News

News

Sonstiges
gepostet am: Donnerstag, 18.07.2019, 12:07 Uhr

Ein FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V.

Bis zum 07.08.2019 kannst Du dich bewerben!

Bereits zum siebten Mal können interessierte Jugendliche bis zum Alter von 27 Jahren einen Freiwilligendienst im Erich-Zeigner-Haus e.V. im Jahr 2019/2020 absolvieren. Unter vielen anderen in Sachsen ist auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. Einsatzstelle des FSJ-Politik, Träger ist die Sächsische Jugendstiftung.

Die offizielle Bewerbungsfrist der Sächsischen Jugendstiftung ist schon abgelaufen – wir nehmen als Verein jedoch noch Bewerbungen bis zum 07.08.2019 an. Koordinatorin und Programmleiterin des FSJ-Politik ist Felicitas Koch von der Sächsischen Jugendstiftung. Daher schickt bitte eure Bewerbungen per Mail an Frau Koch: fkoch@saechsische-jugendstiftung.de. Diese werden dann an uns weitergeleitet.

Die Bewerbungsgespräche werden im Juli/August in unseren Vereinsräumen in Leipzig-Plagwitz stattfinden. Der/ die Freiwillige beginnt das FSJ dann am 01.09.2019 und absolviert dieses bis zum 31.08.2020. Bei weiteren Fragen rund um das FSJ-Politik wendet euch entweder direkt an Felicitas Koch oder telefonisch bzw. per Mail bei uns.

Detailliertere Infos zum FSJ-Politik findet ihr entweder direkt auf unserer Homepage unter Politische Arbeit / Ein FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. oder auf der Seite der Sächsischen Jugendstiftung.

Wir freuen uns auf euch!

Termine
gepostet am: Donnerstag, 18.07.2019, 12:07 Uhr

Leipzig, Stadt der „Wende“. Dominiert die „Friedliche Revolution“ die Erinnerungskultur in Leipzig auf Kosten der Erinnerung an den Nationalsozialismus?

Streitgespräch und Diskussion am 20.09.2019 von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus e.V.

ReferentInnen: Skadi Jennicke, Prof. Dr. Ulrich Brieler, Dr. Bertram Triebel

Leipzig ist die Stadt der „Friedlichen Revolution“. Dieser Titel ist historisch angemessen und berechtigt. Doch verdrängt der stolze Rückblick auf dieses Ereignis die Erinnerungskultur an weniger erbauliche Ereignisse? Wie verhielten sich die LeipzigerInnen in der Zeit des Nationalsozialismus? Wie war der Umgang mit Juden, Sinti und Roma oder den vielen ZwangsarbeiterInnen in der Stadt? Brauchen wir hier eine Schwerpunktverschiebung in der Erinnerungskultur?

Dr. Skadi Jennicke, 1977 geboren in Leipzig, ist Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig. Sie schloss sowohl ein Studium der Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig als auch der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Fernuniversität Hagen ab. Von 2009 bis 2016 war sie stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Stadtrat Leipzig. Dr. Jennicke wirkt in zahlreichen Stiftungen im Bereich Kultur mit.

Prof. Dr. Ulrich Brieler studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Bochum. Seit 1992 lebt er in Leipzig und ist im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters tätig. Zudem ist er Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

Dr. Bertram Triebel ist promovierter Historiker. In Leipzig und Nancy studierte er Geschichte, Politik und Journalistik. Er ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort forscht er noch bis 2020 zum Thema „Thüringer Hochschulen und Universitäten in der DDR nach der dritten Hochschulreform – Zum Verhältnis von Wissenschaft und Politik unter den Bedingungen des Staatssozialismus“.

Henry Lewkowitz ist geschäftsführender 2. Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und moderiert die Veranstaltung.

Der Eintritt ist frei.

Termine
gepostet am: Mittwoch, 17.07.2019, 11:07 Uhr

 Ist aus Geschichte nichts mehr zu lernen? Kann sich die SPD die Auflösung ihrer „Historischen Kommission“ leisten?

