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Presse
gepostet am: Montag, 21.09.2020, 14:09 Uhr

Rückblick- Online Seminar „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“

Am vergangenen Freitag fand über die Videoplattform „Zoom“ das erste Online-Seminar unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe zu dem Thema „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“ statt. Nachdem kurz die Kolonialgeschichte Europas und insbesondere Deutschlands erläutert wurde, gingen die Referierenden, Jona Elisa Krützfeld und Max Wegener von der Leipziger „AG Postkolonial“, verstärkt auf die Aktualität postkolonialer Strukturen in unserer heutigen Gesellschaft und die eurozentristische Sichtweise Europas ein. Darüber hinaus wurde diskutiert, welche Möglichkeiten es gibt, um kritisch und reflektiert mit diesem (post-)kolonialen „Erbe“ umzugehen und verinnerlichten Denk- und Handlungsmustern entgegenzuwirken.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für die vielen spannende Redebeiträge und Fragen. Zudem gilt unser Dank den beiden Referierenden für ihre informationsreichen Beiträge sowie Raimund Grafe für die Moderation der Veranstaltung.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 16.09.2020, 13:09 Uhr

ZUR AKTUELLEN SITUATION DER GEFLÜCHTETEN AUF LESBOS – SOLIDARITÄT MIT DEN MENSCHEN AUS DEM CAMP MORIA

Die aktuelle Situation geflüchteter Menschen auf den griechischen Inseln, speziell die der Geflüchteten aus dem ehemaligen Lager Moria auf Lesbos, macht uns betroffen. Auch macht uns betroffen, dass sich am vergangenen Montag bei der Abstimmung im Sozialausschuss des Sächsischen Landtages gegen ein Landesaufnahmeprogramm und die Aufnahme von 500 Geflüchteten aus der Krisenregion ausgesprochen wurde. Wir möchten mit Blick auf die katastrophale Situation ausdrücklich unsere Solidarität mit den Geflüchteten sowie allen Helfenden vor Ort bekunden. Ein Lager, welches ursprünglich einmal für die Unterbringung von 2.800 Menschen konzipiert wurde, kann weder vorläufig noch dauerhaft zum Wohnort von 12.000 Menschen werden – zwischenzeitig lebten in Moria sogar rund 20.000 Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen. Der Umgang mit den Geflüchteten, die sich ein Leben in Sicherheit gewünscht haben und ihre Heimat verlassen mussten, darf nicht darin bestehen, sie vom restlichen Teil der Welt abzuschotten und ihre Unterbringung als Abschreckungsbeispiel zu instrumentalisieren. Wir sprechen uns für eine sozialpolitische Lösung aus, die sich am Wohl der Betroffenen orientiert und sich zeitgemäßen Maßnahmen zur Aufnahme Asylsuchender zuwendet. Die derzeitige Situation mit den steigenden Corona-Infektionen unter den Geflüchteten sowie der Zerstörung des Lagers durch die Brände ist durch massive und strukturelle Probleme des europäischen Asylsystems zustande gekommen. Wir hoffen daher, dass sich baldmöglichst Lösungen finden lassen, die mit einem Bekenntnis zur europäischen Verantwortung und zur Menschlichkeit einhergehen und den Geflüchteten vor Ort eine Perspektive bieten.

Wenngleich die angekündigte Aufnahme von rund 1.500 Geflüchteten bestehend aus 408 Familien ein erster Schritt ist, zeigen viele Kommunen bereits ihre Bereitschaft, mehr Geflüchtete aufzunehmen. Es bedarf auch nach der Aufnahme dieser 1.553 schutzbedürftigen Menschen weiterer und vor allem auch anhaltender Unterstützung und Initiative von Deutschland aber auch von anderen europäischen Ländern.

Termine
gepostet am: Donnerstag, 10.09.2020, 13:09 Uhr

Online-Seminar „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“

Am Freitag, den 18. September 2020, findet von 18.00 bis 20.00 Uhr ein Online- Seminar zu dem Thema „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“ statt.

Obwohl unser alltägliches Leben von „postkolonialen Kontinuitäten“ geprägt ist, wird bei der Thematisierung von Rassismus oft nicht genug der Zusammenhang zwischen dem kolonialen Erbe Europas und Deutschlands, und den aktuell bestehenden Herrschafts-, Ausbeutungs- und Machtverhältnissen auf einer strukturellen Ebene berücksichtigt.

Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Demokratie versus Rechtsextremismus und Rechtspopulismus – Aktuelle Herausforderungen für Staat und Gesellschaft“, wirft das Online- Seminar am Freitag einen Blick auf das „Postkoloniale Erbe“ und die damit einhergehenden kulturellen Dispositionen, die bis heute nachwirken.

Wir freuen uns auf die Referierenden, Jona Elisa Krützfeld und Max Wegener, die im Rahmen eines Vortrages die Aktualität und Bedeutung von postkolonialen Strukturen verdeutlichen werden. Anschließend soll in einer gemeinsamen Diskussion darauf eingegangen werden, wie es gelingen kann, einen reflektierten und kritischen Umgang mit den eigenen Privilegien, verinnerlichten Herrschaftsstrukturen und rassistischen Stereotypen zu lernen. Die Moderation des Abends übernimmt Raimund Grafe.

Jona Elisa Krützfeld ist Kulturwissenschaftlerin und Verlegerin im Akono Verlag für zeitgenössische afrikanische Literaturen. Außerdem ist Sie als Aktivistin bei Leipzig Postkolonial und Vorständin beim Engagierte Wissenschaft e.V. tätig.

Max Wegener studierte African Studies und ist als politischer Bildner im Bereich der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte aktiv. Sein Forschungsgebiet ist die Institutionsgeschichte und deren postkoloniale Kontinuitäten.

Raimund Grafe studierte Geschichte, Politik und Wirtschaft. Danach arbeitete er im Sächsischen Landtag und im Sächsischen Wirtschaftsministerium. Grafe ist Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und gegenwärtig Abteilungsleiter in der Thüringer Staatskanzlei.

Das Online-Seminar wird über die Videoplattform Zoom stattfinden.

Bitte melden Sie sich vorher über die Mailadresse: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de zur Teilnahme am Online-Seminar an, die Zugangsdaten werden Ihnen dann einige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail zugeschickt.

 

Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei.

Wir freuen uns über jede Anmeldung!
Das Team des Erich Zeigner Haus e.V.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 02.09.2020, 15:09 Uhr

EINWEIHUNG DER GEORG-ELSER-BRÜCKE ZUM WELTFRIEDENSTAG

Am gestrigen Weltfriedenstag, dem 01.09.2020, durften wir in Leipzig-Lindenau die ehemalige Gasthofbrücke gegenüber der Musikalischen Komödie offiziell in „Georg-Elser-Brücke“ umbenennen. Die feierliche Enthüllung der Namenstafeln begann um 18.30 Uhr, wurde von zahlreichen Besucher:innen und durch mehrere Redebeiträge unterstützt und war ein voller Erfolg – nicht zuletzt deshalb, da mit der Enthüllung der Tafeln ein Projekt zum Ende kommen durfte, welches zuvor viele Jahren in der Planung gewesen war. Wir freuen uns sehr, dass wir die Initiatoren des Projektes unterstützen und zu seiner Umsetzung beitragen konnten.

Mit der „Georg-Elser-Brücke“ haben wir nun den ersten öffentlichen Gedenkort für den Antifaschisten Georg Elser in Mitteldeutschland eingeweiht.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung, den Initiator:innen  des Projektes sowie allen Spenderinnen und Spendern, unter anderem von der Stadtratsfraktion DIE LINKE und der Stadtratsfraktion der SPD. Die Bedeutung auch der finanziellen Unterstützung solcher Projekte darf nicht unterschätzt werden.

Besonderer Dank gilt auch dem anhaltenden Einsatz des Projekt-Mitinitiators Dr. Hans-Joachim Wienhold, der auch nach mehrmaliger Ablehnung des Vorhabens durch die Stadt nicht nachlässig wurde und sich für die Umbenennung der Brücke eingesetzt hat. Des Weiteren ist Herrn Marco Götze zu danken, der sich als Mitglied der Stadtratsfraktion DIE LINKE bei der entscheidenden Stadtratssitzung ebenfalls für die Bewilligung der Brückenumbenennung stark gemacht hat. Danke an Herrn Dr. Nils Franke, der die Veranstaltung eröffnete, und an alle Unterstützer:innen, die sie sich für das Wachhalten der Erinnerung an Georg Elser einsetzen.

