Stichprobe zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Demokratiebildung an sächsischen Grundschulen
Von März bis Juni 2026 führte der Erich-Zeigner-Haus e. V. im Rahmen des Projekts „BÄR – Bildung stärkt Demokratie“ eine Befragung unter Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden an Grundschulen in der Stadt Leipzig, dem Landkreis Leipzig und dem Landkreis Nordsachsen durch. Im Rahmen eines Pressegesprächs haben wir am 10. August die fünf zentralen Ergebnisse der Stichprobe vorgestellt:
- Bei den Befragten kann grundsätzlich ein gefestigtes demokratisches Grundverständnis festgestellt werden. Politische Bildung wird von pädagogischen Fachkräften als notwendig in der Primarbildung erkannt. Gleichzeitig besteht eine Sorge vor Anfeindungen durch Eltern.
- Die in der Erhebung beschriebenen und beobachteten Vorfälle von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit überschreiten bei weitem die gemeldeten „Besonderen Vorkommnisse“ an das Landesamt für Schule und Bildung Sachsen. Es ist deshalb von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
- Am häufigsten werden Rassismus und Klassismus als explizite Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an den befragten Grundschulen beobachtet.
- Lehrkräfte wissen grundsätzlich, wie sie mit solchen Vorfällen umgehen können, so führen sie Gespräche oder melden Fälle weiter. Oftmals fehlen jedoch klare schulinterne Absprachen und Meldestrukturen. Ein Großteil der Befragten fühlt sich überfordert im Umgang mit rechtsextremen Vorfällen. Viele von ihnen haben Sorge vor der Reaktion von Eltern.
- Lehrkräfte melden deshalb einen hohen Unterstützungsbedarf an, z. B. in Form von Workshops, Weiterbildungen, Handlungsleitfäden und Unterrichtsmaterialien.
Aus diesem Grund hat der Erich-Zeigner-Haus e. V. die Bildungs- und Beratungsstelle HAND ins Leben gerufen. Hier finden Lehrkräfte Workshop-, Weiterbildungs- und Beratungsangebote.
Pressespiegel
Sachsen Fernsehen vom 11. August 2026: Rechtsextremismus an Leipziger Grundschulen