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Veranstaltung
gepostet am: Dienstag, 10.09.2019, 16:09 Uhr

Was kann Politik heute [noch] aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts lernen?

Ein Rückblick auf die Podiumsdiskussion vom 06.09.2019 von 18.00-20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Am vergangenen Freitag, den 06.09.2019, fand im Erich-Zeigner-Haus im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik – Hinter, vor und nach dem ‚Eisernen Vorhang‘“ eine Podiumsdiskussion mit der Leitfrage „Was kann Politik heute [noch] aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts lernen?“ statt.
Die Veranstaltung war sehr gut besucht und sehr informativ. Es wurden viele verschiedene Systemfragen behandelt und die Besucher*innen der Veranstaltung haben fleißig mitdiskutiert. Thematisiert wurde an diesem Abend unter anderem die Auflösung der parteiinternen Historischen Kommission der SPD. Weitere Themen waren die Vergleichbarkeit von Weimarer Republik und heute, sowie die Bedeutung von Geschichte für die heutige Gesellschaft, die Politik und die explizite Erinnerungspolitik.

Wir bedanken uns bei den Referenten Prof. Dr. Peter Porsch und Prof. Dr. Bernd Faulenbach, sowie bei PD Dr. Nils Franke, der die Veranstaltung moderierte.

Auch für das Interesse der Besucher*Innen wollen wir uns bedanken.

Die Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik“ wird am 11.10.2019 mit der Veranstaltung „Weißer Kittel = weiße Weste? – NS-Mediziner in DDR und BRD: Das Beispiel Pathologie“ fortgesetzt.

Veranstaltung
gepostet am: Dienstag, 10.09.2019, 12:09 Uhr

TAG DES OFFENEN DENKMALS 2019 – ein Rückblick

Am vergangenen Sonntag, den 08. September, haben wir in Leipzig-Plagwitz erneut unsere Türen für interessierte Besucher*innen geöffnet, die zum Tag des offenen Denkmals einen Blick ins Erich-Zeigner-Haus werfen wollten.

Die Besichtigung der historischen Räumlichkeiten, in denen Erich Zeigner einst gelebt und gearbeitet hat und die dem Erich-Zeigner-Haus e.V. heute als Vereins- und Veranstaltungsräume dienen, war gut besucht. In vier Gruppen nahmen Interessierte an einer Führung durch das offene Museum teil und erfuhren mehr über die Hintergründe zum Leben und Wirken von Erich Zeigner, sowie zur Geschichte des Hauses selbst.

Veranstaltungen wie der Tag des offenen Denkmals stellen für uns als Erich-Zeigner-Haus e.V. eine gute Möglichkeit dar, der Öffentlichkeit das Erbe Erich Zeigners präsenter werden zu lassen. Wir freuen uns über das rege Interesse und über den Zuspruch, den wir am vergangenen Sonntag für unsere Arbeit im Verein erhalten durften.

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 04.09.2019, 11:09 Uhr

Kommentar zur sächsischen Landtagswahl

Die Ergebnisse der Landtagswahl stellen uns als Erich-Zeigner-Haus e.V. und viele weitere Akteure aus der Zivilgesellschaft vor neue, große Herausforderungen. Denn diejenigen fühlen sich gestärkt, welche die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren und eine demokratische Erinnerungskultur aushebeln wollen. Dagegen halten wir fest, dass die übergroße Mehrheit der Sachsen einen solchen Weg nicht mitgehen will. Sie wollen demokratische politische Bildung nicht vor eine Wand aus Nationalismus und Rassismus laufen sehen. Sie wollen, dass wir weiter durch unsere erinnerungskulturelle Arbeit an die Opfer erinnern sowie den Mutigen ein Denkmal setzen und damit auch Ihnen in der Gegenwart Mut zur Zivilcourage machen. Deshalb ist für uns das Wahlergebnis ein Ansporn weiter zu machen und intensiver zu arbeiten.