 Dr. Nils Franke, Marco Götze (DIE LINKE), Thekla Funke, Projekt-Mitinitiator Dr. Hans-Joachim Wienhold, Carolin Jürgens und Paula Güth (von links nach rechts)          

Der Erich-Zeigner-Haus e.V. ist ein Verein, der sich in seiner Arbeit nach dem Vorbild seines Namensgebers – Erich Zeigner – ausrichtet. Erich Zeigner, 1923 sächsischer Ministerpräsident und nach der Befreiung 1945 erster Oberbürgermeister von Leipzig, hat in der Zeit der NS-Diktatur Zivilcourage gezeigt, indem er unter anderem am Leipziger Rettungswiderstand beteiligt war und diesen mitorganisierte. Dieses selbstlose Engagement, welches uns allen die Werte der Weltoffenheit und Toleranz vermittelt, bildet die geistige Folie unserer Arbeit, die zu großen Teilen aus der historisch-politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen sowie zahlreichen erinnerungskulturellen Projekten besteht. Das Erinnern an diejenigen, die in der NS-Zeit verfolgt wurden, empfinden wir nicht nur als wichtig im Sinne des Gedenkens, sondern auch im Sinne des Mahnens. Wir wollen mahnen, dass sich die schrecklichen Verbrechen der NS-Zeit nicht wiederholen dürfen. Aber wir wollen auch daran erinnern, dass es selbst in dieser Zeit Menschen gab, die sich gegen das Regime aufgelehnt, Widerstand geleistet und Verfolgte unterstützt haben – und auch aus diesen Geschichten können wir vieles mitnehmen, dieses Engagement können wir uns zum Vorbild nehmen, wenn wir daran zurückdenken. So soll uns auch die Georg-Elser-Brücke an einen Menschen erinnern, der sich selbstlos gezeigt und gegen den Faschismus eingesetzt hat.  

Georg Elser verübte am 08. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Adolf Hitler und weitere führende Nationalsozialisten, welches jedoch durch eine unerwartete, frühzeitige Abreise derer, die durch die Detonation des zeitgesteuerten Sprengkörpers zu Tode kommen sollten, missglückte. Elser selbst wurde auf seiner Flucht von der Gestapo gefangen genommen und nach vielen Jahren der Gefangenschaft in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau am 09. April 1945 auf Befehl Hitlers erschossen.

Wir als Verein, der insbesondere im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit tätig ist, setzen uns für Orte der öffentlichen Erinnerung ein. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, über das individuelle Erinnern hinaus, Menschen wie Georg Elser zu gedenken. Sein uneigennütziges Vorhaben zum Wohl der Gesellschaft, sein aktiver Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime zeichnet ihn als einen herausragenden Widerstandskämpfer aus.

Durch ein öffentliches Gedenken, wie es gestern durch die Anbringung der Namenstafeln begründet werden konnte, ehren wir einerseits mit einem Blick in die Vergangenheit den Widerstand und die Zivilcourage Elsers, andererseits setzen wir zeitgleich ein Zeichen für die Zukunft und vermitteln nach außen, welches Wertesystem wir in unserer gegenwärtigen Gesellschaft verankern wollen.

Gerade heute, in einer Zeit, in der struktureller und öffentlich ausgeübter Rassismus und Antisemitismus immer wieder unser Alltagsbild prägen, ist es umso wichtiger eine aktive Erinnerungskultur zu unterstützen und selbst aktiv zu werden, Stellung zu beziehen und Einsatz gegen diese Tendenzen und Strukturen zu zeigen.  Eine offene demokratische Gesellschaft braucht eine umfangreiche Aufarbeitung ihrer Geschichte und eine lebendige Erinnerungskultur, um innerhalb des kulturellen Kollektivs ein gemeinsames Regel- und Wertesystem zu schaffen und aufrecht zu erhalten.

Durch historisch-politische Bildungsarbeit sowie durch erinnerungskulturelle Projekte wie dieses, können wir neue Zugänge zur Vergangenheit bereitstellen so auch dazu beitragen, dass die wichtigen Werte unserer demokratischen Gesellschaft für und durch alle nachfolgenden Generationen weitergetragen werden. Erinnern ist ein politischer Akt. Durch das Gedenken an Elsers Zivilcourage und Mut, seinen Widerstand zum Schutz der Demokratie, heben wir die Bedeutung jenen Engagements in unsere Gegenwart und Zukunft und setzen öffentlich ein Zeichen für ein weltoffenes, demokratisches Miteinander, das sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz in unserer heutigen Gesellschaft ausspricht.

