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gepostet am: Donnerstag, 14.01.2021, 17:01 Uhr

Erich-Zeigner-Haus e.V. mit neuem Projekt im Bundesprogramm „Demokratie leben!“

Für unser Projekt „Digital präventiv gegen Alltagsrassismus im ländlichen Raum“  erhält unser Verein zum ersten Mal eine Förderung auf Bundesebene.

Ziel des im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geförderten Projektes ist es, Jugendliche für Alltagsrassismus zu sensibilisieren, um diesem präventiv zu begegnen. Dies ist unseren Erfahrungen entsprechend insbesondere im sächsischen Umland ein wichtiges Thema, das eine nähere Bearbeitung fordert. Nicht zuletzt ist Alltagsrassismus häufig ein erster Schritt zur weiteren Radikalisierung und somit ein Einstieg in den Rechtsextremismus.

Das Projekt soll bis Ende 2022 andauern und wird an sächsischen Schulen und in Kooperation mit freien Bildungsträgern wie dem Leipzig.Courage zeigen! e.V. oder dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig umgesetzt.

Im Laufe des Projektes sollen Jugendliche partizipativ eigene Online-Medieninhalte gestalten, wodurch sie in ihrem Demokratieverständnis gestärkt und weitergebildet werden sollen.
Am Ende des Projektes steht dann ein konkretes Produkt – ein eigens erstellter digitaler Kurzfilm, der Hintergründe, Erscheinungsformen und Gegenargumente zu rassistischen Ressentiments in kurzen Videoclips behandelt. Die Kurzfilme werden anschließend in einem landesweiten Wettbewerb bewertet und öffentlich präsentiert.

„Die bundesweite Förderung erfüllt uns nicht nur mit großem Stolz, sondern bezeugt zudem die besondere Qualität und Bedeutung unserer Arbeit. Aber vor allem bestärkt sie uns letztlich auch darin, dass wir die richtigen Ideen haben, um Veränderungen zu bewirken.“
(Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus Vereins)

Durch das Projektkonzept sollen dabei nicht nur auf besonders anschauliche Weise wichtige Inhalte für die Jugendlichen visualisiert werden. Wichtig ist auch, dass das Projekt an einem für die Jugendlichen wichtigen alltäglichen Kontext anknüpft – der Welt der Medien. Durch sie werden insbesondere Jugendliche häufig seitens rechtsextremistischer Akteur:innen angesprochen.

Wir hoffen, dass wir bei den Teilnehmenden durch das Projekt die reflektierte Auseinandersetzung und Bewertung derartiger Kontaktaufnahmen und Ideologien schulen und stärken können.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 14.01.2021, 16:01 Uhr

Obermayer Awards 2021 – Erich-Zeigner-Haus e.V. erhält internationale Ehrung

Nach den zahlreichen Herausforderungen des letzten Jahres beginnt das neue Jahr für den Erich-Zeigner-Haus e.V. mit guten Neuigkeiten.

Der Empfehlung des „Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK)“ Sachsen folgend, haben wir uns im vergangenen Jahr für die Obermayer Awards 2021 bei der in den Vereinigten Staaten ansässigen Obermayer Foundation, welche alljährlich Preisträger:innen aus aller Welt für besondere Beiträge für den Erhalt der jüdischen Geschichte und Kultur und somit für die Erinnerungskultur ehrt, beworben. Die Stiftung ehrt bereits seit 20 Jahren engagierte Bürgerinnen und Bürger, Projekte, Vereine, Organisationen und Initiativen durch die „German Jewish History Awards“, so unter anderem den Stolperstein-Künstler Gunter Demnig, den Aktionskünstler Wolfram P. Kastner, den Historiker Fritz Reuter sowie im vergangenen Jahr den Dramaturgen Michael Batz aus Hamburg, der für seine Dokumentarstücke zu Facetten der NS-Vergangenheit in Hamburg ausgezeichnet wurde – um nur einige Preisträger zu nennen.

Nun werden auch wir am 25. Januar 2021 durch den Obermayer Award mit unserer somit ersten internationalen Auszeichnung für unser Engagement geehrt. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir uns in eine Reihe bemerkenswerter Preisträger:innen der letzten Jahre eingliedern dürfen.

