Veranstaltungsreihe in den Landkreisen Leipzig, Nordsachsen und Mittelsachsen
Stolpersteine verbinden – (Erinnerungs-)Kultur umden Gedenktag 9. November
In den Landkreisen Mittelsachsen, Leipzig und Nordsachsen leisten Einzelpersonen, Vereine, Initiativen und Schulen wertvolle Arbeit, um die Geschichten der im Nationalsozialismus verfolgten Menschen lebendig zu halten. Daran knüpft das Projekt an: Wir wollen dieses Engagement unterstützen, Austausch ermöglichen und weitere Menschen für diese wertvolle Arbeit gewinnen.
Mit Zeitzeugengesprächen, musikalischen Lesungen und praxisnahen Workshops laden wir rund um den 9. November dazu ein, Lebensgeschichten verfolgter Menschen kennenzulernen und Erinnerungen am Leben zu halten. Die Workshops vermitteln, wie eigene Gedenkangebote, Stolperstein-Putzaktionen und Verlegungen gestaltet werden können.
Als Erich-Zeigner-Haus e. V. bringen wir unsere langjährige Erfahrung in der historisch-politischen Bildung und der Begleitung von Stolpersteinprojekten ein. Gemeinsam mit Engagierten vor Ort möchten wir dem Bedarf an Unterstützung, Vernetzung und gut erreichbaren Bildungsangeboten begegnen und eine lebendige Erinnerungskultur über einzelne Gedenktage hinaus stärken.
Vernetzungsworkshop zum Gedenktag 9. November
Erinnerungskultur gehört an die Orte, an denen die Geschichten geschehen sind und sie wird von den Menschen getragen, die dort leben. In vielen Orten in den Landkreisen gibt es Stolpersteine und Menschen, die sich um sie kümmern. Manche putzen sie schon seit Jahren rund um den 9. November, dem Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 und planen tolle Veranstaltungen dazu. Andere möchten das gern tun und suchen noch Mitstreiter:innen oder einen ersten Anstoß. Genau diese Menschen wollen wir zusammenbringen. Uns geht es darum, Verbindungen zu schaffen: zwischen denen, die bereits Aktionen organisieren, und denen, die einsteigen möchten. Denn welcher Weg zu Ihrem Ort passt, wissen Sie am besten.

Was Sie erwartet
- Austausch untereinander: Was läuft bei Ihnen im Landkreis schon, was wünschen Sie sich, wo brauchen Sie Unterstützung?
- Einblicke in die Gedenkaktion in Leipzig
- Gemeinsame Überlegungen, was sich für Ihre Region eignet und wo es eigene Wege braucht
- Ideen zu Kooperationspartnern, Strukturen und Finanzierungsmöglichkeiten
- Eine Liste aller im Landkreis verlegten Stolpersteine, die Sie für Ihre Arbeit nutzen können
Für wen? Für Vereine, Initiativen, Gemeinden, Schulen und alle Interessierten aus den Landkreisen, ob mit oder ohne Erfahrung.
Daten:
| 05.10.2026 | 17:00 Uhr | MGH Arche Eilenburg |
| 26.10.2026 | 18:00 Uhr | YOPE Grimma |
| 27.10.2026 | 18:00 Uhr | Kleiner Gesellschaftsraum Oederan |
Multiplikatorenweiterbildung
Historisch-politische Bildung schafft Lernräume, in denen junge Menschen Geschichte erschließen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich mit deren Bedeutung für die Gegenwart auseinandersetzen können. Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte, Multiplikator:innen und pädagogische Fachkräfte, die historische Themen praxisnah vermitteln und lokale Erinnerungskultur in ihre Bildungsarbeit einbinden möchten.
Anhand erprobter Praxisbeispiele werden unterschiedliche Zugänge vorgestellt – von biografischer Recherche und Stolpersteinprojekten über Gedenkaktionen bis hin zu Podcasts, Audiowalks und digitalen Formaten. Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Methoden, Möglichkeiten der Beteiligung junger Menschen sowie die Übertragung auf eigene Bildungsangebote. Zugleich werden aktuelle Herausforderungen der Erinnerungskultur und Wege thematisiert, historische Themen mit Gegenwartsbezügen, Demokratiebildung und Zivilcourage zu verbinden
Für wen? Für Vereine, Initiativen, Gemeinden, Schulen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter:innen und alle Interessierten aus den Landkreisen, ob mit oder ohne Erfahrung.
| 17.11.2026 | 18 Uhr | Colditz (genauer Ort nach Anmeldung) |
| 19.11.2026 | 17:00 Uhr | Landratsamt Mittweida |
| 30.11.2026 | 13:00 Uhr | Kulturbastion Torgau |
Multiplikator:innenweiterbildung
Historisch-politische Bildung schafft Lernräume, in denen junge Menschen Geschichte erschließen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich mit deren Bedeutung für die Gegenwart auseinandersetzen können. Der Workshop richtet sich an Lehrkräfte, Multiplikator und pädagogische Fachkräfte, die historische Themen praxisnah vermitteln und lokale Erinnerungskultur in ihre Bildungsarbeit einbinden möchten.
Anhand erprobter Praxisbeispiele werden unterschiedliche Zugänge vorgestellt – von biografischer Recherche und Stolpersteinprojekten über Gedenkaktionen bis hin zu Podcasts, Audiowalks und digitalen Formaten. Im Mittelpunkt stehen praxistaugliche Methoden, Möglichkeiten der Beteiligung junger Menschen sowie die Übertragung auf eigene Bildungsangebote. Zugleich werden aktuelle Herausforderungen der Erinnerungskultur und Wege thematisiert, historische Themen mit Gegenwartsbezügen, Demokratiebildung und Zivilcourage zu verbinden.
