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Jugendprojekte
gepostet am: Mittwoch, 14.04.2021, 11:04 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land & Gedenktafeleinweihung in Leipzig

Am kommenden Montag (19. April 2021) – am Tag nach dem Internationalen Tag des Denkmals – werden wir im Leipziger Land erneut Stolpersteine verlegen. Wir freuen uns sehr, dass die Verlegungen Geithain, Bad Lausick und Pegau nun stattfinden können, nachdem sie zunächst im Herbst vergangenen Jahres und anschließend am Internationalen Holocaustgedenktag im Januar erneut pandemiebedingt verschoben werden mussten. Am Montag wird zudem eine Gedenktafel zu Ehren eines „Stillen Helden“ in Leipzig eingeweiht werden.

Nachfolgend möchten wir kurz einen kleinen Überblick über die bevorstehenden Verlegungen geben, die allerdings aus Gründen des Infektionsschutzes nur in kleinem Rahmen und unter strengen Hygieneauflagen durchgeführt werden können.

Ein Stolperstein für Paul Weise – Verlegung in Geithain

In der Eisenbahnstraße 1b um 11.30 Uhr wird in Erinnerung an den ersten Bürgermeister Geithains, Paul Weise, ein Gedenkstein verlegt. Paul Weise war aus politischen Gründen durch das nationalsozialistische Regime verfolgt, mehrfach inhaftiert und gefoltert worden. Das erinnerungskulturelle Projekt hatte im Frühjahr 2020 begonnen und wurde mit Schüler:innen der Paul-Guenther-Oberschule in Kooperation mit dem Flexiblen Jugendmanagement (FJM) sowie dem Schweizerhaus Püchau e.V. durchgeführt und von der Lokalen Partnerschaft für Demokratie unterstützt.

Zwei Stolpersteine für das Ehepaar Baunack – Verlegung in Bad Lausick

In Bad Lausick wollen wir dann ab 12.30 Uhr zwei Stolpersteine in der Fabianstraße 10 verlegen, um Dora und Walter Baunack zu gedenken. Das Projekt fand in Zusammenarbeit mit der Werner-Seelenbinder-Oberschule statt und hatte bereits Ende 2019 mit 15 Schüler:innen der 10. Klassenstufe begonnen. Der Mechaniker Walter Erich Otto Baunack und seine Ehefrau Dora (geb. Müller) waren als Mitglieder der KPD aus politischen Gründen verfolgt worden, leisteten jedoch auch nach mehrfachen Verhaftungen aktiv antifaschistische Arbeit und wurden für ihren fortwährenden politischen Widerstand nach dem Krieg als „Verfolgte des Naziregimes“ anerkannt sowie als „Kämpfer gegen den Faschismus geehrt. Das Projekt wurde gefördert von der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

Fünf Stolpersteine für verfolgte Jüdische Menschen aus Pegau

Am Nachmittag folgen zwei Verlegungen in Pegau. An zwei Verlegestellen werden insgesamt fünf Stolpersteine in die Gehwege eingelassen – um 14 Uhr gedenken wir am Kirchplatz 11 mit insgesamt vier Steinen der jüdischen Familie Sternreich, bestehend aus Wilhelm Victor und Selma Sara (geb. Blonder) sowie ihren beiden Söhnen Georg und Leo/Leon. Nachdem die Familie im Oktober 1938 im Zuge der Polenaktion deportiert worden war, gelangte sie in das jüdische Viertel Bresko, das spätere Ghetto. Über das weitere Schicksal der Familie liegen keine ausreichenden Informationen vor. Der Vater, Wilhelm Victor, gilt als umgekommen – seine restliche Familie als verschollen. Nur unweit von der ersten Verlegestelle entfernt wird dann der letzte Gedenkstein des Tages verlegt – um 14.30 Uhr gedenken wir Ilse Charlotte Flade (geb. Arnholz) in der Breitstraße 24. Ilse Flade war ebenfalls ein Opfer der NS-Verfolgung geworden – nicht nur, weil sie selbst Jüdin war, sondern auch aufgrund ihrer Ehe mit einem nicht-jüdischen Mann. Im Januar 1944 war sie von der Gestapo abgeholt und nach Theresienstadt deportiert worden, wo sie mit 53 Jahren am 27.09.1944 ermordet wurde. Die Pegauer Schicksale wurden recherchiert von Schüler:innen des Groitzscher Wiprecht-Gymnasiums und Konfirmand:innen aus Pegau in Begleitung durch die Gemeindepädagogin Eva Reiprich.

