Ein Stolperstein für Wilhelm Friedrich Hänisch

Seit September 2025 recherchieren elf Schüler*innen des Christian-Gottfried-Ehrenberg-Gymnasiums Delitzsch im Rahmen ihres GRW-Kurses gemeinsam mit ihrem Lehrer zu der Biografie des aus Delitzsch stammenden Wilhelm Friedrich Hänisch.

Hänisch wurde am 30. Mai 1902 in Delitzsch geboren und wuchs dort gemeinsam mit seiner Schwester Frieda bei seinen Eltern Luise Anna Hänisch und Paul Hermann Hänisch, der Baumeister war, auf. Als Erwachsener zog Hänisch in die Holzstraße 22 in Delitzsch und arbeitete als Bauschlosser. Doch mit dem NS-Regime begann auch seine Verfolgung.

Am 18. März 1933, also kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde die Anordnung erlassen, Wilhelm Friedrich Hänisch in Schutzhaft zu nehmen. Er wurde als politisch verdächtig eingestuft. Ungefähr zwei Jahre später, am 23. Januar 1935 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenburg inhaftiert, wo er die Häftlingsnummer 259 erhielt. Vom 1. Mai 1937 bis zum 15. Mai 1937 wurde für Hänisch ein Arrest in Einzelhaft verhangen, wobei die genauen Gründe hierfür unklar sind. Einen Monat später, am 15. Juni 1937, wurde er erneut für 14 Tage in Einzelhaft genommen. Ein Dokument aus der Zeit seiner Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenburg zeigt ein Schuldgeständnis von Hänisch. Die Fragen nach den Gründen für sein Schuldgeständnis bleiben ungeklärt, ebenso wie genauere Gründe für seine Verhaftung.

Am 27. Juli 1937 wurde Hänisch mit weiteren Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenburg in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort wurde er im Flügel A des Lagers untergebracht und musste, eingeteilt im Arbeitskommando „SS-Unterkunft“ des Konzentrationslagers Buchenwald, Unterkünfte der SS (Schutzstaffel) in Stand halten. Am 04. September 1942 um 08:05 Uhr wurde Hänisch im Konzentrationslager Buchenwald ermordet. Der auf den Dokumenten offiziell angegebene Grund für seinen Tod lautet „Lungenentzündung“, es ist jedoch davon auszugehen, dass Hänisch entweder ermordet oder aufgrund der unmenschlichen Haftbedingungen, schwerster körperlicher Arbeiten und Folter in den Lagern verstorben ist.

Der Stolperstein für Wilhelm Friedrich Hänisch wird an seinem zuletzt selbst gewählten Wohnort im Sommer 2026 in der Holzstraße 22, 04509 Delitzsch verlegt. Sie sind herzlich eingeladen, an der Verlegung teilzunehmen!

Das Projekt wird gefördert durch die Patenschaft für Demokratie Nordsachsen

Die Projektgruppe aus dem Gymnasium Delitzsch