„Für uns ist es die erste internationale Auszeichnung. Sie zeigt, wie breit mittlerweile die Ausstrahlung unserer Arbeit ist. Insbesondere die ‚Stolperstein‘- und die ‚Stillen Helden‘-Projekte sind Teil weltweiter erinnerungspolitischer Aktivitäten, welche die Opfer von rassistischen Verbrechen sowie die mutigen Menschen, die ihnen geholfen haben, in den Mittelpunkt stellen.“
(Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus Vereins)

Wir gratulieren auch den weiteren Preisträger:innen dieses Jahres, zu denen auch das AKuBiZ (Alternatives Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz) zählt. Die weiteren Preisträger:innen der Obermayer Awards 2021 sind: Elisabeth Kahn (Berlin und Augsburg), Volker Keller (Mannheim), Friederike Fechner (Stralsund) und Dr. Marion Lilienthal (Korbach).

Die Preisverleihung wird am 25. Januar um 18.00 Uhr stattfinden und aufgrund der pandemischen Lage digital umgesetzt.

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gepostet am: Donnerstag, 14.01.2021, 9:01 Uhr

Spendenaufruf für die Gedenktafel für den „Stillen Helden“ Theodor Kranz

Im Laufe des vergangenen Jahres beschäftigen sich Schüler:innen der elften Klasse des Maria-Merian-Gymnasiums Schkeuditz mit der Biografie des „Stillen Helden“ Theodor Kranz. Dieser wurde im Jahr 1897 in Oschersleben geboren und heiratete Cecile Beate Kranz, geb. Adler, eine jüdische Frau, die aufgrund ihrer jüdischen Abstammung 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Beate Kranz nahm ihre Tochter aus erster Ehe, Leonie Frankenstein, mit in ihre zweite Beziehung. Nach der Verhaftung seiner Frau erkannte Theodor Kranz die Gefahr, in der sich auch Leonie und ihre junge Familie befanden, da ihr Mann Walter Frankenstein und sie ebenfalls jüdischer Abstammung waren. Die Familie Frankenstein überlebte den Holocaust durch die über drei Jahre andauernde Unterstützung von Theodor Kranz, der sich in unterschiedlichster Weise für ihren Schutz einsetzte.

Um ein würdiges Gedenken an Theodor Kranz zu ermöglichen, werden die Schüler:innen in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. eine Gedenktafel in der Zschocherschen Straße 86, wo der „Stille Held“ zuletzt wohnte, installieren.  Für die Finanzierung der Gedenktafel sammeln die Schülerinnen und Schüler ab sofort Spenden, da an das nachfolgende Konto überwiesen werden können:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.

IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96

Verwendungszweck: Gedenktafel Kranz

Über den genauen Termin der Gedenktafeleinweihung informieren wir hier auf unserer Homepage.
Weitere Informationen zum Schicksal von Theodor Kranz finden Sie hier.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, auch im Namen der Schüler:innen aus Schkeuditz

Ihr Erich-Zeigner-Haus e.V.

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gepostet am: Mittwoch, 13.01.2021, 12:01 Uhr

Stolpersteinverlegungen finden nach Ostern statt – Termin lockdownbedingt verschoben

Die für den 27. Januar 2021 angedachten Stolpersteinverlegungen in Leipzig sowie im Leipziger Land müssen aufgrund der Verlängerung des Lockdowns und der damit einhergehenden Schutzmaßnahmen leider verschoben werden.

Dies betrifft die Verlegungen in Bad Lausick (Stolpersteine für Dora und Walter Baunack), in Pegau (Stolpersteine für die Familie Sternreich und Ilse Charlotte Flade) sowie die Verlegung in Geithain (Stolperstein für Paul Weise). Aber auch die Verlegung des Stolpersteins für Ilse Frankenthal (Leipzig) ist von der Verschiebung betroffen.

Alle Verlegungen im Leipziger Land werden daher sofern möglich am 19. April 2021 nachgeholt.

Die Verlegung in Leipzig findet voraussichtlich am 05. Mai 2021 statt.

Wir hoffen, dass wir an diesen neuen Terminen wieder wie gewohnt für ein angemessenes Gedenken zusammenkommen und die Gedenksteine verlegen können.

Bis dahin wünschen wir Ihnen allen beste Gesundheit und freuen uns über Ihre andauernde Unterstützung unserer Projekte.

 

Ihr Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Falls Sie zusätzlich für die Stolpersteinanfertigungen spenden möchten, finden Sie die Informationen zum Spendenkonto auf den jeweils verlinkten Projektseiten zu den einzelnen Schicksalen.

 

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gepostet am: Sonntag, 20.12.2020, 18:12 Uhr

Rückblick: Workshopreihe 2020 – Historisch-Politische Bildungsarbeit

Im September und Oktober haben wir in Eilenburg, Taucha, Schkeuditz und Torgau Workshops zur historisch-politischen Bildungsarbeit im Rahmen einer Reihe durchgeführt, welche wir nun im Dezember mit einer abschließenden Fachtagung zu Ende bringen durften. Wir möchten abschließend in einem kurzen Rückblick auf diesen Abschluss auch all jenen einen Eindruck des Projektes vermitteln, die selbst nicht daran teilnehmen konnten.

