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Termine
gepostet am: Montag, 07.06.2021, 12:06 Uhr

„Verfemte Musik“ – Konzert im Rahmen der Jüdischen Woche 2021

Die „Jüdische Woche“, die in Leipzig zum bereits 14. Mal gefeiert wird, ist in diesem Jahr eine ganz besondere: sie ist Teil der bundesweiten Feierlichkeiten im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Wie schon in den vergangenen Jahren widmet sich die „Jüdische Woche“ im Rahmen unterschiedlichster Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Gespräche und Kulturangebote der Vielfalt der jüdischen Kunst und Kultur, um ferner die Bedeutung derselben sowie die Erinnerung an die jüdische Geschichte für Deutschland und Europa wachzuhalten.

In diesem Jahr sind erneut mehr als 60 Institutionen und Vereine am Programm beteiligt, die insgesamt mehr als 120 digitale und analoge Veranstaltungen vorbereitet haben. Auch wir beteiligen uns am Programm und möchten in die historischen Räumlichkeiten des Erich-Zeigner-Hauses zu einer besonderen Gelegenheit einladen.

Am 02. Juli laden wir Sie und Euch von 19.00 bis 20.30 Uhr zu einem 90-minütigen Konzert des „DuoWaltherBosch“ im authentischen Ambiente und am Flügel Erich Zeigners ein. Die Musikerinnen Cornelia Walther (Violoncello) und Vanessa Bosch (Klavier) präsentieren ausgewählte Werke der „verfemten Musik“ – im Nationalsozialismus verbotene Musikstücke jüdischer Musiker*innen – und rufen sie ihrem Publikum so auf besondere Weise wieder ins Gedächtnis.

Die für das Konzert ausgewählten Werke sollen dabei nicht nur das Ausmaß der jüdischen Verfolgung unter dem NS-Regime verdeutlichen und daran erinnern, sondern ferner mit Blick auf den fortbestehenden Antisemitismus mahnen.

Cornelia Walther [Violoncello]
arbeitet im Bereich des Kulturmanagements für das Kammermusikfest Sylt und die Konzertreihe MUSICA+ und leitet die Abteilung ‚Kinderkonzerte‘. Darüber hinaus ist sie als Pädagogin und Studio-Cellistin im Raum Frankfurt tätig.

Vanessa Bosch [Klavier]
unterrichtet Klavier, Orgel und Korrepetition. Sie lehrt an der Kunstuniversität Graz und ist als freischaffende Musikerin tätig.

Gemeinsam gehen sie als DuoWaltherBosch einer regen Konzerttätigkeit nach, im Rahmen derer sie auch mit dem Jüdischen Museum Frankfurt, dem Fritz Bauer Institut sowie der Henry und Emma Budge-Stiftung kooperierten.

Als historisch-politischen Bildungsangebot für Jugendliche bieten sie Workshops über Werke verfemter Musik jüdischer Musiker*innen aus der Zeit des Nationalsozialismus an.

Anmeldung

Das Konzert findet unter Berücksichtigung eines entsprechenden Hygienekonzeptes statt. Aufgrund der dadurch begrenzten Anzahl an Plätzen bitten wir um verbindliche Voranmeldungen zur Teilnahme unter veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de (Anmeldefrist: 30. Juni 2021).

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein tagesaktuelles negatives Corona-Testergebnis oder ein Nachweis über eine Impfung (mind. 14 Tage nach Zweitimpfung).
Der Nachweis der Negativtestung ist entsprechend der aktuellen Regelungen zu erbringen – wir bitten hier um Selbstinformation.

Hausrecht
Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

 

Die Veranstaltung wird gefördert und unterstützt durch die Holger-Koppe-Stiftung, die F.C. Flick Stiftung und das Kulturamt der Stadt Leipzig.

 

 

Termine
gepostet am: Montag, 31.05.2021, 16:05 Uhr

„Die Rolle der Frau in der Neonazi-Szene“ – Online-Seminar

Am 16. Juni 2021 laden wir Sie und Euch herzlich zur Teilnahme am Online-Seminar mit dem Titel „Die Rolle der Frau in der Neonazi-Szene“ ein.

