Fachtag: Teilen stärkt. Adultismus und Beteiligungschancen in der Grundschule

9. September 2026 | 09:00 – 15:30 Uhr | Tagungshaus des Netzwerks für Demokratische Kultur e. V. (Domplatz 5, 04808 Wurzen)

Fast alle Kinder erleben im Alltag Situationen, in denen Erwachsene über ihre Köpfe hinweg entscheiden oder ihre Perspektiven abwerten. In der pädagogischen Praxis werden solche adultistischen Muster und die damit einhergehenden Machtmechanismen jedoch selten thematisiert. Dabei kann die kritische Auseinandersetzung damit helfen, Diskriminierung im Allgemeinen in der Schule zu erkennen, vorzubeugen und angemessen zu reagieren. Der Fachtag lädt deshalb dazu ein, alltäglichen Adultismus und seine Bedeutung für eine diskriminierungssensible Bildungsarbeit und den Schutz von Kindern und deren Rechten zu reflektieren. Ein Schulalltag ohne Bevormundung und mit Möglichkeiten altersgemäßer Partizipation ist in Zeiten begrenzter personeller Ressourcen zugleich ein herausfordernder pädagogischer Balanceakt. Im Rahmen des Fachtages wollen wir uns mit Vorträgen und Workshops diesen Fragen intensiv widmen sowie Praxiserfahrungen und Ideen austauschen.

Nach einem Auftaktinput als Hinführung zum Thema Adultismus stehen in den Workshops konkrete Handlungsmöglichkeiten im Fokus. Dabei werden gelingende und nachhaltige Beteiligungsmöglichkeiten, Möglichkeiten der eigenen Reflexion und die ästhetische Forschung als altersgemäßer Zugang zur politischen Bildung in den Blick genommen. 

Im anschließenden World Café können Praxisfragen mit Expertinnen und Experten sowie anderen Teilnehmenden diskutiert werden. Im Rahmen des Fachtags können somit vielfältige Impulse für den eigenen pädagogischen Schulalltag mitgenommen werden.


Programm

09:00 Uhr                    Ankommen und Anmeldung

09:30 – 09:45 Uhr       Begrüßung und Auftakt

Digitales Grußwort durch die Staatsministerin Petra Köpping, Sächsisches Staatsministerin für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Grußwort durch Ines Lüpfert, 2. Beigeordnete des Landkreises Leipzig

09:45 – 11:15 Uhr       Keynote: „Da haben wir den Salat“ – Reflexionen zu Adultismus (Sukini // Sookee)

Kaffeepause

11:45 – 13:15 Uhr       Workshopphase

Workshop 1: Macht teilen: Möglichkeiten der nachhaltigen Beteiligung und Beschwerdestellen
(Marta Skrzypczak, Kinderrechte Expertin, Partizipations-Coach, Projektreferentin im Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin)

Workshop 2: Macht kritisieren: „Da haben wir den Salat“ – Vertiefungsworkshop zum Keynote
(Sukini // Sookee, Rapperin)

Workshop 3: Beteiligung braucht Spielraum – Praxisworkshop zu künstlerisch-forschenden und experimentellen Methoden (Tania Kolbe, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig)

Mittagspause (ein kleiner Imbiss wird angeboten)

14:00 – 15:30 Uhr       World Café

Thementische:

Hakenkreuz, Sonnenrad und Co. Was tun bei verfassungsfeindlichen Symbolen in der Grundschule?
(Moderation durch Teamer des Netzwerks für Demokratie und Courage Sachsen)

Neutralitätsgebot: Wie politisch ist die Grundschule?
(Ingolf Thiele, Referent für politische Bildung beim Landesamt für Schule und Bildung)

Wie kann politische Bildung in der Grundschule gelingen?
(Florian Reuter, Projektteam BÄR – Bildung stärkt Demokratie)

Politische Partizipation im Sachunterricht thematisieren – zwischen Anspruch und Realität
(Heike Rauhut, Universität Leipzig)

Offener Tisch
(ohne Moderation)

Vernissage der Ergebnisse

(Moderation: Anna Schüller)

15:30 Uhr                    Abschluss


Workshops

Workshop 1: Macht teilen: Möglichkeiten der nachhaltigen Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten

Moderation: Marta Skrzypczak (Kinderrechte Expertin und Participation-Coach, Projektreferentin im Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin)