Podiumsdiskussion am 06.09.2019 von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Referenten: Prof. Dr. Peter Porsch, Prof. Dr. Bernd Faulenbach

Die SPD hat ihre parteiinterne Historische Kommission aufgelöst. Die älteste im Bundestag vertretene Partei verzichtet damit auf eine konkrete Auseinandersetzung mit der Geschichte. Als Grund wurden finanzielle Einsparungszwänge angegeben. Ist das ein Ausdruck von Geschichtsvergessenheit? Und kann sich eine Partei, die die Bundesrepublik Deutschland historisch in wichtigen Phasen entscheidend mitprägte, Geschichtsvergessenheit leisten?

Prof. Dr. Peter Porsch, geboren 1944 in Wien, ist Germanist und ehemaliger Landespolitiker. Er studierte Germanistik und Anglistik zunächst in Wien, im Anschluss Germanistik und Politologie an der Freien Universität Berlin. An der Universität Leipzig lehrte er unter anderem Dialektologie und Soziolinguistik.  Als Mitglied der PDS und deren Nachfolgerpartei Die Linke war er von 1990 bis 2009 Abgeordneter im sächsischen Landtag. Von 1997 bis 2001 war er Vorsitzender der PDS Sachsen. Aktuell ist er Vorstandsvorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen.

Prof. Dr. Bernd Faulenbach, geboren 1943 in Pommern, ist Historiker und Honorarprofessor an der Ruhr-Universität Bochum. Er schloss ein Studium der Geschichtswissenschaft, Germanistik, Politikwissenschaft, Philosophie sowie Pädagogik ab. Dr. Faulenbach gehörte verschiedenen Kommissionen des Bundes und der Länder sowie Stiftungen, Museen und Gedenkstätten an. Von 1989 bis zu deren Auflösung im Jahr 2018 war er Vorsitzender der Historischen Kommission beim SPD-Parteivorstand. Derzeit ist er der Vorsitzende des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie.

Dr. Nils Franke moderiert als Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzig die Veranstaltung.

 

 

Sonstiges
gepostet am: Montag, 01.07.2019, 10:07 Uhr

Workshop und Konzert zu „Verfemter Musik“ im Rahmen der Jüdischen Woche 2019 in Leipzig

Erneut fand die Jüdische Woche in Leipzig statt – in diesem Jahr lautete das Motto „L’dor v’dor – Von Generation zu Generation“. Neben den vielen Angeboten im Programm der diesjährigen Jüdischen Woche – von Konzerten, Lesungen und Filmen, Theater und Tanz bishin zu Zeitzeugengesprächen und Vorträgen, fand erstmalig auch im Erich-Zeigner-Haus eine Veranstaltung im Rahmen der Woche statt.

Am Freitag, den 28.06., luden wir ab 18.00 Uhr zum öffentlichen Konzert „Verfemte Musik“ zusammen mit den beiden Künstlerinnen Cornelia Walther und Vanessa Bosch, die gemeinsam als „DuoWaltherBosch“ auftreten. Im eindrucksvollen Konzert, zu dem sich etwa 30 interessierte Gäste im historischen Musikzimmer Erich Zeigners einfanden, spielten Vanessa Bosch und Cornelia Walther ein vielfältig zusammengestelltes Programm verfemter Musik. Zwischen den einzelnen Stücken informierten sie das Publikum außerdem über historische Hintergründe und das Leben betroffener Künstler*innen

Noch vor dem Konzert hielten die beiden Musikerinnen einen Workshop vor Schüler*innen des Schillergymnasiums – ebenso zum Thema „Verfemte Musik“. Das Workshopkonzept zeichnet sich durch eingebaute Stücke verfemter Musik aus, welche den Teilnehmer*innen des Workshops vorgespielt werden. Im 90-minütigen Workshop von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr lernten die Schüler*innen somit einige ausgewählte Werke jüdischer Musiker*innen kennen, die in der NS-Zeit verboten waren. Zudem wurden sie in die Thematik und Hintergründe der „Verfemten Musik“ eingeführt und arbeiteten in Gruppen zu drei Schwerpunkten: Komponist*innen im Exil/Arten der Emigration, Lebensumstände von jüdischen Musikschaffenden im Konzentrationslager sowie zu den Schicksalen zweier Überlebender – Coco Schumann und Esther Bejarano.