Eine Gedenktafel für den „Stillen Helden“ Theodor Kranz

Den Abschluss des Tages stellt dann um 16 Uhr die Einweihung einer Gedenktafel in der Zschocherschen Straße 86 in Leipzig dar. Geehrt wird Theodor Kranz, zu dessen Wirken im Leipziger Rettungswiderstand Schüler:innen der 11. Klassenstufe des Maria-Merian-Gymnasiums in Schkeuditz im Rahmen eines einjährigen Projektes recherchiert hatten. Nach der Deportation und Ermordung seiner jüdischen Ehefrau Beate Cäcilie hatte Kranz sich für den Schutz ihrer Tochter, Leonie Frankenstein (geb. Adler), und deren Familie eingesetzt. Nach Kriegsende floh Kranz 1953 aus Leipzig. Bis zu seinem Tod 1980 lebte er in Übach-Palenberg, nahe der niederländischen Grenze. Im Jahr 2013 war er bereits posthum von der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt worden. Gefördert wurde das Projekt vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ des Freistaats Sachsen.

Weitere Informationen zu unseren laufenden oder geplanten Jugendprojekten sind wie immer auf unserer Homepage unter https://erich-zeigner-haus-ev.de/jugendprojekte/ abrufbar.

Wir bedanken uns wie immer bei allen Unterstützer:innen unserer Arbeit und unserer Projekte und freuen uns, dass uns eine Umsetzung dieser Projekte trotz der erschwerten Bedingung derzeit möglich war.

Presse
gepostet am: Montag, 05.04.2021, 8:04 Uhr

In Erinnerung an Erich Zeigner – ein Beispiel für gelebte Zivilcourage

Am heutigen Ostermontag, dem 05. April, gedenken wir unserem Vereinsnamensgeber Erich Zeigner, der heute vor nun genau 72 Jahren nach schwerer Erkrankung verstorben ist.

Unsere Vereinsarbeit orientiert sich seit jeher am politischen wie zivilgesellschaftlichen Engagement Zeigners und steht dabei insbesondere für Weltoffenheit, Demokratie und Zivilcourage ein.

Erich Zeigner ist ein Beispiel für gelebte Zivilcourage. Bezeichnend für sein politisches Engagement ist dabei neben seiner Arbeit im Sächsischen Landtag, als sächsischer Ministerpräsident und nach der Befreiung auch als Leipziger Oberbürgermeister vor allem sein trotz anhaltender politischer Verfolgung nicht abbrechendes antifaschistisches Engagement und das damit verbundene Mitwirken im Leipziger Rettungswiderstand in der Zeit des Nationalsozialismus. So half Zeigner in Zusammenarbeit mit Pater Aurelius Arkenau und seiner ehemaligen Sektretärin Johanna Landgraf auch Jüd:innen, die vom NS-Regime verfolgt wurden.

Nach seinem Tod am 05. April wurde Zeigner auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt, wo sich noch immer sein Grab befindet. Wir haben zu seinem Gedenken Blumen niedergelegt.

Das vergangene wie auch das aktuelle Jahr stellen uns vor große Herausforderungen. In vielen Lebensbereichen ist unsere Bereitschaft, solidarisch und zivilcouragiert mit unseren Mitmenschen umzugehen, besonders gefragt und die Konsequenzen unseres eigenen Verhaltens zeigen sich noch einmal unmittelbarer als vor der Pandemie. Umso wichtiger ist es unserer Meinung nach, die Bedeutung des eigenen Handelns für das Leben Anderer nicht zu vergessen und sich stattdessen zu überlegen, wie wir einander in diesen schwierigen Zeiten unterstützen können.

