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Presse
gepostet am: Freitag, 03.07.2020, 13:07 Uhr

Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“

Am Freitag, den 17. Juli 2020, findet von 18:00 bis 20:00 Uhr ein Online-Seminar zum Thema „Rechtsextremismus im Fußball“ statt.

Das Online-Seminar soll zeigen, dass die rechte Szene im Fußball in den letzten Jahren stark zugenommen hat.
Vor allem in der heutigen Zeit, zeigt sich, wie stark und präsent der Rechtsextremismus in Vereinen ist. Oftmals bringen sich Fans, aber auch Spieler damit in Verbindung. Rechtsextremismus begleitet den Fußball, sei es z.B. auf der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Spiel, in internen Bereichen der Vereine oder aber auch direkt im Stadion. In unserer Veranstaltung wollen wir auf die Aussage „Rote Karte für Nazis“ eingehen und uns mit der Geschichte der rechten Szene im deutschen Fußball auseinandersetzen.
Es stellt sich hierbei unter anderem die Frage, betrifft das Thema nur die „Hooliganszene“ im Fanbereich in Vereinen oder wird dieser Begriff „Rechtsextremismus im Fußball“ ganz anders definiert?

Die aufgeführten Themen werden in einem Vortrag von dem ausgewiesenen Experten Ronny Blaschke, der bei dieser Veranstaltung als Referent tätig sein wird, analysiert und wiedergegeben. Doch der Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist die Diskussion untereinander. Wir wollen, dass Menschen zusammenkommen und darüber diskutieren, wie eine Freizeitbeschäftigung für Männer, Frauen, Kinder und Familien in das rechte Milieu abrutschen konnte und was dagegen unternommen werden kann bzw. was bereits dagegen unternommen wird. Diese Diskussion wird durch unseren Moderator PD Dr. Nils M. Franke geleitet.

Ronny Blaschke, studierte von 2001 bis 2004 Sport- und Politikwissenschaften an der Universität Rostock und ist heute als freier Journalist für die Süddeutsche Zeitung, die Berliner Zeitung, die Frankfurter Rundschau und das Deutschlandradio in Berlin tätig.
Außerdem interessiert er sich für die gesellschaftlichen Hintergründe des Sports und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

PD Dr. Nils M. Franke, ist Kulturwissenschaftler, Historiker sowie Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzigs.
Seit 20 Jahren arbeitet er zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekanntesten Umwelthistoriker Deutschlands.

Das Online-Seminar wird über die Videplattform Zoom stattfinden. Deshalb bitten wir um eine verbindliche Anmeldung, indem Sie uns ihre E-Mail Adresse an folgenden Kontakt schicken: kontakt@erich-zeigner-haus-ev.de
Im Vorfeld des Online-Seminar werden die Zugangsdaten dann von uns an alle Angemeldeten verschickt. Damit können Sie dann teilnehmen.

Wir freuen uns über jede Anmeldung.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig und dem Leipzig.Courage zeigen e.V.

 

– Das Team des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Jugendprojekte
gepostet am: Montag, 15.06.2020, 13:06 Uhr

Eine Gedenktafel für das Ehepaar Zistler – „Stille Helden“-Projekt kommt zum Abschluss

Am Samstag, den 20.06.2020, soll um 17 Uhr eine Gedenktafel für die „Stillen Helden“ Anna Amalia und Isidor-Helmut Zistler im Poetenweg 12a (Leipzig-Gohlis) eingeweiht werden.

Isidor-Helmut wurde am 01.10.1908 geboren und kam aus Anger-Crottendorf in Leipzig. Er war Inhaber eines kleinen Lebensmittelgeschäftes und arbeitete zeitweise zusätzlich als Schauspieler, Sänger und Sprecher am Operettentheater sowie beim Schauspielhaus Sophienstraße. Er wurde aufgrund seines als jüdisch bekannten Vornamens „Isidor“ rassistisch verfolgt, von der Gestapo misshandelt und zwischenzeitlich verhaftet. Seine Ehefrau, Anna Amalia (geb. Buchheim), wurde am 10.10.1878 geboren, war Sängerin in der Großen Leipziger Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße und arbeitete als Pädagogin an der Leipziger Theaterschule.

Nach Kriegsbeginn beteiligte sich das Ehepaar am Leipziger Rettungswiderstand jüdischer Menschen. Obwohl sie sich dabei selbst einem großen Sicherheitsrisiko aussetzten, bewies das Ehepaar Zivilcourage und Solidarität, indem es verfolgten Menschen Unterschlupf gewährleistete oder sie finanziell unterstützte. Insgesamt versteckten sie fünf Menschen in ihrer Wohnung. Wenngleich ihre Hilfsaktionen nie aufgedeckt wurden, flohen die beiden 1954 gemeinsam nach Westberlin, wo sie nach Möglichkeit Gesang unterrichteten. Obwohl der Berliner Senat ihre Leistungen und ihren uneigennützigen Einsatz „ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit“ anerkannte, führten sie ein von körperlichen Leiden und finanziellen Nöten geprägtes Leben.