 

Nach einer erfolgreichen ersten Veranstaltung blicken wir mit Zuversicht auf eine kommende Zusammenarbeit mit dem Ariowitsch Haus und der Jüdischen Woche Leipzig. Wir danken insbesondere dem DuoWaltherBosch, aber auch der Jüdischen Woche Leipzig, im Rahmen derer das Konzert stattfinden konnte.

Presse
gepostet am: Freitag, 14.06.2019, 12:06 Uhr

Abschluss der Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten“ am 12.06. im Erich-Zeigner-Haus

Ein abschließender Bericht von Organisatorin Gloria Pfister 

Als eigenes Projekt im Rahmen meines Freiwilligendienstes entschloss ich mich, eine Veranstaltungsreihe zur Geschichte und über verschiedene gesellschaftspolitischen Themen, die Sinti und Roma auf lokaler- bundes- und europäischer Ebene betreffen, umzusetzen. In meinen einleitenden Worten der Einzelveranstaltungen im April, Mail und Juni machte ich meinen Beweggrund zur Konzeption dieses Projektes immer wieder deutlich: Mein eigenes Unwissen insbesondere über die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus sowie den Porajmos und weiterhin die Erkenntnis, dass es sehr vielen Menschen genauso geht. Um das zu ändern, sollte die Vortragsreihe einen Raum für externe ReferentInnen bieten, sich zu verschiedenen Themenkomplexen zu äußern.

So umfasste die Reihe folgende Einzelveranstaltungen:

10.04. 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag: Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach (ReferentInnen: Jana Müller vom AJZ Dessau und Gjulner Sejdi vom Verein Romano Sumnal)

15.05. 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag: Das Problem „Antiziganismus“ und das Beispiel antiziganistischer Kinderliteratur

12.06. 19.00 bis 21.00 Uhr, Gespräch: Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa  (Referentinnen: Petra Cagalj Sejdi vom Verein Romano Sumnal und Anja Reuss vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

Im Mai referierte ich selbst zu dem gesellschaftlichen Phänomen „Antiziganismus“ und seine Strukturen in der Kinder- und Jugendliteratur. Die Auseinandersetzung mit dem Thema machte deutlich, dass Antiziganismus bzw. Antiromaismus eine sehr komplexe Problematik ist, die es vollumfänglich zu verstehen gilt, um seine Auswirkungen bestmöglich zu erfassen und zu bekämpfen. Besonders die Diskussion mit dem Publikum im Anschluss an den Vortrag zeigte, wie sehr der Begriff „Antiziganismus“ aktuell in der Diskussion steht und dass, so meine Ansicht, eine eigene Reflexion zu Begriffen, die verschiedene Rassismen zu erklären versucht, so auch der Begriff „Antiziganismus“, aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und stets im Bezug auf eigene Handlungen zu reflektieren ist.

Ein Teil der Reihe waren auch die Vernissage und Finissage der Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“, passend zum Beginn und zum Ende der Reihe, die an denselben Tagen der Auftakt- und Abschlussveranstaltung im April und Juni stattfanden. Die Ausstellung zeigt Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Vom 10.04. bis zum 12.06. war sie außerdem wöchentlich am Mittwoch für BesucherInnen zugänglich.