Die Workshops umfassten in allen vier Städten drei Sitzungen, an denen jeweils etwa sechs engagierte Bürger:innen in den beteiligten Städten teilgenommen haben.
Im Rahmen der Sitzungen lernten die Teilnehmenden Grundlegendes zur Planung und Durchführung von erinnerungskulturellen Projekten, mit dem Ziel, diese zukünftig eigenständig und aus ihren Orten heraus als Multiplikator:innen mit Jugendlichen initiieren und umsetzen zu können. Bei der abschließenden Fachtagung am 5. Dezember durften wir voller Freude auch feststellen, dass dieses Ziel erreicht werden konnte: Im Jahr 2021 wollen einige der Teilnehmenden in Eilenburg, Schkeuditz und Taucha nun auch eigene Projekte anleiten. Gerne stehen wir ihnen als Erich-Zeigner-Haus e.V. dabei zur Seite und helfen bei aufkommende Rückfragen und Unsicherheiten auch im kommenden Jahr weiter.  Schon jetzt sind wir sehr gespannt, was aus unseren Workshops mitgenommen wurde und auf welche Art unsere Arbeit als Inspiration und Motivation für andere dienen kann. Auf die Workshopreihe und die Fachtagung blicken wir zufrieden zurück und hoffen, dass wir auch zukünftig unsere Erfahrungen und unser Wissen mit interessierten Multiplikator:innen teilen und ähnliche Projekte gemeinsam realisieren können.

Wir bedanken uns bei allen, die an den Workshops und der Fachtagung teilgenommen haben sowie bei der Partnerschaft für Demokratie Nordsachsen und der Partnerschaft für Demokratie Eilenburg – Bad Düben – Laußig für ihre finanzielle, aber auch mentale und physische Unterstützung. Zum Schluss möchten wir noch ein letztes Danke an alle Mitarbeiter:innen der Workshopreihe richten. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

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gepostet am: Dienstag, 15.12.2020, 11:12 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Frühjahr – Schülergruppen sammeln Spenden für Verlegungen im Land

Aufgrund der derzeitigen Pandemischen Lage mussten die für November 2020 geplanten Stolpersteinverlegungen in Leipzig und im Leipziger Land verschoben werden. Sie werden nun am 27. Januar 2021 nachgeholt. Wenngleich der Stolpersteinkünstler, Gunter Demnig, aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos auch weiterhin nicht durchs Land reisen und die Gedenksteine eigenhändig in die Gehwege einlassen kann, möchten wir den betroffenen Schülergruppen sowie den Konfirmand:innen aus Pegau gerne einen Abschluss ihrer Projekte ermöglichen.

Am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wollen wir vier Jugendprojekte im Leipziger Land zu Ende bringen und insgesamt 8 Steine verlegen. Für die Stolpersteine, die in der Fertigung 120€ kosten und im Sinne des Künstlers ausschließlich über Spenden finanziert werden dürfen, sammeln die Jugendlichen der Projektgruppen aus Geithain, Bad Lausick und Pegau nun Spenden.

Da sich die Sammlung von Spenden, die üblicherweise durch selbst organisierte Kuchenbasars, Weihnachtsgebäckverkäufe oder Ähnliches begleitet und maßgeblich unterstützt wird, aufgrund der derzeitigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens aber ebenfalls sehr schwierig bis unmöglich gestaltet, möchten wir hiermit unsere Plattform nutzen und dazu aufrufen, die Projekte finanziell zu unterstützen.

Untenstehend sind daher die Namen und die jeweiligen Adressen, an denen wir gerne am 27. Januar gemeinsam Stolpersteine verlegen möchten, aufgelistet. Durch einen Klick auf die Namen der Opfer gelangen Sie auf die Projektseiten, wo Sie zusätzliche Informationen zu den Projekten und den Schicksalen einsehen können.
Insofern Sie die Projekte anschließend unterstützen möchten, können Sie Ihre beliebige Spende an das nachfolgend gelistete Konto unter Angabe des unter den Namen aufgeführten Verwendungszweckes überweisen:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: [PROJEKTNAME]
V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

Paul Weise (Geithain, Eisenbahnstraße 2)
Verwendungszweck: Paul Weise

Dora und Walter Baunack (Bad Lausick, Fabianstraße 10)
Verwendungszweck: Familie Baunack

Familie Sternreich (Pegau, Kirchplatz 11) & Ilse Charlotte Flade (Pegau, Breitstraße 24)
Verwendungszweck: Stolpersteine Pegau

Wir bedanken uns vorab für jede Unterstützung der Stolpersteinprojekte, auch im Namen aller Schülerinnen und Schüler.

