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Presse
gepostet am: Freitag, 14.06.2019, 12:06 Uhr

Abschluss der Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten“ am 12.06. im Erich-Zeigner-Haus

Ein abschließender Bericht von Organisatorin Gloria Pfister 

Als eigenes Projekt im Rahmen meines Freiwilligendienstes entschloss ich mich, eine Veranstaltungsreihe zur Geschichte und über verschiedene gesellschaftspolitischen Themen, die Sinti und Roma auf lokaler- bundes- und europäischer Ebene betreffen, umzusetzen. In meinen einleitenden Worten der Einzelveranstaltungen im April, Mail und Juni machte ich meinen Beweggrund zur Konzeption dieses Projektes immer wieder deutlich: Mein eigenes Unwissen insbesondere über die Verfolgung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus sowie den Porajmos und weiterhin die Erkenntnis, dass es sehr vielen Menschen genauso geht. Um das zu ändern, sollte die Vortragsreihe einen Raum für externe ReferentInnen bieten, sich zu verschiedenen Themenkomplexen zu äußern.

So umfasste die Reihe folgende Einzelveranstaltungen:

10.04. 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag: Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach (ReferentInnen: Jana Müller vom AJZ Dessau und Gjulner Sejdi vom Verein Romano Sumnal)

15.05. 19.00 bis 21.00 Uhr, Vortrag: Das Problem „Antiziganismus“ und das Beispiel antiziganistischer Kinderliteratur

12.06. 19.00 bis 21.00 Uhr, Gespräch: Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa  (Referentinnen: Petra Cagalj Sejdi vom Verein Romano Sumnal und Anja Reuss vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

Im Mai referierte ich selbst zu dem gesellschaftlichen Phänomen „Antiziganismus“ und seine Strukturen in der Kinder- und Jugendliteratur. Die Auseinandersetzung mit dem Thema machte deutlich, dass Antiziganismus bzw. Antiromaismus eine sehr komplexe Problematik ist, die es vollumfänglich zu verstehen gilt, um seine Auswirkungen bestmöglich zu erfassen und zu bekämpfen. Besonders die Diskussion mit dem Publikum im Anschluss an den Vortrag zeigte, wie sehr der Begriff „Antiziganismus“ aktuell in der Diskussion steht und dass, so meine Ansicht, eine eigene Reflexion zu Begriffen, die verschiedene Rassismen zu erklären versucht, so auch der Begriff „Antiziganismus“, aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und stets im Bezug auf eigene Handlungen zu reflektieren ist.

Ein Teil der Reihe waren auch die Vernissage und Finissage der Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“, passend zum Beginn und zum Ende der Reihe, die an denselben Tagen der Auftakt- und Abschlussveranstaltung im April und Juni stattfanden. Die Ausstellung zeigt Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Vom 10.04. bis zum 12.06. war sie außerdem wöchentlich am Mittwoch für BesucherInnen zugänglich.

Die abschließende Finissage der Ausstellung sowie die Gesprächsveranstaltung am 12.06. konnten einen würdigen Abschluss der Reihe erreichen. Besonders im Vordergrund stand im Gespäch mit Anja Reuss und Petra Sejdi das Thema Antiziganismus/Antiromaismus sowie der Umgang und die Bekämpfung auf Bundes-, lokaler und kommunaler Ebene. Die Referentinnen gaben Einblicke in konkrete Alltagssituationen des Antiromaismus, aktuelle Anträge und Beschlüsse, die sich gegen Antiziganismus richten oder Roma betreffen und thematisierten auch die Aufarbeitung der Geschichte der Sinti und Roma im Nationalsozialismus. Im Anschluss an die Gesprächsrunde wurde die Diskussion mit dem Publikum eröffnet, das hohes Interesse und Gesprächsbereitschaft der BesucherInnen zeigte. Rund 30 Interessierte fanden sich an dem Abend zur Gesprächsveranstaltung ein.

Wir danken an erster Stelle den ReferentInnen, die die Einzelveranstaltungen mit ihrer Expertise bereichern konnten. Insbesondere danken wir außerdem Romano Sumnal e.V. für die inhaltliche Bereicherung in der Planung und Umsetzung der Reihe sowie den weiteren Kooperationspartnern – dem AJZ Dessau und dem VVN-Bda Leipzig e.V. – für die Unterstützung der Reihe. Natürlich wollen wir uns ebenso bei allen BesucherInnen bedanken, die sich zu den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen der Reihe im Erich-Zeigner-Haus eingefunden haben.

