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Presse
gepostet am: Donnerstag, 03.01.2019, 17:01 Uhr

Die Bibliothek Erich Zeigners – Veröffentlichung im Sommer 2019

Mit dem Jahr 2019 sind erneut einige vereinseigene Publikationen des Erich-Zeigner-Haus e.V. geplant. Eine davon ist die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners, deren Veröffentlichung für das 2. Quartal des Jahres geplant ist.

Dr. Manfred Hötzel, Historiker und Zeigner-Biograph, stellt dazu ein Verzeichnis aller Bücher, Schriften und weiteren Publikationen zusammen, die im Besitz Erich Zeigners oder seiner Familie waren und immer noch im Bestand des Erich-Zeigner-Hauses als Museum vorhanden sind. Neben Dr. Manfred Hötzel als Hauptautor sind außerdem Dr. Till Böttger, Jörg Künzelmann, Henry Lewkowitz, Caroline Müller, Gloria Pfister und Reinhard Wohlfahrt bei der inhaltlichen Auflistung der Titel sowie Mandy Gleissner für die Gestaltung beteiligt gewesen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den sogenannten „Sozialistica“, also sozialistischen Schriften, die für Erich Zeigners politisches Profil kennzeichnend waren. In der Bibliographie sind jedoch auch Schriften zu vielen anderen Themenbereichen als auch belletristische Literatur verzeichnet. Bestimmte Titel und Autoren sind von M. Hötzel kommentiert worden, um dem Leser/der Leserin das zeitgenössische Umfeld des Autors oder den Inhalt des betreffenden Werkes deutlicher zu machen.

Der Bibliographie der Bibliothek sind sowohl eine Kurzbiographie Erich Zeigners als auch ein Vereinsprofil des Erich-Zeigner-Haus e.V. vorangestellt. Somit gibt das Werk einerseits anhand des Literaturbestandes Erich Zeigners, andererseits anhand biographischer Daten einen tiefgreifenden Blick auf Erich Zeigner als Person im privaten als auch politischen Kontext. Durch die Darlegung der Vereinsgeschichte bis hin zur aktuellen Vereinsarbeit des Erich-Zeigner-Haus e.V. wird deutlich, warum die politischen Handlungen dieses für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutsamen Politikers nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich für das Profil des Vereines in der Gegenwart verantwortlich sind. Leserinnen und Leser können somit verstehen, was die historisch-politische Bildungsarbeit des Vereins „im Sinne Erich Zeigners“ meint und was es heißt, aktiv Zivilcourage zu stärken und erinnerungskulturelle Projekte sowie deren politische Bedeutung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

 

Termine
gepostet am: Mittwoch, 02.01.2019, 15:01 Uhr

Gedenktafeleinweihung für Stille Helden in Lindenau

Gedenktafel für Werner Becker, Theodor Gunkel und Josef Gülden wird am 23.01. 16:00 Uhr an der Katholischen Kirche Lindenau Liebfrauen enthüllt

Nachdem die Spendensammlung unter anderem auch für das Projekt zu diesen drei Stillen Helden mit Schülerinnen und Schülern der Thomasschule zu Leipzig begann, findet das Jugendprojekt bald seinen würdigen Abschluss und bildet damit bereits Ende Januar auch einen Höhepunkt im Rahmen unserer aktuell laufenden Jugendprojekte:

Am 23.01. wird 16:00 Uhr an der Katholischen Kirche Lindenau Liebfrauen in der Karl-Heine-Straße 110 die Gedenktafel für die Stillen Helden Werner Becker, Theodor Gunkel und Josef Gülden eingeweiht. Die drei Pfarrer leisteten, teilweise in gemeinsamer Zusammenarbeit, zur Zeit des Nationalsozialismus uneigennütziges Engagement für Menschen, deren Leben zu dieser Zeit bedroht war. Im Leipziger Rettungswiderstand retteten sie einer jüdischen Studentin das Leben. Die ProjektteilnehmerInnen der Thomasschule zu Leipzig begannen das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. im Frühjahr 2018 und rekonstruierten die Biographien von Becker, Gunkel und Gülden, um eine Grundlage für die Gedenktafel zu schaffen, die jetzt bereits Ende Januar enthüllt werden soll. Der 23.01. wurde bewusst als historisches Datum gewählt, da an diesem Tag im Jahre 1993 einer der drei Stillen Helden, Josef Gülden, verstarb.