Die abschließende Finissage der Ausstellung sowie die Gesprächsveranstaltung am 12.06. konnten einen würdigen Abschluss der Reihe erreichen. Besonders im Vordergrund stand im Gespäch mit Anja Reuss und Petra Sejdi das Thema Antiziganismus/Antiromaismus sowie der Umgang und die Bekämpfung auf Bundes-, lokaler und kommunaler Ebene. Die Referentinnen gaben Einblicke in konkrete Alltagssituationen des Antiromaismus, aktuelle Anträge und Beschlüsse, die sich gegen Antiziganismus richten oder Roma betreffen und thematisierten auch die Aufarbeitung der Geschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Im Anschluss an die Gesprächsrunde wurde die Diskussion mit dem Publikum eröffnet, das hohes Interesse und Gesprächsbereitschaft der BesucherInnen zeigte. Rund 30 Interessierte fanden sich an dem Abend zur Gesprächsveranstaltung ein.

Wir danken an erster Stelle den ReferentInnen, die die Einzelveranstaltungen mit ihrer Expertise bereichern konnten. Insbesondere danken wir außerdem Romano Sumnal e.V. für die inhaltliche Bereicherung in der Planung und Umsetzung der Reihe sowie den weiteren Kooperationspartnern – dem AJZ Dessau und dem VVN-Bda Leipzig e.V. – für die Unterstützung der Reihe. Natürlich wollen wir uns ebenso bei allen BesucherInnen bedanken, die sich zu den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Reihe im Erich-Zeigner-Haus eingefunden haben.

Sowohl das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V. als auch, so mein Eindruck, die BesucherInnen konnten sensibilisiert werden insbesondere für die Verfolgung von Roma im Nationalsozialismus und die Wichtigkeit dessen Aufarbeitung, als auch für aktuellen Antiromaismus.

Termine
gepostet am: Freitag, 14.06.2019, 12:06 Uhr

„Verfemte Musik“

Konzert von 18.00 bis 19.30 Uhr mit dem DuoWaltherBosch im historischen Musikzimmer Erich Zeigners

Vom 23. bis zum 30. Juni 2019 findet in Leipzig die „Jüdische Woche“ statt, zu der die Stadt Leipzig seit dem Jahre 1992 Interessierte und insbesondere ehemalige Leipzigerinnen und Leipziger jüdischen Glaubens aus verschiedenen Ländern weltweit einlädt. Das diesjährige Motto lautet „L’dor v’dor – Von Generation zu Generation“. Für eine Woche wird jüdische Kunst und Kultur in Leipzig erlebbar sein. Mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Zeitzeugengesprächen, Theater und Tanz können die Besucherinnen und Besucher in jüdisches Leben, Alltag und Festtage, in Religion und Kunst eintauchen. Auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig am Programm der Jüdischen Woche.

Im neunzigminütigen Konzert von Cornelia Walther und Vanessa Bosch werden im authentischen Ambiente und am historischen Flügel von Erich Zeigner Werke der „verfemten Musik“ präsentiert. Sie stellen die im Nationalsozialismus verbotenen Musikstücke jüdischer Musikerinnen und Musiker dar, die im Konzert wieder ins Gedächtnis gebracht werden sollen. Anhand der Vorstellung dieser ausgewählten Werke soll den Gästen die jüdische Verfolgung unter der Herrschaft der Nationalsozialisten deutlich gemacht werden, um diese nicht zu vergessen und, besonders in Anbetracht des heutigen Antisemitismus, davor zu mahnen. Die beiden Künstlerinnen Cornelia Walther (Violoncello) aus Frankfurt und Vanessa Bosch (Klavier) aus Graz gehen gemeinsam als DuoWaltherBosch einer regen Konzerttätigkeit nach, im Rahmen derer sie auch schon mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut sowie der Henry und Emma Budge-Stiftung kooperierten.

Jugendprojekte
gepostet am: Freitag, 31.05.2019, 11:05 Uhr

Stolpersteine in Geithain

Schändung nach der Verlegung am 12. Mai

Am 12. Mai verlegte Gunter Demnig insgesamt vier Stolpersteine im Leipziger Land, darunter drei Steine für Max Arthur Franz, Alfred Max Förster und Walter Paul Rudolph, die Opfer der NS-Euthanasie wurden, an drei Stellen in Geithain.

