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Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 03.12.2019, 10:12 Uhr

Stolpersteinverlegungen am 29. November – ein Rückblick

Am vergangenen Freitag haben wir gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig und Schülern und Schülerinnen aus Schkeuditz, Liebertwolkwitz und Leipzig insgesamt fünf Stolpersteine verlegt. Gerne möchten wir in einem kleinen Rückblick Eindrücke dieses erfolgreichen Tages teilen.

Begonnen hat der Tag um 9.00 Uhr mit der Verlegung der ersten Stolpersteine für Opfer der NS-Euthanasie in Schkeuditz. Wir verlegten Gedenksteine für Charlotte Rohde, Georg Fritzsche und Ernst Hennig. Trotz der frühen Uhrzeit fanden sich viele Besucher*Innen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer der NS-Euthanasie ein, um mit uns gemeinsam den Schicksalen zu gedenken. Begleitet wurden die Verlegungen durch ein von den Schüler*innen des Schkeuditzer Gymnasiums eigens gestaltetes kulturelles Rahmenprogramm und das Verlesen der Biografien. Auch der Oberbürgermeister von Schkeuditz erschien bei den Verlegungen und hielt eine bewegende Rede, in der er vor allem auch die Wichtigkeit der gedenkkulturellen Arbeit in der heutigen Zeit betonte.

      

Wir bedanken uns bei den Schüler*innen für die ausgiebige Recherche, die Spendensammlung, durch die die Verlegungen erst möglich wurden, sowie für die Ausarbeitung des kulturellen Rahmenprogramms. Des Weiteren gilt unser Dank dem Oberbürgermeister Herrn Bergner und allen Bürger*innen, die durch Spenden das Projekt unterstützt und/oder an den Verlegungen teilgenommen haben. Zu guter Letzt möchten wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Unterstützung und Förderung des Projektes unseren Dank aussprechen.

Im Anschluss an die Verlegungen in Schkeuditz fand die Stolpersteinverlegung in Störmthal statt. Um 11:30 Uhr verlegten wir hier den Gedenkstein für Heinz Geidel, der ebenfalls ein Opfer der NS-Euthanasie war. Mit der Verlegung des ersten Stolpersteins in Störmthal fand ein Projekt der Schüler*Innen der Geschwister-Scholl-Schule Liebertwolkwitz seinen Abschluss. Die ebenfalls durch ein von den Schüler*innen eigens ausgearbeitetes kulturelles Rahmenprogramm begleitete Verlegung war gut besucht – ca. 60 Personen nahmen teil und gedachten gemeinsam mit uns dem Schicksal von Heinz Geidel, dessen Biografie ebenfalls von den Schüler*innen vorgetragen wurde. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmer*innen für das Kommen und die kräftige Unterstützung bedanken. Auch gilt unser Dank der Holger-Koppe-Stiftung, die dieses Stolpersteinprojekt unterstützt und gefördert hat.

     

Um 14.15 Uhr verlegten wir den letzten Stolperstein des Tages in Leipzig vor der Sporthalle in der Brüderstraße, ehemalige Turnerstraße. Durch die Verlegung des insgesamt fünften Steines für einen Menschen, der nach § 175 verfolgt wurde, erinnerten wir gemeinsam mit ca. 80 Besucher*innen an das Schicksal von Werner Kähler, einem homosexuellen Verfolgten, der einst in der Turnerstraße 9 gelebt hatte. Das Projekt wurde von 15 Schüler*innen der Klassen 7-10 des hiesigen Reclamgymnasiums durchgeführt, die als Mitglieder der ersten queeren Schüler*innen-AG („LGBTQ+ & Allies“) in Sachsen so nicht nur einen wichtigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur hinsichtlich der Verbrechen des Nationalsozialismus leisteten, sondern sich darüber hinaus deutlich gegen Diskriminierung von homosexuellen oder queeren Menschen positionieren.

Das Projekt rund um das Schicksal von Werner Kähler stellt das erste Projekt dieser Art da, das vom Erich-Zeigner-Haus e.V. betreut wurde. Auch hier möchten wir uns bei allen Schüler*innen, Redner*innen, Besucher*innen und Teilnehmer*innen für die wichtige Arbeit, die Unterstützung und das Interesse bedanken. Besonderer Dank gilt überdies der Projektleiterin Gloria Pfister, die nicht nur bei der Recherchearbeit, sondern auch bei der Spendensammlung und der Gestaltung der Verlegungsveranstaltung unterstützend an der Seite der Schüler*innen-AG stand.

