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Termine
gepostet am: Donnerstag, 10.09.2020, 13:09 Uhr

Online-Seminar „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“

Am Freitag, den 18. September 2020, findet von 18.00 bis 20.00 Uhr ein Online- Seminar zu dem Thema „Postkoloniales Erbe, Postkoloniale Verpflichtung“ statt.

Obwohl unser alltägliches Leben von „postkolonialen Kontinuitäten“ geprägt ist, wird bei der Thematisierung von Rassismus oft nicht genug der Zusammenhang zwischen dem kolonialen Erbe Europas und Deutschlands, und den aktuell bestehenden Herrschafts-, Ausbeutungs- und Machtverhältnissen auf einer strukturellen Ebene berücksichtigt.

Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Demokratie versus Rechtsextremismus und Rechtspopulismus – Aktuelle Herausforderungen für Staat und Gesellschaft“, wirft das Online- Seminar am Freitag einen Blick auf das „Postkoloniale Erbe“ und die damit einhergehenden kulturellen Dispositionen, die bis heute nachwirken.

Wir freuen uns auf die Referierenden, Jona Elisa Krützfeld und Max Wegener, die im Rahmen eines Vortrages die Aktualität und Bedeutung von postkolonialen Strukturen verdeutlichen werden. Anschließend soll in einer gemeinsamen Diskussion darauf eingegangen werden, wie es gelingen kann, einen reflektierten und kritischen Umgang mit den eigenen Privilegien, verinnerlichten Herrschaftsstrukturen und rassistischen Stereotypen zu lernen. Die Moderation des Abends übernimmt Raimund Grafe.

Jona Elisa Krützfeld ist Kulturwissenschaftlerin und Verlegerin im Akono Verlag für zeitgenössische afrikanische Literaturen. Außerdem ist Sie als Aktivistin bei Leipzig Postkolonial und Vorständin beim Engagierte Wissenschaft e.V. tätig.

Max Wegener studierte African Studies und ist als politischer Bildner im Bereich der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte aktiv. Sein Forschungsgebiet ist die Institutionsgeschichte und deren postkoloniale Kontinuitäten.

Raimund Grafe studierte Geschichte, Politik und Wirtschaft. Danach arbeitete er im Sächsischen Landtag und im Sächsischen Wirtschaftsministerium. Grafe ist Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. und gegenwärtig Abteilungsleiter in der Thüringer Staatskanzlei.

Das Online-Seminar wird über die Videoplattform Zoom stattfinden.

Bitte melden Sie sich vorher über die Mailadresse: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de zur Teilnahme am Online-Seminar an, die Zugangsdaten werden Ihnen dann einige Tage vor der Veranstaltung per E-Mail zugeschickt.

 

Die Teilnahme am Seminar ist kostenfrei.

Wir freuen uns über jede Anmeldung!
Das Team des Erich Zeigner Haus e.V.

Termine
gepostet am: Freitag, 14.08.2020, 10:08 Uhr

Workshopreihe: Historisch-Politische Bildungsarbeit

Im September und Oktober finden in Eilenburg, Taucha, Schkeuditz und Torgau jeweils drei Workshops ab 17.00 Uhr statt, bei denen engagierte Menschen eine Orientierung bekommen, welches Handwerkszeug und Hintergrundwissen es bedarf, um eigene erinnerungskulturelle (Jugend-) Projekte zu initiieren und durchzuführen.

Als Bildungs- und Begegnungsstätte für historisch-politische Bildung ist der Erich-Zeigner-Haus e.V. in Leipzig ein Ort nachhaltiger Erinnerungsarbeit in Sachsen. Zu diesem Thema und seiner Arbeit veröffentlichte der Verein 2019 einen Leitfaden. Dieser soll nun als ein drei-Tages Workshop für Interessierte aufbereitet und angeboten werden. Auf dessen Grundlage werden die Teilnehmenden der Workshops befähigt, selbst in ihren Orten erinnerungskulturelle Projekte zu initiieren und durchzuführen. Die Teilnehmenden bekommen eine Orientierung, welches Handwerkszeug und Hintergrundwissen es bedarf, um so ein Projekt ins Leben zu rufen. Dabei werden sie selbst zu einem NS-Opfer recherchieren, um einen Stolperstein verlegen zu können.