Alle, die an der Einweihung der Tafel interessiert sind, können am 23.01. 16:00 Uhr gerne kommen und sich vor der Kirche versammeln. Wie immer werden die Schülerinnen und Schüler ein etwa 30-minütiges Programm bereitstellen, in dem in Form von Redebeiträgen über das Projekt und die drei Stillen Helden informiert wird. Ebenso werden kulturelle Beiträge präsentiert, die das Gedenken unterstützen sollen. Zum Schluss soll die Gedenktafel an der Kirche enthüllt werden.

Wir freuen uns sehr, dass mit der Einweihung am 23.01. erneut Stille Helden aus Leipzig geehrt werden, die in der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 viel riskierten, um anderen Menschen zu helfen. Auch in diesem Jahr wollen wir ein weiteres Projekt zu Stillen Helden beginnen. Wir hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen und danken allen Spenderinnen und Spendern sowie UnterstützerInnen des Projektes.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 06.12.2018, 15:12 Uhr

Beginn zweier Spendensammlungen von Stille Helden- und Stolpersteinprojekt

Es laufen erneut Spendensammlungen für Jugendprojekte!

Aktuell sammelt die Projektgruppe der Schule am Adler Gelder für fünf Stolpersteine, die im Frühjahr 2019 für die jüdische Familie Bleiweiß auf dem Dorotheenplatz 1 verlegt werden sollen. Letzte Woche organisierten die SchülerInnen deshalb einen Sandwichbasar in der Schule, um für ihr Projekt Spenden zu sammeln.

Auch Schülerinnen und Schüler eines Projektes zu Stillen Helden gehen zurzeit auf Spendensammlung. Die Gedenktafel für Werner Becker, Theodor Gunkel und Josef Gülden, die im NS-Regime ihre Hilfsbereitschaft und Zivilcourage zeigten, soll am 23.01.2019 16.00 Uhr angebracht und eingeweiht werden. Die Gedenktafeleinweihung wird am Nachmittag an der Katholischen Kirche Lindenau Liebfrauen, Karl-Heine-Straße 110, stattfinden.

Weitere Informationen zu den Projekten und zum Spendenkonto sind in den Flyern nachzulesen, die die Schülerinnen und Schüler zur Grundlage für die Spendensammlung und der Informierung der Öffentlichkeit erstellt haben:

 

Termine
gepostet am: Mittwoch, 28.11.2018, 16:11 Uhr

„Leipzig liest“ – Buchpräsentationen im Erich-Zeigner-Haus e.V. zur Buchmesse 2019

Vom 21. bis 24. März 2019 findet in Leipzig erneut die Buchmesse statt. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Bücher im Rahmen des parallel zur Buchmesse stattfindenden Programmes „Leipzig liest“ vorgestellt werden. Der Erich-Zeigner-Haus e.V. beteiligte sich bereits mehrfach am Programm von „Leipzig liest“ – auch zur Buchmesse 2019 werden dazu zwei Lesungen in den Vereinsräumen stattfinden.

Die erste Lesung findet am Freitag, den 22.03.2019 19:00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus statt. Die beiden Autorinnen Eva-Maria Bast und Heike Thissen werden das Buch „Leipziger Geheimnisse“, das vom Verlag der Leipziger Volkszeitung in Kooperation mit dem Bast Verlag, publiziert wurde, etwa eine Stunde lang detailliert vorstellen. Es trägt den Untertitel  „Spannendes aus der Sachsenmetropole mit Kennern der Stadtgeschichte“. Dementsprechend soll das Buch Antworten auf „zahlreiche geheimnisvolle[n] Fragen“ geben, denen die Autorinnen in diesem Buch auf den Grund gegangen seien. „Die Antworten spiegeln die ereignisreiche Vergangenheit der Stadt wieder und machen Lust, Leipzig von einer völlig neuen Seite kennenzulernen“, heißt es in der Buchbeschreibung.