Darüber hinaus danken wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Förderung und Unterstützung des Projektes.

    

Abschließend gilt all jenen ein ganz besonderer Dank, die durch eine finanzielle Spende die Jugendprojekte in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig unterstützt haben. Ohne diese Form der finanziellen Unterstützung wäre keine dieser Verlegungen möglich gewesen.

 

Termine
gepostet am: Freitag, 29.11.2019, 18:11 Uhr

„HISTORISCH-POLITISCHE BILDUNGSARBEIT. EIN LEITFADEN.“ – Präsentationen

Wir laden ein – zur Vorstellung des Leitfadens zur historisch-politischen Bildungsarbeit!

Der Leitfaden wird vom Erich-Zeigner-Haus e.V. herausgegeben und gründet auf der Arbeit des Vereines für Weltoffenheit und Zivilcourage. Die Autoren Henry Lewkowitz und PD Dr. Nils M. Franke blicken auf jahrelange Erfahrungen in der historisch-politischen Bildungsarbeit zurück und widmen sich in ihrem Leitfaden der Frage nach den Möglichkeiten der Gestaltung gedenkkultureller Arbeit. In ihrer Broschüre stellen sie daher nicht nur eine Auswahl praxisorientierter Jugendprojekte vor, die der Orientierung der eigenen Projektgestaltung dienen können, sondern bieten überdies konkret am Beispiel Nordsachsens eine inhaltliche Grundlage der historisch-politischen Bildungsarbeit an. Der Leitfaden versucht, zur selbstständigen Projektarbeit zu motivieren und sich aktiv gegen das Vergessen von Verbrechen in der NS-Diktatur einzusetzen.

Henry Lewkowitz, Jahrgang 1989, studierte Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften und Philosophie an der Universität Leipzig sowie Kulturwissenschaften und Geschichte an der Fernuniversität in Hagen. Aktuell ist er geschäftsführender 2. Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und initiiert nunmehr seit vielen Jahren Projekte mit Schülergruppen, deren Anliegen das Setzen von Denkmälern für die Opfer des Nationalsozialismus und sogenannte „Stille Helden“ ist.

PD Dr. Nils M. Franke, Jahrgang 1971, ist Historiker, Kommunikationswissenschaftler und Privatdozent an der Universität Leipzig. Seit 2005 ist er Leiter des Wissenschaftlichen Büro Leipzigs und analysiert seit Jahren die Geschichte des rechtsextremistischen Denkens sowie die Entwicklung von Konzepten wie Heimat, Globalisierung und Identität.

Die Autoren vereint das gemeinsame Engagement im Bereich der historisch-politischen Bildung und die Zusammenarbeit im Rahmen verschiedener Projekte des Erich-Zeigner-Haus e.V. in und um Leipzig.

Hier noch einmal die genauen Daten zu den Präsentationsveranstaltungen:

11.12.2019, von 18-20 Uhr
Stadtbibliothek Schkeuditz
Bahnhofstraße 9
04435 Schkeuditz

16.12.2019, von 18-20 Uhr
Mehrgenerationenhaus Arche Eilenburg
Nikolaiplatz 3
04838 Eilenburg

Wir freuen uns auf viele Interessierte, die Lust haben, mehr über die historisch-politische Bildungsarbeit zu lernen.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 28.11.2019, 15:11 Uhr

Solidarität mit dem VVN-BdA Berlin – Finanzamt entzieht rückwirkend den Status der Gemeinnützigkeit

Am vergangenen Freitag wurde die Entscheidung des Berliner Finanzamts bekannt gegeben, dass der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e.V. der Status der Gemeinnützigkeit entzogen wurde. Grundlage der Entscheidung ist die Darstellung des bayrischen Verfassungsschutzes, die Landesvereinigung Bayern der VVN-BdA sei „linksextremistisch beeinflusst“.

