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Presse
gepostet am: Donnerstag, 20.02.2020, 11:02 Uhr

„Volksaufstand & Katzenjammer. Zur Geschichte des Populismus“ – Buchvorstellung und Diskussion

Anlässlich der Leipziger Buchmesse wird  Kolja Müller  am 13. März 2020 ab 19 Uhr sein neues Buch „Volksaufstand und Katzenjammer. Zur Geschichte des Populismus“, das erst einen Tag zuvor vom Wagenbach-Verlag herausgegeben wird, in unseren Räumlichkeiten vorstellen. Anschließend soll eine Diskussion zum Thema stattfinden.

Die westliche Welt wird gegenwärtig von einer Welle des Populismus ergriffen: Soziale Bewegungen, Parteien bis hin zu Staatspräsidenten beanspruchen für sich, das Volk gegen die »Eliten« zu vertreten.Schon Niccolò Machiavelli, Friedrich Schiller, Richard Wagner, Friedrich Engels und Karl Marx haben die Probleme von populistischen Bewegungen nachgezeichnet. Kolja Möller nutzt die historischen Erkenntnisse für eine Gegenwartsanalyse, die zeigt, wie der Populismus als Politikform funktioniert: Was ist unter »Populismus« zu verstehen? Wie schwankt der Appell ans Volk zwischen demokratischer und autoritärer Politik? In welchem Verhältnis steht der Populismus zur Verfassungsordnung, und welche Kommunikationstechniken wenden rechtspopulistische Bewegungen heute an? Das Buch skizziert die Hoffnung, dass ein guter Aufstand, der sich an den Widersprüchen unserer Zeit – wie Klimawandel und Globalisierung – orientiert, die autoritäre Welle noch einholen könnte.

Kolja Müller forscht am Zentrum für europäische Rechtspolitik der Universität Bremen zur Verfassungs- und Staatslehre sowie zur politischen Theorie und Soziologie. Zuvor arbeitete er unter anderem am Exzellenzcluster ››Normative Ordnungen‹‹ der Universität Frankfurt, war Research Fellow an der Universität Brasilia und der University of New South Wales in Sydney.

Die Moderation des Abends übernimmt Elsa Koester, Redakteurin der Wochenzeitung ‚der Freitag‘.

Wir freuen uns wie in jedem Jahr auf viele bücherbegeisterte und dikutierfreudige Besucher und Besucherinnen.

Der Eintritt ist frei.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 19.02.2020, 10:02 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land am 27.02.2020

Nachdem im November vergangenen Jahres bereits erfolgreich Stolpersteine in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig verlegt werden konnten, sind nun für Donnerstag, den 27. Februar 2020, die nächsten Stolpersteinverlegungen geplant. An diesem Tag werden drei unserer vereinseigenen Projekte ihren Abschluss finden und in drei verschiedenen Städten im Leipziger Land Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.

Erster Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie in Naunhof

Die erste Verlegung wird um 14:00 Uhr in Naunhof stattfinden. Die SchülerInnen des Freien Gymnasiums Naunhof haben seit Beginn des neuen Schuljahres im Rahmen regelmäßiger Projekttreffen zu Arthur Alfred Kieschnick, einem Opfer der NS-Euthanasie, recherchiert. Die Recherche war verbunden mit einer Exkursion in das Leipziger Staatsarchiv, sodass den Jugendlichen ein Einblick in die Originalakten ermöglicht wurde. Ergänzend zur eigenen Recherche erhielten die SchülerInnen eine theoretische Einführung in die Geschichte der NS-Euthanasie. Demnächst soll zudem noch ein Zeitzeugengespräch stattfinden. Nachdem erfolgreich Spenden gesammelt wurden und der Gedenkstein für Arthur Kieschnick angefertigt werden konnten, wollen die Jugendlichen gemeinsam mit allen interessierten BürgerInnen Naunhofs durch Verlegung des Steines an das Schicksal Arthur Kieschnicks erinnern. Die Verlegung findet vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Gartenstraße 17 statt.