Im Rahmen des Seminars, welches im virtuellen Raum stattfinden wird, behandelt die Referentin des Abends, Andrea Röpke, Themen rund um die in der Neonazi-Szene organisierten Frauen.

Dabei wird sie uns einen Einblick in die sehr unterschiedlichen Vorstellungen über die Rolle der weiblichen Kameradinnen und die Umsetzung des ideologischen Rollen- und Familienbildes innerhalb der Szene geben. Ferner wird auch thematisiert, welche Funktionen Frauen in der rechten Szene außerhalb der Kindererziehung übernehmen, welche Taktiken dahinterstehen können und welche Beweggründe es für Frauen geben kann, sich einer so antifeministischen Szene anzuschließen. Weitere spannende Fragen können in der anschließenden offenen Diskussion geklärt werden.

Andrea Röpke
publiziert seit den 1990er Jahren zu den Themenschwerpunkten Rechtsextremismus und Neonazismus und wurde mehrfach für ihre Insider-Reportagen ausgezeichnet, in denen sie sich u.a. mit den Freien Kameradschaften und der Heimattreuen Deutschen Jugend befasste. Sie veröffentlichte unterschiedliche Bücher zur völkischen Kindererziehung sowie zur Rolle der Frau in der Neonazi-Szene, wie z.B. das Buch „Mädelssache! Frauen in der Neonazi-Szene“, welches 2006 erschien und in Zusammenarbeit mit Andreas Speit entstand. Zuletzt veröffentlichte sie ebenfalls zusammen mit Andreas Speit das Buch „Völkische Landnahme. Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos“ im Jahr 2019. Zudem schreibt sie für die Zeitschrift „Der Rechte Rand“ und unterstützt regelmäßig für die „Bundeszentrale für politische Bildung“.

Durch den Abend wird uns Paula Roos moderieren, die das Seminar im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres im Erich-Zeigner-Haus e.V. organisierte.

Wie auch bei unseren letzten Online-Veranstaltungen bitten wir um eine Voranmeldung zur Teilnahme am ZOOM-Seminar in Form einer formlosen E-Mail an veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de
Anmeldungen sind bis zum 13. Juni möglich.

Nach Ablauf des Anmeldungszeitraumes wird der Zugangslink dann an alle angemeldeten Personen per Mail versandt.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmende und ein spannendes Seminar.

 

Die Veranstalter behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.      
V.i.S.d.P. Henry Lewkowitz

Termine
gepostet am: Mittwoch, 05.05.2021, 8:05 Uhr

„Facing up to the Far Right: What can we learn?“

Nachdem wir zu Beginn dieses Jahres mit dem Obermayer Award für unser bildungspolitisches Engagement ausgezeichnet wurden, freuen wir uns sehr, nun erneut mit Widen the Circle – der gemeinnützigen Organisation, die die Preisverleihung in Zusammenarbeit mit der Obermayer-Foundation verwaltet – kooperieren zu können.

Wir möchten Sie und Euch in diesem Sinne ganz herzlich zu einer spannenden Online-Veranstaltung am 11. Mai 2021 (Dienstag) um 20 Uhr einladen, die sich der folgenden Fragestellung widmen wird: „Facing up to the Far Right: What can we learn?“ (Frei übersetzt: „Was können wir lernen, wenn wir uns mit Rechtsradikalen befassen?“)

Inhaltlich soll der Umgang mit Rechtsradikalismus in Deutschland und den USA aus Sicht zweier unterschiedlicher Organisationen besprochen und beleuchtet werden – wobei der Erich-Zeigner-Haus e.V. die deutsche Perspektive bereitstellen wird. Die Herausforderung des Umgangs mit Rechtsextremismus und Neonazismus kann unterschiedlich angegangen werden – zwei mögliche Ansätze wollen wir im Gespräch vorstellen und diskutieren.
Dabei soll es um mögliche Taktiken, Strategien und Programme sowie um die Bedeutung der lokalen Geschichte gehen. Ferner soll darauf eingegangen werden, warum es entscheidend ist, falschen historischen Narrativen entschieden entgegenzutreten.