Dies möchten wir Ihnen und Euch am heutigen Ostermontag mitgeben.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 17.03.2021, 14:03 Uhr

Vizepräsidentin des deutschen Bundestags Dagmar Ziegler zu Besuch im Erich-Zeigner-Haus

Vizepräsidentin des deutschen Bundestags informiert sich über politische Bildungsarbeit
Dagmar Ziegler zu Besuch im Erich-Zeigner-Haus

Am Mittwoch, den 17. März 2021, stattete Dagmar Ziegler, die Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, dem in Leipzig-Plagwitz ansässigen Erich-Zeigner-Haus-Verein einen Besuch ab.

„Wir freuen uns sehr über dieses Treffen mit Frau Ziegler und die damit verbundene Anerkennung unserer Arbeit auf Bundesebene.“, erklärt Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. Neben einer persönlichen Wertschätzung zeuge der Besuch der Vizepräsidentin vor allem von einer Wertschätzung des bürgerschaftlichen Engagements gegen Rechtsextremismus im Leipziger Land, ergänzt Henry Lewkowitz, der Geschäftsführer des Vereins.

Für seine politische Arbeit und die damit einhergehende Bekämpfung von Vorurteilen war der Verein bereits kürzlich international durch die Verleihung des Obermayer-Awards ausgezeichnet worden. Frau Ziegler verabschiedete sich von ihrem Besuch des Zeigner Hauses mit Dank und den Worten: „Demokratie braucht eine starke Zivilgesellschaft. Zu deren Stärkung trägt der Erich-Zeigner-Haus e.V. in Leipzig und darüber hinaus in hohen Maße bei!“.

Neben seinen historisch-politischen Jugendprojekten und den Workshops für Lehrpersonal in Leipzig und im Leipziger Umland ist der Verein auch für seine regelmäßigen Veranstaltungen im Bereich der politischen Erwachsenenbildung bekannt. Seine diesjährige Veranstaltungsreihe „Mythen und Religion, Ideologien und Wissenschaft – Herausforderungen im 21. Jahrhundert“ befindet sich derzeit in der Vorbereitung und soll voraussichtlich im Mai beginnen. Im Zuge der Corona-Pandemie konnte der Erich-Zeigner-Haus e.V. sein Veranstaltungsangebot vollständig auf den digitalen Raum umlegen. „Sollte es auch in diesem Jahr nicht anders möglich sein, werden wir unsere Inhalte auch weiterhin online zugänglich machen.“, meint Henry Lewkowitz. „Es ist uns wichtig, dass wir gerade in Zeiten der Krise die Bedeutung von politischer Bildung im Blick behalten.“

Aufgreifen soll die Veranstaltungsreihe dann mitunter Themen wie Rassismus, Rechtsextremismus, Verschwörungsmythen und Holocaustgedenken. Für aktuelle Informationen zu bevorstehen Veranstaltungen können Interessierte die Homepage des Vereins unter www.erich-zeigner-haus-ev.de besuchen.

 

Presse
gepostet am: Mittwoch, 17.03.2021, 9:03 Uhr

Aktionstag „Vorsicht, Vorurteile! Wir setzen ein Zeichen gegen Rassismus“

(Alltags-)Rassismus kann verschieden in Erscheinung treten und äußert sich nicht nur offen in Form rassistisch motivierter Gewalttaten, sondern auch subtil, zum Beispiel durch Blicke oder Gesten. Ob in der Schule, beim Einkaufen, beim Bewerbungsgespräch oder bei der Wohnungssuche: für Betroffene sind rassistische Diskriminierung und Ausgrenzungen alltäglich. Rassismus ist somit nicht nur ein Phänomen des Rechtsextremismus, sondern muss klar als gesamtgesellschaftliches Problem benannt werden.

Um auf Rassismus aufmerksam zu machen und ein Zeichen gegen rassistische Diskriminierung zu setzen, initiiert das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ am 18. März bundesweit den Aktionstag „Vorsicht, Vorurteile! Wir setzen ein Zeichen gegen Rassismus“. Auf der Website der Kampagne finden sich viele interessante Informationen und Beiträge zum Thema, auf die wir hiermit hinweisen möchten. Die aktive Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen, Inhalten und Mechanismen von (Alltags-)Rassismen ist ein wichtiger Schritt, eigene rassistische Denk- und Handlungsmuster zu erkennen, zu hinterfragen und dem Phänomen präventiv zu begegnen.