Zeitzeugin meldete 4. Opfer der Euthanasie aus Geithain

Die SchülerInnen vom Internationalem Gymnasium Geithain wollen ebenfalls einen Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie verlegen. Bereits im Mai letzten Jahres konnte auf diese Weise an drei Menschen erinnert werden, die durch die NS-Euthanasie ihr Leben verloren haben. Nach der Verlegung meldete sich eine Frau aus Israel, die durch die Geithainer Lokalnachrichten auf die Verlegung aufmerksam geworden war, und teilte uns mit, dass ihre Tante, Wella Elfriede Müller, ebenfalls ein Opfer der Euthanasie geworden war. Diese Meldung der Nachfahrin begründete ein weiteres Stolpersteinprojekt in Geithain, welches wir nun zu Beginn des Jahres im Rahmen einer Projektwoche am Internationalen Gymnasium gemeinsam mit 24 SchülerInnen durchführen konnten. Bevor die Verlegung um 14.50 Uhr in der Dresdner Str. 16 beginnt, werden die SchülerInnen von 09:10 bis 10:40 Uhr noch ein Zeitzeugengespräch mit der extra aus Israel angereisten Nichte, Brigitta Haim-Müller, in der Schule führen.

Erinnern an verfolgte Groitzscher Jüdin

Die letzte Stolpersteinverlegung am 27. Februar wird dann in Groitzsch stattfinden. Nachdem es zunächst Probleme mit der Stadt gab, können wir letztlich doch noch den Stolperstein für die Jüdin Anna Elfriede Reichardt verlegen. Das Stolpersteinprojekt führten wir gemeinsam mit den SchülerInnen des Groitzscher Wiprecht-Gymnasiums durch, die bereits 2018 ihre Recherche zum Schicksal von Anna Reichardt begannen, Exkursionen ins Staatsarchiv und auf den jüdischen Friedhof nach Leipzig unternahmen. Den SchülerInnen wurde überdies die Lokalgeschichte von Groitzsch näher gebracht. Nach monatelanger Arbeit kann das Projekt nun abgeschlossen werden. Die Verlegung in Groitzsch findet um 15:45 Uhr in der Leipziger Straße 28, vor dem ehemaligen Wohnhaus der verfolgten Jüdin, statt.

In allen drei Orten werden die SchülerInnen der jeweiligen Schulen ein kulturelles Rahmenprogramm durchführen, um den Opfern, die im Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben, auf eine würdige Weise zu gedenken. Ein wichtiger Teil des Rahmenprogramms wird es sein, die Schicksale der einzelnen Personen vorzutragen.

Wir laden Interessierte und alle BürgerInnen der jeweiligen Städte herzlich zur Teilnahme an den Verlegungen und dem gemeinsamen Gedenken an die Opfer ein.

 

Presse
gepostet am: Dienstag, 11.02.2020, 9:02 Uhr

Unsere Veranstaltung am 06.02.2020 – ein Rückblick auf den „Tag der Weimarer Republik“

Am vergangenen Donnerstag, den 06. Februar, fanden deutschlandweit Veranstaltungen zum Tag der Weimarer Republik statt. Wie wichtig die kontinuierliche Betonung des Wertes von Demokratie ist, wurde durch die aktuellen politischen Entwicklungen rund um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen offenkundig.

Durch unsere Veranstaltung „Welche politischen Bedingungen braucht erfolgreicher Natur- und Umweltschutz? Von der Weimarer Republik bis heute – von Rudolf Steiner bis Greta Thunberg“ haben wir als Kooperationspartner des Weimarer Republik e.V. an diesem historischen Tag in Leipzig mitgewirkt.

In unserer Veranstaltung wurden die verschiedenen historischen Phasen des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland vorgestellt. Die ersten demokratischen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik waren – so die These des Referenten Dr. Nils Franke – ausschlaggebend für die erfolgreiche Entwicklung des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland. Der Wert der Demokratie und Analogien zwischen der Weimarer Republik und der Gegenwart lassen sich daher auch am Umweltschutz zeigen. So konnten in der Tat Überschneidungen bzw. gewisse Parallelen zwischen Greta Thunberg und Rudolf Steiner herausgearbeitet werden.

