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Termine
gepostet am: Mittwoch, 25.11.2020, 12:11 Uhr

Antisemitismus im Alltag – Zoom-Seminar & Gespräch

Es ist soweit: unsere Veranstaltungsreihe geht zu Ende. Am 18.12. werden wir zum letzten Mal in diesem Jahr an einem Freitagabend von 18.00 bis 20.00 Uhr für eine gemeinsame Veranstaltung (digital) zusammenkommen und uns mit einem wichtigen Thema der politischen Bildung befassen.

Den thematischen Ausklang in diesem Jahr soll dabei eine Veranstaltung über „ZOOM“ darstellen, die als eine Art Gespräch mit großem interaktivem Potenzial gestaltet wird. Die Referenten und Gesprächspartner des Abends, Marc Schwietring und Sigmount A. Königsberg, werden das Thema „Antisemitismus im Alltag“ anhand von sechs zuvor ausgearbeiteten Thesen besprechen, die ganz bewusst zum Nachdenken anregen und Debatten provozieren sollen.

These 1: „Antisemitismus ist das Gerücht über Juden.“ (Theodor W. Adorno)

These 2: Antisemitismus darf nicht nur auf Rechts- und Linksextremist*innen sowie Islamist*innen externalisiert werden, sondern ist Teil – und somit Problem – der gesamten Gesellschaft.

These 3: In Deutschland gilt derjenige, der auf Antisemitismus hinweist, für viel gefährlicher als der Antisemit selbst.

These 4: Der moderne Antisemit sagt nicht mehr: „Ich hasse Juden!“, sondern „Ich hasse Israel!“ – meint aber das gleiche.

These 5: Antisemitismus gehört zur kulturellen DNA Europas.

These 6: Antisemitismus ist kein Vorurteil, sondern manichäisches Weltbild.

Zusätzlich laden die Redner dazu ein, im Zuge der Anmeldung zur Veranstaltung eigene Fragen oder Thesen zum Thema einzureichen, die dann nach Möglichkeit in den Abend integriert und besprochen werden sollen.

Marc Schwietring ist Politikwissenschaftler, seit 2009 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Universitäten tätig und fokussiert sich in seiner Forschung vor allem auf die Politische Psychologie sowie Rechtsextremismus- und Antisemitismusforschung. An der FU Berlin bietet er Kurse zum Thema Populismus, Nationalismus und Rechtsextremismus an.

Sigmount A. Königsberg, geb. 1960 in Saarbrücken, studierte Kommunikationswissenschaft, Geschichte und Politikwissenschaft an der FU Berlin. Seit 1994 ist er Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und seit dem 1.9.2017 deren Beauftragter gegen Antisemitismus.

Die Moderation des Abends übernimmt Henry Lewkowitz.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Wir erbitten jedoch eine formlose Voranmeldung bis zu 16.12. (gerne unter Zusendung einer eigenen Frage) für die anschließende Zusendung der Einwahldaten zum Seminar per Mail an veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de

Wir hoffen auf ein spannendes Gespräch.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 18.11.2020, 9:11 Uhr

Historisch politische Bildungsarbeit – Abschluss-Fachtagung

Nachdem der Erich-Zeigner-Haus e.V. im vergangenen Jahr einen Leitfaden zur Historisch-politischen Bildungsarbeit veröffentlichte, konnte selbiger in diesem Jahr als Grundlage für eine Workshopreihe dienen, welche nun am 05.12.2020 mit einer Fachtagung zum Abschluss kommen soll.

In vier verschiedenen Städten in Nordsachen – Eilenburg, Torgau, Schkeuditz und Taucha – hatten in den letzten Monaten regelmäßige Zusammentreffen ortsansässiger Multiplikator*innen stattgefunden, welche zur eigenständigen Durchführung erinnerungskultureller Projekte geschult und befähigt wurden. Die Vermittlung von benötigtem Hintergrundwissen ebenso wie wichtigen Tipps sollte den Teilnehmenden das notwendige Handwerkszeug mitgeben. Alle Hinweise und Handreichungen wurden dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern gleichermaßen praktisch umgesetzt, z.B. in Form von eigener Archivrecherche als Vorbereitung für ein Stolpersteinprojekt. Nun soll eine abschließende Tagung mit allen vier Workshopgruppen sowie weiteren interessierten Multiplikator*innen ein Zusammentragen des Erlernten, eine Vorstellung der erarbeiteten Projekte und eine Vernetzung untereinander ermöglichen.