Der Aktionstag findet nur wenige Tage vor dem „Internationalen Tag gegen Rassismus“ statt. Der vor 55 Jahren von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag geht auf das „Massaker von Sharpville“ zurück. Im Jahr 1960 demonstrierten im südafrikanischen Sharpville mehr als 5.000 Menschen gegen die Apartheidgesetze. Im Zuge der Demonstration kam es zu massiver Polizeigewalt: 69 Menschen wurden von Polizist*innen erschossen und mindestens 180 weitere Personen teils schwer verletzt. Seit 1966 erinnert der „Internationale Tag gegen Rassismus“ am 21. März der Opfer des Massakers und bietet darüber hinaus Anlass zu Aktionen und Veranstaltungen gegen Rassismus.

Diesen Anlass möchten wir zudem nutzen, um auf unser neues Projekt „Digital präventiv gegen Alltagsrassismus im ländlichen Raum“ hinzuweisen. Mit dem Projekt möchten wir auch einen Beitrag dazu leisten, Jugendliche für Alltagsrassismus zu sensibilisieren und ihm so präventiv begegnen.

 

Presse
gepostet am: Freitag, 12.03.2021, 17:03 Uhr

Aktionsjahr 2021 – „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“

Am 21. Februar 2021 wurde das Fest- und Aktionsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ mit einem Festakt eröffnet. Anlass hierfür ist ein Dekret Konstantins aus dem Jahr 321, welches als älteste verfügbare Quelle belegt, dass Jüd:innen schon seit mindestens 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschland leben. Initiiert wurde das Aktionsjahr durch den Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.“, der durch ein vielseitig gestaltetes Programm mit unterschiedlichsten Aktionen (z.B. Konzerte, Theaterstücke, Vorträge, Ausstellungen oder Podcasts) jüdisches Leben und die jüdische Kultur in Deutschland sichtbar und erlebbar machen möchte. Auch soll so ein Beitrag für Weltoffenheit und Toleranz geleistet und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt werden.

Am Programm wirken Vereine und Initiativen aus ganz Deutschland mit. Ihre Veranstaltungen werden im Verlauf des gesamten Jahres unterschiedliche Veranstaltungen stattfinden und ebenso divers sein wie das jüdische Leben selbst.

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation werden viele Veranstaltungen im virtuellen Raum umgesetzt werden, darunter zum Beispiel Video-Projekte und Vorträge.

Auch ein Podcast wurde produziert. In diesem soll im Gespräch mit unterschiedlichen Gästen wöchentlich Fragen rund um das Thema „Jüdisches Leben“ nachgegangen werden.

Im Raum Sachsen erschien nun auch eine Broschüre mit dem Titel „Jüdisches Leben in Sachsen“, in der mehr als 30 Akteur:innen und Initiativen vorgestellt werden, die sich in ihrer Arbeit mit jüdischem Leben befassen. Die Broschüre beinhaltet zudem ein Glossar zu jüdischen Fest- und Feiertagen sowie eine Übersicht zur jüdischen Geschichte Sachsens. Auch unser Verein ist in der Broschüre zu finden.

Durch unsere zahlreichen erinnerungskulturellen Projekte und Angebote der politischen Bildung befassen wir uns in unserer Vereinsarbeit regelmäßig intensiv mit jüdischem Leben und jüdischer Kultur. Leider mussten wir jedoch dadurch auch mehrfach Erfahrungen mit dem gesellschaftlich verankertem Antisemitismus machen und erleben, dass z.B. unsere Stolpersteinprojekte und Mahnwachen auf Ablehnung stoßen oder zerstört werden. Im vergangenen Jahr beobachteten wir zudem voller Sorge die zunehmende Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien, die im Zuge der Querdenken-Proteste wieder mehr Anklang gefunden haben. Wir halten es für wichtig, auf diesen Antisemitismus hinzuweisen, uns solidarisch mit Betroffenen zu zeigen und uns für eine tolerante, weltoffene Gesellschaft zu engagieren. Die Veranstaltungen, die im Rahmen des Aktionsjahrs angeboten werden, können durch ihre Vielseitigkeit einen besonderen Beitrag dazu leisten, nicht-jüdische Menschen mit dem jüdischen Leben und der jüdischen Kultur vertrauter zu machen und so vielleicht auch dort Wissenslücken schließen, die diskriminierendem Denken Raum bieten.