Das Projekt fand im Laufe des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Neuen Nikolaigymnasiums statt und wurde vom Landesprogramm „Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“ durch den Freistaat Sachsen gefördert.

Zur Teilnahme an der Gedenktafeleinweihung entsprechend der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz möchten wir herzlich einladen.

Weitere Informationen zum Schicksal der „Stillen Helden“ Zistler finden Sie unter der Kategorie „Jugendprojekte“.

 

Jugendprojekte
gepostet am: Dienstag, 09.06.2020, 9:06 Uhr

Ein Stolperstein für Sally Wittelson – Verlegung am 11.06.2020

Am kommenden Donnerstag, den 11.06.2020, werden wir erneut einen Stolperstein verlegen.
In Erinnerung an den Leipziger Juden Sally Wittelson wollen wir in der Endersstraße 9 in Leipzig-Lindenau um 14 Uhr einen Gedenkstein in den Gehweg einlassen.


Sally Wittelson wurde am 17.12.1907 als Sohn von Isaak Mayer Wittelson und Rosa Gela Jakubowitz in Leipzig geboren. Er hatte vier Geschwister, darunter eine Halbschwester, war Mitglied der Israelitischen Religionsgemeinde und besaß die polnische Staatsbürgerschaft. Nach dem Besuch der Volks- und Handelsschule erlernte er den Beruf des Kürschners und sammelte anschließend berufliche Erfahrungen in Leipzig, Berlin und Paris. Doch nach seiner Rückkehr nach Leipzig zog er 1930 einen Schlussstrich unter seine bürgerliche Vergangenheit und engagierte sich zunehmend politisch. So war er vor allem der kommunistischen Arbeiterbewegung zugewandt, wurde Mitglied der Roten Hilfe und der KPD und war bis 1932 hauptamtlich in der sächsischen Bezirksleitung des Kampfbundes gegen den Faschismus tätig. Im April 1933 wurde er erstmals von den Nazis verhaftet. Nach seiner Emigration in die Tschechoslowakei 1934 war er anschließend als geheimer Kurier im kommunistischen Widerstand aktiv, was zu einer weiteren Haftstrafe führte.

Nach seiner Freilassung meldete Sally sich als Soldat bei den Internationalen Brigaden und kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg. Nach Ende des Bürgerkrieges überquerte er als internationaler Flüchtling die Pyrenäengranze und lernte auf französischer Seite in einem Veteranen- und Versehrten-Heim der Spanienkämpfer Betty Rosenfeld kennen, eine jüdische Krankenschwester, die sich ebenfalls freiwillig zur Unterstützung der Internationalen Brigaden gemeldet hatte. Die beiden wurden ein Paar und lebten einige Zeit in Südfrankreich, ehe sie im Juni 1939 von der französischen Regierung interniert, in das angrenzende Lager Gurs gebracht und letztlich durch eine Verlegung in unterschiedliche Lager voneinander getrennt wurden. Erst 1942 sahen sich die beiden im Sammellager Drancy wieder. Zusammen mit tausenden Gefangenen wurden sie von dort in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dieses erreichte ihr Zug am 09. September. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Sally diesen Tag überlebte.

Die Verlegung des Gedenksteins für Sally Wittelson wird unter Einhaltung der aktuell gültigen Auflagen zum Infektionsschutz durchgeführt.