Wir hoffen daher, dass uns diese Brücke zukünftig nicht nur an Georg Elser erinnert, sondern uns alle gleichermaßen zum zivilcouragierten, offenen und demokratischen Handeln anhält.

 

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

Termine
gepostet am: Freitag, 14.08.2020, 10:08 Uhr

Workshopreihe: Historisch-Politische Bildungsarbeit

Im September und Oktober finden in Eilenburg, Taucha, Schkeuditz und Torgau jeweils drei Workshops ab 17.00 Uhr statt, bei denen engagierte Menschen eine Orientierung bekommen, welches Handwerkszeug und Hintergrundwissen es bedarf, um eigene erinnerungskulturelle (Jugend-) Projekte zu initiieren und durchzuführen.

Als Bildungs- und Begegnungsstätte für historisch-politische Bildung ist der Erich-Zeigner-Haus e.V. in Leipzig ein Ort nachhaltiger Erinnerungsarbeit in Sachsen. Zu diesem Thema und seiner Arbeit veröffentlichte der Verein 2019 einen Leitfaden. Dieser soll nun als ein drei-Tages Workshop für Interessierte aufbereitet und angeboten werden. Auf dessen Grundlage werden die Teilnehmenden der Workshops befähigt, selbst in ihren Orten erinnerungskulturelle Projekte zu initiieren und durchzuführen. Die Teilnehmenden bekommen eine Orientierung, welches Handwerkszeug und Hintergrundwissen es bedarf, um so ein Projekt ins Leben zu rufen. Dabei werden sie selbst zu einem NS-Opfer recherchieren, um einen Stolperstein verlegen zu können.

Termine:

Eilenburg: 09.09.2020; 16.09.2020; 23.09.2020  —  Mehrgenerationenhaus Arche Eilenburg, Nikolaiplatz 3, 04838 Eilenburg
Taucha: 10.09.2020; 17.09.2020; 24.09.2020b  —  Räumen des Diakonats der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Taucha-Dewitz-Sehlis, Rudolf-Winckelmann-Straße 3, 04425 Taucha
Schkeuditz: 28.09.2020; 07.10.2020; 14.10.2020  —  Kolonnaden am Rathaus, Rathausplatz 3, 04435 Schkeuditz
Torgau: 01.10.2020; 08.10.2020; 15.10.2020  —  Soziokulturelles Zentrum Kulturbastion, Straße der Jugend 14B, 04860 Torgau

Die Anmeldung zu den Workshops erfolgt online per Anmeldeformular über unsere Homepage.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 11.08.2020, 14:08 Uhr

Einweihung einer Gedenktafel für die jüdische Familie Rotter

Am Donnerstag, den 29.10.2020, wird ein Projekt zum Abschluss kommen, welches wir im Verlauf der vergangenen Monate vorbereitet, begleitet und durchgeführt haben.
Im Rahmen des Projektes beschäftigten sich Schüler*innen des Neuen Nikolaigymnasiums mit der jüdischen Familie Rotter, für die nun eine Gedenktafel eingeweiht werden soll. Das Datum für die Einweihung der Gedenktafel wurde deshalb gewählt, da an eben diesem Tag vor 98 Jahren die Einweihung des Sportgeländes des jüdischen Sportvereins SK Bar Kochba in der Delitzscher Straße stattgefunden. Diesen Sportverein hatte das Oberhaupt der Familie Rotter vor 100 Jahren, im Jahre 1920, gegründet. 2018 hatten wir bereits in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband zur Erinnerung an die Zerstörung der Geschäftsstelle des SK Bar Kochba in der Elsterstraße 7 eine Gedenkstele errichtet. Das damalige Projekt regte daraufhin eine intensivere Recherche zur Geschichte der jüdischen Familie Rotter an.

Durch die Gedenktafel soll nun unter anderem an das Engagement und an die Arbeit der Familie erinnert werden. Die einzelnen Familienmitglieder, deren Namen auf der Tafel zu lesen sein werden, waren nicht nur in die Arbeit des SK Bar Kochba involviert, sondern unterstützen zudem den Familienbetrieb in der Leipziger Innenstadt. Gedacht werden soll dem engsten Familienkreis – Adolf Rotter, seiner Ehefrau Eugenie Rotter (geb. Hein), sowie ihre vier gemeinsamen Söhne – Joseph, Curt, Otto und Fritz Egon Rotter.
Da sich die
„Rauchwarengroßhandlung Rotter“ damals im „Brühl 33“ befand, werden wir am 29. Oktober an der Hausfassade des dort heute befindlichen Gebäudes stellvertretend die Gedenktafel für die Familie anbringen lassen.