Der VVN-BdA wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Überlebenden des Holocaust gegründet und hat seitdem wichtige Erinnerungsarbeit geleistet, Gedenken an die Opfer der NS-Zeit initiiert und sich vor allem dafür eingesetzt, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Durch eine solche Arbeit leisten Vereine und Verbände wie der VVN-BdA einen wichtigen Beitrag auch mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen. Es sind nicht nur Vorfälle wie der rassistisch und antisemitisch motivierte Anschlag in Halle, sondern vor allem auch das Erstarken der parlamentarischen wie auch außerparlamentarischen Rechten, die zeigen, dass antifaschistisches Engagement und Einsatz gegen rassistisches Gedankengut und Antisemitismus dringend gebraucht werden und ein gemeinnütziges Anliegen in der Gesellschaft darstellen. Die Entscheidung, einer der wichtigsten Organisationen in diesem Bereich den Gemeinnützigkeitsstatus zu entziehen, erschwert diese wichtige Arbeit massiv und wird, sofern sie Bestand hat, weitreichende Konsequenzen haben – insbesondere finanzieller und gesellschaftspolitischer Art.

Als Erich-Zeigner-Haus e.V. erklären wir uns daher solidarisch mit der Bundesvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e. V. und sehen in dessen Arbeit einen klaren gemeinnützigen Zweck. Wir hoffen, dass diese Entscheidung der Berliner Finanzverwaltung keinen juristischen Bestand in Zukunft haben wird!

Eine Stellungsnahme des Leipziger VVN-BdA finden Sie unter dem folgenden Link:  http://vvn-bda-leipzig.de/?fbclid=IwAR03VUqPZxoujDiQhRheqFbdsTWhCiJJmVBuePxi5sE_nTjqt1aokUCBQDs

Wer ebenfalls seine Stimme für eine Rücknahme des Gemeinnützigkeits-Entzuges kundtun möchte, kann zudem die dort gelisteten Petitionen mitunterzeichnen.

Termine
gepostet am: Montag, 25.11.2019, 15:11 Uhr

Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD

Podiumsdiskussion am 13. Dezember von 18:00 bis 20:00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Referent Dr. Harry Waibel

Obwohl sich nach Ende des zweiten Weltkrieges 1949 Deutschland in Ost- und Westdeutschland aufteilte, sahen sich die beiden unterschiedlichen Staaten mit dem gleichen Problem konfrontiert: Bei der Etablierung einer neuen Staatsform galt es nun für beide Regierungen, einen Umgang mit der Vergangenheit zu finden. Immerhin hatten große Teile ihrer Bevölkerung zuvor das System der Nationalsozialisten unterstützt. Noch dazu  hob die „Hydra des Neonazismus“ immer wieder den Kopf. Wie gingen die beiden Staaten erinnerungskulturell und politisch mit dieser Sache um und welche Unterschiede gab es in den beiden Aufarbeitungskulturen von Ost- und Westdeutschland?

Dr. Harry Waibel studierte Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Freiburg und an der Freien Universität Berlin. Dort schloss er sein Studium als Diplom-Pädagoge ab. Seit der Wende erforscht der Historiker und Soziologe den Neonazismus in der DDR und wurde am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin promoviert. Seine Themenschwerpunkte sind Rechtsextremismus und Antisemitismus. Im Jahre 2014 erschien sein Buch „Der gescheiterte Anti-Faschismus der SED: Rassismus in der DDR“.

Caroline Müller studiert an der Universität Leipzig Philosophie und Religionswissenschaften. Seit 2017 ist sie als Vorstandsmitglied und freie Mitarbeiterin im Verein tätig.

 

Der Eintritt ist frei!

Unterstützt wird die Veranstaltung vom ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V.

Veranstaltung
gepostet am: Montag, 11.11.2019, 11:11 Uhr

„MAHNWACHE UND STOLPERSTEINE PUTZEN“ 2019 – Rückblick & Dankeschön

Am vergangenen Freitag, den 08.11.2019, fand die diesjährige Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ statt, die wie auch in den vergangenen Jahren von unserem Verein organisiert wurde. Unsere Auftaktveranstaltung am Dittrichring kann ebenso wie die städtische Gedenkveranstaltung, die im Anschluss stattfand, als erfolgreich bewertet werden. Beide Veranstaltungen wurden von starken Redebeiträgen und bewegenden Gebeten begleitet und haben uns gemeinschaftlich innehalten lassen.