 

In „Leipziger Geheimnisse“ lässt sich auch ein Beitrag zu einem Projekt des Erich-Zeigner-Haus e.V. finden, weshalb den beiden Autorinnen die Gelegenheit dazu gegeben werden soll, in den Räumen des Vereins die Publikation vorzustellen. Henry Lewkowitz, Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender des Vereins, sollte für das Buch das Gedenkprojekt zur Stolperschwelle in Leipzig-Dösen vorstellen, die an die Verbrechen, welche von 1933-45 in der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen“ begangen wurden, erinnern soll. Im Rahmen der NS-Euthanasie wurden dort 604 Menschen zwangssterilisiert und 624 Kinder in der Kinderfachabteilung“ ermordet. Außerdem wurden von der Zwischenanstalt aus 860 Menschen mit Behinderung in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein deportiert und dort ermordet. Das Projekt führte H. Lewkowitz 2016 mit mehreren Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung durch, weil sie auf ihn zugekommen waren, um nach einem zu dieser Zeit in Leipzig-Dösen ermordeten Kind zu recherchieren. Aus diesem Projekt wurde dann nicht nur ein Stolperstein, sondern eine Stolperschwelle angefertigt. Die Stolperschwelle soll gegenüber einem individuellen Gedenkstein als institutionelles Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie in der HPA Leipzig-Dösen erinnern.

Eine weitere Buchvorstellung beginnt am Tag darauf, Samstag, den 23.03., ebenfalls 19:00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus. Robert Langer wird dabei sein Buch „Die Wege der geraubten Bücher – die Stadtbibliothek Bautzen und die HERTIE-Sammlung“  vom Kultur.Wissen.Bilder.Verlag vorstellen.

So stellt die Kurzbeschreibung des Buches die Publikation vor:

„Wie kommt es, dass man noch heute Raubgut der Nationalsozialisten in öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken findet? Wie konnte es so lange unentdeckt bleiben? Wie wurde es getarnt und wie kann man die verwischten Spuren lesen?
Diesen Fragen geht der Autor anhand der Büchersammlung des jüdischen Unternehmerehepaars Edith und Georg Tietz nach. Georg Tietz, Inhaber der Hermann Tietz Warenhäuser (HERTIE), rettete sich und seine Familie nach der „Arisierung“ über Liechtenstein in die USA ins Exil. Dort leben noch heute die Nachfahren.
Das Buch erzählt die Geschichte einer einst legendären Privatbibliothek. Es berichtet davon, wie die Sammlung enteignet, verwertet und verborgen wurde. Der Leser erfährt weiterhin, wie die Buchbesitzer 2016 in der Stadtbibliothek Bautzen identifiziert werden konnten und wie die Stadt heute mit der HERTIE-Sammlung umgeht.“

Etwa eine Stunde lang wird Robert Langer Inhalte seines Buches erzählen und BesucherInnen Informationen zur Stadtbibliothek Bautzen im historischen Kontext bereitstellen.

 

Beide Veranstaltungen sind kostenfrei.

Wir freuen uns auf ein zahlreiches Erscheinen unserer Lesungen zu „Leipzig liest“ 2019.

Veranstaltung
gepostet am: Mittwoch, 28.11.2018, 15:11 Uhr

Stolpersteinverlegung in der Kurt-Günther-Straße 12

Verlegung von zwei Stolpersteinen und einem Basaltstein für die Familie Günther am Freitag, den 23.11.

Am 23.11. war der Künstler Gunter Demnig, Initiator der Stolpersteinidee, wieder Leipzig, um insgesamt 31 neue Stolpersteine zu verlegen. Eine der vielen Verlegungen, die im Rahmen eines SchülerInnenprojektes in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. nach vielen Monaten Projektarbeit von der Projektgruppe geplant und organisiert wurde, fand im Zuge dessen am Freitag, den 23.11., 14:30 Uhr in der Kurt-Günther-Straße 12 statt.

Mit dem Informationsflyer, der das Schicksal der Familie Günther enthält, informierten die Schülerinnen und Schüler Anfang Oktober zuerst die Personen, die jetzt in der Kurt-Günther-Straße 12 leben. In den darauf folgenden Wochen sammelten sie Spenden zur Finanzierung der Steine.

