet von 11.00 bis 11.30 Uhr eine Stolpersteinverlegung am Dittrichring 13 im Leipziger Zentrum statt. In den Gehweg am Dittrichring wird nach lockdownbedingter mehrfacher Verschiebung der Gedenkstein für Ilse Frankenthal eingelassen. Damit kann die Erinnerungsstätte an die jüdische Familie Frankenthal vervollständigt werden, denn unter gleicher Adresse liegen bereits die Steine für Ludwig, Günther und Wolfgang Frankenthal. Die Steine des Ehemanns und der beiden Söhne von Ilse Frankenthal wurden bereits im September 2006 verlegt.

Ilse Frankenthal, geb. Hinrichsen, heiratete im Jahr 1928 den Arzt Dr. Ludwig Frankenthal, der als Chefarzt im damals neu eröffneten „Israelitischen Krankenhaus“ tätig war. Das Paar bezog eine Wohnung am Dittrichring 13 und bekam in den Jahren darauf zwei Söhne – Günther (Jg. 1929) und Wolfgang (Jg. 1931). Im Zuge des Novemberpogroms wurde Dr. Ludwig Frankenthal am 10. November 1938 mit über 500 weiteren Leipziger jüdischen Gefangenen in das KZ Buchenwald verschleppt und erst zweieinhalb Wochen später nach vehementer Intervention seiner Frau unter der Bedingung der Ausreise aus Deutschland. Schon am 14. Dezember des gleichen Jahres folgte die Familie dieser Aufforderung und floh in die Niederlande, wo sie jedoch nach der deutschen Besetzung am 8. April 1943 in das KZ Westerbork eingewiesen wurde. Im September 1944 erfolgte dann die Deportation nach Theresienstadt, am 12. Oktober 1944 in das KZ Auschwitz. Während man Ilse und Günther in das Lager eingewiesen hatte, wurden Dr. Ludwig Frankenthal (58 Jahre) und Wolfgang Frankenthal (13 Jahre) bereits zwei Tage nach der Ankunft ermordet. Günther Frankenthal starb nach der Befreiung des Lagers am 28.2.1945 im Alter von 15 Jahren an den Folgen der brutalen Zwangsarbeit. Ilse Frankenthal überlebte als Zwangsarbeiterin und fand später in Brunssum (Niederlande) eine zweite Heimat, wo sie ihre traumatischen Erfahrungen durch künstlerische Arbeiten zu verarbeiten versuchte. Sie starb am 30. Juli 1987 ohne jemals nach Deutschland zurückgekehrt zu sein.

Die Verlegung des Stolpersteins für Ilse Frankenthal findet unter Einhaltung der aktuell gültigen Auflagen zum Infektionsschutz statt und wird von einem kulturellen Rahmenprogramm durch Schülerinnen und Schüler der Henriette-Goldschmidt-Schule begleitet. An dieser Schule hatte Ilse Frankenthal einst als Erzieherin gearbeitet.

Alle, die an der Verlegung teilnehmen möchten, bitten wir in diesem Sinne um Selbstinformation und Berücksichtigung der Maßnahmen zum Infektionsschutz.

Wir freuen uns auf Besucherinnen und Besucher, Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 23.06.2021, 13:06 Uhr

Die Rolle der Frau in der Neonazi-Szene – Veranstaltungsrückblick

Am letzten Donnerstag, dem 16. Juni, fand unser Online-Seminar statt, das sich mit der Rolle der Frauen in der Neonazi-Szene beschäftigte. Nach einführenden Worten äußerte sich die Referentin Andrea Röpke zunächst zur Kindererziehung und dem vorherrschenden Familienbild innerhalb der Szene. Dabei konnte auch mithilfe von weiterführenden Erläuterungen ihrer Recherchen, beispielsweise zur „Heimattreuen Deutschen Jugend“ der autoritäre hierarchische Umgang in nationalistisch-völkischen Kreisen vermittelt werden. Auch die häufig vorherrschende Annahme, dass Frauen in der Szene weniger gewaltbereit sind, als ihre männlichen „Kameraden“, widerlegte die Referentin sowohl unter Bezugnahme auf die dahinterstehende Ideologie als auch anhand zahlreicher Beispiele. Nach einer kurzen Diskussion, in der vor allem die Verwunderung über das Phänomen antifeministischer Frauen thematisiert wurde, begann Andrea Röpke den zweiten teil ihres Vortrages zur Taktik und den Entwicklungen extrem rechter Frauen durch die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Auch dieses Thema wurde von vielen spannenden Beispielen unterlegt und kam zu dem Schluss, dass auch die sehr heterogenen Proteste der letzten beiden Jahre gezeigt haben, dass Frauen, die menschenverachtende Forderungen stellen, keine Ausnahme sind. Das Seminar fand in einem Erfahrungsaustausch zum Umgang mit ideologisch gefestigten Frauen im eigenen Umfeld seinen Schluss.