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

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gepostet am: Donnerstag, 03.12.2020, 9:12 Uhr

Aktuelle Broschüre „Interaktion: jüdisches Leben“

Seit heute sind Veranstaltungen im Bereich der Erwachsenenbildung offiziell untersagt bzw. finden höchstens virtuell statt. Derzeit scheint alles still zu stehen. Doch im Hintergrund laufen bereits Vorbereitungen für Veranstaltungen im kommenden Jahr und zahlreiche Bildungs- und Kultureinrichtungen oder auch Angebote im Bereich Museen, Forschung und Gedenken warten schon darauf, zu gegebener Zeit wieder ihre Türen zu öffnen und entdeckt zu werden.

Wir wollen daher die ruhige Zeit nutzen und die Broschüre „Interaktion: jüdisches Leben“ teilen, die durch das Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. herausgegegen wird und Interessierten einen Einblick in die zahlreichen Angebote rund um das jüdische Leben und die jüdische Kultur in Leipzig geben soll. Auch unser Verein hat in der Broschüre Platz auf zwei Seiten gefunden, worüber wir uns sehr freuen.

Wer sich nun in die 26 Angebote der Broschüre einlesen, vielleicht noch unbekannte Vereine und Bündnisse entdecken und sich Projekte für das kommende Jahr vormerken möchte, kann die Broschüre hier abrufen.

– Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

 

Termine
gepostet am: Mittwoch, 25.11.2020, 12:11 Uhr

Antisemitismus im Alltag – Zoom-Seminar & Gespräch

Es ist soweit: unsere Veranstaltungsreihe geht zu Ende. Am 18.12. werden wir zum letzten Mal in diesem Jahr an einem Freitagabend von 18.00 bis 20.00 Uhr für eine gemeinsame Veranstaltung (digital) zusammenkommen und uns mit einem wichtigen Thema der politischen Bildung befassen.

Den thematischen Ausklang in diesem Jahr soll dabei eine Veranstaltung über „ZOOM“ darstellen, die als eine Art Gespräch mit großem interaktivem Potenzial gestaltet wird. Die Referenten und Gesprächspartner des Abends, Marc Schwietring und Sigmount A. Königsberg, werden das Thema „Antisemitismus im Alltag“ anhand von sechs zuvor ausgearbeiteten Thesen besprechen, die ganz bewusst zum Nachdenken anregen und Debatten provozieren sollen.

These 1: „Antisemitismus ist das Gerücht über Juden.“ (Theodor W. Adorno)

These 2: Antisemitismus darf nicht nur auf Rechts- und Linksextremist*innen sowie Islamist*innen externalisiert werden, sondern ist Teil – und somit Problem – der gesamten Gesellschaft.

These 3: In Deutschland gilt derjenige, der auf Antisemitismus hinweist, für viel gefährlicher als der Antisemit selbst.

These 4: Der moderne Antisemit sagt nicht mehr: „Ich hasse Juden!“, sondern „Ich hasse Israel!“ – meint aber das gleiche.

These 5: Antisemitismus gehört zur kulturellen DNA Europas.

These 6: Antisemitismus ist kein Vorurteil, sondern manichäisches Weltbild.

Zusätzlich laden die Redner dazu ein, im Zuge der Anmeldung zur Veranstaltung eigene Fragen oder Thesen zum Thema einzureichen, die dann nach Möglichkeit in den Abend integriert und besprochen werden sollen.

Marc Schwietring ist Politikwissenschaftler, seit 2009 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Universitäten tätig und fokussiert sich in seiner Forschung vor allem auf die Politische Psychologie sowie Rechtsextremismus- und Antisemitismusforschung. An der FU Berlin bietet er Kurse zum Thema Populismus, Nationalismus und Rechtsextremismus an.

Sigmount A. Königsberg, geb. 1960 in Saarbrücken, studierte Kommunikationswissenschaft, Geschichte und Politikwissenschaft an der FU Berlin. Seit 1994 ist er Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und seit dem 1.9.2017 deren Beauftragter gegen Antisemitismus.

Die Moderation des Abends übernimmt Henry Lewkowitz.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Wir erbitten jedoch eine formlose Voranmeldung bis zu 16.12. (gerne unter Zusendung einer eigenen Frage) für die anschließende Zusendung der Einwahldaten zum Seminar per Mail an veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de

Wir hoffen auf ein spannendes Gespräch.