Für wen? Für Vereine, Initiativen, Gemeinden, Schulen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter:innen und alle Interessierten aus den Landkreisen, ob mit oder ohne Erfahrung.
| 17.11.2026 | 18:00 Uhr | Colditz (genauer Ort nach Anmeldung) |
| 19.11.2026 | 17:00 Uhr | Landratsamt Mittweida |
| 30.11.2026 | 13:00 Uhr | Kulturbastion Torgau |
Musikalische Lesung: Worte gegen das Vergessen, Klänge gegen das Verstummen
Was können Texte und Musik aus einer Zeit erzählen, in der Widerstand lebensgefährlich, Kunst verboten und Exil für viele zur einzigen Möglichkeit des Überlebens wurde? Und was haben diese Stimmen mit unserer Gegenwart zu tun?
Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe lädt der Leipziger Erich-Zeigner-Haus e.V. zu einer musikalischen Lesung ein. Texte aus der Zeit des Nationalsozialismus, aus dem Exil und der Nachkriegszeit begegnen aktuellen Stimmen, die sich mit Krieg, gesellschaftlicher Verunsicherung und dem erstarkenden Rechtsruck auseinandersetzen.
Gelesen von Caroline Lewkowitz (Erich-Zeigner-Haus e.V.) und musikalisch begleitet von Adam Markowski (Violine), entfaltet sich ein Abend zwischen Erinnerung, Widerstand und Gegenwart. Mit Werken unter anderem von Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky und Paul Celan treffen Worte auf assoziative Musik.
Ein Abend, der zurückblickt, um den Blick auf die Gegenwart zu schärfen – und dazu einlädt, zuzuhören, sich erinnern zu lassen und eigene Fragen zu stellen.
| 19.10.2026 | 18:00 Uhr | Rathaussaal Roßwein |
| 23.10.2026 | 19:00 Uhr | Ringelnatzhaus Wurzen |
| 30.10.2026 | 18:00 Uhr | Obermühle Bad Düben |
Zeitzeugengespräch mit Dr. Eva Umlauf
Als Eva Umlauf im Januar 1945 in Auschwitz befreit wurde, war sie gerade zwei Jahre alt. Eine Nummer auf ihrem Unterarm zeugt bis heute davon, dass man sie als Kleinkind tätowierte, obwohl die Vergasungen bereits eingestellt worden waren und im Lager Chaos herrschte.
Dr. Eva Umlauf wurde im Dezember 1942 in einem slowakischen Arbeitslager geboren und kurz vor ihrem zweiten Geburtstag nach Auschwitz deportiert. Schwer krank und unterernährt erlebte sie gemeinsam mit ihrer Mutter am 27. Januar 1945 die Befreiung des Lagers. Später studierte sie Medizin in der Tschechoslowakei und lebt seit 1967 in München.
2014 entschied sie sich, ihre Geschichte und die ihrer Mutter öffentlich zu machen. 2016 erschien ihr Buch „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen“, mit dem sie seither durch Deutschland reist. Im März 2026 folgte „Genau so fängt es an. Ein Appell“: Darin warnt sie davor, dass das Bewusstsein für die Schrecken des Holocausts schwindet, kritisiert fehlendes politisches Handeln und fordert, jetzt einzugreifen.
Im Zeitzeugengespräch Anfang Dezember erzählt Dr. Eva Umlauf ihre Geschichte im Gespräch mit Henry Lewkowitz, Geschäftsführer des Erich-Zeigner-Haus e.V.
| 08.12.2026 | 18:00 Uhr | Kulturkino Zwenkau |
| 09.12.2026 | 18:00 Uhr | Rathaussaal Roßwein |
| 10.12.2026 | 18:00 Uhr | Lutherhaus Bad Düben |
Zeitzeugengespräch mit Dr. Eva Umlauf
Als Eva Umlauf im Januar 1945 in Auschwitz befreit wurde, war sie gerade zwei Jahre alt. Eine Nummer auf ihrem Unterarm zeugt bis heute davon, dass man sie als Kleinkind tätowierte, obwohl die Vergasungen bereits eingestellt worden waren und im Lager Chaos herrschte.
Dr. Eva Umlauf wurde im Dezember 1942 in einem slowakischen Arbeitslager geboren und kurz vor ihrem zweiten Geburtstag nach Auschwitz deportiert. Schwer krank und unterernährt erlebte sie gemeinsam mit ihrer Mutter am 27. Januar 1945 die Befreiung des Lagers. Später studierte sie Medizin in der Tschechoslowakei und lebt seit 1967 in München.
2014 entschied sie sich, ihre Geschichte und die ihrer Mutter öffentlich zu machen. 2016 erschien ihr Buch „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen“, mit dem sie seither durch Deutschland reist. Im März 2026 folgte „Genau so fängt es an. Ein Appell“: Darin warnt sie davor, dass das Bewusstsein für die Schrecken des Holocausts schwindet, kritisiert fehlendes politisches Handeln und fordert, jetzt einzugreifen.
Im Zeitzeugengespräch Anfang Dezember erzählt Dr. Eva Umlauf ihre Geschichte im Gespräch mit Henry Lewkowitz, Geschäftsführer des Erich-Zeigner-Haus e.V.
| 08.12.2026 | 18:00 Uhr | Kulturkino Zwenkau |
| 09.12.2026 | 18:00 Uhr | Rathaussaal Roßwein |
| 10.12.2026 | 18:00 Uhr | Lutherhaus Bad Düben |