Im Gespräch werden sich die folgenden führenden Vertreter:innen der Organisationen miteinander austauschen:

Raimund Grafe
Vorstandsvorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. in Leipzig (Deutschland)

Kate Bitz
Programmdirektorin des Western States Center aus Spokane (Washington)
Das Western States Center engagiert sich wie auch der Erich-Zeigner-Haus e.V. im Bereich der Demokratiearbeit. Kate Bitz konzentriert sich dabei vor allem auf die Bekämpfung des weißen Nationalismus durch Organisation, Forschung und Entwicklung lokaler Führungskräfte im pazifischen Nordwesten.

Die virtuelle Konversation wird in englischer Sprache abgehalten. Die Moderation übernimmt Joel Obermayer, Gründer und Geschäftsführer von Widen the Circle. Weitere Informationen über die Veranstaltung und Möglichkeiten der Anmeldung können hier abgerufen werden.

Wir freuen uns wie immer über Interesse an der Veranstaltung und hoffen auf zahlreiche Anmeldungen und einen spannenden internationalen Austausch.

 

Presse
gepostet am: Dienstag, 04.05.2021, 10:05 Uhr

Dezentrales Stolpersteine-Putzen am 08. Mai 2021

Am kommenden Samstag ist der 08. Mai und somit jährt sich zum mittlerweile 76. Mal der „Tag der Befreiung“, der in verschiedenen europäischen Ländern als Jahrestag der „Befreiung“ durch die Alliierten und als Ende des Zweiten Weltkriegs begangen wird. Aber es ist nicht allein dieser „positive Anlass“ des 08. Mai, an den wir an diesem wichtigen Tag erinnern möchten. Vielmehr steht dieses Datum für uns für die Bedeutung des Erinnerns an die Verbrechen der NS-Vergangenheit wie auch für das Einstehen gegen Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung aller Art.

In diesem Sinne würden wir gerne zu einer passenden Veranstaltung oder Kundgebung einladen – doch wie auch schon im vergangenen Jahr erachten wir dies aufgrund der Pandemielage für schwierig umsetzbar. Wir möchten daher, ebenfalls wie im vergangenen Jahr, stattdessen gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ und dem „Leipzig. Courage zeigen! e.V.“ zum dezentralen Stolpersteine-Putzen einladen, um an den Tag der Befreiung und die zahlreichen Opfer, die das NS-Regime gefordert hat, zu erinnern. Das Putzen der Steine steht dabei aber nicht nur sinnbildlich für das Erinnern an die individuellen Schicksale aller Opfer, sondern soll uns ferner erneut vor Augen führen, wohin Menschenfeindlichkeit und Intoleranz führen können. Die Stolpersteine mahnen uns überdies, an unseren demokratischen Werten festzuhalten und uns für Weltoffenheit, Toleranz und Zivilcourage zu engagieren – gegenwärtig und zukünftig.

Das dezentrale Stolpersteine-Putzen wollen wir in diesem Jahr mit einem symbolischen Auftakt um 12.30 Uhr in der Eisenbahnstraße 47 zusammen mit unseren Kooperationspartnern begehen. Hier wollen wir die Steine von Mania und Josef Weißblüth sowie Samuel Hundert putzen und ihnen somit gedenken.