Wir bedanken uns bei unseren zahlreichen Gästen und unserem Referenten, Dr. Nils Franke, für den informativen Abend und die interessante Diskussion.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 03.02.2020, 14:02 Uhr

Unsere Projektwoche in Geithain (27.01. – 31.01.2020) – ein Stolperstein für Wella Elfriede Müller

In der vergangenen Woche haben wir am Internationalen Gymnasium in Geithain im Rahmen einer Projektwoche ein Stolpersteinprojekt mit 24 Schüler*innen der 9., 10. und 12. Klassenstufe durchgeführt. Eingeleitet durch den Holocaust-Gedenktag haben im Laufe einer Schulwoche (27.01.-31.01.2020) mit den Jugendlichen ein Projekt begonnen, durchgeführt und abgeschlossen, für das wir normalerweise über den Zeitraum eines ganzen Schuljahres regelmäßige Projekttreffen gestalten.

Bei dem Stolperstein, auf dessen Verlegung das Projekt ausgerichtet war, handelt es sich um den insgesamt vierten Gedenkstein in Geithain, der an ein Opfer der NS-Euthanasie erinnern soll. Nach der Verlegung dreier Stolpersteine für die Euthanasie-Opfer Max Arthur Franz, Georg Förster und Walter Paul Rudolph im Mai 2019, meldete sich eine Nachfahrin eines vierten Euthanasie-Opfers aus Israel bei uns und wies uns auf das bisher nicht behandelte Schicksal ihrer Tante Wella Elfriede Müller hin. Diese hatte ebenfalls in Geithain gelebt, wurde von den Nationalsozialisten als „erbkrank“ klassifiziert und mit der Schein-Diagnose „Schizophrenie“ über den Verlauf mehrerer Jahre in verschiedene sogenannte „Heil- und Pflegeanstalten“ eingewiesen. Wella Elfriede Müller starb 1943 in der Anstalt Zschadraß an den Folgen der schlechten Behandlung und extremer Mangelernährung als Opfer der „Stillen Euthanasie“.

Im Verlauf der Projektwoche bekamen die Schülerinnen und Schüler zunächst eine grundlegende Einführung in die Thematik der NS-Euthanasie und erfuhren ergänzend zum üblichen Unterrichtsstoff mehr über die sogenannte Kindereuthanasie. Auch die lokale Dimension der NS-Euthanasie wurde im Rahmen der Projektwoche näher behandelt.
Durch eine Exkursion in das Leipziger Staatsarchiv erhielten sie zudem eine Einführung in das Archivwesen und konnten Dokumente aus dem späten Mittelalter ebenso wie originale NS-Akten über Wella E. Müller einsehen. Durch die Arbeit mit den Originaldokumenten erschlossen sich die Schüler*innen schließlich die komplette Biografie der Verfolgten und konnten darauf aufbauend eine Inschrift für den Stolperstein entwerfen. Die Idee und das Projekt der Stolpersteine wurde ihnen in diesem Zusammenhang vorgestellt und gemeinsam im Klassenraum diskutiert.

Gegen Ende der Woche plante die Projektgruppe die Verlegung des Stolpersteins, entwarf ein kulturelles Rahmenprogramm, eine Pressemitteilung und einen Redebeitrag. Währenddessen gestaltete ein zweiter Teil der Schüler*innengruppe Plakate zur vergangenen Projektwoche und den behandelten Inhalten, um diese am darauf folgenden Samstag zum „Tag der offenen Tür“ vor Lehrer*innen, Mitschüler*innen, Eltern und Besucher*innen der Schule vorstellen und einen Einblick in den Verlauf der Woche geben zu können. Die Plakate dienten darüber hinaus der Vorstellung des Projektes und der Sammlung von Spenden, um den Stolperstein für Wella Elfriede Müller letztlich auch anfertigen lassen zu können. Für die Fertigung eines Stolpersteins werden stets 120€ benötigt, die ausschließlich über Spendengelder akquiriert werden dürfen

Die Verlegung des Steines wird am 27. Februar 2020 um 14.50 Uhr in Geithain in der Dresdner Straße 16 stattfinden – dort, wie Wella Müller zuletzt freiwillig gelebt hat. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen, an der auch die gesamte Projektgruppe und die hierfür extra aus Israel angereiste Nachfahrin, Frau B. Haim-Müller, teilnehmen wird.