Wir werden künftig ein noch stärkeres Zeichen für Menschlichkeit, Solidarität und Demokratie und gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und rechtes Gedankengut setzen. Wir werden in unserer Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen weiterhin das Ziel verfolgen, die Gesellschaft gegenüber rechtem Gedankengut argumentativ zu stärken und uns für Weltoffenheit sowie Zivilcourage einsetzen, um so ein demokratisches Miteinander zu fördern. Jetzt umso mehr!

Termine
gepostet am: Montag, 19.08.2019, 17:08 Uhr

Tag des offenen Denkmals 2019

Auch in diesem Jahr öffnen wir in Leipzig-Plagwitz wieder unsere Türen für interessierte Besucher*innen zum Tag des offenen Denkmals.

Am Sonntag, den 08. September, können zu diesem Anlass die ehemaligen Wohn- und Arbeitsräume Erich Zeigners, die heute dem Erich-Zeigner-Haus e.V. als Vereins- und Veranstaltungsräume dienen, besichtigt werden. Der ehemalige sächsische Ministerpräsident und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig (1945-1949) unterhielt im Haus sein Musik-, Arbeits- und Empfangzimmer, welches im Erdgeschoss des Hauses im fast vollständigen Originalzustand erhalten ist. Zu sehen ist ebenso die Bibliothek Erich Zeigners, die zahlreiche originale Bücher und Schallplatten umfasst. Im Musikzimmer steht außerdem sein Flügel, der heute noch zu Veranstaltungen bespielt wird. An dem erhaltenen Tisch im Empfangzimmer organisierte Zeigner den Leipziger Rettungswiderstand und schützte damit jüdische Menschen vor der NS-Verfolgung. 

Führungen durch alle Räumlichkeiten finden kostenlos und stündlich von 10 bis 15 Uhr statt. Hintergründe zu der politisch bewegten Zeit, in der Erich Zeigner das Haus bewohnte, zur Geschichte des Hauses und zur Person Zeigners werden in den Führungen erläutert.

Termine
gepostet am: Freitag, 02.08.2019, 11:08 Uhr

Strukturelle Gründe für Rechtspopulismus: Kultur, Ökonomie oder Facebook?

Vortrag am 20.08. um 19.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Eine Veranstaltung des AK Neue Ökonomik Leipzig

„Menschen, welche die AfD wählen, zählen zu den wirtschaftlich „Abgehängten“. Wir müssen etwas gegen Ungleichheit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse tun, um dem entgegen zu wirken!“
„Stimmt nicht! Rechtspopulistische Wähler*innen sind einfach fremdenfeindlich und rassistisch. Sie kommen mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht klar, mit Wirtschaft hat das nichts zu tun!“
„Stimmt auch nicht! Rechte Parteien beherrschen soziale Netzwerke und framen die mediale Berichterstattung. Filterblasen und Facebook sind das Problem!“

Es existiert eine Vielzahl an Erklärungen für den Erfolg rechter Parteien in Deutschland, Europa und der Welt. Doch wer hat am Ende recht? Und was sagt die wissenschaftliche Forschung dazu?
Dieser Vortrag versucht das Dickicht zu lichten und die zahlreichen gängigen Erklärungsansätzen für rechte Wahlerfolge zusammenzubringen, einzuordnen und kritisch auszuwerten.
Der Vortrag ist in einfacher Sprache gehalten, basiert auf wissenschaftlich fundierter und fächerübergreifender Forschung und kann als Grundlage für eine hoffentlich spannende Diskussion dienen!

Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, der Jungen GEW Sachsen und ver.di Jugend Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Sonstiges
gepostet am: Donnerstag, 18.07.2019, 12:07 Uhr

Ein FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V.

Bis zum 07.08.2019 kannst Du dich bewerben!

Bereits zum siebten Mal können interessierte Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren einen Freiwilligendienst im Erich-Zeigner-Haus e.V. im Jahr 2019/2020 absolvieren. Unter vielen anderen in Sachsen ist auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. Einsatzstelle des FSJ-Politik, Träger ist die Sächsische Jugendstiftung.