Sowohl das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V. als auch, so mein Eindruck, die BesucherInnen konnten sensibilisiert werden insbesondere für die Verfolgung von Roma im Nationalsozialismus und die Wichtigkeit dessen Aufarbeitung, als auch für aktuellen Antiromaismus.

Termine
gepostet am: Freitag, 14.06.2019, 12:06 Uhr

„Verfemte Musik“

Konzert von 18.00 bis 19.30 Uhr mit dem DuoWaltherBosch im historischen Musikzimmer Erich Zeigners

Vom 23. bis zum 30. Juni 2019 findet in Leipzig die „Jüdische Woche“ statt, zu der die Stadt Leipzig seit dem Jahre 1992 Interessierte und insbesondere ehemalige Leipzigerinnen und Leipziger jüdischen Glaubens aus verschiedenen Ländern weltweit einlädt. Das diesjährige Motto lautet „L’dor v’dor – Von Generation zu Generation“. Für eine Woche wird jüdische Kunst und Kultur in Leipzig erlebbar sein. Mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Zeitzeugengesprächen, Theater und Tanz können die Besucherinnen und Besucher in jüdisches Leben, Alltag und Festtage, in Religion und Kunst eintauchen. Auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig am Programm der Jüdischen Woche.

Im neunzigminütigen Konzert von Cornelia Walther und Vanessa Bosch werden im authentischen Ambiente und am historischen Flügel von Erich Zeigner Werke der „verfemten Musik“ präsentiert. Sie stellen die im Nationalsozialismus verbotenen Musikstücke jüdischer Musikerinnen und Musiker dar, die im Konzert wieder ins Gedächtnis gebracht werden sollen. Anhand der Vorstellung dieser ausgewählten Werke soll den Gästen die jüdische Verfolgung unter der Herrschaft der Nationalsozialisten deutlich gemacht werden, um diese nicht zu vergessen und, besonders in Anbetracht des heutigen Antisemitismus, davor zu mahnen. Die beiden Künstlerinnen Cornelia Walther (Violoncello) aus Frankfurt und Vanessa Bosch (Klavier) aus Graz gehen gemeinsam als DuoWaltherBosch einer regen Konzerttätigkeit nach, im Rahmen derer sie auch schon mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut sowie der Henry und Emma Budge-Stiftung kooperierten.

Jugendprojekte
gepostet am: Freitag, 31.05.2019, 11:05 Uhr

Stolpersteine in Geithain

Schändung nach der Verlegung am 12. Mai

Am 12. Mai verlegte Gunter Demnig insgesamt vier Stolpersteine im Leipziger Land, darunter drei Steine für Max Arthur Franz, Alfred Max Förster und Walter Paul Rudolph, die Opfer der NS-Euthanasie wurden, an drei Stellen in Geithain.

Die Steine stellten das Ergebnis eines Projektes des Flexiblen Jugendmanagments Landkreis Leipzig und Geithainer Heimatvereines zusammen mit einer 14-köpfigen Projektgruppe des Internationalen Gymnasiums Geithain dar, was der Erich-Zeigner-Haus e.V. als Kooperationspartner inhaltlich begleitete. Etwa 50 Besucher*innen waren am Sonntag zu den Verlegungen in Geithain anwesend und beteiligten sich damit am Erinnern an die Schicksale lokaler NS-Euthanasie und am mahnenden Gedenken.

Obwohl die Resonanz der Anwesenden positiv war, können wir auch in Geithain Gegner*innen der Stolpersteine verzeichnen. Bereits in der Nacht auf den 13. Mai wurde der Stolperstein von Georg Förster in der Chemnitzer Straße 13 geschändet, indem Beton darüber gegossen wurde. Das bestätigten uns sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen des Gymnasiums in Geithain. Glücklicherweise haben Anwohnende den Stein geputzt und konnten den Beton somit entfernen. Dennoch sind wir erschüttert darüber, dass bereits nach einer so kurzen Zeit nach der Verlegung ein Stolperstein mutwillig geschändet wurde.

Das zeigt uns einerseits, dass es noch genug Menschen gibt, die sich nicht nur gegen eine Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus aussprechen, sondern diese auch im öffentlichen Raum verhindern und ungesehen machen wollen. Gleichzeitig ermutigt es uns, vor allem im Leipziger Umland, in dem wir nunmehr nach der Kommunal- und Europawahl am 26. Mai die AfD als stärkste Kraft verzeichnen können, erinnerungskulturelle Jugendprojekte umzusetzen.

