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Presse
gepostet am: Freitag, 13.03.2020, 10:03 Uhr

Aktuelle Info zum CORONA-Virus – Veranstaltungen & Termine

Liebe Unterstützer*innen, liebe Interessierte!

Auch uns, wie alle anderen auch, beschäftigt die starke Verbreitung des Corona-Virus zum aktuellen Zeitpunkt. Wir möchten damit verantwortungsvoll und mit Bedacht umgehen.
Nicht nur unsere Arbeit an Schulen, sondern auch die Organisation von Veranstaltungen unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe, die wir im April beginnen möchten, verlangt es, dass wir die Situation täglich neu bewerten und abwägen, ob Termine abgesagt oder verschoben werden müssen.

Wir bitten daher um Verständnis für eventuell ausfallende Veranstaltungen und möchten darauf hinweisen, dass wir über (kurzfristige) Absagen hier auf unserer Homepage sowie auf unserer Facebookseite informieren werden.

Wer darüber hinaus Informationen über unseren E-Mail-Verteiler erhalten möchte, kann dort über eine kurze Mitteilung an unsere Kontaktadressse kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de aufgenommen werden.

Wir wünschen allen viel Gesundheit!
Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Termine
gepostet am: Dienstag, 10.03.2020, 13:03 Uhr

ABGESAGT – Flashmob zum Erinnern an die Abwehr des Kapp-Lüttwitz-Putsches 1920

Aufgrund der aktuellen Entwicklung um das Coronavirus muss die Aktion abgesagt werden.

Nachdem am 13. März 1920 unter dem Befehl rechtsextremer Offiziere Truppen in Berlin einmarschiert waren und das Regierungsviertel besetzten, wurde die rechtmäßige Regierung abgesetzt und die Hauptstadt geriet vorerst in die Hände von Wolfgang Kapp und General Walther von Lüttwitz. Von Berlin aus versuchten Kapp und Lüttwitz, das gesamte Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch dieses Vorhaben scheiterte – die Gewerkschaften und die linken Parteien SPD und USPD riefen zum Generalstreik auf, dem sich auch der Beamtenbund, die Kommunisten und liberal-bürgerliche Kräfte sowie Teile der Ministerialbürokratie anschlossen. Schon am 15. März stand das öffentliche Leben im ganzen Reich still. Die Putschisten ergriffen zum Teil drakonische Maßnahmen, es kam zu Verhaftungen, Misshandlungen und Erschießungen – doch innerhalb weniger Tage war der Angriff auf die Demokratie erfolgreich abgewehrt.

Der Weimarer Republik e.V. ruft vom 13.-15. März 2020 in insgesamt 18 Städten zum gemeinsamen Erinnern an die Verteidigung der Demokratie auf! Im Rahmen von Flashmobs, die an öffentlichen Orten, zentralen Plätzen und Hauptbahnhöfen in ganz Deutschland stattfinden werden, soll an den erfolgreichen und entschlossenen Widerstand demokratischer Kräfte als Reaktion auf den Kapp-Lüttwitz-Putsch erinnern, dessen Ziel die Beseitigung der gerade errungenen Demokratie war.

Wir rufen zur Teilnahme am Flashmob auf, um gemeinsam mit dem Weimarer Republik e.V. daran zu erinnern, dass es auch heute noch wichtig ist, unsere Demokratie gegen Angriffe aller Art zu verteidigen. Die Terroranschläge von Hanau und Halle sowie der Mord an Walter Lübcke zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unsere demokratischen Werte aufrechterhalten und verteidigen – denn Versuche, diese anzugreifen, gibt es immer wieder.

Wann?       Samstag, 14. März 2020 um 14.30 Uhr
Wo?            Leipziger Hauptbahnhof, Querbahnsteig

Mehr Informationen zur Veranstaltung und allen UnterstützerInnen der Aktion können unter www.weimarer-republik.net oder auf der Facebookseite des Weimarer Republik e.V. abgerufen werden.

Presse
gepostet am: Freitag, 06.03.2020, 12:03 Uhr

Ein Rückblick auf die Stolpersteinverlegungen am 27. Februar 2020 im Landkreis Leipzig

Am vergangenen Donnerstag wurden im Leipziger Land drei neue Stolpersteine im Rahmen unserer vereinseigenen Jugendprojekte verlegt. Im Folgenden möchten wir daher einen kleinen Rückblick auf die Verlegungen geben.