Samuel Hundert (*1902, Stanislau) war etwa 1927 nach Leipzig gekommen und hatte sich dort, wie auch sein Bruder Aria Jehuda, der Leipziger LO (Linke Opposition) angeschlossen. Sie waren zwei von 100-150 Mitgliedern und Sympathisanten der politischen Gruppierung, die zur KPD gehörte. Als Samuel nach Leipzig kam, lebte seine ältere Schwester Mania (*1897, Stanislau) bereits zusammen mit ihrem Mann Josef Weißblüth (*1897, Bohorodczany) in der Stadt. Samuel zog bei ihnen in die damalige Melchiorstraße 12, eine Verbindungsstraße zwischen Eisenbahnstraße und Rabet, ein. In der Hainstraße führte er später die Textilfirma „Hundert & Co.“, ehe er am 15.07.1933 aus Deutschland floh und nach Paris emigrierte. Dabei blieb er fortlaufend politisch engagiert und unterstützte die im Oktober 1933 aus der LO/KPD hervorgegangenen Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD). 1938 ging Samuel Hundert dann aus existentiellen Gründen zurück in seine Heimatstadt Stanislau, wo er wieder auf Mania und Josef Weißblüth stieß, die 1935 aus Deutschland ausgewiesen und nach Polen abgeschoben worden waren. Ein Jahr nach Samuels Rückkehr in die Heimat wurde Stanislau durch den Hitler-Stalin-Pakt von sowjetischen Truppen besetzt. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 begannen deutsche Mordkommandos und ihre Verbündeten mit Massenerschießungen und der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Stanislau. So wurden allein am 12. Oktober 1941 10.000 bis 12.000 Menschen erschossen und in Massengräbern verscharrt. Im Dezember 1941 errichteten die Nazis ein Ghetto in Stanislau, das im Januar 1943 liquidiert wurde. Bei diesem Massenmord wurden Samuel Hundert (39 Jahre), Mania (44 Jahre) und Josef Weißblüth (44 Jahre) wahrscheinlich 1941 ermordet.

Wer an der Auftaktveranstaltung teilnehmen möchte, ist hierzu herzlich unter Berücksichtigung aller Auflagen zum Infektionsschutz eingeladen. Für das eigenständige Stolpersteine-Putzen ist auf unserer Homepage eine Übersicht der  Verlegeorte der Leipziger Stolpersteine sowie eine Anleitung zum Putzen der Steine hinterlegt. Die Stolpersteine können im Laufe des gesamten Tages geputzt werden. Jene, die sich an der Aktion beteiligen wollen, bitten wir jedoch um die Berücksichtigung aller derzeit gültigen Auflagen zum Infektionsschutz. Dies ist auch mit Blick auf die Größe der Personengruppen vor Ort zu berücksichtigen. Da wir aufgrund der Kürze der Zeit anders als am 09. November nicht allen Verlegeorten direkte Paten/Patinnen zuordnen können, bitten wir um eine gewisse Flexibilität in der Steinauswahl – es kann passieren, dass sich mehrere Personen den gleichen Stein aussuchen, sodass es hilfreich sein kann, sich direkt mehrere Adressen in der Nähe auszusuchen.

Vielen Dank an alle, die diese Aktion unterstützen.

Bleibt solidarisch und aufmerksam. Erinnert.

 

Termine
gepostet am: Freitag, 16.04.2021, 12:04 Uhr

„Ökologisch. Demokratisch. Engagiert.“ – Deutsch-Französisches Kooperationsseminar gegen Rechtsextremismus

Vom 04.-07. Mai 2021 werden wir in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Ökologische Freiwilligendienste (FÖF e.V.) und dem Büro für Hochschulkooperation der französischen Botschaft an einem zweisprachigen Seminar mitwirken, welches sich schwerpunktmäßig mit „Rechtsextremismus in Frankreich und Deutschland“ befassen soll. Bundesweite Referent:innen werden in diesem Zuge unterschiedliche Themen der politischen Bildung behandeln – so wird neben der Rhetorik von Rechtsextremist:innen uind dem rechtsextremistischen Frauenbild auch die politische Dimension von Erinnerungskultur und ihre transnationale Perspektive thematisiert. Weitere Informationen zu den zahlreichen Veranstaltungen sind im Programm einsehbar: Programm_Fachseminar_04.-07.05.2021

Anmeldung & Teilnahme:

Teilnehmen können bis zu 30 Personen im Alter von 18-63 Jahren.

