Ein Stolperstein für Gyula Kertész

Gyula Kertész war ein ungarischer, jüdischer Fußballer und späterer Trainer. Er wurde am 29.02.1888 in Budapest geboren. Zunächst spielte er beim MTK Budapest bevor er wegen einer Kriegsverletzung nach Deutschland umzog und für verschiedene Vereine als Trainer tätig war. Bei Union 03 Altona war er einer der ersten bezahlten Fußballtrainer Deutschlands und mit dem HSV erkämpfte er zwei Mal den Norddeutschen Meistertitel. 1932 begann er mit seiner Trainertätigkeit für den VfB Leipzig. Aufgrund seiner guten Arbeit verlängerte der Verein bereits Anfang Januar 1933 seinen Vertrag um ein Jahr. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland drei Wochen später kündigte der VfB den Vertrag zum 15. Mai 1933 einseitig, offiziell wegen finanzieller Schwierigkeiten. Allerdings lässt sich aufgrund der Entwicklungen in Deutschland und im Verein davon ausgehen, dass seine jüdische Herkunft der eigentliche Grund war. Danach arbeitete Kertész beim Teplitzer FK in Österreich, bevor er gemeinsam mit seiner Frau Iyona Kertész und seinem Sohn György 1938 endgültig über Frankreich in die Vereinigten Staaten emigrierte. Dort arbeitete er während des Krieges in der Plattenfirma seines Neffen und verstarb in New York 1982 im hohen Alter von 94 Jahren.

Gyula Kertész (ganz rechts) mit seiner VfB-Elf, mit der er noch am 13. und 14. Mai 1933 Spiele bei der SpVgg. Fürth (1:1) und beim SV München 1860 (0:2) bestritt. Am 15. Mai endete sein gerade erst verlängerter Vertrag „im beiderseitigen Einverständnis“.

Der Stolperstein für Gyula Kertész war der erste Stein der jemals vor einem Stadtion verlegt wurde. Wir danken dem 1.FC Lok Leipzig und der U15 Mannschaft für die enge Zusammenarbeit wärend dieses Projektes.

           

Bilder der Stolpersteinverlegung im Frühjahr/ Sommer 2023 vor dem Bruno-Plache Stadion Leipzig.