Wer für das Projekt spenden und so die Fertigung des Stolpersteins unterstützen möchte, kann dies gern über folgendes Konto tun:
Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: Stolperstein Geithain
V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

Das Projekt wird gefördert von der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

 

Presse
gepostet am: Dienstag, 28.01.2020, 9:01 Uhr

GEDANKEN ZUM 75. JAHRESTAG DER BEFREIUNG VON AUSCHWITZ

Am gestrigen Tag, dem 27. Januar 2020, lag die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau genau 75 Jahre zurück. Wir haben diesen wichtigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust bewusst begangen, uns gemeinsam mit vielen anderen Menschen weltweit an die vielen Schicksale erinnert und wollen auch zukünftig die Wichtigkeit des Gedenkens an andere Menschen aktiv weitertragen. Der diesjährige Holocaust-Gedenktag leiteet für uns ein erinnerungskulturelles Projekt ein, welches wir nun gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Internationalen Gymnasiums in Geithain durchführen werden, um einem Opfer der NS-Euthanasie seinen Namen und seine Geschichte zurückzugeben. Die praktische Arbeit mit Jugendlichen ist für uns jedes Mal wieder eine besondere – hier können wir aktiv erinnern, Geschichte mehr als nur Worte sein lassen und unseren Teil dazu beigetragen, dass sich auch in den kommenden Jahren Menschen erinnern werden. Indem wir Stolpersteine in die Gehwege setzen, wollen wir dafür sorgen, dass wir auch mit dem Fortschreiten der Jahre die vielen Opfer der im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen nicht vergessen.

Und auch wenn 75 Jahre uns manchmal weit entfernt vorkommen mögen – wir dürfen den Bezug zu unserer Vergangenheit niemals verlieren, ganz gleich, wie viel Zeit auch vergehen mag. Wir müssen verantwortungsvoll und aufmerksam mit ihr umgehen und sicherstellen, dass sich die Geschichte niemals wiederholen kann.

 

Termine
gepostet am: Donnerstag, 16.01.2020, 10:01 Uhr

Welche politischen Bedingungen braucht erfolgreicher Natur- und Umweltschutz? Von der Weimarer Republik bis heute, von Rudolf Steiner bis Greta Thunberg.

Natur- und Umweltschutz wird eines der, wenn nicht das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts werden. Treibende Faktoren sind dabei die zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteure. Doch was braucht es heute für einen erfolgreichen Schutz von Natur und Umwelt? Unter welchen politischen Bedingungen war Natur- und Umweltschutz bisher erfolgreich? Und – was haben Rudolf Steiner und Greta Thunberg gemeinsam?

Der Vortrag soll in einem Rückblick auf die Geschichte des Natur- und Umweltschutzes seit der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus, der DDR und der BRD diesen Fragen nachgehen.

PD Dr. Nils M. Franke arbeitet seit 20 Jahren zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekannteste Umwelthistoriker Deutschlands.

Wann? Am 06.02.2020, 18.00 Uhr
Wo?     Erich-Zeigner-Haus, Zschochersche Straße 21, 04229 Leipzig
Was?   Vortrag und Diskussion

Eintritt frei.

Anlass der Veranstaltung ist der „Tag der Weimarer Republik“, den wir gemeinsam mit dem Weimarer Republik e.V. in diesem Jahr zum ersten Mal begehen wollen. Das Ziel dieses Tages ist es, an die erste deutsche Demokratie zu erinnern – denn am 06. Februar 1919 trat die verfassungsgebende Nationalversammlung erstmals zusammen.