Begonnen haben die Verlegungen in Naunhof. Dort wurde das erste Mal für ein Opfer der NS-Euthanasie gedacht. Hierbei handelte es sich um den gebürtigen Naunhofer Arthur Alfred Kieschnick. Die Jugendlichen des Freien Gymnasiums Naunhof, die zu dem Verfolgten recherchiert haben, konnten dank der vielen Spenden diesen Gedenkstein in der Gartenstraße 17 verlegen. Zu der Verlegung haben sich viele BesucherInnen eingefunden um einem Menschen zu gedenken, der durch die Nationalsozialisten aufgrund eines angeblich diagnostizierten „angeborenen Schwachsinns“ aufgrund schlechter Schulnoten zwangssterilisiert und ermordet wurde.

 

                 

Nach der Verlegung in Naunhof wurde in Geithain ebenfalls einem Opfer der NS Euthanasie gedacht. Hierbei handelte es sich um Wella Elfriede Müller. Die Jugendlichen des Internationalen Gymnasiums Geithain hatten anhand einer Projektwoche zu der genannten Person ausführlich recherchiert. Durch ihre Nichte Brigitta Haim, die uns damals informierte, dass ihre Tante ebenfalls ein Opfer der Euthanasie im Nationalsozialismus wurde, konnte der vierte Stolperstein für diese Opfer-Gruppe verlegt werden.
Im Vorfeld gab es ein Zeitzeugengespräch mit Frau Haim, welche eigens zur Verlegung aus Israel anreiste. Hierbei erfuhren die Jugendlichen Informationen aus dem Leben von Frau Haim und von Wella Elfriede Müller.
Am Nachmittag wurde Frau Müller durch einen Stolperstein in der Dresdener Str. 16 gedacht, der uns Menschen daran erinnern soll, dass sich solch eine Geschichte nicht wiederholen darf. Auch zu dieser Verlegung haben sich vielen BewohnerInnen aus Geithain eingefunden, um zusammen mit Frau Haim und den Jugendlichen zu gedenken.

                      

Die letzte Verlegung des Tages fand in Groitzsch statt. Hier wurde der Jüdin Anna Reichardt durch einen Stolperstein gedacht. Die SchülerInnen des Wiprecht-Gymnasiums Groitzsch recherchierten seit 2018 zu der genannten Person. Durch die damalige Ablehnung des Stadtrats und des Bürgermeisters den Stolperstein zu verlegen, gab es zeitweise wenig Hoffnung bei den SchülerInnen, aber nachdem uns die Verlegung nach öffentlichem Protest genehmigt wurde, konnte das Projekt der Jugendlichen einen erfolgreichen Abschluss finden. Zahlreiche BesucherInnen erschienen zu der Verlegung in die Leipziger Straße 28, um der verfolgten und deportierten Jüdin würdevoll zu Gedenken.

                         

Bei allen Verlegungen wurde ein kulturelles Rahmenprogramm durch die jeweiligen Schülergruppen organisiert und durchgeführt. Teil dieses Programmes waren verschiedene Redebeiträge, das Vortragen von musikalischen Stücken oder Gedichten und eine Schweigeminute. Höhepunkt in jedem Programm ist immer das Vortragen der jeweiligen Schicksale der Personen, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben ermordet oder in den Suizid getrieben wurden sind.

Wir bedanken uns selbstverständlich bei allen Schülerinnen und Schülern, Leherinnen und Lehrer sowie jedem Spendenden.Ebenfalls bedanken wir uns für die Förderung unserer Projekte bei der F.C. Flick Stiftung und dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen.

Durch das große Engagement der Jugendlichen konnten weitere wichtige Beiträge zu der Erinnerungskultur in Deutschland geleistet haben!

Jugendprojekte
gepostet am: Freitag, 21.02.2020, 10:02 Uhr

Erinnerungskulturelle Arbeit am Internationalen Gymnasium in Geithain – eine Reportage von Mephisto 97.6

Im Januar haben wir am Internationalen Gymnasium in Geithain gemeinsam mit 24 Schülerinnen und Schülern der 9., 10. und 12. Klassenstufe eine Projektwoche durchgeführt, in deren Verlauf wir zum Schicksal eines Geithainer Euthanasie-Opfers recherchiert und ein Zeitzeuginnengespräch sowie eine Stolpersteinverlegung geplant und vorbereitet haben. Dies sind übliche Schritte unserer Jugendprojekte, die wir mit Schülerinnen und Schülern an unterschiedlichen Schulen in Leipzig und im Leipziger Land initiieren und begleiten. Das besondere Format der Projektwoche ermöglichte einen Besuch des Radiosenders „Mephisto 97.6“ der Leipziger Universität und somit eine Dokumentation unseres Projektes, über die wir uns sehr freuen.