„Der Widerstand gegen erinnerungspolitische Bildungsarbeit einerseits sowie rassistische und menschenfeindliche Einstellungen andererseits sind offensichtlich vorhanden – aber das bestärkt uns, mit interessierten Schüler*innen diese wichtige Thematik über Leipzig hinaus weiterhin zu behandeln und nach außen zu tragen“, äußert sich Henry Lewkowitz, geschäftsführender 2. Vorsitzender, zu dem Vorfall.

Wir lassen uns nicht entmutigen und werden uns weiterhin dafür engagieren, dass auch im Leipziger Land öffentliches Gedenken an den deutschen Faschismus nicht verloren geht und die Taten der Nationalsozialisten im lokalen Raum nicht vergessen werden.

Veranstaltung
gepostet am: Montag, 27.05.2019, 15:05 Uhr

Veranstaltungsreihe Erinnerungspolitik 2019 – Die Termine stehen fest!

Die Flyer für unsere aktuelle Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem „Eisernen Vorhang““ sind da. Damit stehen, nach den ersten beiden Veranstaltungen im April und Mai, nun endgültig die Daten der kommenden Vorträge und Diskussionen fest:

– 06.09. 18.00 bis 21.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Ist aus Geschichte nichts mehr zu lernen? Kann sich die SPD die Auflösung ihrer Historischen Kommission leisten?
Mit Prof. Dr. Peter Porsch und Prof Dr,. Bernd Faulenbach

– 20.09. 18.00 bis 20.00 Uhr: Streitgespräch und Diskussion – Leipzig, Stadt der „Wende“. Dominiert die „Friedliche Revolution“ die Erinnerungskultur in Leipzig auf Kosten der Erinnerung an den Nationalsozialismus?
Mit Dr. Skadi Jennicke und Prof. Dr. Ulrich Brieler

– 11.10. 18.00 bis 20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion – Weißer Kittel = weiße Weste? NS – Mediziner in DDR und BRD: Das Beispiel Pathologie
Mit PD Dr. Nils Franke

– 22.11. 18.00 bis 20.00 Uhr: Vortrag und Diskussion – Mythos „Volk ohne Raum“. Von der Weimarer Republik bis heute
Mit Andreas Speit (taz)

– 13.12. von 18.00 bis 20.00 Uhr: Podiumsdiskussion – Aufarbeitungskulturen in Ost- und Westdeutschland und die Frage des Neonazismus in DDR und BRD
Mit Dr. Harry Waibel

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt wie immer frei.

Termine
gepostet am: Montag, 27.05.2019, 14:05 Uhr

Finissage: „Auf dem Dienstwege…“

Abschluss der Ausstellung am 12. Juni von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Seit April hängt die Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“ der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und des Kulturamtes der Stadt Leipzig im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses. Sie zeigt Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus.

Anhand der Ausstellung wird die Verfolgung von Sinti und Roma und der Porajmos im lokalen Raum deutlich und besonders seine Ausmaße werden sichtbar. Wir haben uns gefreut, dass wir die Ausstellung zu dieser wichtigen Thematik in unseren Vereinsräumen öffentlich zugänglich machen konnten, um dadurch andere darüber zu informieren. Daher veranstalten wir die Finissage: um der Ausstellung einen würdigen Abschluss zu verleihen und um ein breites Publikum noch einmal zum Kommen einzuladen.

Die Ausstellung selbst wird in einer Ansprache detaillierter vorgestellt werden und auch und zur Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenwirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“, die im Anschluss mit der Gesprächsveranstaltung „Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa“ von 19.00 bis 21.00 Uhr endet, werden wir sprechen. 

Weiterhin können Sie „Auf dem Dienstwege…“ bereits vorher am Mittwoch, den 29.05. und eine Woche später, am 05.06. von 15.00 bis 18.00 Uhr kostenfrei besuchen.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 13.05.2019, 16:05 Uhr

Fünf Stolpersteine für Familie Bleiweiß

Am Dorotheenplatz 1 verlegte Gunter Demnig in Leipzig Stolpersteine

Nach den Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land am Tag zuvor besuchte Gunter Demnig am 13. Mai die Stadt Leipzig, um Stolpersteine zu verlegen. Die Stolpersteinverlegung für Familie Bleiweiß am Dorotheenplatz begann um 9.00 Uhr und stellte den Auftakt aller an diesem Tag stattfindenden Verlegungen in Leipzig dar.