Wir freuen uns über den gelungenen Abend und die aktive Partizipation aller Teilnehmenden und danken sowohl der Referentin als auch den diskussionsfreudigen Teilnehmenden.

 

Termine
gepostet am: Montag, 07.06.2021, 12:06 Uhr

„Verfemte Musik“ – Konzert im Rahmen der Jüdischen Woche 2021

Die „Jüdische Woche“, die in Leipzig zum bereits 14. Mal gefeiert wird, ist in diesem Jahr eine ganz besondere: sie ist Teil der bundesweiten Feierlichkeiten im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Wie schon in den vergangenen Jahren widmet sich die „Jüdische Woche“ im Rahmen unterschiedlichster Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Gespräche und Kulturangebote der Vielfalt der jüdischen Kunst und Kultur, um ferner die Bedeutung derselben sowie die Erinnerung an die jüdische Geschichte für Deutschland und Europa wachzuhalten.

In diesem Jahr sind erneut mehr als 60 Institutionen und Vereine am Programm beteiligt, die insgesamt mehr als 120 digitale und analoge Veranstaltungen vorbereitet haben. Auch wir beteiligen uns am Programm und möchten in die historischen Räumlichkeiten des Erich-Zeigner-Hauses zu einer besonderen Gelegenheit einladen.

Am 02. Juli laden wir Sie und Euch von 19.00 bis 20.30 Uhr zu einem 90-minütigen Konzert des „DuoWaltherBosch“ im authentischen Ambiente und am Flügel Erich Zeigners ein. Die Musikerinnen Cornelia Walther (Violoncello) und Vanessa Bosch (Klavier) präsentieren ausgewählte Werke der „verfemten Musik“ – im Nationalsozialismus verbotene Musikstücke jüdischer Musiker*innen – und rufen sie ihrem Publikum so auf besondere Weise wieder ins Gedächtnis.

Die für das Konzert ausgewählten Werke sollen dabei nicht nur das Ausmaß der jüdischen Verfolgung unter dem NS-Regime verdeutlichen und daran erinnern, sondern ferner mit Blick auf den fortbestehenden Antisemitismus mahnen.

Cornelia Walther [Violoncello]
arbeitet im Bereich des Kulturmanagements für das Kammermusikfest Sylt und die Konzertreihe MUSICA+ und leitet die Abteilung ‚Kinderkonzerte‘. Darüber hinaus ist sie als Pädagogin und Studio-Cellistin im Raum Frankfurt tätig.

Vanessa Bosch [Klavier]
unterrichtet Klavier, Orgel und Korrepetition. Sie lehrt an der Kunstuniversität Graz und ist als freischaffende Musikerin tätig.

Gemeinsam gehen sie als DuoWaltherBosch einer regen Konzerttätigkeit nach, im Rahmen derer sie auch mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut sowie der Henry und Emma Budge-Stiftung kooperierten.

Als historisch-politischen Bildungsangebot für Jugendliche bieten sie Workshops über Werke verfemter Musik jüdischer Musiker*innen aus der Zeit des Nationalsozialismus an.

Anmeldung

Das Konzert findet unter Berücksichtigung eines entsprechenden Hygienekonzeptes statt. Aufgrund der dadurch begrenzten Anzahl an Plätzen bitten wir um verbindliche Voranmeldungen zur Teilnahme unter veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de (Anmeldefrist: 30. Juni 2021).

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein tagesaktuelles negatives Corona-Testergebnis oder ein Nachweis über eine Impfung (mind. 14 Tage nach Zweitimpfung).
Der Nachweis der Negativtestung ist entsprechend der aktuellen Regelungen zu erbringen – wir bitten hier um Selbstinformation.

Hausrecht
Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

 

Die Veranstaltung wird gefördert und unterstützt durch die Holger-Koppe-Stiftung, die F.C. Flick Stiftung und das Kulturamt der Stadt Leipzig.

 

 

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