Auch wenn wir in diesem Jahr unsere Projektrecherche und -treffen teilweise in den digitalen Raum verlagern mussten, konnten wir trotzdem erfolgreich mit den Unterlagen aus dem Leipziger Staatsarchiv arbeiten und den Schüler*innen einen Einblick in originale Unterlagen gewähren.

Die Jugendlichen sollen nun noch mit einem selbst erstellten Flyer, indem ein Überblick über die Biografie, die Arbeit und das Engagement der Familie aufgeführt sein wird, Spenden für die Finanzierung der Gedenktafel sammeln gehen.

Wir möchten alle Interessierten herzlich zur feierlichen Einweihung der Gedenktafel am 29.10.2020 um 16 Uhr am „Brühl 33“ einladen. Die Einweihungsveranstaltung findet draußen und unter Berücksichtigung der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz statt.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband durchgeführt und von der Holger-Koppe-Stiftung gefördert.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

Presse
gepostet am: Montag, 20.07.2020, 10:07 Uhr

RÜCKBLICK – ONLINE SEMINAR „RECHTSEXTREMISMUS IM FUßBALL

Am vergangenen Freitag fand bei uns ein Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ statt. Hierbei ging es zum Beispiel darum, wie sich der Rechtsextremismus im Profifußball, als auch im Amateurfußball auswirkt. Außerdem gingen wir dabei auch auf die Geschichte ein und wie sich der Rechtsextremismus im laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Desweiteren sind wir auf die Konzepte und Handlungsansätze des DFB eingegangen und wie sich verschiedene Vereine durch Fanprojekte gegen den Rechtsextremismus einsetzen.

Dieses Online-Seminar hatte viele Zuschauer*innen, deshalb gab es auch viele interessante Fragen die gestellt wurden. Somit war auch ein großer Austausch von Erfahrungen gegeben.

Daher möchten wir uns noch einmal bei unseren Zuschauer*innen bedanken, die am Freitag mit dabei waren. Auch möchten wir uns noch einmal bei unserem Moderator PD Dr. Nils M. Franke und unserem Referenten Ronny Blaschke bedanken, die uns ein sehr interessantes Online-Seminar geboten haben.

 

Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig und dem Leipzig.Courage zeigen e.V. statt.

Presse
gepostet am: Freitag, 03.07.2020, 13:07 Uhr

Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“

Am Freitag, den 17. Juli 2020, findet von 18:00 bis 20:00 Uhr ein Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ statt.

Das Online-Seminar soll zeigen, dass die rechte Szene im Fußball in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Vor allem in der heutigen Zeit, zeigt sich, wie stark und präsent der Rechtsextremismus in Vereinen ist. Oftmals bringen sich Fans, aber auch Spieler damit in Verbindung. Rechtsextremismus begleitet den Fußball, sei es z.B. auf der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Spiel, in internen Bereichen der Vereine oder aber auch direkt im Stadion. In unserer Veranstaltung wollen wir auf die Aussage „Rote Karte für Nazis“ eingehen und uns mit der Geschichte der rechten Szene im deutschen Fußball auseinandersetzen.
Es stellt sich hierbei unter anderem die Frage, betrifft das Thema nur die „Hooliganszene“ im Fanbereich in Vereinen oder wird dieser Begriff „Rechtsextremismus im Fußball“ ganz anders definiert?

Die aufgeführten Themen werden in einem Vortrag von dem ausgewiesenen Experten Ronny Blaschke, der bei dieser Veranstaltung als Referent tätig sein wird, analysiert und wiedergegeben. Doch der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist die Diskussion untereinander. Wir wollen, dass Menschen zusammenkommen und darüber diskutieren, wie eine Freizeitbeschäftigung für Männer, Frauen, Kinder und Familien in das rechte Milieu abrutschen konnte und was dagegen unternommen werden kann bzw. was bereits dagegen unternommen wird. Diese Diskussion wird durch unseren Moderator PD Dr. Nils M. Franke geleitet.