Das zweisprachige Seminar wird aufgrund der pandemischen Lage digital (über „Zoom“) stattfinden und kann an einzelnen Tagen oder an allen 4 Tagen besucht werden.
Eine Teilnahme ist kostenlos und mit Voranmeldung möglich. Anmeldungen sind verbindlich bis zum 30.04.2021 hier möglich. Die entsprechenden Zugangsdaten erhalten alle angemeldeten Teilnehmenden wenige Tage vor dem Seminar.

Unterstützt wird das Projekt durch den Deutsch-Französischen Bürgerfond.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Mittwoch, 14.04.2021, 11:04 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land & Gedenktafeleinweihung in Leipzig

Am kommenden Montag (19. April 2021) – am Tag nach dem Internationalen Tag des Denkmals – werden wir im Leipziger Land erneut Stolpersteine verlegen. Wir freuen uns sehr, dass die Verlegungen Geithain, Bad Lausick und Pegau nun stattfinden können, nachdem sie zunächst im Herbst vergangenen Jahres und anschließend am Internationalen Holocaustgedenktag im Januar erneut pandemiebedingt verschoben werden mussten. Am Montag wird zudem eine Gedenktafel zu Ehren eines „Stillen Helden“ in Leipzig eingeweiht werden.

Nachfolgend möchten wir kurz einen kleinen Überblick über die bevorstehenden Verlegungen geben, die allerdings aus Gründen des Infektionsschutzes nur in kleinem Rahmen und unter strengen Hygieneauflagen durchgeführt werden können.

Ein Stolperstein für Paul Weise – Verlegung in Geithain

In der Eisenbahnstraße 1b um 11.30 Uhr wird in Erinnerung an den ersten Bürgermeister Geithains, Paul Weise, ein Gedenkstein verlegt. Paul Weise war aus politischen Gründen durch das nationalsozialistische Regime verfolgt, mehrfach inhaftiert und gefoltert worden. Das erinnerungskulturelle Projekt hatte im Frühjahr 2020 begonnen und wurde mit Schüler:innen der Paul-Guenther-Oberschule in Kooperation mit dem Flexiblen Jugendmanagement (FJM) sowie dem Schweizerhaus Püchau e.V. durchgeführt und von der Lokalen Partnerschaft für Demokratie unterstützt.

Zwei Stolpersteine für das Ehepaar Baunack – Verlegung in Bad Lausick

In Bad Lausick wollen wir dann ab 12.30 Uhr zwei Stolpersteine in der Fabianstraße 10 verlegen, um Dora und Walter Baunack zu gedenken. Das Projekt fand in Zusammenarbeit mit der Werner-Seelenbinder-Oberschule statt und hatte bereits Ende 2019 mit 15 Schüler:innen der 10. Klassenstufe begonnen. Der Mechaniker Walter Erich Otto Baunack und seine Ehefrau Dora (geb. Müller) waren als Mitglieder der KPD aus politischen Gründen verfolgt worden, leisteten jedoch auch nach mehrfachen Verhaftungen aktiv antifaschistische Arbeit und wurden für ihren fortwährenden politischen Widerstand nach dem Krieg als „Verfolgte des Naziregimes“ anerkannt sowie als „Kämpfer gegen den Faschismus geehrt. Das Projekt wurde gefördert von der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.