Termine:

Eilenburg: 09.09.2020; 16.09.2020; 23.09.2020  —  Mehrgenerationenhaus Arche Eilenburg, Nikolaiplatz 3, 04838 Eilenburg
Taucha: 10.09.2020; 17.09.2020; 24.09.2020b  —  Räumen des Diakonats der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Taucha-Dewitz-Sehlis, Rudolf-Winckelmann-Straße 3, 04425 Taucha
Schkeuditz: 28.09.2020; 07.10.2020; 14.10.2020  —  Kolonnaden am Rathaus, Rathausplatz 3, 04435 Schkeuditz
Torgau: 01.10.2020; 08.10.2020; 15.10.2020  —  Soziokulturelles Zentrum Kulturbastion, Straße der Jugend 14B, 04860 Torgau

Die Anmeldung zu den Workshops erfolgt online per Anmeldeformular über unsere Homepage.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 11.08.2020, 14:08 Uhr

Einweihung einer Gedenktafel für die jüdische Familie Rotter

Am Donnerstag, den 29.10.2020, wird ein Projekt zum Abschluss kommen, welches wir im Verlauf der vergangenen Monate vorbereitet, begleitet und durchgeführt haben.
Im Rahmen des Projektes beschäftigten sich Schüler*innen des Neuen Nikolaigymnasiums mit der jüdischen Familie Rotter, für die nun eine Gedenktafel eingeweiht werden soll. Das Datum für die Einweihung der Gedenktafel wurde deshalb gewählt, da an eben diesem Tag vor 98 Jahren die Einweihung des Sportgeländes des jüdischen Sportvereins SK Bar Kochba in der Delitzscher Straße stattgefunden. Diesen Sportverein hatte das Oberhaupt der Familie Rotter vor 100 Jahren, im Jahre 1920, gegründet. 2018 hatten wir bereits in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband zur Erinnerung an die Zerstörung der Geschäftsstelle des SK Bar Kochba in der Elsterstraße 7 eine Gedenkstele errichtet. Das damalige Projekt regte daraufhin eine intensivere Recherche zur Geschichte der jüdischen Familie Rotter an.

Durch die Gedenktafel soll nun unter anderem an das Engagement und an die Arbeit der Familie erinnert werden. Die einzelnen Familienmitglieder, deren Namen auf der Tafel zu lesen sein werden, waren nicht nur in die Arbeit des SK Bar Kochba involviert, sondern unterstützen zudem den Familienbetrieb in der Leipziger Innenstadt. Gedacht werden soll dem engsten Familienkreis – Adolf Rotter, seiner Ehefrau Eugenie Rotter (geb. Hein), sowie ihre vier gemeinsamen Söhne – Joseph, Curt, Otto und Fritz Egon Rotter.
Da sich die
„Rauchwarengroßhandlung Rotter“ damals im „Brühl 33“ befand, werden wir am 29. Oktober an der Hausfassade des dort heute befindlichen Gebäudes stellvertretend die Gedenktafel für die Familie anbringen lassen.

Auch wenn wir in diesem Jahr unsere Projektrecherche und -treffen teilweise in den digitalen Raum verlagern mussten, konnten wir trotzdem erfolgreich mit den Unterlagen aus dem Leipziger Staatsarchiv arbeiten und den Schüler*innen einen Einblick in originale Unterlagen gewähren.

Die Jugendlichen sollen nun noch mit einem selbst erstellten Flyer, indem ein Überblick über die Biografie, die Arbeit und das Engagement der Familie aufgeführt sein wird, Spenden für die Finanzierung der Gedenktafel sammeln gehen.

Wir möchten alle Interessierten herzlich zur feierlichen Einweihung der Gedenktafel am 29.10.2020 um 16 Uhr am „Brühl 33“ einladen. Die Einweihungsveranstaltung findet draußen und unter Berücksichtigung der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz statt.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem DGB-Stadtverband durchgeführt und von der Holger-Koppe-Stiftung gefördert.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

 

Presse
gepostet am: Freitag, 03.07.2020, 13:07 Uhr

Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“

Am Freitag, den 17. Juli 2020, findet von 18:00 bis 20:00 Uhr ein Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ statt.

Das Online-Seminar soll zeigen, dass die rechte Szene im Fußball in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Vor allem in der heutigen Zeit, zeigt sich, wie stark und präsent der Rechtsextremismus in Vereinen ist. Oftmals bringen sich Fans, aber auch Spieler damit in Verbindung. Rechtsextremismus begleitet den Fußball, sei es z.B. auf der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Spiel, in internen Bereichen der Vereine oder aber auch direkt im Stadion. In unserer Veranstaltung wollen wir auf die Aussage „Rote Karte für Nazis“ eingehen und uns mit der Geschichte der rechten Szene im deutschen Fußball auseinandersetzen.
Es stellt sich hierbei unter anderem die Frage, betrifft das Thema nur die „Hooliganszene“ im Fanbereich in Vereinen oder wird dieser Begriff „Rechtsextremismus im Fußball“ ganz anders definiert?

Die aufgeführten Themen werden in einem Vortrag von dem ausgewiesenen Experten Ronny Blaschke, der bei dieser Veranstaltung als Referent tätig sein wird, analysiert und wiedergegeben. Doch der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist die Diskussion untereinander. Wir wollen, dass Menschen zusammenkommen und darüber diskutieren, wie eine Freizeitbeschäftigung für Männer, Frauen, Kinder und Familien in das rechte Milieu abrutschen konnte und was dagegen unternommen werden kann bzw. was bereits dagegen unternommen wird. Diese Diskussion wird durch unseren Moderator PD Dr. Nils M. Franke geleitet.

Ronny Blaschke, studierte von 2001 bis 2004 Sport- und Politikwissenschaften an der Universität Rostock und ist heute als freier Journalist für die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und das Deutschlandradio in Berlin tätig.
Außerdem interessiert er sich für die gesellschaftlichen Hintergründe des Sports und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

PD Dr. Nils M. Franke, ist Kulturwissenschaftler, Historiker sowie Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzigs.
Seit 20 Jahren arbeitet er zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekanntesten Umwelthistoriker Deutschlands.

Das Online-Seminar wird über die Videplattform Zoom stattfinden. Deshalb bitten wir um eine verbindliche Anmeldung, indem Sie uns ihre E-Mail Adresse an folgenden Kontakt schicken: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Im Vorfeld des Online-Seminar werden die Zugangsdaten dann von uns an alle Angemeldeten verschickt. Damit können Sie dann teilnehmen.

Wir freuen uns über jede Anmeldung.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig und dem Leipzig.Courage zeigen e.V.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 15.06.2020, 13:06 Uhr

Eine Gedenktafel für das Ehepaar Zistler – „Stille Helden“-Projekt kommt zum Abschluss

Am Samstag, den 20.06.2020, soll um 17 Uhr eine Gedenktafel für die „Stillen Helden“ Anna Amalia und Isidor-Helmut Zistler im Poetenweg 12a (Leipzig-Gohlis) eingeweiht werden.

Isidor-Helmut wurde am 01.10.1908 geboren und kam aus Anger-Crottendorf in Leipzig. Er war Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäftes und arbeitete zeitweise zusätzlich als Schauspieler, Sänger und Sprecher am Operettentheater sowie beim Schauspielhaus Sophienstraße. Er wurde aufgrund seines als jüdisch bekannten Vornamens „Isidor“ rassistisch verfolgt, von der Gestapo misshandelt und zwischenzeitlich verhaftet. Seine Ehefrau, Anna Amalia (geb. Buchheim), wurde am 10.10.1878 geboren, war Sängerin in der Großen Leipziger Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße und arbeitete als Pädagogin an der Leipziger Theaterschule.