Die SchülerInnen des Neuen Nikolaigymnasiums stellten, während Gunter Demnig die Steine verlegte, ihre Projektgruppe und -arbeit sowie die Biographien der Familie Günther, insbesondere des politischen Verfolgten Kurt Günthers, vor und gedachten der Betroffenen. Kreative Beiträge, die Aufführung zweier musikalischer Stücke und die Lesung eines Gedichtes, umrahmten die Verlegung. Alle Interessierten waren herzlich eingeladen, an der Verlegung teilzunehmen, Beiträge der SchülerInnen zu hören und sich am Gedenken zu beteiligen. Schätzungsweise waren 70 Zuhörerinnen und Zuhörer anwesend, die sich für das Schicksal der Familie Günther interessierten und sich durch ihre Teilnahme am Gedenken und Erinnern beteiligten.

Die Beiträge der Projektgruppe „Stolperstein AG“ des Neuen Nikolaigymnasiums gaben einen Einblick in die Wichtigkeit der Erinnerungskultur heute aus Perspektive der SchülerInnen und informierten zur Person Kurt Günthers und über ihr Projekt. Ein Redebeitrag informierte auch über den Umstand, dass für den Sohn Kurt Günthers, Lothar Günther, kein Stolperstein verlegt werden konnte. Lediglich für Kurt Günther und seine Frau Minna Milda Günther konnte jeweils ein Stein verlegt werden – aufgrund des unklaren Opferbegriffes bei Lothar Günther konnte kein Stolperstein sichergestellt werden. Um dennoch eine Erinnerung an ihn zu schaffen, wurde ein Basaltstein angefertigt.

Die Stolpersteinverlegung machte in ergreifender Weise deutlich, dass die Aufarbeitung der Schicksale der Opfer, die im nationalsozialistischen Regime durch die Täter verursacht wurden, noch nicht abgeschlossen ist. Auch die vielen Zuhörer und Zuhörerinnen zeigten durch ihr Interesse an der Verlegung, dass ihnen die Aufarbeitung wichtig ist.
Wir danken den SchülerInnen des Nikolaigymnasiums für die kontinuierliche Projektarbeit, ihr hohes Engagement und für die Planung dieser gelungenen Stolpersteinverlegung.

Die LVZ berichtete in einem Online-Artikel über die Verlegungen der neuen Steine und insbesondere über die Stolpersteinverlegung in der Kurt-Günther-Straße 12: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/31-neue-Stolpersteine-erinnern-in-Leipzig-an-Opfer-des-Nationalsozialismus 

 

Veranstaltung
gepostet am: Mittwoch, 14.11.2018, 15:11 Uhr

Gedenken an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren

Wie in den Jahren zuvor engagierten sich am 09.11.2018 zahlreiche Vereine, Stiftungen, Institutionen, Parteien aber vor allem Leipziger Bürger*innen, um der Opfer der Novemberpogrome vor nun über 80 Jahren zu gedenken. Die diesjährige Neuorganisation der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen 2018“, die zum Einen sicherstellen sollte, dass zum 80. Jahrestag alle Steine einem Paten oder einer Patin zugeteilt werden und dass PutzpatInnen, die altersbedingt die Steine nicht mehr betreuen können, abgelöst  werden konnten, sorgte auch für eine besonders hohe Bereitschaft Leipziger Schulen.

Wie in vielen anderen Städten, Gemeinden und Dörfern deutschlandweit brannten auch in Leipzig aufgrund der Reichspogromnacht Synagogen. Jüdische Einrichtungen, Lebensräume und Geschäfte wurden zerstört und geplündert. Neben den materiellen Verlusten hinterließen die Pogrome vorrangig Traumata, zerstörte Identitäten, Gemeinschaften und Familien. Allein in Leipzig wurden in der Nacht vom 9. zum 10. November mehr als 500 jüdische und nichtjüdische Personen verhaftet.