Hierzu laden die Projektinitiatoren am 05. Dezember ab 10 Uhr (und bis max. 13 Uhr) ein.
Stattfinden wird die Tagung aufgrund des derzeitigen Infektionssgeschehens digital über die Videokonferenz-Plattform „ZOOM“.

Die Teilnahme an der Abschlusstagung ist kostenfrei. Wir bitten um eineverbindliche, formlose Anmeldung bis zum 03.12.2020 per E-Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Eine Zusendung der Einwahldaten erfolgt dann am 03.12. nach Eingang aller Anmeldungen.

Eine vorherige Partizipation an den einzelnen Workshops ist nicht erforderlich.
Auf unsere Website finden Sie weitere Informationen zu unseren Workshops/Multiplikator*innen-Schulungen in Nordsachsen.

Presse
gepostet am: Montag, 16.11.2020, 10:11 Uhr

Zeitzeugengespräch mit Raphaël Esrail – ein Rückblick

Schülergruppe richtet Fragen an Französischen Holocaustüberlebenden

Am 12.11.2020 fand im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem Neuen Nikolaigymnasium Leipzig und der Schule Edouard Belin in der französischen Gemeinde Vesoul ein binationales Projekt statt, welches durch eine Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, dem CIVS und dem Institut français Leipzig ermöglicht wurde.

Von 13 bis 15 Uhr bekamen insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler aus dem Französischleistungskurs der 11. Klasse des Neuen Nikolaigymnasiums die Gelegenheit, über ZOOM an einem digitalen Zeitzeugengespräch mit dem französischen Holocaustüberlebenden Raphaël Esrail teilzunehmen. Vorab hatten die Jugendlichen, unterstützt durch Vertreter:innen des Erich-Zeigner-Haus e.V., Fragen für den Zeitzeugen vorbereitet, die sie ihm anschließend in der Zoom-Konferenz mit Simultanübersetzung stellen  konnten.

Raphaël Esrail, 1925 in Lyon geboren, war Teil der französischen Résistance, der Widerstandsbewegung gegen die Nationalsozialisten, gewesen. Er spezialisierte sich in Lyon auf das Fälschen von Papieren. 1944 wurde er verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Liliana Badour, die er kurz vorher kennengelernt hatte, erlitt das gleiche Schicksal. Beide überlebten Auschwitz-Birkenau, obwohl Raphaël Esrail noch einen „Todesmarsch“ antreten musste.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich Raphaël Esrail und Liliana Bardour wieder und heirateten.
Raphaël Esrail ist einer der wichtigsten noch lebenden französischen Zeitzeugen des Holocausts.

Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnern und -partnerinnen aus Deutschland und Frankreich für dieses ganz besondere Zeitzeugengespräch, welches auch den Jugendlichen als eine ganz besondere Erfahrung im Gedächtnis bleiben wird.

Bildquelle: Interviewbeitrag von ARD und RBB. „Auschwitz und Ich“. https://auschwitzundich.ard.de/erinnern-an-auschwitz/ueberleben-nach-auschwitz/beitraege/raphael-esrail.html

Presse
gepostet am: Dienstag, 10.11.2020, 15:11 Uhr

Rückblick und Danksagung – Gedenkaktion Mahnwache und Stolpersteine Putzen

Liebe Leipziger Putzpatinnen und Putzpaten,

wir möchten uns als Erich-Zeigner-Haus e.V. herzlich bei Euch und Ihnen bedanken; nicht nur für das Putzen der Stolpersteine und das Abhalten der Mahnwachen, sondern auch für die langjährige Unterstützung, für das Zusenden von Bildern und Rückmeldungen, für das Teilen unserer Gedenkaktion und für das unglaubliche Engagement jeder/s Einzelnen in Zeiten, die durch Abstandhalten, Masketragen und fehlenden Kontakt zu den Mitmenschen geprägt sind. Wir sind unglaublich froh, dass trotz der widrigen Umstände an allen Stolpersteinen gestern ein Licht geleuchtet hat und an 209 Stellen in Leipzig heute vor Glanz die Stolpersteine von niemandem übersehen werden können.

Als Rückblick lässt sich von unserer Seite nur sagen, dass wir bisher keine Beschwerden vernommen haben, dass nirgendwo Mahnwachen gestört wurden oder Stolpersteine an ihrem Platz gefehlt haben. Falls doch noch etwas gemeldet werden muss, sind wir per Mail und Telefon zu erreichen. Viele haben uns tolle Bilder zukommen lassen, die wir natürlich auch gerne teilen möchten. Unter den Hashtags #keinvergessen #glänzenstattausgrenzen #stolpersteine können sicher auch heute noch Bilder der Stolperstein-Putzaktion auf den verschiedenen sozialen Plattformen geteilt werden.  Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden und wünschen Euch / Ihnen alles Gute und beste Gesundheit!