Ronny Blaschke, studierte von 2001 bis 2004 Sport- und Politikwissenschaften an der Universität Rostock und ist heute als freier Journalist für die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und das Deutschlandradio in Berlin tätig.
Außerdem interessiert er sich für die gesellschaftlichen Hintergründe des Sports und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

PD Dr. Nils M. Franke, ist Kulturwissenschaftler, Historiker sowie Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzigs.
Seit 20 Jahren arbeitet er zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekanntesten Umwelthistoriker Deutschlands.

Das Online-Seminar wird über die Videplattform Zoom stattfinden. Deshalb bitten wir um eine verbindliche Anmeldung, indem Sie uns ihre E-Mail Adresse an folgenden Kontakt schicken: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Im Vorfeld des Online-Seminar werden die Zugangsdaten dann von uns an alle Angemeldeten verschickt. Damit können Sie dann teilnehmen.

Wir freuen uns über jede Anmeldung.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig und dem Leipzig.Courage zeigen e.V.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 22.06.2020, 10:06 Uhr

Rückblick – Eine Gedenktafel für das Ehepaar Zistler

Am vergangenen Samstag wurde im Poetenweg 12a in Leipzig die Gedenktafel für Isidor-Helmut und Anna Amalia Zistler angebracht und eingeweiht.

Dies ist nun die 6. Gedenktafel in Leipzig für „Stille Helden“ und wir sind sehr froh, dass wir dieses Projekt trotz der aktuellen Situation erfolgreich umsetzen konnten.

Wir möchten uns gern bei den vielen Besucher*innen und den Spender*innen bedanken, die Teil dieser Veranstaltung waren bzw. dieses Projekt finanziell unterstützt haben. Auch möchten wir uns natürlich bei den Jugendlichen des Neuen Nikolaigymnasiums bedanken, die hierbei maßgeblich am Projekt beteiligt waren.

Dieses Projekt wurde vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ gefördert.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 15.06.2020, 13:06 Uhr

Eine Gedenktafel für das Ehepaar Zistler – „Stille Helden“-Projekt kommt zum Abschluss

Am Samstag, den 20.06.2020, soll um 17 Uhr eine Gedenktafel für die „Stillen Helden“ Anna Amalia und Isidor-Helmut Zistler im Poetenweg 12a (Leipzig-Gohlis) eingeweiht werden.

Isidor-Helmut wurde am 01.10.1908 geboren und kam aus Anger-Crottendorf in Leipzig. Er war Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäftes und arbeitete zeitweise zusätzlich als Schauspieler, Sänger und Sprecher am Operettentheater sowie beim Schauspielhaus Sophienstraße. Er wurde aufgrund seines als jüdisch bekannten Vornamens „Isidor“ rassistisch verfolgt, von der Gestapo misshandelt und zwischenzeitlich verhaftet. Seine Ehefrau, Anna Amalia (geb. Buchheim), wurde am 10.10.1878 geboren, war Sängerin in der Großen Leipziger Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße und arbeitete als Pädagogin an der Leipziger Theaterschule.

Nach Kriegsbeginn beteiligte sich das Ehepaar am Leipziger Rettungswiderstand jüdischer Menschen. Obwohl sie sich dabei selbst einem großen Sicherheitsrisiko aussetzten, bewies das Ehepaar Zivilcourage und Solidarität, indem es verfolgten Menschen Unterschlupf gewährleistete oder sie finanziell unterstützte. Insgesamt versteckten sie fünf Menschen in ihrer Wohnung. Wenngleich ihre Hilfsaktionen nie aufgedeckt wurden, flohen die beiden 1954 gemeinsam nach Westberlin, wo sie nach Möglichkeit Gesang unterrichteten. Obwohl der Berliner Senat ihre Leistungen und ihren uneigennützigen Einsatz „ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit“ anerkannte, führten sie ein von körperlichen Leiden und finanziellen Nöten geprägtes Leben.

Das Projekt fand im Laufe des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Neuen Nikolaigymnasiums statt und wurde vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ durch den Freistaat Sachsen gefördert.

Zur Teilnahme an der Gedenktafeleinweihung entsprechend der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz möchten wir herzlich einladen.

Weitere Informationen zum Schicksal der „Stillen Helden“ Zistler finden Sie unter der Kategorie „Jugendprojekte“.

 

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