Unter den zahlreichen Aktionen zum Gedenken an die Reichpogromnacht am 09.11.1938, die in Leipzig stattfanden, konnte auch die eigens vom Erich-Zeigner-Haus e.V. organisierte symbolischen Auftaktveranstaltung an den Stolpersteinen der Familie Frankenthal beim Dittrichring 13, die 11:00 Uhr begann, sowie die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“, die in den Zeiträumen von 11:30 Uhr bis 13:00 Uhr und 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr an allen in Leipzig verlegten Stolpersteinen stattfand, gezählt werden.

9:30 Uhr begann die städtische Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte in der Gottschedstraße. An diesem Ort befand sich bis zur Pogromnacht die Große Gemeindesynagoge in Leipzig. Am 9.11.1938 wurde das Gebäude in Brand gesteckt und vollkommen zerstört. Zu Beginn des darauf folgenden Jahres musste die Israelitische Religionsgemeinde für den Abriss der einstigen Synagoge aufkommen. Neben dem Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning sprach auch Ministerpräsident Michael Kretschmer. Besonders bewegend war die Anwesenheit einer 96-jährigen Zeitzeugin, Eva Wechsberg, die heute in Los Angeles lebt. Mit 16 Jahren erlebte sie 1938 mit ihrer Familie Eindrücke und Ausmaße der Reichpogromnacht in Leipzig. Obwohl ihr Zuhause verschont blieb, bekam die Familie zu spüren, was in der Nacht geschah. Mehrere Tage blieben sie aus Angst im Haus. Eva Wechsberg gelang die Flucht aus Deutschland. Bei der Gedenkveranstaltung schilderte sie in einem bewegenden Redebeitrag ihre Eindrücke der Leipziger Pogromnacht.

Wie in den vergangenen Jahren spürte man bei der Gedenkveranstaltung in der Gottschedstraße die Betroffenheit der Anwesenden und der Beitragenden. Die gewechselten Worte und die Aufforderungen, für eine friedliche Welt aktiv einzustehen, erreichten die Zuhörenden. Blumen und Steine erinnerten an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Dass es heute nicht reicht zu sagen, dass so etwas nie wieder passieren darf, war allen Anwesenden klar.

Auch bei der Gedenkveranstaltung des Erich-Zeigner-Hauses am Dittrichring 13, die zugleich die symbolische Auftaktveranstaltung der Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ darstellte, sprachen einige Personen zum Jahrestag der Reichpogromnacht – so Frank Kimmerle, Ehrenvorsitzender des Vereins, Superintendent a.D. Friedrich Margirius und erneut der Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning. Auch zwei Schülerinnen leisteten Beiträge – eine Schülerin des Neuen Nikolaigymnasiums stellte die Biographie der Familie Frankenthal vor, für die der Verein seine ersten Stolpersteine in Leipzig verlegen ließ, und eine Schülerin der 94. Oberschule schilderte die politische Bedeutung der gemeinsamen Projektarbeit der SchülerInnen in Zusammenarbeit mit dem Verein. An den Stolpersteinen der jüdischen Familie Frankenthal trafen sich etwa 50 ZuhörerInnen. Es wurden die eingängige Worte gefunden, um allen Anwesenden deutlich zu machen, dass wir für einander und für die Rechte aller Menschen aktiv einstehen und wir dafür sorgen müssen, dass sich die Verbrechen aus der Vergangenheit heute nicht wiederholen dürfen. Herr Magirius rief dazu auf, dass wir uns immer wieder mit der Vergangenheit und den Schicksalen der Opfer beschäftigen müssen, damit diese nicht in Vergessenheit geraten. Auch die Redebeiträge der Schülerinnen zeigten, dass wir die nächste Generation nicht unterschätzen sollten: sie sind bereits jetzt reflektiert genug, um festzustellen, dass auch Schülerinnen und Schüler zu einer demokratischen Gesellschaft beitragen müssen.

 

Beim Putzen der Stolpersteine beteiligten sich dieses Jahr so viele BürgerInnen wie noch nie und das Engagement der Menschen war besonders stark. An vielen Steinen gab es mehrere PutzpatInnen und die Beteiligten gedachten der Opfer auf verschiedenste Weise: durch das Vorlesen derer Schicksale, mit Blumen oder Kerzen.