Die Reporterinnen von Mephisto haben nicht nur mit uns, sondern auch mit einem Lehrer der Schule und einigen Schülern und Schülerinnen über das Projekt, die dahinterstehende Motivation und die Ziele unserer erinnerungskulturellen Arbeit mit Jugendlichen gesprochen und geben dadurch in ihrer Reportage einen guten ersten Einblick in unsere Arbeit mit Jugendlichen.

Wer Interesse an unseren Jugendprojekten und den Eindrücken der SchülerInnen hat, ist herzlich dazu eingeladen, in die Reportage von Mephisto 97.6 hinein zu hören.

Reportage über die historisch-politische Bildungsarbeit des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Weitere Infos zum Projekt in Geithain finden sich ebenfalls auf unserer Homepage unter „Jugendprojekte 2020“.

Termine
gepostet am: Donnerstag, 20.02.2020, 11:02 Uhr

„Volksaufstand & Katzenjammer. Zur Geschichte des Populismus“ – Buchvorstellung und Diskussion

Anlässlich der Leipziger Buchmesse wird  Kolja Müller  am 13. März 2020 ab 19 Uhr sein neues Buch „Volksaufstand und Katzenjammer. Zur Geschichte des Populismus“, das erst einen Tag zuvor vom Wagenbach-Verlag herausgegeben wird, in unseren Räumlichkeiten vorstellen. Anschließend soll eine Diskussion zum Thema stattfinden.

Die westliche Welt wird gegenwärtig von einer Welle des Populismus ergriffen: Soziale Bewegungen, Parteien bis hin zu Staatspräsidenten beanspruchen für sich, das Volk gegen die »Eliten« zu vertreten.Schon Niccolò Machiavelli, Friedrich Schiller, Richard Wagner, Friedrich Engels und Karl Marx haben die Probleme von populistischen Bewegungen nachgezeichnet. Kolja Möller nutzt die historischen Erkenntnisse für eine Gegenwartsanalyse, die zeigt, wie der Populismus als Politikform funktioniert: Was ist unter »Populismus« zu verstehen? Wie schwankt der Appell ans Volk zwischen demokratischer und autoritärer Politik? In welchem Verhältnis steht der Populismus zur Verfassungsordnung, und welche Kommunikationstechniken wenden rechtspopulistische Bewegungen heute an? Das Buch skizziert die Hoffnung, dass ein guter Aufstand, der sich an den Widersprüchen unserer Zeit – wie Klimawandel und Globalisierung – orientiert, die autoritäre Welle noch einholen könnte.

Kolja Müller forscht am Zentrum für europäische Rechtspolitik der Universität Bremen zur Verfassungs- und Staatslehre sowie zur politischen Theorie und Soziologie. Zuvor arbeitete er unter anderem am Exzellenzcluster ››Normative Ordnungen‹‹ der Universität Frankfurt, war Research Fellow an der Universität Brasilia und der University of New South Wales in Sydney.

Die Moderation des Abends übernimmt Elsa Koester, Redakteurin der Wochenzeitung ‚der Freitag‘.

Wir freuen uns wie in jedem Jahr auf viele bücherbegeisterte und diskutierfreudige Besucher und Besucherinnen.

Der Eintritt ist frei.

Termine
gepostet am: Mittwoch, 19.02.2020, 10:02 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land am 27.02.2020

Nachdem im November vergangenen Jahres bereits erfolgreich Stolpersteine in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig verlegt werden konnten, sind nun für Donnerstag, den 27. Februar 2020, die nächsten Stolpersteinverlegungen geplant. An diesem Tag werden drei unserer vereinseigenen Projekte ihren Abschluss finden und in drei verschiedenen Städten im Leipziger Land Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.