Die Steine stellten das Ergebnis eines Projektes des Flexiblen Jugendmanagments Landkreis Leipzig und Geithainer Heimatvereines zusammen mit einer 14-köpfigen Projektgruppe des Internationalen Gymnasiums Geithain dar, was der Erich-Zeigner-Haus e.V. als Kooperationspartner inhaltlich begleitete. Etwa 50 Besucher*innen waren am Sonntag zu den Verlegungen in Geithain anwesend und beteiligten sich damit am Erinnern an die Schicksale lokaler NS-Euthanasie und am mahnenden Gedenken.

Obwohl die Resonanz der Anwesenden positiv war, können wir auch in Geithain Gegner*innen der Stolpersteine verzeichnen. Bereits in der Nacht auf den 13. Mai wurde der Stolperstein von Georg Förster in der Chemnitzer Straße 13 geschändet, indem Beton darüber gegossen wurde. Das bestätigten uns sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen des Gymnasiums in Geithain. Glücklicherweise haben Anwohnende den Stein geputzt und konnten den Beton somit entfernen. Dennoch sind wir erschüttert darüber, dass bereits nach einer so kurzen Zeit nach der Verlegung ein Stolperstein mutwillig geschändet wurde.

Das zeigt uns einerseits, dass es noch genug Menschen gibt, die sich nicht nur gegen eine Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus aussprechen, sondern diese auch im öffentlichen Raum verhindern und ungesehen machen wollen. Gleichzeitig ermutigt es uns, vor allem im Leipziger Umland, in dem wir nunmehr nach der Kommunal- und Europawahl am 26. Mai die AfD als stärkste Kraft verzeichnen können, erinnerungskulturelle Jugendprojekte umzusetzen.

„Der Widerstand gegen erinnerungspolitische Bildungsarbeit einerseits sowie rassistische und menschenfeindliche Einstellungen andererseits sind offensichtlich vorhanden – aber das bestärkt uns, mit interessierten Schüler*innen diese wichtige Thematik über Leipzig hinaus weiterhin zu behandeln und nach außen zu tragen“, äußert sich Henry Lewkowitz, geschäftsführender 2. Vorsitzender, zu dem Vorfall.

Wir lassen uns nicht entmutigen und werden uns weiterhin dafür engagieren, dass auch im Leipziger Land öffentliches Gedenken an den deutschen Faschismus nicht verloren geht und die Taten der Nationalsozialisten im lokalen Raum nicht vergessen werden.

Veranstaltung
gepostet am: Montag, 27.05.2019, 15:05 Uhr

Veranstaltungsreihe Erinnerungspolitik 2019 – Die Termine stehen fest!

Die Flyer für unsere aktuelle Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem „Eisernen Vorhang““ sind da. Damit stehen, nach den ersten beiden Veranstaltungen im April und Mai, nun endgültig die Daten der kommenden Vorträge und Diskussionen fest:

– 06.09. 18.00 bis 21.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Ist aus Geschichte nichts mehr zu lernen? Kann sich die SPD die Auflösung ihrer Historischen Kommission leisten?
Mit Prof. Dr. Peter Porsch und Prof Dr,. Bernd Faulenbach

– 20.09. 18.00 bis 20.00 Uhr: Streitgespräch und Diskussion – Leipzig, Stadt der „Wende“. Dominiert die „Friedliche Revolution“ die Erinnerungskultur in Leipzig auf Kosten der Erinnerung an den Nationalsozialismus?
Mit Dr. Skadi Jennicke und Prof. Dr. Ulrich Brieler

– 11.10. 18.00 bis 20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion – Weißer Kittel = weiße Weste? NS – Mediziner in DDR und BRD: Das Beispiel Pathologie
Mit PD Dr. Nils Franke

– 22.11. 18.00 bis 20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion – Mythos „Volk ohne Raum“. Von der Weimarer Republik bis heute
Mit Andreas Speit (taz)

– 13.12. von 18.00 bis 20.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD
Mit Dr. Harry Waibel

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt wie immer frei.