Die Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen 2018“ wurde unterstützt durch das Kulturamt der Stadt Leipzig.

Wir können es nicht oft genug sagen: Danke an alle, die sich an diesem Tag beteiligten und das Gedenken unterstützten.

 

Termine
gepostet am: Montag, 29.10.2018, 10:10 Uhr

Deutsche Erinnerungskultur in Bezug auf den Nationalsozialismus – ein internationales Vorbild?

Vortrag und offene Diskussion am Freitag, den 16.11., um 18 Uhr im Erich-Zeigner-Haus.

Seit 1945 hat die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Ursachen in Deutschland zu einer neuen Erinnerungskultur geführt. Sie erzählt die Geschichte des Landes nicht mehr nur als Abfolge von Heldentaten und Erfolgen, sondern auch der Verbrechen und Irrwege.
Ein solcher Blick auf die eigene Geschichte findet zunehmend auch in anderen Ländern Anklang.
Denn anders als vermutet, hat die Aufarbeitung der Geschichte nicht dazu geführt, dass Deutsche im Ausland ständig in „Sack und Asche“ gehen müssten. Im Gegenteil, die Deutsche Erfahrung im Umgang mit ihrer Geschichte stößt auf Interesse und Anerkennung. Die Frage, wie das Ausland die Deutschen Bemühungen um eine ehrliche Geschichtsaufarbeitung wahrnimmt und ob eine Erinnerungskultur, welche die dunklen Seiten nicht ausblendet, ein internationales Vorbild etwa in der Aufarbeitung von Kolonial- und anderen Formen von Unterdrückungsgeschichte sein kann, ist Gegenstand der letzten Veranstaltung unserer Reihe.

Wir wollen diese bedeutenden Aspekte deutscher Erinnerungskultur diskutieren mit den ReferentInnen

Botschafter Heinz-Peter Behr, Programmdirektor, International Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amts, Berlin,

Ramona Bräu, Internationaler Suchdienst Bad Arolsen, Abteilung Tracing

und Dr. Hans Christian Jasch, Direktor der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin.

Die Moderation übernimmt Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich Zeigner Haus e.V.

Wie immer ist der Eintritt kostenfrei.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen e.V., dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, dem VVN-BdA Leipzig e.V. und dem ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. Vielen Dank!

Termine
gepostet am: Freitag, 05.10.2018, 13:10 Uhr

Widerstand, nicht Resignation – Eine antifaschistische Widerstandsgruppe der SAP in Leipzig

Buchpräsentation mit dem Autor Prof. em. Dr. Gerd Irrlitz am Dienstag, 20. November um 18:30 Uhr im Erich-Zeigner-Haus unter Mitarbeit von Manfred Hedlich

Die Studie „Widerstand, nicht Resignation“ schildert Bildung und Arbeitsweise der großen Leipziger Widerstandsgruppe von 40 Mitgliedern der linkssozialdemokratischen Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Sie wurde 1935 durch zwei NS-Spitzel, die in die Dresdner sächsische Landesleitung der SAP eingedrungen waren, erkannt. Alle Mitglieder wurden in zwei Prozessen, einem in Dresden, der andere vorm NS-Volksgerichtshof in Berlin zu -teils hohen- Zuchthausstrafen verurteilt. Die Darstellung erfolgt nach den Prozessprotokollen und nach Erinnerungen von Mitgliedern der Widerstandsgruppe. Einige Mitglieder werden eingehender biographisch geschildert. In einem gesonderten Teil wird die viel diskutierte Thematik der seinerzeit und auch nach 1945 kritisierten Gründung [1931] der demokratisch-sozialistischen Partei SAP gegenüber SPD und KPD auf Grundlage von Originaldokumenten neu beurteilt. Ein Exkurs ergänzt kulturelle Voraussetzungen solchen Widerstandsentschlusses, die über politische Bildung der entschlossenen Sozialdemokraten hinausgehen.

Prof. em. Dr. Gerd Irrlitz, Jahrgang 1935, ist Philosoph an der Humboldt Universität Berlin und Autor. Sein Vater Hans Irrlitz war leitendes Mitglied in der Leipziger SAP Widerstandsgruppe und im Leipziger Rettungswiderstand aktiv.