      

Wir möchten uns bei allen bedanken, die an unserer Veranstaltung teilgenommen, die Aktion unterstützt und/oder Putzpatenschaften für Stolpersteine übernommen haben.

Die Teilnahme so vieler Menschen in ganz Leipzig, die gemeinschaftlich am vergangenen Freitag mehr als 200 Stolpersteine geputzt, mit Biografien, Lichtern oder Blumen versehen und Mahnwachen abgehalten haben, muss ganz besonders hervorgehoben werden.


Auch am Sonntagabend konnte man an vielen Stellen noch Lichter und Rosen entdecken und über die Steine „stolpern“, stehen bleiben und gedenken. So ist es nicht nur der Gedenktag selbst, an dem das alljährliche Stolpersteine Putzen und das Abhalten der Mahnwachen wirkt.

 

Presse
gepostet am: Freitag, 08.11.2019, 11:11 Uhr

STOLPERSTEIN IN GROITZSCH DARF NACH ERSTER ABLEHNUNG NUN DOCH VERLEGT WERDEN

Nachdem der Stadtrat in Groitzsch vor wenigen Wochen eine geplante Stolpersteinverlegung zum Gedenken an die Jüdin Anna Reichardt vor ihrem ehemaligen Wohnhaus ablehnte, wurde nun in einer erneuten Stadtratssitzung die Verlegung des Gedenksteines genehmigt.

Diese Neuigkeit freut uns sehr, insbesondere am Morgen des heutigen Tages, an dem wir den Opfern der Reichspogromnacht vom 09.11.1938 gedenken und Mahnwachen an den bereits verlegten Stolpersteinen abhalten wollen.

Die Schüler*innen des Wiprecht-Gymnasiums können ihr Projekt nun fortsetzen und mit der Spendensammlung für den Gedenkstein beginnen, um die Verlegung des Stolpersteins für Anna Reichardt am 27.Februar 2020 umsetzen zu können.

Wir bedanken uns für jede Unterstützung!

Dieses Projekt wird unterstützt von der F.C. Flick Stiftung.

Presse
gepostet am: Freitag, 01.11.2019, 14:11 Uhr

Erste Ablehnung einer Stolpersteinverlegung im Landkreis Leipzig

Seit Jahren kümmert sich unser Verein um die Erinnerungskultur in Leipzig und begleitet u.a.Projekte mit Schüler*innen verschiedener Schulen in und um Leipzig, deren Ziel die Erstellung von Gedenktafeln oder die Verlegung von Stolpersteinen ist. Im Rahmen der sogenannten „Stolperstein-Projekte“ erschließen die Jugendlichen unter wissenschaftlicher Begleitung die Schicksale verfolgter Personen in der NS-Diktatur und arbeiten hierfür mit Originaldokumenten aus dem Staatsarchiv. Die rekonstruierten Biografien dienen dann letztlich der Herstellung von Gedenksteinen, die vor den letzten freiwilligen Wohn- oder Arbeitsorten der Verfolgten in den Boden eingelassen werden, um ihnen zu gedenken und für die Zukunft zu mahnen. Bislang wurden im Landkreis Leipzig stets alle Stolpersteinverlegungen, die wir für derartige Jugendprojekte beantragt haben, genehmigt. Nun kam es jedoch erstmalig zu einer Ablehnung einer Stolpersteinverlegung im Landkreis durch den Stadtrat in Groitzsch.
Unsere klare Position zu diesem Vorfall und die genaueren Umstände dieser Ablehnung hat ein Journalist der Leipziger Volkszeitung am vergangenen Wochenende in einem Artikel zusammengetragen.

Wir bedauern es sehr, dass wir das Stolpersteinprojekt in Groitzsch nach jetzigem Stand nicht beenden können und der Jüdin Anna Reichardt nicht so gedenken dürfen, wie es im Sinne der Stolpersteine angedacht ist. Es ist uns insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen wie auch politischen Entwicklungen ein Anliegen, über einen solchen Vorfall zu informieren. Unser Verein wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass Projekte wie dieses umgesetzt werden können und die Wichtigkeit derartiger gedenkkultureller Arbeit an die Öffentlichkeit getragen wird.