Termine
gepostet am: Montag, 27.05.2019, 14:05 Uhr

Finissage: „Auf dem Dienstwege…“

Abschluss der Ausstellung am 12. Juni von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Seit April hängt die Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“ der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und des Kulturamtes der Stadt Leipzig im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses. Sie zeigt Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus.

Anhand der Ausstellung wird die Verfolgung von Sinti und Roma und der Porajmos im lokalen Raum deutlich und besonders seine Ausmaße werden sichtbar. Wir haben uns gefreut, dass wir die Ausstellung zu dieser wichtigen Thematik in unseren Vereinsräumen öffentlich zugänglich machen konnten, um dadurch andere darüber zu informieren. Daher veranstalten wir die Finissage: um der Ausstellung einen würdigen Abschluss zu verleihen und um ein breites Publikum noch einmal zum Kommen einzuladen.

Die Ausstellung selbst wird in einer Ansprache detaillierter vorgestellt werden und auch und zur Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenwirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“, die im Anschluss mit der Gesprächsveranstaltung „Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa“ von 19.00 bis 21.00 Uhr endet, werden wir sprechen. 

Weiterhin können Sie „Auf dem Dienstwege…“ bereits vorher am Mittwoch, den 29.05. und eine Woche später, am 05.06. von 15.00 bis 18.00 Uhr kostenfrei besuchen.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 13.05.2019, 16:05 Uhr

Fünf Stolpersteine für Familie Bleiweiß

Am Dorotheenplatz 1 verlegte Gunter Demnig in Leipzig Stolpersteine

Nach den Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land am Tag zuvor besuchte Gunter Demnig am 13. Mai die Stadt Leipzig, um Stolpersteine zu verlegen. Die Stolpersteinverlegung für Familie Bleiweiß am Dorotheenplatz begann um 9.00 Uhr und stellte den Auftakt aller an diesem Tag stattfindenden Verlegungen in Leipzig dar.

Die Verlegung schloss eines unserer Projekte zusammen mit Schüler*innen der Oberschule am Adler ab. Seit Sommer 2018 recherchierte die Gruppe im Rahmen des außerschulischen Projektes und engagierte sich damit für eine Erinnerung an ein Verfolgtenschicksal im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft.

 

 

 

Wir freuen uns besonders, dass so viele Anwesende an der Verlegung und somit am Gedenken an Familie Bleiweiß teilnahmen. Vor den Redebeiträgen der Projektgruppe sprach Henry Lewkowitz vom Erich-Zeigner-Haus e.V. einleitende Worte. Sophie Heinig, Schülerin des Georg-Schuhmann-Gymnasiums, die das Schicksal der Familie Bleiweiß zum Thema ihrer Besonderen Lernleistung (BELL) im Zuge ihres Abiturs machte und daher besonders intensiv zu den fünf Familienmitgliedern forschte, hielt ebenso einen Redebeitrag und machte darin die aktuelle Relevanz und Wichtigkeit von Erinnerungskultur deutlich.

Besonders eindrucksvoll waren jedoch die Reden der Schüler*innen, die über unsere Projektarbeit sowie die Leidenswege von Chaim, Marjam, Wolf, Bernhard und Leo Bleiweiß berichteten. Das konkrete Schicksal der Familie ist auf unserer Homepage unter Projekte/Jugendprojekte nachzulesen.

Wir bedanken uns daher besonders bei der Projektgruppe, aber auch bei allen Anwesenden und denjenigen, die dieses Projekt und die Verlegung in verschiedenster Weise unterstützten. Zudem danken wir dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz für die Unterstützung des Projektes.

Senden Sie uns eine Nachricht