Wie können Kinder in der Schule echte Mitbestimmung erleben und nicht nur symbolisch beteiligt werden? Und wie lassen sich Beschwerdemöglichkeiten so gestalten, dass sie für Kinder zugänglich, sicher und wirksam sind?
In diesem interaktiven Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit konkreten Formen der Machtteilung im Schulalltag auseinander. Im Fokus stehen sowohl etablierte Beteiligungsformate wie Klassenrat und Schülervertretung als auch niedrigschwellige und digitale Methoden, die Kindern ermöglichen, ihre Anliegen zu äußern und Einfluss zu nehmen.
Dabei geht es nicht nur um Methoden, sondern um die Frage, was Beteiligung tatsächlich wirksam und nachhaltig macht. Gemeinsam analysieren wir typische Herausforderungen aus der Praxis. Zum Beispiel viele Schulen führen Klassenrat oder Schülervertretung ein und erleben nach kurzer Zeit, wie diese an Wirkung verlieren oder ganz einschlafen. Woran liegt das? Wie lassen sich Beteiligung und Beschwerdemöglichkeiten so gestalten, dass sie langfristig tragen? Oder warum verlieren Beteiligungsformate oft an Bedeutung? Weshalb werden Beschwerdewege von Kindern nicht genutzt?

Auf dieser Grundlage entwickeln die Teilnehmenden praxisnahe Ansätze, um:

  • Beteiligungsformate verbindlich und alltagstauglich zu gestalten
  • Beschwerde Strukturen niedrigschwellig, sicher und kindgerecht aufzubauen
  • digitale und analoge Wege sinnvoll zu kombinieren
  • Verantwortung klar zu verankern, sodass Beteiligung nicht von einzelnen Personen abhängt

Im Workshop wird aktiv gearbeitet: Anhand von Fallbeispielen, kollegialem Austausch und kurzen Praxisphasen entwickeln die Teilnehmenden konkrete Ideen für ihre eigene Einrichtung.

Workshop 2: Macht kritisieren: „Da haben wir den Salat“ – Vertiefungsworkshop zum Keynote
(Sukini // Sookee)

Beschreibung folgt

Workshop 3: Beteiligung braucht Spielraum – Praxisworkshop zu künstlerisch-forschenden und experimentellen Methoden (Tania Kolbe, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig)

Wie können Machtverhältnisse im Schulalltag hinterfragt und echte Beteiligung ermöglicht werden?
Der Workshop eröffnet mit künstlerisch‑forschenden, experimentellen Methoden neue Spielräume, um Adultismus sichtbar zu machen und demokratische Praxis mit Kindern zu erproben. Eigene Erfahrungen, Reflexion und konkrete Impulse für die Arbeit in der Grundschule stehen im Mittelpunkt.


Anmeldung und Barrierearmut

Die Teilnehmendenzahl für den Fachtag ist begrenzt, weshalb sie nur mit Anmeldung möglich ist. Senden Sie dafür bis zum 26. August eine Mail an schueller@erich-zeigner-haus-ev.de. Bitte geben Sie einen Erst- und Zweitwunsch für einen Workshop an, den Sie während des Fachtags besuchen möchten. Außerdem können Sie uns gern Hinweise zu besonderen Bedarfen bei der Verpflegung (Unverträglichkeiten und Allergien) mitteilen, damit wir uns darauf einstellen können. Für sächsische Lehrkräfte ist die Anmeldung über den Fortbildungskatalog unter der Katalognummer R08410 möglich.

Die Veranstaltungsräume sind nicht barrierearm zugänglich, denn es müssen mehrere Treppen überwunden werden. Bei Bedarf stellen wir digitale Möglichkeiten zur Teilnahme bereit. Bitte senden Sie mit Ihrer Anmeldung einen kurzen Hinweis auf eventuelle Bedarfe, sodass wir diese entsprechend berücksichtigen können. Benötigen Sie Übersetzungen, z. B. in eine Fremdsprache oder Deutsche Gebärdensprache, melden Sie sich ebenfalls gern bei uns. 


Hinweis zum Miteinander und zum Ausschluss

Den Veranstaltenden ist ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander sehr wichtig. Störungen oder Beleidigungen führen zum Ausschluss aus der Veranstaltung. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, verschwörungsideologische, antifeministische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zugang zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.


Hinweis zum Fotografieren und Filmen

Bei dieser Veranstaltung fotografieren und filmen die Mitarbeitenden des Erich-Zeigner-Haus e. V. sowie Journalist:innen zur Dokumentation sowie zur Veröffentlichung in verschiedenen Medien (Fernsehen, Print, Websites, Social Media).

Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass von Ihnen Foto- und Filmaufnahmen gemacht werden. Sie können sich jederzeit an die Mitarbeitenden und Journalist:innen wenden, falls Sie nicht fotografiert oder gefilmt werden möchten.


Der Fachtag ist Teil des Projekts „BÄR – Bildung stärkt Demokratie“ und wird gefördert vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen“