Rückblick zu Stolpersteinverlegungen am 6. und 7. Oktober 2026

Am 06. und 07. Oktober haben wir gemeinsam mit Jugendlichen aus Leipzig und Bad Lausick insgesamt sechs neue Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Menschen, die während des Nationalsozialismus aus antisemitischen, politischen und queerfeindlichen Gründen sowie im Rahmen der NS-„Euthanasie“ verfolgt und ermordet wurden.

In Leipzig erinnert nun ein Stolperstein an Hans Hermann Paul Meinhardt. Er wurde 1920 in Leipzig geboren und traf sich trotz des NS-Verbots weiterhin heimlich in der bündischen „Gruppe Andreasplatz“. Dort hatte er auch eine Beziehung zu einem jungen Mann. Im Januar 1939 wurde er aufgrund seiner politischen Aktivitäten, seiner Homosexualität und des Lesens verbotener Schriften von der Gestapo verhaftet und zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. Anschließend wurde er in das KZ Sachsenhausen deportiert. Am 23. Juni 1941 wurde er im Alter von nur 21 Jahren im Rahmen der „Aktion 14f13“ in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet.

Vier weitere Stolpersteine in Leipzig erinnern an die jüdische Familie Hasnes. Salomon Hasnes musste nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sein Schuhgeschäft aufgeben und wurde 1939 inhaftiert. Die Familie wurde gezwungen, in ein sogenanntes „Judenhaus“ umzuziehen. Sein Sohn Walter und dessen Ehefrau Erna wurden am 10. Mai 1942 in das Ghetto Bełżyce deportiert und gelten seitdem als verschollen. Salomon und seine Ehefrau Anna wurden im September 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort 1943 bzw. 1944 ermordet.

In Bad Lausick wurde ein Stolperstein für Martha Lina Blazy verlegt. Sie wurde 1902 in Bad Lausick geboren und litt seit ihrer Kindheit unter epileptischen Anfällen. 1934 wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Hubertusburg eingewiesen und 1936 auf Grundlage des nationalsozialistischen „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangssterilisiert. Am 1. März 1939 starb Martha Blazy im Alter von nur 36 Jahren in Hubertusburg.

Die Biografien wurden gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums und der Thomasschule zu Leipzig sowie der Werner-Seelenbinder-Oberschule Bad Lausick recherchiert. Mit den Stolpersteinen werden die Namen und Schicksale der Verfolgten im öffentlichen Raum sichtbar und die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachgehalten. Wir danken allen Beteiligten für Ihre Unterstützung.