Nach Kriegsbeginn beteiligte sich das Ehepaar am Leipziger Rettungswiderstand jüdischer Menschen. Obwohl sie sich dabei selbst einem großen Sicherheitsrisiko aussetzten, bewies das Ehepaar Zivilcourage und Solidarität, indem es verfolgten Menschen Unterschlupf gewährleistete oder sie finanziell unterstützte. Insgesamt versteckten sie fünf Menschen in ihrer Wohnung. Wenngleich ihre Hilfsaktionen nie aufgedeckt wurden, flohen die beiden 1954 gemeinsam nach Westberlin, wo sie nach Möglichkeit Gesang unterrichteten. Obwohl der Berliner Senat ihre Leistungen und ihren uneigennützigen Einsatz „ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit“ anerkannte, führten sie ein von körperlichen Leiden und finanziellen Nöten geprägtes Leben.

Das Projekt fand im Laufe des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Neuen Nikolaigymnasiums statt und wurde vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ durch den Freistaat Sachsen gefördert.

Zur Teilnahme an der Gedenktafeleinweihung entsprechend der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz möchten wir herzlich einladen.

Weitere Informationen zum Schicksal der „Stillen Helden“ Zistler finden Sie unter der Kategorie „Jugendprojekte“.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 09.06.2020, 9:06 Uhr

Ein Stolperstein für Sally Wittelson – Verlegung am 11.06.2020

Am kommenden Donnerstag, den 11.06.2020, werden wir erneut einen Stolperstein verlegen.
In Erinnerung an den Leipziger Juden Sally Wittelson wollen wir in der Endersstraße 9 in Leipzig-Lindenau um 14 Uhr einen Gedenkstein in den Gehweg einlassen.


Sally Wittelson wurde am 17.12.1907 als Sohn von Isaak Mayer Wittelson und Rosa Gela Jakubowitz in Leipzig geboren. Er hatte vier Geschwister, darunter eine Halbschwester, war Mitglied der Israelitischen Religionsgemeinde und besaß die polnische Staatsbürgerschaft. Nach dem Besuch der Volks- und Handelsschule erlernte er den Beruf des Kürschners und sammelte anschließend berufliche Erfahrungen in Leipzig, Berlin und Paris. Doch nach seiner Rückkehr nach Leipzig zog er 1930 einen Schlussstrich unter seine bürgerliche Vergangenheit und engagierte sich zunehmend politisch. So war er vor allem der kommunistischen Arbeiterbewegung zugewandt, wurde Mitglied der Roten Hilfe und der KPD und war bis 1932 hauptamtlich in der sächsischen Bezirksleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus tätig. Im April 1933 wurde er erstmals von den Nazis verhaftet. Nach seiner Emigration in die Tschechoslowakei 1934 war er anschließend als geheimer Kurier im kommunistischen Widerstand aktiv, was zu einer weiteren Haftstrafe führte.

Nach seiner Freilassung meldete Sally sich als Soldat bei den Internationalen Brigaden und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Nach Ende des Bürgerkrieges überquerte er als internationaler Flüchtling die Pyrenäengranze und lernte auf französischer Seite in einem Veteranen- und Versehrten-Heim der Spanienkämpfer Betty Rosenfeld kennen, eine jüdische Krankenschwester, die sich ebenfalls freiwillig zur Unterstützung der Internationalen Brigaden gemeldet hatte. Die beiden wurden ein Paar und lebten einige Zeit in Südfrankreich, ehe sie im Juni 1939 von der französischen Regierung interniert, in das angrenzende Lager Gurs gebracht und letztlich durch eine Verlegung in unterschiedliche Lager voneinander getrennt wurden. Erst 1942 sahen sich die beiden im Sammellager Drancy wieder. Zusammen mit tausenden Gefangenen wurden sie von dort in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dieses erreichte ihr Zug am 09. September. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Sally diesen Tag überlebte.