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gepostet am: Mittwoch, 18.11.2020, 9:11 Uhr

Historisch politische Bildungsarbeit – Abschluss-Fachtagung

Nachdem der Erich-Zeigner-Haus e.V. im vergangenen Jahr einen Leitfaden zur Historisch-politischen Bildungsarbeit veröffentlichte, konnte selbiger in diesem Jahr als Grundlage für eine Workshopreihe dienen, welche nun am 05.12.2020 mit einer Fachtagung zum Abschluss kommen soll.

In vier verschiedenen Städten in Nordsachen – Eilenburg, Torgau, Schkeuditz und Taucha – hatten in den letzten Monaten regelmäßige Zusammentreffen ortsansässiger Multiplikator*innen stattgefunden, welche zur eigenständigen Durchführung erinnerungskultureller Projekte geschult und befähigt wurden. Die Vermittlung von benötigtem Hintergrundwissen ebenso wie wichtigen Tipps sollte den Teilnehmenden das notwendige Handwerkszeug mitgeben. Alle Hinweise und Handreichungen wurden dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern gleichermaßen praktisch umgesetzt, z.B. in Form von eigener Archivrecherche als Vorbereitung für ein Stolpersteinprojekt. Nun soll eine abschließende Tagung mit allen vier Workshopgruppen sowie weiteren interessierten Multiplikator*innen ein Zusammentragen des Erlernten, eine Vorstellung der erarbeiteten Projekte und eine Vernetzung untereinander ermöglichen.

Hierzu laden die Projektinitiatoren am 05. Dezember ab 10 Uhr (und bis max. 13 Uhr) ein.
Stattfinden wird die Tagung aufgrund des derzeitigen Infektionssgeschehens digital über die Videokonferenz-Plattform „ZOOM“.

Die Teilnahme an der Abschlusstagung ist kostenfrei. Wir bitten um eineverbindliche, formlose Anmeldung bis zum 03.12.2020 per E-Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Eine Zusendung der Einwahldaten erfolgt dann am 03.12. nach Eingang aller Anmeldungen.

Eine vorherige Partizipation an den einzelnen Workshops ist nicht erforderlich.
Auf unsere Website finden Sie weitere Informationen zu unseren Workshops/Multiplikator*innen-Schulungen in Nordsachsen.

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gepostet am: Montag, 16.11.2020, 10:11 Uhr

Zeitzeugengespräch mit Raphaël Esrail – ein Rückblick

Schülergruppe richtet Fragen an Französischen Holocaustüberlebenden

Am 12.11.2020 fand im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit dem Neuen Nikolaigymnasium Leipzig und der Schule Edouard Belin in der französischen Gemeinde Vesoul ein binationales Projekt statt, welches durch eine Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, dem CIVS und dem Institut français Leipzig ermöglicht wurde.

Von 13 bis 15 Uhr bekamen insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler aus dem Französischleistungskurs der 11. Klasse des Neuen Nikolaigymnasiums die Gelegenheit, über ZOOM an einem digitalen Zeitzeugengespräch mit dem französischen Holocaustüberlebenden Raphaël Esrail teilzunehmen. Vorab hatten die Jugendlichen, unterstützt durch Vertreter:innen des Erich-Zeigner-Haus e.V., Fragen für den Zeitzeugen vorbereitet, die sie ihm anschließend in der Zoom-Konferenz mit Simultanübersetzung stellen  konnten.

Raphaël Esrail, 1925 in Lyon geboren, war Teil der französischen Résistance, der Widerstandsbewegung gegen die Nationalsozialisten, gewesen. Er spezialisierte sich in Lyon auf das Fälschen von Papieren. 1944 wurde er verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Liliana Badour, die er kurz vorher kennengelernt hatte, erlitt das gleiche Schicksal. Beide überlebten Auschwitz-Birkenau, obwohl Raphaël Esrail noch einen „Todesmarsch“ antreten musste.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich Raphaël Esrail und Liliana Bardour wieder und heirateten.
Raphaël Esrail ist einer der wichtigsten noch lebenden französischen Zeitzeugen des Holocausts.

Wir bedanken uns bei unseren Kooperationspartnern und -partnerinnen aus Deutschland und Frankreich für dieses ganz besondere Zeitzeugengespräch, welches auch den Jugendlichen als eine ganz besondere Erfahrung im Gedächtnis bleiben wird.

Bildquelle: Interviewbeitrag von ARD und RBB. „Auschwitz und Ich“. https://auschwitzundich.ard.de/erinnern-an-auschwitz/ueberleben-nach-auschwitz/beitraege/raphael-esrail.html

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