Das Team aus dem Erich-Zeigner-Haus

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 05.11.2020, 18:11 Uhr

Gedenkaktion Mahnwache und Stolpersteine Putzen 2020

Liebe TeilnehmerInnen der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ 2020,

Jede und jeder von Ihnen wird derzeit die aktuelle Situation wegen der Corona-Pandemie verfolgen und schweren Herzens mitbekommen haben, dass der November uns alle vor neue Herausforderungen stellt – auch an Gedenktagen.

Als Koordinatoren und Organisierende haben wir beschlossen, die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ in diesem Jahr nicht abzusagen, sondern an Sie als private Akteure zu appellieren, sich stets an die Vorgaben und Regelungen zu halten. Was bedeutet das genau? Es bedeutet, dass Sie an dem Stolperstein, an welchem Sie zwischen 10 und 18 Uhr gedenken, mahnen und putzen möchten, mit höchstens 10 Personen aus maximal 2 Haushalten unter Einhaltung der Maskenpflicht und des Abstands zueinander sein können. Wir möchten Sie darum bitten, sich und andere in diesen Tagen zu schützen und gemeinsam als Zivilgesellschaft nicht nur durch das Putzen der Stolpersteine an die Opfer und Grauen des Nationalsozialismus zu gedenken, sondern auch gemeinsam als Gesellschaft und Bürgerinnen und Bürger von Leipzig achtsam zu sein und gemeinsam eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Veranstaltung haben wir unter eben diesen geltenden Regelungen beim Ordnungsamt angemeldet.

Nichtsdestoweniger wünschen wir Ihnen eine würdige und gelingende Gedenkaktion und wünschen Ihnen und Ihren Familien, dass Sie gesund bleiben.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung und Teilnahme!

 

Termine
gepostet am: Donnerstag, 05.11.2020, 18:11 Uhr

„Die Bedeutung der katholischen und evangelischen Kirche beim Aufstieg des Nationalsozialismus“ – ZOOM-SEMINAR

Am 20. November um 18 Uhr laden wir zum vorletzten digitalen Seminar im Rahmen unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe ein.

Im Rahmen der Online-Veranstaltung bespricht der Referent des Abends, Dr. Dirk Schuster, die Gründe der relativ hohen Unterstützungsrate kirchlicher Amtsträger zugunsten der NSDAP und beleuchtet anschließend näher die möglichen Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen. Dabei wird auch auf die jeweils theologischen Argumentationen zur Unterstützung der Hitler-Partei eingegangen. Anschließend wird in einem zusammenfassenden Überblick die Stellung der einzelnen christlichen Konfessionen gegenüber dem Nationalsozialismus in der Zeit zwischen 1933 und 1945 gegeben.

Dr. Dirk Schuster absolvierte an der Universität Leipzig das Studium der Mittleren/Neueren Geschichte und der Religionswissenschaft. 2016 wurde er an der Freien Universität Berlin mit der Dissertationsschrift „Die Lehre vom arischen Christentum. Das wissenschaftliche Selbstverständnis im Eisenacher »Entjudungsinstitut«“ promoviert. Heute ist er akademischer Mitarbeiter an der Universität Potsdam. Seine Forschung fokussiert sich insbesondere auf die Interdependenzen von Religion und Politik, die Bedeutung von Religion im Nationalsozialismus und neue religiöse Bewegungen.

Die Moderation des Abends übernimmt Maximilian Steinhaus. Er ist Jurist, studierte bis März 2012 Rechtswissenschaften an der FSU Jena und ist bei der Giordano-Bruno-Stiftung als Sprecher für deren Leipziger Regionalgruppe aktiv.

Wie schon in den vergangenen Monaten erbitten wir auch hier eine Voranmeldung zum Online-Seminar per Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de

Die Zugangsdaten für Zoom werden dann ab dem 18. November versendet.
Wir freuen uns wie immer über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und auf ein spannendes Online-Seminar.