Die Verlegung des Gedenksteins für Sally Wittelson wird unter Einhaltung der aktuell gültigen Auflagen zum Infektionsschutz durchgeführt.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 14.05.2020, 11:05 Uhr

Kommunikationsstrategien der Neuen Rechte im Internet – ONLINE-SEMINAR

LIVE ONLINE-SEMINAR am 29. Mai 2020 von 18:00 bis 20:00 Uhr

Referent: Stefan Rochow
Moderation: PD Dr. Nils M. Franke

Das Internet, vor allem die Sozialen Netzwerke, ist mittlerweile ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Die Möglichkeit, sich online jederzeit zu vernetzen und auszutauschen stellt aber nicht nur für Privatpersonen eine Erleichterung in Sachen Kommunikation dar, sondern ermöglicht auch einen vereinfachten Austausch für Personen mit politischer Agenda. Doch wenn es um Kommunikation im Netz geht, werden Themen wie Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremistisch motivierter Hass und Hetze meist nicht thematisiert. Dabei ist das Internet für Rechtsextremisten mittlerweile das Propagandamedium Nummer 1 – vor allem das soziale Netzwerk Facebook können rechte oder rechtsextremistische Parteien, wie die NPD oder die AfD, und rechte oder neurechte Gruppierungen, wie die Identitäre Bewegung, Pax Europa oder die Einprozent-Bewegung, zu ihrem Vorteil nutzen. Auf den Social Media Plattformen haben sie die Möglichkeit, insbesondere junge Menschen mit dem Ziel der Mobilisierung, Einschüchterung oder Rekrutierung zu erreichen. In einem Vortrag soll auf die unterschiedlichen Kommunikationsstrategien Rechter im Netz eingegangen und dabei aufzeigt werden, wie soziale Netzwerke zur Verbreitung von rechter Propaganda, Hass oder Hetze genutzt werden. Anschließend wollen wir uns im Rahmen einer Diskussion zum Thema austauschen.

Der Referent des Abends, Stefan Rochow, Jahrgang 1976, arbeitet als freier Journalist, Publizist, Referent und Blogger. Nachdem er selbst bis 2008 weit rechts stand, bei der NPD aktiv war und sich in rechtsextremen Vereinigungen engagierte, konvertierte er 2009 zur katholischen Kirche und begann ein Fernstudium der katholischen Theologie. Heute ist er u.a. freier Mitarbeiter des Programmes EXIT, das Personen beim Ausstieg aus der rechtsextremen Szene unterstützt, und setzt sich auch in seiner journalistischen Arbeit viel mit den Themen Totalitarismus, Religion und Politik auseinander.

Moderieren wird den Abend der Historiker, Kultur- und Kommunikationswissenschaftler PD Dr. Nils M. Franke, der seit 2005 als Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzig arbeitet. Seine Forschungsgebiete sind die Geschichte der Medizin, Natur- und Umweltschutz sowie Rechtsextremismus und –populismus.


Das LIVE-ONLINE-SEMINAR kann über VIMEO sowie über die Facebook-Seite des Erich-Zeigner-Haus e.V. mitverfolgt werden. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und einen interessanten Abend!

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Förderverein Ökologische Freiwilligendienste e.V. und mit freundlicher Unterstützung durch den VVN-BdA Leipzig e.V.

Die technische Umsetzung der Veranstaltung wird ermöglicht durch die Unterstützung des Leipziger Livestream-Anbieters ‚Streamio‘.

Presse
gepostet am: Dienstag, 28.04.2020, 10:04 Uhr

Stolpersteine Putzen zum „Tag der Befreiung“ – 75. Jahrestag der Befreiung

Gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ möchten wir anlässlich des diesjährigen Tages der Befreiung am 08. Mai zu einer dezentralen Stolperstein-Putzaktion aufrufen.

Durch das Putzen der Stolpersteine in ganz Leipzig wollen wir an all jene erinnern, die im Nationalsozialismus ums Leben gekommen sind, verfolgt oder vertrieben wurden. Das Putzen der Steine steht dabei sinnbildlich für das Erinnern an die individuellen Schicksale aller Opfer und soll uns nicht nur erneut ins Gedächtnis rufen, wohin Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz führen können, sondern uns gleichermaßen mahnen, an demokratischen Werten festzuhalten und für Weltoffenheit, Toleranz und Zivilcourage einzustehen.