Die Verlegung schloss eines unserer Projekte zusammen mit Schüler*innen der Oberschule am Adler ab. Seit Sommer 2018 recherchierte die Gruppe im Rahmen des außerschulischen Projektes und engagierte sich damit für eine Erinnerung an ein Verfolgtenschicksal im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft.

 

 

 

Wir freuen uns besonders, dass so viele Anwesende an der Verlegung und somit am Gedenken an Familie Bleiweiß teilnahmen. Vor den Redebeiträgen der Projektgruppe sprach Henry Lewkowitz vom Erich-Zeigner-Haus e.V. einleitende Worte. Sophie Heinig, Schülerin des Georg-Schuhmann-Gymnasiums, die das Schicksal der Familie Bleiweiß zum Thema ihrer Besonderen Lernleistung (BELL) im Zuge ihres Abiturs machte und daher besonders intensiv zu den fünf Familienmitgliedern forschte, hielt ebenso einen Redebeitrag und machte darin die aktuelle Relevanz und Wichtigkeit von Erinnerungskultur deutlich.

Besonders eindrucksvoll waren jedoch die Reden der Schüler*innen, die über unsere Projektarbeit sowie die Leidenswege von Chaim, Marjam, Wolf, Bernhard und Leo Bleiweiß berichteten. Das konkrete Schicksal der Familie ist auf unserer Homepage unter Projekte/Jugendprojekte nachzulesen.

Wir bedanken uns daher besonders bei der Projektgruppe, aber auch bei allen Anwesenden und denjenigen, die dieses Projekt und die Verlegung in verschiedenster Weise unterstützten. Zudem danken wir dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz für die Unterstützung des Projektes.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 13.05.2019, 14:05 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land

Gunter Demnig besuchte am 12. Mai Geithain und Bad Lausick

Am Sonntagnachmittag des 12. Mai kamen Schüler*innen, Projektbegleiter*innen und interessierte Bürger*innen jeweils in Geithain und Bad Lausick zusammen, um an der Verlegung von Stolpersteinen und am mahnenden Gedenken an Opfern der NS-Euthanasie teilzunehmen.

Gleich drei Stolpersteine wurden zunächst 14.00 Uhr in Geithain verlegt. Die Verlegung bildete den Abschluss eines Projektes, in dem Schüler*innen des Freien Gymnasiums Geithain zu dem Schicksal von Georg Max Förster, Max Arthur Franz und Walter Paul Rudolph recherchierten. Die rekonstruierten Schicksale sind das Ergebnis einer Recherchearbeit, welche das Flexible Jugendmanagement, der Heimatverein Geithain e.V. und der Erich-Zeigner-Haus e.V begleiteten. Die Projektgruppe forschte anhand von Archivalien zu den Personen und konzipierte zugleich die Ausstellung „Nicht Vergessen… – „Euthanasie“ Opfer aus Geithain“, die noch bis zum 25.05. im Geithainer Heimatmuseum zu sehen ist. Damit fand die erste Stolpersteinverlegung in Geithain statt.

Rund 50 Anwesende waren an der Verlegung beteiligt. Die hohe Anzahl an Besucher*innen sowie die positive Resonanz waren sehr bemerkenswert. Besonders erfreulich war die Rückmeldung einer Besucherin, die uns mitteilte, dass sie eine Angehörige eines ebenso ermordeten Euthanasieopfers aus Geithain sei – über Israel verfolgte Sie die lokalen Nachrichten aus Geithain und erfuhr daher ebenso von der dortigen Erstverlegung.

Die 14-köpfige Projektgruppe des Gymnasiums hielt bei den drei Verlegungen an diesem Nachmittag mehrere Redebeiträge. Die Anwesenden besuchten zuerst die Chemnitzer Straße 13, wo der erste der drei Steine für Georg Förster verlegt wurde. Zwei weitere Steine wurden daraufhin für Walter Paul Rudolph in der Bruchheimer Straße 14 und für Max Arthur Franz im Rosenthal 3 verlegt.