Manfred Hedlich, Jahrgang 1943, recherchierte das Schicksal seines ihm unbekannten Vaters Herbert Hedlich über 50 Jahre hinweg, dokumentierte dessen Wirken in der Leipziger SAP und erforschte die empirische Grundlage zum Buch über alle Mitglieder der Widerstandsgruppe.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Termine
gepostet am: Montag, 24.09.2018, 10:09 Uhr

09.11.2018 – Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“

Werden auch Sie Pate/ Patin für Stolpersteine in Leipzig am 9. November 2018!

2018. In diesem bedeutsamen Jahr ruft auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. zum bereits 11. Mal zur gemeinsamen Gedenkaktion „Mahnwache und Stolpersteine putzen“ am 9. November auf. Die Intention der Veranstaltung ist das Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Diese Pogrome bildeten einen weiteren Höhepunkt der beispiellosen Verfolgung und Entrechtung von Mitbürgerinnen und Mitbürgern im gesamten ehemaligen Deutschen Reich. Der 80. Jahrestag und die Einzelschicksale hinter den Stolpersteinen erinnern uns daran, dass wir nicht vergessen dürfen wohin Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz führen können. Das Bewusstsein für die Vergangenheit begründet die Notwendigkeit und die Wichtigkeit für unser gemeinsames und öffentliches Eintreten für Demokratie, Weltoffenheit und Zivilcourage.

Dafür rufen wir auf, eine Patenschaft für Stolpersteine zu übernehmen und am 9. November, diesem historischen Datum, an die Opfer zu erinnern und Vergangenes nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Weitere Informationen zum konkreten Ablauf der Gedenkveranstaltung „Mahnwache und Stolpersteine Putzen“ des 9. Novembers 2018 finden Sie auf unserer Homepage unter Projekte/9. November. Hier können Sie sich auch über das Anmeldeformular als Pate/Patin eintragen.

 

 

 

Termine
gepostet am: Mittwoch, 05.09.2018, 12:09 Uhr

„Das christliche Abendland“ – ein Mythos? Christliche Religion und ihr Einfluss auf die [Erinnerungs-]Kultur

Vortrag und offene Diskussion am Freitag, 26.10.2018 um 18 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

In seinem Buch „Christlich-abendländische Kultur – Eine Legende“ zeigt der Philosoph und Historiker Rolf Bergmeier auf, dass die sogenannten „europäischen Werte“ eher auf den arabisch-islamischen als den christlichen Kulturkreis zurückzuführen sind. Bergmeiers Analyse belegt, dass das Mittelalter über Jahrhunderte hinweg nur nördlich der Pyrenäen, im Einflussbereich der christlichen Kirchen, „finster“ war, während im Osmanischen Reich Wissenschaft, Kultur und Handel blühte. Selten zuvor wäre die Rede vom „christlichen Abendland“ mit solch klaren Argumenten ad absurdum geführt. Er zeichnet die Entwicklung des Christentums anhand historischer Fakten nach und belegt, dass die Machtzunahme religiöser Kräfte in der Zeit der Spätantike mit einem zivilisatorischen Rückschritt verbunden war, von dem sich Europa erst in der Zeit der Renaissance, mit der Wiederbelebung der antiken Kultur, erholen konnte.

Rolf Bergmeier (*1940 in Oberhausen) ist Althistoriker, Philosoph und kirchenkritischer Autor. Neben seinem Werk „Christlich-abendländische Kultur – Eine Legende (2014) veröffentlichte er unter anderem die Bücher „Schatten über Europa – Der Untergang der antiken Kultur“ (2012), „Karl der Große – Die Korrektur eines Mythos“ (2016) und „Machtkampf. Die Geburt der Staatskirche: Vom Sieg des Katholizismus und den Folgen für Europa“ (2018).

Der Vortrag wird gemeinsam ausgerichtet mit der gbs Leipzig – Regionalgruppe der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Die gbs ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, die sich am Leitbild des evolutionären Humanismus orientiert und der sich viele renommierte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angeschlossen haben.

Moderation: Maximilian Steinhaus (Sprecher der gbs Leipzig)“

 

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