Wir laden daher hiermit dazu ein, das Programm des Aktionsjahr abzurufen und sich die eine oder andere Veranstaltung genauer anzusehen. Lasst uns gemeinsam Neues lernen und uns gegen Vorurteile positionieren.

Presse
gepostet am: Montag, 01.03.2021, 14:03 Uhr

Gemeinsam gegen die geplante Querdenken-Demonstration am 06. März 2021 in Leipzig – gemeinsam für Demokratie, Weltoffenheit und Zivilcourage

Liebe Unterstützer:innen, liebe Interessierte.

Am 07. November 2020 eskalierte die Demonstration der Anhänger:innen der selbsternannten Initiative „Querdenken“. Der Protest wurde nicht zuletzt durch die Missachtung der Auflagen zum Infektionsschutz zu einem gefährlichen Superspreader-Event. Aber nicht nur deshalb sind die Proteste der Querdenken-Bewegung problematisch und gefährlich: Hinter der von Anhänger:innen positiv dargestellten Heterogenität der Bewegung steht auch ein Aufeinandertreffen von Esoteriker:innen, Impfgegner:innen, Antisemit:innen, Rechtsextremist:innen, gewaltbereiten Neonazis und Anhänger:innen der Reichsbürgerbewegung, die ihre verschwörungsideologischen, antisemitischen und antidemokratischen Inhalte und Umsturzfantasien zusammentragen und damit gemeinsam artikulieren.

Gerade mit Rückblick auf die desaströse Entwicklung des Querdenken-Protests im November, bei dem auch Vertreter:innen der Presse massiv attackiert wurden, ist die nun für den 06. März angekündigte Demonstration der Querdenker als höchst problematisch einzustufen.

Geplant ist von Seiten der Querdenken-Bewegung ein Autokorso durch Leipzig sowie mit einer Demonstration auf dem Gelände der Neuen Messe vor dem dortigen Impfzentrum. Demonstriert wird gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und die Impfungen.

Wir sehen als Erich-Zeigner-Haus e.V. hier die Notwendigkeit einer deutlichen Positionierung gegen die Bewegung, ihre Haltung sowie Demonstrations-Motive. Daher beteiligen wir uns am geplanten Gegenprotest und rufen ebenfalls zur Teilnahme daran auf.

Folgende Aktionen sind derzeit durch das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ geplant:

A) Fahrraddemonstrationen ab 12 Uhr an drei Startpunkten:
1. Lindenauer Markt
2. Rabet (Stadtteilpark an der Eisenbahnstraße)
3. Connewitz Kreuz

B) Motorradkorso ab 12 – Startpunkt: Wilhelm-Külz-Park/Völkerschlachtdenkmal
C) Zielkundgebung ab 14 Uhr am Augustusplatz

Updates zum Gegenprotest sind im Laufe der Woche zu erwarten und werden auf unserer Homepage und Facebook-Seite geteilt. Wir möchten zusätzlich zur Selbstinformationen über die Facebookseite des Aktionsnetzwerkes einladen.

Abschließend seien alle, die nicht an den Protesten teilnehmen können (z.B. aufgrund von Sicherheitsbedenken) aber den Gegenprotest unterstützen möchten, auf kreative Formen des Aktivismus hingewiesen. So kann z.B. das Gestalten von Bannern, die dann aus dem eigenen Fenster gehängt werden, aber auch das Weiterleiten von Informationen immer einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung leisten. Im Falle der Teilnahme sind alle dazu aufgerufen, die Auflagen zu berücksichtigen, Sicherheitsabstände einzuhalten und die verordneten Mundnasenmasken zu tragen.