Auch oder auch gerade in der aktuell schwierigen Zeit, wollen wir uns daran erinnern, dass wir miteinander solidarisch sein müssen. Unsere Aktion findet daher dezentral statt und ist somit auch mit dem Infektionsschutz vereinbar, um für den Schutz aller zu sorgen.


Alle, die sich am Putzen der Stolpersteine beteiligen möchten, sind herzlich dazu eingeladen, sich auf unserer Homepage über die Verlegeorte der Leipziger Stolpersteine zu informieren und sich einen Gedenkstein zum Putzen auszusuchen. Auf der gleichen Seite findet sich auch eine Anleitung zum Putzen der Steine.

Zusammen mit dem Aktionsnetzwerk wollen wir das dezentrale Putzen an diesem Tag um 16 Uhr stellvertretend am Stolperstein von Kurt Günther in der Kurt-Günther-Straße 12 beginnen.
Da die Aktion dezentral stattfindet, kann das Putzen aller anderen Steine soll jedoch ganztägig stattfinden und kann daher auch schon vorher erfolgen.

75 Jahre nach der Befreiung ist es an der Zeit, dass der 8. Mai ein bundesweiter regulärer Feiertag wird. Nur wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen und diese aufarbeiten, können wir Veränderungen bewirken, unsere geschichtliche Verantwortung übernehmen und daran erinnern, dass Hass und Ausgrenzung keine Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen.

Wir freuen uns über alle, die an dieser Aktion teilnehmen und gemeinsam mit uns an den unterschiedlichsten Stellen in Leipzig erinnern wollen.

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 23.04.2020, 14:04 Uhr

Die Bibliothek Erich Zeigners – Veröffentlichung & Erstpräsentation

Auch in diesem Jahr wird der Erich-Zeigner-Haus e.V. eine eigene Publikation herausbringen. Im Sommer wird die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners veröffentlicht werden, die von Zeigner-Biograph und Historiker Dr. Manfred Hötzel verfasst wurde.

In seiner Publikation „Sozialistica und andere Bücherschätze in der Bibliothek Erich Zeigners“ präsentiert Dr. Manfred Hötzel ein Verzeichnis aller Bücher, Schriften und weiterer Publikationen, die im Besitz Erich Zeigners oder seiner Familie waren und immer noch im Bestand des Erich-Zeigner-Hauses in seiner Funktion als offenes Museum vorhanden sind. Neben Dr. Manfred Hötzel als Hauptautor waren außerdem Dr. Till Böttger, Jörg Künzelmann, Henry Lewkowitz, Caroline Müller, Cornelia Müller, Gloria Pfister, Felix Ihlow und Reinhard Wohlfahrt bei der inhaltlichen Auflistung der Titel beteiligt. Die Grafikerin Mendy Gleissner unterstützte das Projekt bei der Gestaltung.

Ein besonderes Augenmerk der Bibliographie liegt auf den sogenannten „Sozialistica“ – den sozialistischen Schriften, die für Erich Zeigners politisches Profil kennzeichnend waren. Nichtsdestotrotz finden die Leserinnen und Leser der Bibliographie auch zahlreiche Schriften zu vielen anderen Themenbereichen sowie belletristische Literatur verzeichnet. Bestimmte Titel und Autoren wurden von Dr. Hötzel kommentiert, um dem Leser/der Leserin das zeitgenössische Umfeld des Autors oder den Inhalt des betreffenden Werkes deutlicher zu machen.