Wir bedanken uns bei der Projektgruppe für die Arbeit sowie bei dem Freien Gymnasium Geithain für die Unterstützung des Projektes. Weiterhin danken wir dem Flexiblen Jugendmanagment für die Möglichkeit unserer Kooperation im Projekt, dem Heimatverein Geithain e.V. für die gute Zusammenarbeit und natürlich allen Anwesenden sowie weiteren Unterstützer*innen des Projektes.

Um 15.30 Uhr fand die zweite Verlegung im Leipziger Land statt – in Bad Lausick. Dort wurden innerhalb der letzten Jahre bereits drei Mal Stolpersteine verlegt in begleiteten Projekten des Erich-Zeigner-Haus e.V.: für die jüdische Familie Hirsch, den Sozialdemokraten Max Lohmann und dem Zeugen Jehovas Friedrich Kaubisch.

Bereits zum vierten Mal forschten Schüler*innen der Oberschule Werner Seelenbinder daher im Rahmen eines Stolpersteinprojektes. Zum ersten Mal wurde in einem erinnerungskulturellen Jugendprojekt an der Oberschule jedoch die Gruppe der NS-Euthanasieopfer bedacht. In der Angerstraße 17 wurde ein Stein für Ernst Bruno Hönig verlegt. Ernst Hönig fiel zwar auch der Euthanasie zum Opfer, war aber zudem ein politisch Verfolgter – zusammen mit anderen Antifaschisten wurde er vor seiner Einweisung und der späteren Zwangssterilisation in Hubertusburg 1933 festgenommen. Aufgrund dessen musste er schwere Misshandlungen erleiden.

Ernst Hönigs weiteres Schicksal erläuterte neben der Vorstellung ihrer Projektarbeit die Projektgruppe bei der Verlegung den anwesenden Besucher*innen. Auch Herr Bürgermeister Hultsch besuchte die Verlegung in Bad Lausick und betonte in seinem Redebeitrag die Wichtigkeit von Erinnerung und wohin die fehlende Auseinandersetzung mit Geschichte führen kann. Dies brachte er besonders vor dem Hintergrund der anstehenden Kommunalwahlen zum Ausdruck.

Danken möchten wir an dieser Stelle den Schüler*innen der Projektgruppe, der Oberschule Werner Seelenbinder sowie der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

Veranstaltung
gepostet am: Dienstag, 07.05.2019, 13:05 Uhr

Nationalismus in Ostmitteleuropa

Ein Rückblick auf den Vortrag am 03.05. von 18.00 bis 20.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Nach der ersten Veranstaltung im Rahmen der diesjährigen Vortragsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem „Eisernen Vorhang““ des Erich-Zeigner-Haus e.V. mit der Zeitzeugin Dr. Eva Umlauf Anfang April im NAUMANNs wurde die Reihe nun etwa einen Monat später mit einer ersten Vortragsveranstaltung fortgeführt.

Etwa 30 Gäste fanden sich in den Vereinsräumen am Abend des 03.05.2019 ein, um die Referentin Dr. Brigitta Triebel an diesem Abend zum Thema „Aktueller Nationalismus in Osteuropa“ sprechen zu hören.
Zu Anfang hatte Dr. Triebel, Historikerin und Expertin im Bereich Ost- und Südosteuropäische Geschichte, betont, dass sie sich in ihrem Vortrag auf die ostmitteleuropäischen Staaten beziehen würde. Es erfolgten umfangreiche historische Betrachtungen der Länder Polen, Slowakei, Ungarn und Tschechien. Einen besonderen Fokus legte Dr. Triebel in ihrem Vortrag dabei auf die Entwicklungen des Nationalismus in den Ländern. Sie betrachtete diese auch im Kontext der Aufarbeitung der eigenen Geschichte zwischen 1920 und 1945. 

Eiko Kühnert von der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig moderierte die Abendveranstaltung. So begleitete er, nach einigen Fragen an die Referentin, die an den Vortrag anschließende Diskussions- und Fragerunde. 

 

Wir danken den Anwesenden für ihr Interesse, den Kooperationspartnern VVN-BdA Leipzig e. V. sowie dem Wissenschaftlichen Büro der Uni Leipzig und besonders Dr. Brigitta Triebel und Eiko Kühnert für den spannenden Abend.