Erster Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie in Naunhof

Die erste Verlegung wird um 14:00 Uhr in Naunhof stattfinden. Die SchülerInnen des Freien Gymnasiums Naunhof haben seit Beginn des neuen Schuljahres im Rahmen regelmäßiger Projekttreffen zu Arthur Alfred Kieschnick, einem Opfer der NS-Euthanasie, recherchiert. Die Recherche war verbunden mit einer Exkursion in das Leipziger Staatsarchiv, sodass den Jugendlichen ein Einblick in die Originalakten ermöglicht wurde. Ergänzend zur eigenen Recherche erhielten die SchülerInnen eine theoretische Einführung in die Geschichte der NS-Euthanasie. Demnächst soll zudem noch ein Zeitzeugengespräch stattfinden. Nachdem erfolgreich Spenden gesammelt wurden und der Gedenkstein für Arthur Kieschnick angefertigt werden konnten, wollen die Jugendlichen gemeinsam mit allen interessierten BürgerInnen Naunhofs durch Verlegung des Steines an das Schicksal Arthur Kieschnicks erinnern. Die Verlegung findet vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Gartenstraße 17 statt.

Zeitzeugin meldete 4. Opfer der Euthanasie aus Geithain

Die SchülerInnen vom Internationalem Gymnasium Geithain wollen ebenfalls einen Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie verlegen. Bereits im Mai letzten Jahres konnte auf diese Weise an drei Menschen erinnert werden, die durch die NS-Euthanasie ihr Leben verloren haben. Nach der Verlegung meldete sich eine Frau aus Israel, die durch die Geithainer Lokalnachrichten auf die Verlegung aufmerksam geworden war, und teilte uns mit, dass ihre Tante, Wella Elfriede Müller, ebenfalls ein Opfer der Euthanasie geworden war. Diese Meldung der Nachfahrin begründete ein weiteres Stolpersteinprojekt in Geithain, welches wir nun zu Beginn des Jahres im Rahmen einer Projektwoche am Internationalen Gymnasium gemeinsam mit 24 SchülerInnen durchführen konnten. Bevor die Verlegung um 14.50 Uhr in der Dresdner Str. 16 beginnt, werden die SchülerInnen von 09:10 bis 10:40 Uhr noch ein Zeitzeugengespräch mit der extra aus Israel angereisten Nichte, Brigitta Haim-Müller, in der Schule führen.

Erinnern an verfolgte Groitzscher Jüdin

Die letzte Stolpersteinverlegung am 27. Februar wird dann in Groitzsch stattfinden. Nachdem es zunächst Probleme mit der Stadt gab, können wir letztlich doch noch den Stolperstein für die Jüdin Anna Elfriede Reichardt verlegen. Das Stolpersteinprojekt führten wir gemeinsam mit den SchülerInnen des Groitzscher Wiprecht-Gymnasiums durch, die bereits 2018 ihre Recherche zum Schicksal von Anna Reichardt begannen, Exkursionen ins Staatsarchiv und auf den jüdischen Friedhof nach Leipzig unternahmen. Den SchülerInnen wurde überdies die Lokalgeschichte von Groitzsch näher gebracht. Nach monatelanger Arbeit kann das Projekt nun abgeschlossen werden. Die Verlegung in Groitzsch findet um 15:45 Uhr in der Leipziger Straße 28, vor dem ehemaligen Wohnhaus der verfolgten Jüdin, statt.

In allen drei Orten werden die SchülerInnen der jeweiligen Schulen ein kulturelles Rahmenprogramm durchführen, um den Opfern, die im Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben, auf eine würdige Weise zu gedenken. Ein wichtiger Teil des Rahmenprogramms wird es sein, die Schicksale der einzelnen Personen vorzutragen.

Wir laden Interessierte und alle BürgerInnen der jeweiligen Städte herzlich zur Teilnahme an den Verlegungen und dem gemeinsamen Gedenken an die Opfer ein.

 

Veranstaltung
gepostet am: Dienstag, 11.02.2020, 9:02 Uhr

Unsere Veranstaltung am 06.02.2020 – ein Rückblick auf den „Tag der Weimarer Republik“

Am vergangenen Donnerstag, den 06. Februar, fanden deutschlandweit Veranstaltungen zum Tag der Weimarer Republik statt. Wie wichtig die kontinuierliche Betonung des Wertes von Demokratie ist, wurde durch die aktuellen politischen Entwicklungen rund um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen offenkundig.

Durch unsere Veranstaltung „Welche politischen Bedingungen braucht erfolgreicher Natur- und Umweltschutz? Von der Weimarer Republik bis heute – von Rudolf Steiner bis Greta Thunberg“ haben wir als Kooperationspartner des Weimarer Republik e.V. an diesem historischen Tag in Leipzig mitgewirkt.