Die offizielle Bewerbungsfrist der Sächsischen Jugendstiftung ist schon abgelaufen – wir nehmen als Verein jedoch noch Bewerbungen bis zum 07.08.2019 an. Koordinatorin und Programmleiterin des FSJ-Politik ist Felicitas Koch von der Sächsischen Jugendstiftung. Daher schickt bitte eure Bewerbungen per Mail an Frau Koch: fkoch@saechsische-jugendstiftung.de. Diese werden dann an uns weitergeleitet.

Die Bewerbungsgespräche werden im Juli/August in unseren Vereinsräumen in Leipzig-Plagwitz stattfinden. Der/ die Freiwillige beginnt das FSJ dann am 01.09.2019 und absolviert dieses bis zum 31.08.2020. Bei weiteren Fragen rund um das FSJ-Politik wendet euch entweder direkt an Felicitas Koch oder telefonisch bzw. per Mail bei uns.

Detailliertere Infos zum FSJ-Politik findet ihr entweder direkt auf unserer Homepage unter Politische Arbeit / Ein FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. oder auf der Seite der Sächsischen Jugendstiftung.

Wir freuen uns auf euch!

Termine
gepostet am: Donnerstag, 18.07.2019, 12:07 Uhr

Leipzig, Stadt der „Wende“. Dominiert die „Friedliche Revolution“ die Erinnerungskultur in Leipzig auf Kosten der Erinnerung an den Nationalsozialismus?

Diese Veranstaltung entfällt!

Streitgespräch und Diskussion am 20.09.2019 von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus e.V.

Referenten: Prof. Dr. Ulrich Brieler, Dr. Bertram Triebel

Leipzig ist die Stadt der „Friedlichen Revolution“. Dieser Titel ist historisch angemessen und berechtigt. Doch verdrängt der stolze Rückblick auf dieses Ereignis die Erinnerungskultur an weniger erbauliche Ereignisse? Wie verhielten sich die LeipzigerInnen in der Zeit des Nationalsozialismus? Wie war der Umgang mit Juden, Sinti und Roma oder den vielen ZwangsarbeiterInnen in der Stadt? Brauchen wir hier eine Schwerpunktverschiebung in der Erinnerungskultur?

Prof. Dr. Ulrich Brieler studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Bochum. Seit 1992 lebt er in Leipzig und ist im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters tätig. Zudem ist er Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

Dr. Bertram Triebel ist promovierter Historiker. In Leipzig und Nancy studierte er Geschichte, Politik und Journalistik. Er ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort forscht er noch bis 2020 zum Thema „Thüringer Hochschulen und Universitäten in der DDR nach der dritten Hochschulreform – Zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik unter den Bedingungen des Staatssozialismus“.

Henry Lewkowitz ist geschäftsführender 2. Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und moderiert die Veranstaltung.

Der Eintritt ist frei.

Termine
gepostet am: Mittwoch, 17.07.2019, 11:07 Uhr

Was kann Politik heute (noch) aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts lernen?

Podiumsdiskussion am 06.09.2019 von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Referenten: Prof. Dr. Peter Porsch, Prof. Dr. Bernd Faulenbach

Die SPD hat ihre parteiinterne Historische Kommission aufgelöst. Die älteste im Bundestag vertretene Partei verzichtet damit auf eine konkrete Auseinandersetzung mit der Geschichte. Als Grund wurden finanzielle Einsparungszwänge angegeben. Ist das ein Ausdruck von Geschichtsvergessenheit? Und kann sich eine Partei, die die Bundesrepublik Deutschland historisch in wichtigen Phasen entscheidend mitprägte, Geschichtsvergessenheit leisten?

Prof. Dr. Peter Porsch, geboren 1944 in Wien, studierte Germanistik und Anglistik zunächst in Wien, im Anschluss Germanistik und Politologie an der Freien Universität Berlin. An der Universität Leipzig lehrte er unter anderem Dialektologie und Soziolinguistik.  Als Mitglied der PDS und deren Nachfolgerpartei Die Linke war er von 1990 bis 2009 Abgeordneter im sächsischen Landtag. Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der PDS Sachsen. Aktuell ist er Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen.