Termine
gepostet am: Donnerstag, 02.05.2019, 10:05 Uhr

Die gesellschaftspolitische Lage von Sinti und Roma in Deutschland und Europa

Gespräch und Diskussion mit dem Publikum

Gesprächspartnerinnen: Anja Reuss (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma), Petra Cagali Sejdi (Romano Sumnal e.V.)
Moderation: Gloria Pfister (Erich-Zeigner-Haus e.V.)

Sinti und Roma wurden in Deutschland 1996 als Minderheit anerkannt. Die deutsche Gesellschaft setzte sich über Jahrzehnte nicht mit den Verbrechen der Nationalsozialisten an Sinti und Roma auseinander. Erst mit der verstärkten Bürgerrechtsarbeit von Sinti und Roma in der Bundesrepublik seit der 1970er Jahre wurde die fehlende Aufarbeitung der NS-Verbrechen an Sinti und Roma Thema.

„Antiziganismus“ ist weder in Deutschland noch in Europa ein Phänomen am „rechten Rand“, sondern zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und ist eine Form von Rassismus, die eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt. Selbst Politiker*innen scheuen sich nicht davor, offen antiziganistische Haltungen zu vertreten – so etwa der italienische Innenminister Matteo Salvini, der 2018 eine Zählung und Ausweisung von Roma für sein Land forderte.

Antiziganismus führt dazu, dass Sinti und Roma in Deutschland und anderen europäischen Staaten weniger bis gar nicht am politischen und gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben können.

Die Veranstaltung soll Einblicke in aktuelle gesellschaftspolitische Themen von Sinti und Roma geben. Dabei sollen sowohl EU-Richtlinien und Maßnahmen, die die Minderheit betreffen, als auch Auswirkungen des Antiziganismus und daraus resultierende Diskriminierungserfahrungen diskutiert werden. Darüber hinaus wollen wir uns der Frage stellen, wie antiziganistische Strukturen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bekämpft werden können.

Der Eintritt ist frei.

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 16.04.2019, 14:04 Uhr

Gunter Demnig verlegt erneut Stolpersteine

Am 12. Und 13. Mai werden neue Steine in Leipzig und im Leipziger Umland verlegt. Mit den Stolpersteinverlegungen im Frühjahr 2019 finden auch drei vom Erich-Zeigner-Haus e.V. begleitete Projekte ihren Abschluss.

Am 12.05. werden 14.00 Uhr drei Stolpersteine für Walter Paul Rudolph,  Georg Alfred Max Förster und Max Arthur Franz in Geithain verlegt. Alle drei wurden im Zuge der NS-Euthanasie ermordet. Ihre Schicksale wurden von Schüler*innen des Freien Gymnasiums Geithain recherchiert, die im Rahmen einer Projektwoche intensiv zu den drei Personen forschten. Die Verlegung findet in der Chemnitzer Straße 13 in Geithain statt.

Am selben Tag wird außerdem ein Stolperstein in Bad Lausick verlegt. Ernst Hönig, der ebenso Opfer der NS-Euthanasie wurde und gleichzeitig politisch verfolgt wurde, soll eine bleibende Erinnerung erhalten. Eine Projektgruppe der Oberschule Werner-Seelenbinder beschäftigte sich mit seiner Geschichte seit Beginn des Schuljahres 2018/2019. Die Verlegung beginnt 15.30 Uhr in der Angerstraße 17 in Bad Lausick.

Am 13. Mai finden schließlich Gunter Demnigs Verlegungen in Leipzig statt. Die Verlegung von fünf Stolpersteinen für die jüdische Familie Bleiweiß, ein Projekt zusammen mit Schüler*innen der Oberschule am Adler, ist erste Verlegung in Leipzig. Sie findet 9.00 Uhr am Dorotheenplatz 1 statt. Die Familienmitglieder der Familie Bleiweiß, die Eltern Chaim und Maria Bleiweiß und die drei Söhne Wolf, Bernhard und Leo, mussten wegen der Herrschaft der Nazis aus dem Deutschen Reich fliehen. Nur zwei Mitglieder der Familie, Maria und Wolf, konnten überleben.

Wir laden alle Interessierte herzlich ein, zu den Verlegungen zu kommen. Die Schüler*innen werden jeweils ca. 30-minütige Programme vorbereiten und dabei über ihre Projektarbeit und die Schicksal der Menschen berichten.

Ebenso finden Kulturbeiträge ihren Platz im Gedenken. Werden auch Sie Teil dieses Gedenkens und wirken somit dem Vergessen der Taten der Nationalsozialisten entgegen.

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