Ein Stolperstein für Emil Hugo Deubner

Seit Sommer 2025 recherchieren 8 Schülerinnen und Schüler des Thomas-Mann-Gymnasium in Oschatz das Schicksal von Emil Deubner, der im Rahmen der NS-„Euthanasie“ ermordet wurde.

Emil Hugo Deubner wurde am 22. November 1894 in Hof bei Oschatz geboren. Er wuchs bei seinen Eltern Max Deubner (geboren 1859 in Roßwein) und Ernestine Deubner, gebürtige Monat (geb. 1860 in Ostrau bei Döbeln) auf und wurde christlich erzogen. Er ging nicht den Berufsweg und Wunsch seines Vaters als Maurer nach, sondern absolvierte eine Lehre als Schmied. Emil Hugo Deubner hatte weder Frau noch Kinder. In dieser Zeit lebte er bei seinen Eltern am damaligen Bismarckplatz 3 in Ostrau.

Mit 20 Jahren wurde er ins Militär eingezogen und kämpfte für das damalige Deutsche Reich im Ersten Weltkrieg. Aufgrund des Verlustes seines Beines im Kampf wurde er in ein Lazarett in Leipzig verlegt.

Wahrscheinlich aufgrund seiner traumatischen Erlebnisse im Ersten Weltkrieg erkrankte er an Schizophrenie. Mit dieser Diagnose wurde er am 14. November 1920 in die Heil- und Pflegeanstalt Hubertusburg in Wermsdorf eingewiesen. Dort wurde er aufgrund seiner Krankheit als „geisteskrank“ und „arbeitsunfähig“ eingestuft. Nach mehr als neun Jahren wurde Emil Hugo Deubner am 28. November 1929 von Wermsdorf in die Pflegeanstalt Hochweitzschen bei Döbeln überstellt.

Am 19. Juli 1940 wurde er dann schließlich durch einen „Sammeltransport“ – belegt mit einem Stempel ohne Zielangabe – nach Pirna-Sonnenstein „verlegt“.  Da Pirna-Sonnenstein im zweiten Weltkrieg eine T4-Tötungsanstalt war, gehen wir davon aus, dass Emil Hugo Deubner noch am selben Tag im Keller der Anstalt seinen letzten Atemzug nahm. Er war ein NS-„Euthanasie“ Opfer.

In Pirna-Sonnenstein ermordeten die Nationalsozialisten in den Jahren 1940 und 1941 rund 13720 vorwiegend psychisch kranke und geistig behinderte Menschen. Sie wurden im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmorde in einer Gaskammer umgebracht.

Der Stolperstein für Emil Hugo Deubner soll voraussichtlich im Sommer 2026 in Ostrau/Jahnatal verlegt werden.