Presse
gepostet am: Freitag, 19.02.2021, 11:02 Uhr

Ein Jahr nach Hanau – In Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags

Ein Jahr ist es her, dass der Rechtsterrorist Tobias R. in und um zwei Hanauer Shishabars aus rassistischen Motiven neun Menschen das Leben nahm: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Anschließend erschoss er seine Mutter und sich selbst. Nur wenige Tage zuvor veröffentlichte er auf seiner Website ein sogenanntes „Manifest“: Eingebettet in einer wahnhaften Verschwörungstheorie, legte der Täter in dem Dokument seine rassistische und antisemitische Weltsicht dar, die ihm letztlich zur Legitimation der Tat diente.

Noch immer sind viele Fragen offen – auch ein Jahr nach der Tat. Die Hinterbliebenen werfen den Ermittlungsbehörden schwerwiegende Versäumnisse vor und berichten von strukturellem Rassismus, den sie auch nach dem Anschlag erleben mussten. Marianne Ballé Moudoumbou von der Pan African Women’s Empowerment und Liberation Organisation betont außerdem, dass nach rassistischen Taten immer noch die These vom Einzeltäter verbreitet werde, „obwohl klar sei, dass Rassismus institutionell und strukturell in der Mitte der Gesellschaft vorhanden sei und von dort auch bekämpft werden müsse“.

Wir gedenken der Opfer des rechtsterroristischen Anschlags und zeigen uns solidarisch mit den Hinterbliebenen und Überlebenden.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 17.02.2021, 12:02 Uhr

Der 135. Geburtstag von Erich Zeigner – in Erinnerung

Heute vor 135 Jahren, am 17.02. 1886, wurde Erich Zeigner in Erfurt geboren. Acht Jahre später zog er mit seiner Familie gemeinsam nach Leipzig, wo er später das Studium der Rechtswissenschaft und der Volkswirtschaft abschloss.

Im März 1923 wurde er zum sächsischen Ministerpräsident der Regierung ernannt, die noch im Oktober desselben Jahres mit Hilfe der Reichswehr durch eine sogenannte „Reichsexekution“ gestürzt wurde. Zeigner wurde festgenommen und unter dem Vorwand der Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt.

Er war sowohl von 1925 bis 1928 als Lehrer, als auch die folgenden fünf Jahre als Journalist tätig. Ab 1933 war Zeigner Teil des antifaschistischen Widerstands in Deutschland. Besonders herauszustellen ist dabei die von ihm geleistete Unterstützung verfolgter jüdischer Mitmenschen zwischen 1939 und 1944. Diesen half er gemeinsam mit Pater Aurelius Arkenau und Johanna Landgraf. Aufgrund seines mutigen Engagements im Leipziger Rettungswiderstand wurde Zeigner mehrfach verhaftet und angeklagt. Im Jahr 1944 wurde er u.a. nach Sachsenhausen deportiert.

Doch nach der Befreiung 1945 konnte er nach Leipzig zurückkehren, um hier weiter politische Arbeit zu leisten. So wurde er noch unter amerikanischer Besatzung als Rechtsrat und Leiter des Kulturamtes Leipzigs eingesetzt. Zeigner setzte sich sowohl gegen die Hungers- und Wohnungsnot der Nachkriegszeit, als auch für die Entnazifizierung der Verwaltung und die Wiedereröffnung der Universität ein. Ab 1945 hatte er das Amt des Oberbürgermeisters inne, welches er bis zu seinem Tod am 5.April 1949 bekleidete. Er wurde später auf dem Leipziger Südfriedhof beigesetzt.

Unsere Vereinsarbeit basiert auf Zeigners Mut im Kampf gegen den deutschen Faschismus. Wir sind davon überzeugt, dass kritische Erinnerungen an die NS-Verbrechen weitergegeben werden müssen.

Es ist wichtig, sich die Geschichten der Menschen, die im Nationalsozialismus gefoltert, ermordet, deportiert und entmenschlicht wurden, immer wieder vor Augen zu halten. Gleichzeitig sollten uns auch die wenigen Menschen, die unter dem Naziregime lebten und sich trotz Todesgefahr entschieden, Solidarität zu leben, in Erinnerung bleiben. Erich Zeigner war einer dieser Menschen und wir möchten seinen 135. Geburtstag nutzen, um an sein mutiges und solidarisches Handeln zu erinnern. Nur so können wir uns immer wieder der Werte bewusst werden, aus denen Zeigner die Motivation seiner Handlungen zog. Diese Werte sind es auch heute noch, an denen sich unsere Vereinsarbeit ausrichtet, die insbesondere junge Menschen dazu motivieren soll, selbst Zivilcourage zu zeigen.

In Erinnerung an Erich Zeigner haben wir heute gemeinsam mit Vertretenden der Partei DIE LINKE. aus dem Stadtrat zu Leipzig und der Paul-Benndorf-Gesellschaft einen Kranz an seinem Grab auf dem Leipziger Südfriedhof niedergelegt.

Presse
gepostet am: Dienstag, 09.02.2021, 9:02 Uhr

Spendenaufruf für die Gedenktafel für den „Stillen Helden“ Theodor Kranz

Im Laufe des vergangenen Jahres beschäftigen sich Schüler:innen der elften Klasse des Maria-Merian-Gymnasiums Schkeuditz mit der Biografie des „Stillen Helden“ Theodor Kranz. Dieser wurde im Jahr 1897 in Oschersleben geboren und heiratete Cecile Beate Kranz, geb. Adler, eine jüdische Frau, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Beate Kranz nahm ihre Tochter aus erster Ehe, Leonie Frankenstein, mit in ihre zweite Beziehung. Nach der Verhaftung seiner Frau erkannte Theodor Kranz die Gefahr, in der sich auch Leonie und ihre junge Familie befanden, da ihr Mann Walter Frankenstein und sie ebenfalls jüdischer Abstammung waren. Die Familie Frankenstein überlebte den Holocaust durch die über drei Jahre andauernde Unterstützung von Theodor Kranz, der sich in unterschiedlichster Weise für ihren Schutz einsetzte.

Um ein würdiges Gedenken an Theodor Kranz zu ermöglichen, werden die Schüler:innen in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. eine Gedenktafel in der Zschocherschen Straße 86, wo der „Stille Held“ zuletzt wohnte, installieren.  Für die Finanzierung der Gedenktafel sammeln die Schülerinnen und Schüler ab sofort Spenden, die an das nachfolgende Konto überwiesen werden können:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.

IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96

Verwendungszweck: Gedenktafel Kranz

Über den genauen Termin der Gedenktafeleinweihung informieren wir hier auf unserer Homepage.
Weitere Informationen zum Schicksal von Theodor Kranz finden Sie hier.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, auch im Namen der Schüler:innen aus Schkeuditz

Ihr Erich-Zeigner-Haus e.V.

Presse
gepostet am: Freitag, 05.02.2021, 11:02 Uhr

KURZFILM ZEIGT DIE VEREINSARBEIT

Im Rahmen des Obermayer Awards wurde dem Verein, als einem von sechs Preisträger:innen, die Möglichkeit gegeben, einen professionell durchgeführten Kurzfilm entstehen zu lassen. Dieses Video zeigt in komprimierter Form die Arbeit unseres Vereins anhand einiger Bilder und Videos bereits abgeschlossener Projekte, Interviews mit Lehrenden und Schüler:innen, begleitet von den Aussagen und Erläuterungen Henry Lewkowitz‘, dem geschäftsführenden 2. Vorsitzenden des Erich-Zeigner-Haus e.V.. Wir bedanken uns bei der Obermayer Stiftung für diese Möglichkeit und wollen das Video gern teilen.

Das Video finden Sie unter dem folgenden Link:

https://widenthecircle.org/de/profiles/erich-zeigner-house

Während des Filmens wurden alle zu dem Zeitpunkt vorgegebenen Hygienemaßnahmen eingehalten.

Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldungen, Anregungen oder Fragen!

– Ihr Team des Erich-Zeigner-Haus Vereins

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