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 04.11.2020, 12:11 Uhr

Verschwörungsideologien und rechten Umsturzfantasien entgegentreten – Gegendemonstration am 07.11.2020 – „Leipzig nimmt Platz“

Liebe Unterstützer:innen, liebe Interessierte,

das politische Geschehen derzeit ist in so vieler Hinsicht bewegend und bedeutsam. Wirft man speziell einen Blick auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Spaltungen in der Gesellschaft, lässt sich die politische Brisanz keinesfalls abstreiten. In Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, sich mit Fakten auseinanderzusetzen, auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die sich tagtäglich erweitern, zu hören und zu beobachten, was passiert. Dazu gehört natürlich auch: Aufmerksam bleiben, hinterfragen, mitdenken. Doch wenn Bewegungen, die für sich behaupten, eben jenes zu tun, stattdessen mit Verschwörungsmythen um sich werfen, ihre Anhänger:innen mit vermeintlichen Fakten gegen die Politik und demokratische Verhältnisse aufbringen wollen und dies innerhalb der Gesellschaft nicht nur zu Konflikten und Unmut führt, sondern darüber hinaus auch alle anderen Menschen potenziell gefährdet, muss eine klare Positionierung die Reaktion sein.

Wir als Verein sprechen uns daher hiermit deutlich gegen die verschwörungsideologische Bewegung aus, deren Ableger nun am kommenden Samstag, den 07. November, zu einem Protest in Leipzig aufruft. Problematisch ist an dieser Bewegung neben der Verbreitung von Falschinformationen und der Anstiftung zum Verweigern der auf unsere Gesundheit ausgerichteten Sicherheitsmaßnahmen (wie z.B. dem Tragen der Mundnasenmasken) auch ihre Zusammensetzung. Während häufig betont wird, wie bunt durchmischt diese „kritischen“ Bewegungen doch seien – und ja, natürlich sind nicht alle Demonstrant:innen der Bewegung dem rechtsorientierten Spektrum zuzuweisen – dürfen wir dennoch nicht darüber hinweg sehen, dass sich die „Querdenker“ nicht nur nicht von rechten und rechtsextremen Mitlaufenden distanzieren, sondern diesen rechten Anhang bewusst dulden oder sogar mit ihnen sympathisieren. Unter den Verschwörungsgläubigen (Stichwort: QAnon) finden sich daher auch gewaltbereite Reichsbürger:innen und Neonazis sowie andere rechte Netzwerke, die sich allesamt am 07.11. in Leipzig zusammenfinden wollen.

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig-nimmt-Platz“ hat zu einer Gegendemo zu dieser Veranstaltung aufgerufen. Wir möchten den Aufruf zu dieser Demonstration, die am Samstag um 13 Uhr mit einer zentralen Protestkundgebung am Augustusplatz beginnen wird, hiermit teilen.

Gerne würden wir jede und jeden zur Teilnahme an der Gegendemonstration von „Leipzig-nimmt-Platz“ für ein klares Bekenntnis gegen diese Demokratiefeindlichkeit auf der Straße aufrufen. Da auf Demos aber vielleicht nicht immer der notwendige Sicherheitsabstand eingehalten werden kann, wollen zunächst zum Lesen dieses Aufrufes, zur Selbstinformation und gerne auch zu kreativen Formen des Aktivismus (z.B. das Gestalten von Banner, die dann aus dem eigenen Fenster gehangen werden) anregen. Auch das Weiterleiten von Informationen kann einen wichtigen Beitrag leisten.

Nichtsdestotrotz kann eine Teilnahme an der Gegendemo von „Leipzig-nimmt-Platz“ für einige der richtige Weg sein.
Wir bitten in diesem Fall um das Berücksichtigen der Auflagen, das Einhalten der Sicherheitsabstände sowie das Tragen der Mundnasenmasken und rufen zum aufmerksamen Verhalten vor Ort auf.

Presse
gepostet am: Montag, 02.11.2020, 14:11 Uhr

„Gedenktafeleinweihung zur Erinnerung an die jüdische Familie Rotter“ – ein Rückblick

Am vergangenen Donnerstag, dem 29. Oktober 2020, konnte endlich ein ganz besonderes Projekt abgeschlossen werden, welches die Schülerinnen und Schüler des Neuen Nikolaigymnasiums Leipzig im Laufe des Jahres unter Betreuung ihres Lehrers Herrn Ingolf Thiele und unter Anleitung des Erich-Zeigner-Haus e.V. durchgeführt haben. Ziel des Projektes war die Rekonstruktion der Geschichte und des Schicksals der jüdischen Familie Rotter, die einst in Leipzig gelebt und dort nicht nur ein Geschäft besessen, sondern auch eine besondere Bedeutung für die jüdische Gemeinde von Leipzig innegehabt hatte. Nennenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem das Engagement der Familienmitglieder mit Blick auf die Geschichte des jüdischen Fußballs, da Adolf Rotter, das Familienoberhaupt, maßgeblich an der Gründung des jüdischen Sportklubs „Bar Kochba Leipzig“ beteiligt gewesen war.