Fünf Stolpersteine für verfolgte Jüdische Menschen aus Pegau

Am Nachmittag folgen zwei Verlegungen in Pegau. An zwei Verlegestellen werden insgesamt fünf Stolpersteine in die Gehwege eingelassen – um 14 Uhr gedenken wir am Kirchplatz 11 mit insgesamt vier Steinen der jüdischen Familie Sternreich, bestehend aus Wilhelm Victor und Selma Sara (geb. Blonder) sowie ihren beiden Söhnen Georg und Leo/Leon. Nachdem die Familie im Oktober 1938 im Zuge der Polenaktion deportiert worden war, gelangte sie in das jüdische Viertel Bresko, das spätere Ghetto. Über das weitere Schicksal der Familie liegen keine ausreichenden Informationen vor. Der Vater, Wilhelm Victor, gilt als umgekommen – seine restliche Familie als verschollen. Nur unweit von der ersten Verlegestelle entfernt wird dann der letzte Gedenkstein des Tages verlegt – um 14.30 Uhr gedenken wir Ilse Charlotte Flade (geb. Arnholz) in der Breitstraße 24. Ilse Flade war ebenfalls ein Opfer der NS-Verfolgung geworden – nicht nur, weil sie selbst Jüdin war, sondern auch aufgrund ihrer Ehe mit einem nicht-jüdischen Mann. Im Januar 1944 war sie von der Gestapo abgeholt und nach Theresienstadt deportiert worden, wo sie mit 53 Jahren am 27.09.1944 ermordet wurde. Die Pegauer Schicksale wurden recherchiert von Schüler:innen des Groitzscher Wiprecht-Gymnasiums und Konfirmand:innen aus Pegau in Begleitung durch die Gemeindepädagogin Eva Reiprich.

Eine Gedenktafel für den „Stillen Helden“ Theodor Kranz

Den Abschluss des Tages stellt dann um 16 Uhr die Einweihung einer Gedenktafel in der Zschocherschen Straße 86 in Leipzig dar. Geehrt wird Theodor Kranz, zu dessen Wirken im Leipziger Rettungswiderstand Schüler:innen der 11. Klassenstufe des Maria-Merian-Gymnasiums in Schkeuditz im Rahmen eines einjährigen Projektes recherchiert hatten. Nach der Deportation und Ermordung seiner jüdischen Ehefrau Beate Cäcilie hatte Kranz sich für den Schutz ihrer Tochter, Leonie Frankenstein (geb. Adler), und deren Familie eingesetzt. Nach Kriegsende floh Kranz 1953 aus Leipzig. Bis zu seinem Tod 1980 lebte er in Übach-Palenberg, nahe der niederländischen Grenze. Im Jahr 2013 war er bereits posthum von der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt worden. Gefördert wurde das Projekt vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ des Freistaats Sachsen.

Weitere Informationen zu unseren laufenden oder geplanten Jugendprojekten sind wie immer auf unserer Homepage unter https://erich-zeigner-haus-ev.de/jugendprojekte/ abrufbar.

Wir bedanken uns wie immer bei allen Unterstützer:innen unserer Arbeit und unserer Projekte und freuen uns, dass uns eine Umsetzung dieser Projekte trotz der erschwerten Bedingung derzeit möglich war.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 03.02.2021, 14:02 Uhr

Tag der Weimarer Republik 2021 – Online-Jubiläumsshow

Der 6. Februar 1919, der Tag des Zusammentritts der verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar, jährt sich in diesem Jahr zum 102. Mal.
Der Weimarer Republik e.V. nimmt diesen Tag zum Anlass, um den politischen und gesellschaftlichen Neubeginn des Jahres 1919 zu feiern, und lädt daher wie auch in den vergangenen Jahren zum diesjährigen „Tag der Weimarer Republik“ zu einer entsprechenden Veranstaltung ein. Verschiedene Kurzimpulse, Lesungen, Schauspiel und Musik aus unterschiedlichen deutschen Städten wie u.a. Berlin, Hamburg, München, Leipzig und Koblenz werden Sie am 06. Februar 2021 ab 20.15 Uhr durch den Abend führen. Die Veranstaltung,die über die Videokonferenzplattform „ZOOM“ stattfinden wird, wird auch durch einen Redebeitrag unseres Vorstandsvorsitzenden Raimund Grafe unterstützt, der zum Thema „Erich Zeigner und linksrepublikanische Politikkonzepte“ referieren wird.