Prof. Dr. Bernd Faulenbach, geboren 1943 in Pommern, ist Historiker und Honorarprofessor an der Ruhr-Universität Bochum. Er schloss ein Studium der Geschichtswissenschaft, Germanistik, Politikwissenschaft, Philosophie sowie Pädagogik ab. Dr. Faulenbach gehörte verschiedenen Kommissionen des Bundes und der Länder sowie Stiftungen, Museen und Gedenkstätten an. Von 1989 bis zu deren Auflösung im Jahr 2018 war er Vorsitzender der Historischen Kommission beim SPD-Parteivorstand. Derzeit ist er der Vorsitzende des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie.“

Dr. Nils Franke moderiert als Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzig die Veranstaltung.

 

 

Sonstiges
gepostet am: Montag, 01.07.2019, 10:07 Uhr

Workshop und Konzert zu „Verfemter Musik“ im Rahmen der Jüdischen Woche 2019 in Leipzig

Erneut fand die Jüdische Woche in Leipzig statt – in diesem Jahr lautete das Motto „L’dor v’dor – Von Generation zu Generation“. Neben den vielen Angeboten im Programm der diesjährigen Jüdischen Woche – von Konzerten, Lesungen und Filmen, Theater und Tanz bishin zu Zeitzeugengesprächen und Vorträgen, fand erstmalig auch im Erich-Zeigner-Haus eine Veranstaltung im Rahmen der Woche statt.

Am Freitag, den 28.06., luden wir ab 18.00 Uhr zum öffentlichen Konzert „Verfemte Musik“ zusammen mit den beiden Künstlerinnen Cornelia Walther und Vanessa Bosch, die gemeinsam als „DuoWaltherBosch“ auftreten. Im eindrucksvollen Konzert, zu dem sich etwa 30 interessierte Gäste im historischen Musikzimmer Erich Zeigners einfanden, spielten Vanessa Bosch und Cornelia Walther ein vielfältig zusammengestelltes Programm verfemter Musik. Zwischen den einzelnen Stücken informierten sie das Publikum außerdem über historische Hintergründe und das Leben betroffener Künstler*innen

Noch vor dem Konzert hielten die beiden Musikerinnen einen Workshop vor Schüler*innen des Schillergymnasiums – ebenso zum Thema „Verfemte Musik“. Das Workshopkonzept zeichnet sich durch eingebaute Stücke verfemter Musik aus, welche den Teilnehmer*innen des Workshops vorgespielt werden. Im 90-minütigen Workshop von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr lernten die Schüler*innen somit einige ausgewählte Werke jüdischer Musiker*innen kennen, die in der NS-Zeit verboten waren. Zudem wurden sie in die Thematik und Hintergründe der „Verfemten Musik“ eingeführt und arbeiteten in Gruppen zu drei Schwerpunkten: Komponist*innen im Exil/Arten der Emigration, Lebensumstände von jüdischen Musikschaffenden im Konzentrationslager sowie zu den Schicksalen zweier Überlebender – Coco Schumann und Esther Bejarano.

 

Nach einer erfolgreichen ersten Veranstaltung blicken wir mit Zuversicht auf eine kommende Zusammenarbeit mit dem Ariowitsch Haus und der Jüdischen Woche Leipzig. Wir danken insbesondere dem DuoWaltherBosch, aber auch der Jüdischen Woche Leipzig, im Rahmen derer das Konzert stattfinden konnte.

Sonstiges
gepostet am: Freitag, 14.06.2019, 12:06 Uhr

Abschluss der Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten“ am 12.06. im Erich-Zeigner-Haus

Ein abschließender Bericht von Organisatorin Gloria Pfister 

Als eigenes Projekt im Rahmen meines Freiwilligendienstes entschloss ich mich, eine Veranstaltungsreihe zur Geschichte und über verschiedene gesellschaftspolitischen Themen, die Sinti und Roma auf lokaler- bundes- und europäischer Ebene betreffen, umzusetzen. In meinen einleitenden Worten der Einzelveranstaltungen im April, Mail und Juni machte ich meinen Beweggrund zur Konzeption dieses Projektes immer wieder deutlich: Mein eigenes Unwissen insbesondere über die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus sowie den Porajmos und weiterhin die Erkenntnis, dass es sehr vielen Menschen genauso geht. Um das zu ändern, sollte die Vortragsreihe einen Raum für externe ReferentInnen bieten, sich zu verschiedenen Themenkomplexen zu äußern.