In unserer Veranstaltung wurden die verschiedenen historischen Phasen des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland vorgestellt. Die ersten demokratischen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik waren – so die These des Referenten Dr. Nils Franke – ausschlaggebend für die erfolgreiche Entwicklung des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland. Der Wert der Demokratie und Analogien zwischen der Weimarer Republik und der Gegenwart lassen sich daher auch am Umweltschutz zeigen. So konnten in der Tat Überschneidungen bzw. gewisse Parallelen zwischen Greta Thunberg und Rudolf Steiner herausgearbeitet werden.

Wir bedanken uns bei unseren zahlreichen Gästen und unserem Referenten, Dr. Nils Franke, für den informativen Abend und die interessante Diskussion.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 03.02.2020, 14:02 Uhr

Unsere Projektwoche in Geithain (27.01. – 31.01.2020) – ein Stolperstein für Wella Elfriede Müller

In der vergangenen Woche haben wir am Internationalen Gymnasium in Geithain im Rahmen einer Projektwoche ein Stolpersteinprojekt mit 24 Schüler*innen der 9., 10. und 12. Klassenstufe durchgeführt. Eingeleitet durch den Holocaust-Gedenktag haben im Laufe einer Schulwoche (27.01.-31.01.2020) mit den Jugendlichen ein Projekt begonnen, durchgeführt und abgeschlossen, für das wir normalerweise über den Zeitraum eines ganzen Schuljahres regelmäßige Projekttreffen gestalten.

Bei dem Stolperstein, auf dessen Verlegung das Projekt ausgerichtet war, handelt es sich um den insgesamt vierten Gedenkstein in Geithain, der an ein Opfer der NS-Euthanasie erinnern soll. Nach der Verlegung dreier Stolpersteine für die Euthanasie-Opfer Max Arthur Franz, Georg Förster und Walter Paul Rudolph im Mai 2019, meldete sich eine Nachfahrin eines vierten Euthanasie-Opfers aus Israel bei uns und wies uns auf das bisher nicht behandelte Schicksal ihrer Tante Wella Elfriede Müller hin. Diese hatte ebenfalls in Geithain gelebt, wurde von den Nationalsozialisten als „erbkrank“ klassifiziert und mit der Schein-Diagnose „Schizophrenie“ über den Verlauf mehrerer Jahre in verschiedene sogenannte „Heil- und Pflegeanstalten“ eingewiesen. Wella Elfriede Müller starb 1943 in der Anstalt Zschadraß an den Folgen der schlechten Behandlung und extremer Mangelernährung als Opfer der „Stillen Euthanasie“.

Im Verlauf der Projektwoche bekamen die Schülerinnen und Schüler zunächst eine grundlegende Einführung in die Thematik der NS-Euthanasie und erfuhren ergänzend zum üblichen Unterrichtsstoff mehr über die sogenannte Kindereuthanasie. Auch die lokale Dimension der NS-Euthanasie wurde im Rahmen der Projektwoche näher behandelt.
Durch eine Exkursion in das Leipziger Staatsarchiv erhielten sie zudem eine Einführung in das Archivwesen und konnten Dokumente aus dem späten Mittelalter ebenso wie originale NS-Akten über Wella E. Müller einsehen. Durch die Arbeit mit den Originaldokumenten erschlossen sich die Schüler*innen schließlich die komplette Biografie der Verfolgten und konnten darauf aufbauend eine Inschrift für den Stolperstein entwerfen. Die Idee und das Projekt der Stolpersteine wurde ihnen in diesem Zusammenhang vorgestellt und gemeinsam im Klassenraum diskutiert.

Gegen Ende der Woche plante die Projektgruppe die Verlegung des Stolpersteins, entwarf ein kulturelles Rahmenprogramm, eine Pressemitteilung und einen Redebeitrag. Währenddessen gestaltete ein zweiter Teil der Schüler*innengruppe Plakate zur vergangenen Projektwoche und den behandelten Inhalten, um diese am darauf folgenden Samstag zum „Tag der offenen Tür“ vor Lehrer*innen, Mitschüler*innen, Eltern und Besucher*innen der Schule vorstellen und einen Einblick in den Verlauf der Woche geben zu können. Die Plakate dienten darüber hinaus der Vorstellung des Projektes und der Sammlung von Spenden, um den Stolperstein für Wella Elfriede Müller letztlich auch anfertigen lassen zu können. Für die Fertigung eines Stolpersteins werden stets 120€ benötigt, die ausschließlich über Spendengelder akquiriert werden dürfen

Die Verlegung des Steines wird am 27. Februar 2020 um 14.50 Uhr in Geithain in der Dresdner Straße 16 stattfinden – dort, wie Wella Müller zuletzt freiwillig gelebt hat. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen, an der auch die gesamte Projektgruppe und die hierfür extra aus Israel angereiste Nachfahrin, Frau B. Haim-Müller, teilnehmen wird.