 

Untenstehend finden Sie den Artikel der Leipziger Volkszeitung, den Sie auch über die offizielle Seite der LVZ unter dem folgenden Link nachlesen können: https://www.lvz.de/Region/Borna/Groitzsch-lehnt-Stolperstein-fuer-Juedin-Anna-Reichardt-an-Wohnhaus-ab?fbclid=IwAR2le87PudB7siO8IXNVWzRwrd4UJLEgcpWw0cAQuYQt2431BhPdyzy_wtI


Presse
gepostet am: Mittwoch, 30.10.2019, 13:10 Uhr

NOCH 50 PUTZPATENSCHAFTEN ZU VERGEBEN – GEDENKAKTION „MAHNWACHE UND STOLPERSTEINE PUTZEN“ 2019

In diesem Jahr rufen wir als Erich-Zeigner-Haus e.V. bereits zum 12. Mal zu unserer Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen auf“, um den Opfern der Reichspogromnacht vom 09. November 1938 zu gedenken und Mahnwachen abzuhalten. Da der 9. November in diesem Jahr auf den Sabbat, einen jüdischen Feiertag, fällt, werden in Leipzig die Gedenkaktionen und das Putzen der Stolpersteine bereits am Tag zuvor stattfinden. So können auch die Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinde daran teilnehmen.

Seit unserem ersten Aufruf haben sich bereits viele Bürgerinnen und Bürger für die Übernahme sogenannter Putz-Patenschaften im Rahmen der Gedenkaktion in Leipzig bereit erklärt und angemeldet. Allerdings werden noch etwa 50 weitere PutzpatInnen benötigt, sodass auch an allen 200 Verlegeorten das Putzen der Steine möglich ist und Mahnwachen abgehalten werden können. Das Stolpersteine Putzen findet am 08. November von 11 Uhr bis 18 Uhr statt.

Wer die Gedenkaktion unterstützen bzw. daran teilnehmen will, ist aufgerufen, sich über das Kontaktformular auf der Homepage unter http://erich-zeigner-haus-ev.de/neunter-november/ zum Putzen eines Stolpersteines anzumelden. Bei der Auswahl der Stolpersteine bitten wir darum, nur freie Stellen auszuwählen, bis alle Stolpersteine mindestens einen Paten oder eine Patin haben. Da wir keine Anmeldungsbestätigungen per E-Mail versenden, möchten wir auf die Liste auf unserer Homepage hinweisen. Wenn die Anmeldung erfolgreich war, findet sich der eigene Name spätestens wenige Tage nach dem Ausfüllen des Kontaktformulars in der Zeile des ausgewählten Stolpersteins. Mögliche Verzögerungen bei der Bearbeitung bitten wir zu entschuldigen. Wenn es zu Schwierigkeiten kommt, können Rückfragen gerne jederzeit per Mail unter der Adresse 9ternovember@erich-zeigner-haus-ev.de an die Projektleitung gestellt werden.

Neben der alljährlichen Putzaktion an den verschiedenen Verlegeorten der Stadt von 11 Uhr bis 18 Uhr wird es am 8. November 2019 überdies eine Auftaktveranstaltung unseres Vereines am Dittrichring 13 um 14.15 Uhr geben. Hier werden der Landesrabbiner Zsolt Balla, Ehrenvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. Frank Kimmerle, der Beauftrage für jüdisches Leben in Sachsen Dr. Thomas Feist sowie Schülerinnen und Schüler aus den von unserem Verein betreuten Jugendprojekten in Leipzig reden. Anschließend findet um 15 Uhr die städtische Gedenkveranstaltung mit OBM Burkhard Jung an der Synagogengedenkstätte in der Gottschedstraße statt, bei der auch Friedrich Magirius, Ehrenmitglied des Erich-Zeigner-Haus e.V., eine Rede halten wird.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Gedenkaktionen teilzunehmen und bedanken uns bei allen, die sich bereits für die Gedenkaktion und das Stolpersteine Putzen angemeldet haben oder dies noch tun möchten. Über das Teilen unserer Gedenkaktion oder das Weiterleiten unseres Aufrufes zur Übernahme von Putzpatenschaften freuen wir uns sehr.