So umfasste die Reihe folgende Einzelveranstaltungen:

10.04. 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag: Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach (ReferentInnen: Jana Müller vom AJZ Dessau und Gjulner Sejdi vom Verein Romano Sumnal)

15.05. 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag: Das Problem „Antiziganismus“ und das Beispiel antiziganistischer Kinderliteratur

12.06. 19.00 bis 21.00 Uhr, Gespräch: Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa  (Referentinnen: Petra Cagalj Sejdi vom Verein Romano Sumnal und Anja Reuss vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

Im Mai referierte ich selbst zu dem gesellschaftlichen Phänomen „Antiziganismus“ und seine Strukturen in der Kinder- und Jugendliteratur. Die Auseinandersetzung mit dem Thema machte deutlich, dass Antiziganismus bzw. Antiromaismus eine sehr komplexe Problematik ist, die es vollumfänglich zu verstehen gilt, um seine Auswirkungen bestmöglich zu erfassen und zu bekämpfen. Besonders die Diskussion mit dem Publikum im Anschluss an den Vortrag zeigte, wie sehr der Begriff „Antiziganismus“ aktuell in der Diskussion steht und dass, so meine Ansicht, eine eigene Reflexion zu Begriffen, die verschiedene Rassismen zu erklären versucht, so auch der Begriff „Antiziganismus“, aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und stets im Bezug auf eigene Handlungen zu reflektieren ist.

Ein Teil der Reihe waren auch die Vernissage und Finissage der Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“, passend zum Beginn und zum Ende der Reihe, die an denselben Tagen der Auftakt- und Abschlussveranstaltung im April und Juni stattfanden. Die Ausstellung zeigt Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Vom 10.04. bis zum 12.06. war sie außerdem wöchentlich am Mittwoch für BesucherInnen zugänglich.

Die abschließende Finissage der Ausstellung sowie die Gesprächsveranstaltung am 12.06. konnten einen würdigen Abschluss der Reihe erreichen. Besonders im Vordergrund stand im Gespäch mit Anja Reuss und Petra Sejdi das Thema Antiziganismus/Antiromaismus sowie der Umgang und die Bekämpfung auf Bundes-, lokaler und kommunaler Ebene. Die Referentinnen gaben Einblicke in konkrete Alltagssituationen des Antiromaismus, aktuelle Anträge und Beschlüsse, die sich gegen Antiziganismus richten oder Roma betreffen und thematisierten auch die Aufarbeitung der Geschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Im Anschluss an die Gesprächsrunde wurde die Diskussion mit dem Publikum eröffnet, das hohes Interesse und Gesprächsbereitschaft der BesucherInnen zeigte. Rund 30 Interessierte fanden sich an dem Abend zur Gesprächsveranstaltung ein.

Wir danken an erster Stelle den ReferentInnen, die die Einzelveranstaltungen mit ihrer Expertise bereichern konnten. Insbesondere danken wir außerdem Romano Sumnal e.V. für die inhaltliche Bereicherung in der Planung und Umsetzung der Reihe sowie den weiteren Kooperationspartnern – dem AJZ Dessau und dem VVN-Bda Leipzig e.V. – für die Unterstützung der Reihe. Natürlich wollen wir uns ebenso bei allen BesucherInnen bedanken, die sich zu den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Reihe im Erich-Zeigner-Haus eingefunden haben.

Sowohl das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V. als auch, so mein Eindruck, die BesucherInnen konnten sensibilisiert werden insbesondere für die Verfolgung von Roma im Nationalsozialismus und die Wichtigkeit dessen Aufarbeitung, als auch für aktuellen Antiromaismus.

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