Weitere Informationen sowie die Zugangsdaten für die Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Weimarer Republik e.V.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung benötigen Sie einen Rechner mit Lautsprecher und Kamera sowie eine stabile Internetverbindung.
Es wird außerdem empfohlen, einige Minuten vor Beginn der Veranstaltung beizutreten, damit eine Teilnahme von Beginn abgesichert ist. Das Mikrofon wird während der Veranstaltung deaktiviert sein, aber der Weimarer Republik e.V. freut sich über Ihre Rückmeldungen, Anregungen und Fragen über den Chat der Plattform.

Wir wünschen einen spannenden Abend und freuen uns über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Termine
gepostet am: Mittwoch, 25.11.2020, 12:11 Uhr

Antisemitismus im Alltag – Zoom-Seminar & Gespräch

Es ist soweit: unsere Veranstaltungsreihe geht zu Ende. Am 18.12. werden wir zum letzten Mal in diesem Jahr an einem Freitagabend von 18.00 bis 20.00 Uhr für eine gemeinsame Veranstaltung (digital) zusammenkommen und uns mit einem wichtigen Thema der politischen Bildung befassen.

Den thematischen Ausklang in diesem Jahr soll dabei eine Veranstaltung über „ZOOM“ darstellen, die als eine Art Gespräch mit großem interaktivem Potenzial gestaltet wird. Die Referenten und Gesprächspartner des Abends, Marc Schwietring und Sigmount A. Königsberg, werden das Thema „Antisemitismus im Alltag“ anhand von sechs zuvor ausgearbeiteten Thesen besprechen, die ganz bewusst zum Nachdenken anregen und Debatten provozieren sollen.

These 1: „Antisemitismus ist das Gerücht über Juden.“ (Theodor W. Adorno)

These 2: Antisemitismus darf nicht nur auf Rechts- und Linksextremist*innen sowie Islamist*innen externalisiert werden, sondern ist Teil – und somit Problem – der gesamten Gesellschaft.

These 3: In Deutschland gilt derjenige, der auf Antisemitismus hinweist, für viel gefährlicher als der Antisemit selbst.

These 4: Der moderne Antisemit sagt nicht mehr: „Ich hasse Juden!“, sondern „Ich hasse Israel!“ – meint aber das gleiche.

These 5: Antisemitismus gehört zur kulturellen DNA Europas.

These 6: Antisemitismus ist kein Vorurteil, sondern manichäisches Weltbild.

Zusätzlich laden die Redner dazu ein, im Zuge der Anmeldung zur Veranstaltung eigene Fragen oder Thesen zum Thema einzureichen, die dann nach Möglichkeit in den Abend integriert und besprochen werden sollen.

Marc Schwietring ist Politikwissenschaftler, seit 2009 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Universitäten tätig und fokussiert sich in seiner Forschung vor allem auf die Politische Psychologie sowie Rechtsextremismus- und Antisemitismusforschung. An der FU Berlin bietet er Kurse zum Thema Populismus, Nationalismus und Rechtsextremismus an.

Sigmount A. Königsberg, geb. 1960 in Saarbrücken, studierte Kommunikationswissenschaft, Geschichte und Politikwissenschaft an der FU Berlin. Seit 1994 ist er Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und seit dem 1.9.2017 deren Beauftragter gegen Antisemitismus.

Die Moderation des Abends übernimmt Henry Lewkowitz.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Wir erbitten jedoch eine formlose Voranmeldung bis zu 16.12. (gerne unter Zusendung einer eigenen Frage) für die anschließende Zusendung der Einwahldaten zum Seminar per Mail an veranstaltungen@erich-zeigner-haus-ev.de

Wir hoffen auf ein spannendes Gespräch.

Presse
gepostet am: Mittwoch, 18.11.2020, 9:11 Uhr

Historisch politische Bildungsarbeit – Abschluss-Fachtagung

Nachdem der Erich-Zeigner-Haus e.V. im vergangenen Jahr einen Leitfaden zur Historisch-politischen Bildungsarbeit veröffentlichte, konnte selbiger in diesem Jahr als Grundlage für eine Workshopreihe dienen, welche nun am 05.12.2020 mit einer Fachtagung zum Abschluss kommen soll.