An die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners schließt sich zudem eine Kurzbiographie Erich Zeigners sowie ein Vereinsprofil des Erich-Zeigner-Haus e.V. an. Somit gibt das Werk einerseits durch eine Übersicht des Literaturbestandes Erich Zeigners, andererseits durch die Zusammenstellung entscheidender biographischer Daten einen tiefgreifenden Blick auf Erich Zeigner als Person im privaten wie auch im politischen Kontext. Durch die Darlegung der Vereinsgeschichte bis hin zur aktuellen Vereinsarbeit des Erich-Zeigner-Haus e.V. wird deutlich, warum die politischen Handlungen dieses für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutsamen Politikers nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich für das Profil des Vereines in der Gegenwart verantwortlich sind. Leserinnen und Leser können somit verstehen, was die historisch-politische Bildungsarbeit des Vereins „im Sinne Erich Zeigners“ meint und was es heißt, aktiv Zivilcourage zu stärken und erinnerungskulturelle Projekte sowie deren politische Bedeutung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Die Bibliographie Erich Zeigners wird am 16. Juli veröffentlicht – dem Tag, an dem Zeigner zum Oberbürgermeister ernannt wurde – und anschließend über den Passage-Verlag zu erhalten sein. Die Erstpräsentation der Bibliographie wird am 09. Oktober stattfinden. Wir hoffen, dass wir zu diesem Anlass wieder zu Veranstaltungen in das Erich-Zeigner-Haus einladen können. Aktuelle Informationen werden vorab hier auf der Homepage sowie auf der Facebookseite des Vereins geteilt werden.

Presse
gepostet am: Montag, 20.04.2020, 14:04 Uhr

EHRUNG GEORG ELSERS – SPENDENAUFRUF – UMBENENNUNG DER GASTHOFBRÜCKE

Obwohl die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sowie die damit verbundenen Einschränkungen auch uns beschäftigen, geht die Projektarbeit für uns weiter. Eines der Projekte, die wir aktuell unterstützen, ist die Umbenennung der Gasthofbrücke in Lindenau (nahe der Musikalischen Komödie) in „Georg-Elser-Brücke“, die am 01. September 2020 (Weltfriedenstag) realisiert werden soll. Nachdem eine Brückenumbennung über mehrere Jahre versucht wurde, konnte nun die Genehmigung der Stadt eingeholt werden. Entscheidend für den Erfolg war das jahrelange Engagement des Projektinitiators und früheren Sprechers des Leipziger Komitees für Gerechtigkeit e.V., Dr. Hans-Joachim Wienhold, sowie die Unterstützung durch den Stadtrat Marco Götze (DIE LINKE). In Form zweier Namenstafeln an den Seiten der Brücke soll zukünftig an das Engagement Georg Elsers, einem herausragenden Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, erinnert werden.

Georg Elser verübte am 08. November 1939 ein alleinig vorbereitetes Attentat auf Hitler und andere führende Nationalsozialisten bei deren Zusammenkunft im Münchner Bürgerbräukeller. Der von Elser selbst gebauter Sprengkörper, den er zeitgesteuert explodieren ließ, detonierte erfolgreich, führte jedoch nicht zum Tod von Hitler oder seinen hochrangigen Anhängern, die unplanmäßig eine vorzeitige Abreise antraten. Elser selbst wurde bei seiner Flucht in die Schweiz an der Grenze als Verdächtiger verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Nach schwerer Folter gestand er seine Alleintat, wurde aber dennoch zunächst zum „Agenten des englischen Geheimdienstes“ erklärt und als „Sonderhäftling“ für einen Schauprozess nach dem „Endsieg“ im KZ Sachsenhausen und im KZ Dachau gefangen gehalten. Auf Befehl Hitlers wurde er im KZ Dachau am 09. April 1945 erschossen.

Der Erich-Zeigner-Haus e.V. möchte dieses Projekt zur Ehrung des Engagements des Hitler-Attentäters gerne unterstützen.
Wir rufen daher zu Spenden auf, um die Anfertigung der Gedenktafeln zu ermöglichen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf insgesamt 1.500 €.

Wer das Projekt finanziell unterstützen will und kann, kann dies über folgende Bankverbindung tun:

Empfänger: Erich-Zeigner-Haus e.V.
IBAN: DE94 860 555 92 11 002 798 96
Verwendungszweck: Namenstafeln Georg-Elser-Brücke

 

Wir bedanken uns vorab für jede Spende!

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

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