Für weitere Informationen zu den deutschlandweit stattfindenden Veranstaltungen zum „Tag der Weimarer Republik“ kann die Website des Weimarer Republik e.V. unter https://www.weimarer-republik.net/ besucht werden.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 19.12.2019, 12:12 Uhr

LESEREISE DURCH GROßBARDAU, POMßEN UND BRANDIS – ein Rückblick

Im November haben wir gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Büro der Universität Leipzig und dem Team vom Flexiblen Jugendmanagement Landkreis Leipzig an drei verschiedenen Terminen zum gemeinsamen Austausch über Jugendliteratur eingeladen. Der Austausch über die liebsten literarischen Werke sollte dabei vor allem Senioren und Jugendliche zum „Endlich Miteinander Reden“ einladen und dazu motivieren, Menschen aus den eigenen Lieblingsbüchern vorzulesen, mit denen dies sonst im Alltag höchstwahrscheinlich eher selten stattfindet.

Unser Interesse lag aber nicht nur darin, Menschen zum Gespräch miteinander zu motivieren. Wir wollten überdies herausfinden, ob es nicht doch viel mehr Ähnlichkeiten zwischen damaliger und heutiger Jugendliteratur gibt, als man im ersten Moment vielleicht annehmen würde.

Welche thematischen Überschneidungen lassen sich finden?
Welche Bücher bewegten Jugendliche damals, welche Bücher ziehen sie heute in ihren Bann?

Im Anschluss an eine öffentliche Lesung der mitgebrachten Werke wurde an allen drei Abenden zum einen über die Bücher, zum anderen aber auch über ganz persönliche Erfahrungen gesprochen. Auch wurde rege über unterschiedliche mit den verschiedenen Lebenssituationen verbundene politische und geschichtliche Aspekte diskutiert, die die eigene Wahrnehmung von Literatur in der Jugend, ihren Erwerb und ihre Lektüre beeinflusst haben.

     

Obwohl wir uns bei der Ausarbeitung der Lesereise natürlich erhofft haben, dass das Konzept der Lesereise das Interesse bei den Jugendlichen und den Senioren der Umgebung wecken würde, können wir doch ehrlich sagen, dass alle drei Veranstaltungen unerwartet viel Anklang fanden – allein in Brandis kamen zum gemeinsamen Leseabend an die 60 Leute. Es wurde uns bereits von den Teilnehmer*innen zurückgemeldet, dass das ungewöhnliche Format der Lesereise als besonders wahrgenommen wurde und für viel Gesprächsstoff gesorgt hat.

Da es heutzutage eher selten ist, dass Menschen aus so unterschiedlichen Gruppen, insbesondere aus derart unterschiedlichen Altersgruppen, auf diese Weise zusammenfinden und das Gespräch über gemeinsame Erfahrungen und Interessensgebiete suchen, freut es uns ganz besonders, dass wir dies im Rahmen unserer Lesereise anregen konnten.

Wir bedanken uns bei allen, die ihre Bücher vorgestellt und anschließend miteinander diskutiert haben. Außerdem bedanken wir uns bei allen Besucher*Innen, dem Wissenschaftlichen Büro der Universität Leipzig, vertreten durch Herrn PD Dr. Nils M. Franke und dem Team vom Flexiblen Jugendmanagement im Landkreis Leipzig.

Presse
gepostet am: Montag, 16.12.2019, 16:12 Uhr

„Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD“ – Ein Rückblick.

Vergangenen Freitag fand in unseren Räumlichkeiten die diesjährige Abschlussveranstaltung unserer Vortragsreihe „Erinnerungspolitik – hinter, vor und nach dem ‚Eisernen Vorhang‘“ statt.

In unserer letzten Podiumsdiskussion des Jahres griffen wir das Thema „Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD“ auf.

Der Referent des Abends, Dr. Harry Waibel, thematisierte in diesem Zusammenhang vor allem das Scheitern geplanter Entnazifizierungsmaßnahmen. Dr. Waibel erläuterte umfangreich, weshalb er die Entnazifierung in beiden unterschiedlichen Staaten des geteilten Deutschlands als gescheitert bezeichnen würde und leitete so eine angeregte Diskussion mit dem Publikum und Austausch unterschiedlichster Perspektiven ein.

Caroline Müller übernahm die Moderation und führte uns gut durch den Abend.

Wir freuen und bedanken uns, dass trotz der winterlichen Temperaturen noch so viele interessierte Menschen zum Zuhören und Diskutieren vorbeigekommen sind. Des Weiteren hoffen wir, dass wir mit dieser Abschlussveranstaltung auch ein bisschen neugierig auf die Veranstaltungen im neuen Jahr machen konnten, die wir nun zu planen beginnen.

Die Veranstaltung erhielt freundliche Unterstützung vom ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. – auch hierfür möchten wir uns gerne erneut bedanken.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 03.12.2019, 10:12 Uhr

Stolpersteinverlegungen am 29. November – ein Rückblick

Am vergangenen Freitag haben wir gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig und Schülern und Schülerinnen aus Schkeuditz, Liebertwolkwitz und Leipzig insgesamt fünf Stolpersteine verlegt. Gerne möchten wir in einem kleinen Rückblick Eindrücke dieses erfolgreichen Tages teilen.

Begonnen hat der Tag um 9.00 Uhr mit der Verlegung der ersten Stolpersteine für Opfer der NS-Euthanasie in Schkeuditz. Wir verlegten Gedenksteine für Charlotte Rohde, Georg Fritzsche und Ernst Hennig. Trotz der frühen Uhrzeit fanden sich viele Besucher*Innen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer der NS-Euthanasie ein, um mit uns gemeinsam den Schicksalen zu gedenken. Begleitet wurden die Verlegungen durch ein von den Schüler*innen des Schkeuditzer Gymnasiums eigens gestaltetes kulturelles Rahmenprogramm und das Verlesen der Biografien. Auch der Oberbürgermeister von Schkeuditz erschien bei den Verlegungen und hielt eine bewegende Rede, in der er vor allem auch die Wichtigkeit der gedenkkulturellen Arbeit in der heutigen Zeit betonte.

      

Wir bedanken uns bei den Schüler*innen für die ausgiebige Recherche, die Spendensammlung, durch die die Verlegungen erst möglich wurden, sowie für die Ausarbeitung des kulturellen Rahmenprogramms. Des Weiteren gilt unser Dank dem Oberbürgermeister Herrn Bergner und allen Bürger*innen, die durch Spenden das Projekt unterstützt und/oder an den Verlegungen teilgenommen haben. Zu guter Letzt möchten wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Unterstützung und Förderung des Projektes unseren Dank aussprechen.

Im Anschluss an die Verlegungen in Schkeuditz fand die Stolpersteinverlegung in Störmthal statt. Um 11:30 Uhr verlegten wir hier den Gedenkstein für Heinz Geidel, der ebenfalls ein Opfer der NS-Euthanasie war. Mit der Verlegung des ersten Stolpersteins in Störmthal fand ein Projekt der Schüler*Innen der Geschwister-Scholl-Schule Liebertwolkwitz seinen Abschluss. Die ebenfalls durch ein von den Schüler*innen eigens ausgearbeitetes kulturelles Rahmenprogramm begleitete Verlegung war gut besucht – ca. 60 Personen nahmen teil und gedachten gemeinsam mit uns dem Schicksal von Heinz Geidel, dessen Biografie ebenfalls von den Schüler*innen vorgetragen wurde. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmer*innen für das Kommen und die kräftige Unterstützung bedanken. Auch gilt unser Dank der Holger-Koppe-Stiftung, die dieses Stolpersteinprojekt unterstützt und gefördert hat.

     

Um 14.15 Uhr verlegten wir den letzten Stolperstein des Tages in Leipzig vor der Sporthalle in der Brüderstraße, ehemalige Turnerstraße. Durch die Verlegung des insgesamt fünften Steines für einen Menschen, der nach § 175 verfolgt wurde, erinnerten wir gemeinsam mit ca. 80 Besucher*innen an das Schicksal von Werner Kähler, einem homosexuellen Verfolgten, der einst in der Turnerstraße 9 gelebt hatte. Das Projekt wurde von 15 Schüler*innen der Klassen 7-10 des hiesigen Reclamgymnasiums durchgeführt, die als Mitglieder der ersten queeren Schüler*innen-AG („LGBTQ+ & Allies“) in Sachsen so nicht nur einen wichtigen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur hinsichtlich der Verbrechen des Nationalsozialismus leisteten, sondern sich darüber hinaus deutlich gegen Diskriminierung von homosexuellen oder queeren Menschen positionieren.

Das Projekt rund um das Schicksal von Werner Kähler stellt das erste Projekt dieser Art da, das vom Erich-Zeigner-Haus e.V. betreut wurde. Auch hier möchten wir uns bei allen Schüler*innen, Redner*innen, Besucher*innen und Teilnehmer*innen für die wichtige Arbeit, die Unterstützung und das Interesse bedanken. Besonderer Dank gilt überdies der Projektleiterin Gloria Pfister, die nicht nur bei der Recherchearbeit, sondern auch bei der Spendensammlung und der Gestaltung der Verlegungsveranstaltung unterstützend an der Seite der Schüler*innen-AG stand.

Darüber hinaus danken wir dem Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ für die Förderung und Unterstützung des Projektes.

    

Abschließend gilt all jenen ein ganz besonderer Dank, die durch eine finanzielle Spende die Jugendprojekte in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig unterstützt haben. Ohne diese Form der finanziellen Unterstützung wäre keine dieser Verlegungen möglich gewesen.

 

Termine
gepostet am: Freitag, 29.11.2019, 18:11 Uhr

„HISTORISCH-POLITISCHE BILDUNGSARBEIT. EIN LEITFADEN.“ – Präsentationen

Wir laden ein – zur Vorstellung des Leitfadens zur historisch-politischen Bildungsarbeit!

Der Leitfaden wird vom Erich-Zeigner-Haus e.V. herausgegeben und gründet auf der Arbeit des Vereines für Weltoffenheit und Zivilcourage. Die Autoren Henry Lewkowitz und PD Dr. Nils M. Franke blicken auf jahrelange Erfahrungen in der historisch-politischen Bildungsarbeit zurück und widmen sich in ihrem Leitfaden der Frage nach den Möglichkeiten der Gestaltung gedenkkultureller Arbeit. In ihrer Broschüre stellen sie daher nicht nur eine Auswahl praxisorientierter Jugendprojekte vor, die der Orientierung der eigenen Projektgestaltung dienen können, sondern bieten überdies konkret am Beispiel Nordsachsens eine inhaltliche Grundlage der historisch-politischen Bildungsarbeit an. Der Leitfaden versucht, zur selbstständigen Projektarbeit zu motivieren und sich aktiv gegen das Vergessen von Verbrechen in der NS-Diktatur einzusetzen.

Henry Lewkowitz, Jahrgang 1989, studierte Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften und Philosophie an der Universität Leipzig sowie Kulturwissenschaften und Geschichte an der Fernuniversität in Hagen. Aktuell ist er geschäftsführender 2. Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und initiiert nunmehr seit vielen Jahren Projekte mit Schülergruppen, deren Anliegen das Setzen von Denkmälern für die Opfer des Nationalsozialismus und sogenannte „Stille Helden“ ist.

PD Dr. Nils M. Franke, Jahrgang 1971, ist Historiker, Kommunikationswissenschaftler und Privatdozent an der Universität Leipzig. Seit 2005 ist er Leiter des Wissenschaftlichen Büro Leipzigs und analysiert seit Jahren die Geschichte des rechtsextremistischen Denkens sowie die Entwicklung von Konzepten wie Heimat, Globalisierung und Identität.

Die Autoren vereint das gemeinsame Engagement im Bereich der historisch-politischen Bildung und die Zusammenarbeit im Rahmen verschiedener Projekte des Erich-Zeigner-Haus e.V. in und um Leipzig.

Hier noch einmal die genauen Daten zu den Präsentationsveranstaltungen:

11.12.2019, von 18-20 Uhr
Stadtbibliothek Schkeuditz
Bahnhofstraße 9
04435 Schkeuditz

16.12.2019, von 18-20 Uhr
Mehrgenerationenhaus Arche Eilenburg
Nikolaiplatz 3
04838 Eilenburg

Wir freuen uns auf viele Interessierte, die Lust haben, mehr über die historisch-politische Bildungsarbeit zu lernen.

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