Die Gedenktafel, die nun an die Familienmitglieder erinnert, wurde am vergangenen Donnerstag an der Gebäudefassade am „Brühl 33“ in der Leipziger Innenstadt feierlich enthüllt. An dieser Stelle hatte sich einst die „Rauchwarengrosshandlung und Kommission“ der Familie unter der damaligen Adresse „Brühl 45“ befunden.

Mit der Gedenktafel wird ein Zeichen der öffentlichen Erinnerung gesetzt und auf das Engagement der Familie in der jüdischen Gemeinde in Leipzig aufmerksam gemacht. Gleichzeitig soll die Inschrift der Tafel auch an die Verfolgung der einzelnen Familienmitglieder unter dem NS-Regime erinnern.

 

Trotz der besonderen Auflagen aufgrund der derzeitigen Pandemielage durften wir viele Menschen zur Gedenktafeleinweihung begrüßen. Wir freuen uns über die rege Teilnahme und bedanken uns für das große Interesse an der Veranstaltung, welcher den Auflagen entsprechend mit Mundnasenmasken und Sicherheitsabstand beigewohnt wurde.

Ferner gilt unser Dank allen, die an der Gestaltung der Einweihungsveranstaltung mitgewirkt und diese vorbereitet und ermöglicht haben – den Schülerinnen und Schülern des Neuen Nikolaigymnasiums und ihrem Lehrer Herrn Thiele für das große Engagement bei der Recherche und der Durchführung des Projektes, dem anwesenden Chor für die musikalische Begleitung, Frau Dr. Gerlinde Rohr (Leiterin Sportmuseum Leipzig a. D.) und Herrn Yuval Rubovitch für die Redebeiträge zur Geschichte der Familie und des SK Bar Kochba.

Zu guter Letzt danken wir der Holger Koppe-Stiftung für die Förderung des Projektes.

Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Montag, 02.11.2020, 12:11 Uhr

Absage des Vortrags: Politische Dimensionen von erinnerungskultureller Arbeit in Leipzig

Liebe Studierende, liebe Interessierte,

aufgrund der neuen Maßnahmen der Bundesregierung und des Freistaats Sachsen sind wir leider nicht in der Lage unsere Veranstaltung „Politische Dimensionen von erinnerungskultureller Arbeit in Leipzig“, die am 4.11.2020 von 18 bis 20 Uhr und im Rahmen der Kritischen Einführungswochen (KEW) der Universität Leipzig hätte stattfinden sollen, durchzuführen.
Wir hoffen auf Verständnis für diese leider doch sehr kurzfristige Absage angesichts der derzeitigen Pandemie-Entwicklung.
Jene, die sich für erinnerungskulturelle Projekte und unsere historisch-politische Bildungsarbeit interessieren, möchten wir abschließend jedoch gerne auf unser diesjähriges Veranstaltungsprogramm hinweisen, welches durch seine digitale Konzeption auch weiterhin wie geplant stattfinden können wird. Wir laden daher bereits jetzt zur Teilnahme an unserer nächsten Online-Veranstaltung ein, die am 20. November über ZOOM mitverfolgt werden kann. Weitere Informationen zu dieser sowie zu unserer Dezemberveranstaltung werden in Kürze auf unserer Homepage und auf unserer Facebookseite veröffentlicht. Weitere Informationen zu unseren Veranstaltungen werden regelmäßig über unseren Newsletter geteilt. Für ein Abonnement erbitten wir eine kurze Rückmeldung an die folgende Emailadresse:  kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de

Wir wünschen alle beste Gesundheit, kommen Sie gut durch die uns bevorstehende Zeit

Ihr Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Freitag, 30.10.2020, 9:10 Uhr

In Erinnerung an unser langjähriges Vereinsmitglied Prof. Dr. Cornelius Weiss

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Bedauern haben wir erfahren, dass Prof. Dr. Cornelius Weiss am vergangenen Dienstag verstorben ist. Der Rektor der Leipziger Universität und ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete hatte innerhalb seines Lebens nicht nur zahlreiche Ämter inne und beeindruckte durch sein außerordentliches Wissen, seine Persönlichkeit und sein Engagement. Er war auch ein sehr geschätztes Mitglied des Erich-Zeigner-Haus e.V.
Von Anfang an unterstützte er uns bei der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ am 9. November und sprach für den Verein die Gedenkworte beim Erinnerungsakt am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Gottschedstrasse.

Wir werden Cornelius Weiss in unserer Arbeit sehr vermissen, sprechen den Angehörigen unser herzliches Beileid aus und wünschen Ihnen viel Kraft in Zeiten der Trauer.

 

Der Vorstand des Erich-Zeigner-Haus e.V.

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