Wer für das Projekt spenden und so die Fertigung des Stolpersteins unterstützen möchte, kann dies gern über folgendes Konto tun:
Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE 94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: Stolperstein Geithain
V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

Das Projekt wird gefördert von der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

 

Presse
gepostet am: Dienstag, 28.01.2020, 9:01 Uhr

GEDANKEN ZUM 75. JAHRESTAG DER BEFREIUNG VON AUSCHWITZ

Am gestrigen Tag, dem 27. Januar 2020, lag die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau genau 75 Jahre zurück. Wir haben diesen wichtigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust bewusst begangen, uns gemeinsam mit vielen anderen Menschen weltweit an die vielen Schicksale erinnert und wollen auch zukünftig die Wichtigkeit des Gedenkens an andere Menschen aktiv weitertragen. Der diesjährige Holocaust-Gedenktag leiteet für uns ein erinnerungskulturelles Projekt ein, welches wir nun gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Internationalen Gymnasiums in Geithain durchführen werden, um einem Opfer der NS-Euthanasie seinen Namen und seine Geschichte zurückzugeben. Die praktische Arbeit mit Jugendlichen ist für uns jedes Mal wieder eine besondere – hier können wir aktiv erinnern, Geschichte mehr als nur Worte sein lassen und unseren Teil dazu beigetragen, dass sich auch in den kommenden Jahren Menschen erinnern werden. Indem wir Stolpersteine in die Gehwege setzen, wollen wir dafür sorgen, dass wir auch mit dem Fortschreiten der Jahre die vielen Opfer der im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen nicht vergessen.

Und auch wenn 75 Jahre uns manchmal weit entfernt vorkommen mögen – wir dürfen den Bezug zu unserer Vergangenheit niemals verlieren, ganz gleich, wie viel Zeit auch vergehen mag. Wir müssen verantwortungsvoll und aufmerksam mit ihr umgehen und sicherstellen, dass sich die Geschichte niemals wiederholen kann.

 

Termine
gepostet am: Donnerstag, 16.01.2020, 10:01 Uhr

Welche politischen Bedingungen braucht erfolgreicher Natur- und Umweltschutz? Von der Weimarer Republik bis heute, von Rudolf Steiner bis Greta Thunberg.

Natur- und Umweltschutz wird eines der, wenn nicht das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts werden. Treibende Faktoren sind dabei die zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteure. Doch was braucht es heute für einen erfolgreichen Schutz von Natur und Umwelt? Unter welchen politischen Bedingungen war Natur- und Umweltschutz bisher erfolgreich? Und – was haben Rudolf Steiner und Greta Thunberg gemeinsam?

Der Vortrag soll in einem Rückblick auf die Geschichte des Natur- und Umweltschutzes seit der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus, der DDR und der BRD diesen Fragen nachgehen.

PD Dr. Nils M. Franke arbeitet seit 20 Jahren zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekannteste Umwelthistoriker Deutschlands.

Wann? Am 06.02.2020, 18.00 Uhr
Wo?     Erich-Zeigner-Haus, Zschochersche Straße 21, 04229 Leipzig
Was?   Vortrag und Diskussion

Eintritt frei.

Anlass der Veranstaltung ist der „Tag der Weimarer Republik“, den wir gemeinsam mit dem Weimarer Republik e.V. in diesem Jahr zum ersten Mal begehen wollen. Das Ziel dieses Tages ist es, an die erste deutsche Demokratie zu erinnern – denn am 06. Februar 1919 trat die verfassungsgebende Nationalversammlung erstmals zusammen.

Für weitere Informationen zu den deutschlandweit stattfindenden Veranstaltungen zum „Tag der Weimarer Republik“ kann die Website des Weimarer Republik e.V. unter https://www.weimarer-republik.net/ besucht werden.

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