In vier verschiedenen Städten in Nordsachen – Eilenburg, Torgau, Schkeuditz und Taucha – hatten in den letzten Monaten regelmäßige Zusammentreffen ortsansässiger Multiplikator*innen stattgefunden, welche zur eigenständigen Durchführung erinnerungskultureller Projekte geschult und befähigt wurden. Die Vermittlung von benötigtem Hintergrundwissen ebenso wie wichtigen Tipps sollte den Teilnehmenden das notwendige Handwerkszeug mitgeben. Alle Hinweise und Handreichungen wurden dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern gleichermaßen praktisch umgesetzt, z.B. in Form von eigener Archivrecherche als Vorbereitung für ein Stolpersteinprojekt. Nun soll eine abschließende Tagung mit allen vier Workshopgruppen sowie weiteren interessierten Multiplikator*innen ein Zusammentragen des Erlernten, eine Vorstellung der erarbeiteten Projekte und eine Vernetzung untereinander ermöglichen.

Hierzu laden die Projektinitiatoren am 05. Dezember ab 10 Uhr (und bis max. 13 Uhr) ein.
Stattfinden wird die Tagung aufgrund des derzeitigen Infektionssgeschehens digital über die Videokonferenz-Plattform „ZOOM“.

Die Teilnahme an der Abschlusstagung ist kostenfrei. Wir bitten um eineverbindliche, formlose Anmeldung bis zum 03.12.2020 per E-Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Eine Zusendung der Einwahldaten erfolgt dann am 03.12. nach Eingang aller Anmeldungen.

Eine vorherige Partizipation an den einzelnen Workshops ist nicht erforderlich.
Auf unsere Website finden Sie weitere Informationen zu unseren Workshops/Multiplikator*innen-Schulungen in Nordsachsen.

Termine
gepostet am: Donnerstag, 05.11.2020, 18:11 Uhr

„Die Bedeutung der katholischen und evangelischen Kirche beim Aufstieg des Nationalsozialismus“ – ZOOM-SEMINAR

Am 20. November um 18 Uhr laden wir zum vorletzten digitalen Seminar im Rahmen unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe ein.

Im Rahmen der Online-Veranstaltung bespricht der Referent des Abends, Dr. Dirk Schuster, die Gründe der relativ hohen Unterstützungsrate kirchlicher Amtsträger zugunsten der NSDAP und beleuchtet anschließend näher die möglichen Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen. Dabei wird auch auf die jeweils theologischen Argumentationen zur Unterstützung der Hitler-Partei eingegangen. Anschließend wird in einem zusammenfassenden Überblick die Stellung der einzelnen christlichen Konfessionen gegenüber dem Nationalsozialismus in der Zeit zwischen 1933 und 1945 gegeben.

Dr. Dirk Schuster absolvierte an der Universität Leipzig das Studium der Mittleren/Neueren Geschichte und der Religionswissenschaft. 2016 wurde er an der Freien Universität Berlin mit der Dissertationsschrift „Die Lehre vom arischen Christentum. Das wissenschaftliche Selbstverständnis im Eisenacher »Entjudungsinstitut«“ promoviert. Heute ist er akademischer Mitarbeiter an der Universität Potsdam. Seine Forschung fokussiert sich insbesondere auf die Interdependenzen von Religion und Politik, die Bedeutung von Religion im Nationalsozialismus und neue religiöse Bewegungen.

Die Moderation des Abends übernimmt Maximilian Steinhaus. Er ist Jurist, studierte bis März 2012 Rechtswissenschaften an der FSU Jena und ist bei der Giordano-Bruno-Stiftung als Sprecher für deren Leipziger Regionalgruppe aktiv.

Wie schon in den vergangenen Monaten erbitten wir auch hier eine Voranmeldung zum Online-Seminar per Mail an kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de

Die Zugangsdaten für Zoom werden dann ab dem 18. November versendet.
Wir freuen uns wie immer über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer und auf ein spannendes Online-Seminar.

Das Team vom Erich-Zeigner-Haus e.V.

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