Henry Lewkowitz                            Caroline Müller                                Carolin Jürgens
Geschäftsführer                              Projektleiterin                                   Projektbegleiterin
Erich-Zeigner-Haus e.V.                 Erich-Zeigner-Haus e.V.                    Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

               

 

 

Termine
gepostet am: Freitag, 18.10.2019, 14:10 Uhr

Stolpersteinverlegungen am 29.11.2019

Wir laden herzlich zu den vereinseigenen Verlegungen der 5 Stolpersteine am 29.11.2019 in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig ein.

Die ersten 3 Stolpersteine für Euthanasieopfer in Schkeuditz werden gemeinsam mit dem Gymnasium Schkeuditz verlegt. Die Verlegung wird am 29.November um 9:00 Uhr stattfinden. Der Stein für Charlotte Rohde (am 18.04.1894 in Leipzig-Gohlis geboren) wird in der Weststraße 4 verlegt. Der Stein für Georg Fritzsche (am 10.10.1902 in Schkeuditz geboren, Sohn des Schriftstellers Franz Otto Fritzsche) wird in der Herderstraße 11 verlegt.
Der dritte und letzte Stein wird in der Schillerstraße 9 für Ernst Hennig (am 22.12.1878 in Medingen/Großenhain geboren) verlegt.

Weitere Informationen über das Projekt, als auch zu den Biografien über die einzelnen Personen, gibt es hier.

 

Im Anschluss wird ein Stolperstein der Schüler*innen der Geschwister-Scholl-Schule Liebertwolkwitz verlegt. Diese findet am 29. November um 11:30 Uhr in der Dorfstraße 30 in Störmthal statt. Verlegt wird ein Stein für Heinz Geidel, ein weiteres Opfer der NS-Euthanasie. Er ist am 10.11.1912 geboren und zog später von Leipzig mit seiner Familie nach Störmthal.

Weitere Informationen zu diesem Stolpersteinprojekt gibt es hier.

Um 13 Uhr beginnen dann die Stolpersteinverlegungen in Leipzig. Unser vereinseigenes Projekt mit den Schülern des Reclamgymnasiums startet um 14:15 Uhr vor der Sporthalle Brüderstraße 14, ehemalige Turnerstraße 9. Verlegt wird dieser Stein für den verfolgten Homosexuellen Werner Kähler, er ist am 18. November 1912 geboren, gehörte der evangelischen Religion an und wohnte zunächst in Hamburg.

Nähere Informationen zu der Biografie von Werner Kähler gibt es hier.

 

Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher*innen!

 

Veranstaltung
gepostet am: Donnerstag, 17.10.2019, 15:10 Uhr

„’LASST UNS REDEN!‘ – Wie Kommunikation in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gelingt“ – Ein Rückblick

Ein Rückblick auf die Veranstaltung vom 16.10.2019 von 19.00-21.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Gestern Abend wurde das Erich-Zeigner-Haus erneut zum Ort einer interessanten Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen, in deren Rahmen eine Buchvorstellung stattfand und angeregt diskutiert wurde.

Die Autoren Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring und Dr. Dietmar Molthagen konnten gemeinsam mit MdL Frank Richter zahlreiche Denkanstöße zum Gelingen von Kommunikation in verschiedenen Bereichen geben. Für besonders viel Gesprächsstoff sorgte zudem die eingeschobene Diskussionsphase, in der alle BesucherInnen an einzelnen Tischen zu verschiedenen ambivalenten Themen zusammenkamen und sich austauschen sollten. So konnte beispielsweise zu den Themen „Einwanderung“, „Gender“ oder „Ungleichheit“ der Aufruf des Buches „Lasst uns reden!“ höchst erfolgreich umgesetzt werden.

Wir bedanken uns bei Matthias Eisel von der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen für die gemeinsame Zusammenarbeit und die Anleitung des Abends sowie bei den Autoren Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring und Dr. Dietmar Molthagen für die Vorstellung ihres Buches und den gelungenen Austausch. Auch möchten wir Frank Richter für seine Beteiligung am Gespräch mit den Autoren und dem Publikum danken.

Die Veranstaltung wurde von Henry Lewkowitz moderiert.

Wir freuen uns darüber, dass die Veranstaltung so gut besucht war und hoffen, dass die Dialoge des Abends und die miteinander diskutierten kommunikativen Strategien auch einige weitere Gespräche zu Tage fördern und begleiten werden.

 

   

    

Die Fotos stammen von Gaby Waldek/Waldek Fotografie.


                            

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