Presse
gepostet am: Donnerstag, 14.05.2020, 11:05 Uhr

Kommunikationsstrategien der Neuen Rechte im Internet – ONLINE-SEMINAR

LIVE ONLINE-SEMINAR am 29. Mai 2020 von 18:00 bis 20:00 Uhr

Referent: Stefan Rochow
Moderation: PD Dr. Nils M. Franke

Das Internet, vor allem die Sozialen Netzwerke, ist mittlerweile ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Die Möglichkeit, sich online jederzeit zu vernetzen und auszutauschen stellt aber nicht nur für Privatpersonen eine Erleichterung in Sachen Kommunikation dar, sondern ermöglicht auch einen vereinfachten Austausch für Personen mit politischer Agenda. Doch wenn es um Kommunikation im Netz geht, werden Themen wie Rassismus, Antisemitismus und rechtsextremistisch motivierter Hass und Hetze meist nicht thematisiert. Dabei ist das Internet für Rechtsextremisten mittlerweile das Propagandamedium Nummer 1 – vor allem das soziale Netzwerk Facebook können rechte oder rechtsextremistische Parteien, wie die NPD oder die AfD, und rechte oder neurechte Gruppierungen, wie die Identitäre Bewegung, Pax Europa oder die Einprozent-Bewegung, zu ihrem Vorteil nutzen. Auf den Social Media Plattformen haben sie die Möglichkeit, insbesondere junge Menschen mit dem Ziel der Mobilisierung, Einschüchterung oder Rekrutierung zu erreichen. In einem Vortrag soll auf die unterschiedlichen Kommunikationsstrategien Rechter im Netz eingegangen und dabei aufzeigt werden, wie soziale Netzwerke zur Verbreitung von rechter Propaganda, Hass oder Hetze genutzt werden. Anschließend wollen wir uns im Rahmen einer Diskussion zum Thema austauschen.

Der Referent des Abends, Stefan Rochow, Jahrgang 1976, arbeitet als freier Journalist, Publizist, Referent und Blogger. Nachdem er selbst bis 2008 weit rechts stand, bei der NPD aktiv war und sich in rechtsextremen Vereinigungen engagierte, konvertierte er 2009 zur katholischen Kirche und begann ein Fernstudium der katholischen Theologie. Heute ist er u.a. freier Mitarbeiter des Programmes EXIT, das Personen beim Ausstieg aus der rechtsextremen Szene unterstützt, und setzt sich auch in seiner journalistischen Arbeit viel mit den Themen Totalitarismus, Religion und Politik auseinander.

Moderieren wird den Abend der Historiker, Kultur- und Kommunikationswissenschaftler PD Dr. Nils M. Franke, der seit 2005 als Leiter des Wissenschaftlichen Büros Leipzig arbeitet. Seine Forschungsgebiete sind die Geschichte der Medizin, Natur- und Umweltschutz sowie Rechtsextremismus und –populismus.


Das LIVE-ONLINE-SEMINAR kann über VIMEO sowie über die Facebook-Seite des Erich-Zeigner-Haus e.V. mitverfolgt werden. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und einen interessanten Abend!

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit dem Förderverein Ökologische Freiwilligendienste e.V. und mit freundlicher Unterstützung durch den VVN-BdA Leipzig e.V.

Die technische Umsetzung der Veranstaltung wird ermöglicht durch die Unterstützung des Leipziger Livestream-Anbieters ‚Streamio‘.

Presse
gepostet am: Dienstag, 28.04.2020, 10:04 Uhr

Stolpersteine Putzen zum „Tag der Befreiung“ – 75. Jahrestag der Befreiung

Gemeinsam mit dem Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ möchten wir anlässlich des diesjährigen Tages der Befreiung am 08. Mai zu einer dezentralen Stolperstein-Putzaktion aufrufen.

Durch das Putzen der Stolpersteine in ganz Leipzig wollen wir an all jene erinnern, die im Nationalsozialismus ums Leben gekommen sind, verfolgt oder vertrieben wurden. Das Putzen der Steine steht dabei sinnbildlich für das Erinnern an die individuellen Schicksale aller Opfer und soll uns nicht nur erneut ins Gedächtnis rufen, wohin Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz führen können, sondern uns gleichermaßen mahnen, an demokratischen Werten festzuhalten und für Weltoffenheit, Toleranz und Zivilcourage einzustehen.

Auch oder auch gerade in der aktuell schwierigen Zeit, wollen wir uns daran erinnern, dass wir miteinander solidarisch sein müssen. Unsere Aktion findet daher dezentral statt und ist somit auch mit dem Infektionsschutz vereinbar, um für den Schutz aller zu sorgen.


Alle, die sich am Putzen der Stolpersteine beteiligen möchten, sind herzlich dazu eingeladen, sich auf unserer Homepage über die Verlegeorte der Leipziger Stolpersteine zu informieren und sich einen Gedenkstein zum Putzen auszusuchen. Auf der gleichen Seite findet sich auch eine Anleitung zum Putzen der Steine.

Zusammen mit dem Aktionsnetzwerk wollen wir das dezentrale Putzen an diesem Tag um 16 Uhr stellvertretend am Stolperstein von Kurt Günther in der Kurt-Günther-Straße 12 beginnen.
Da die Aktion dezentral stattfindet, kann das Putzen aller anderen Steine soll jedoch ganztägig stattfinden und kann daher auch schon vorher erfolgen.

75 Jahre nach der Befreiung ist es an der Zeit, dass der 8. Mai ein bundesweiter regulärer Feiertag wird. Nur wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen und diese aufarbeiten, können wir Veränderungen bewirken, unsere geschichtliche Verantwortung übernehmen und daran erinnern, dass Hass und Ausgrenzung keine Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen.

Wir freuen uns über alle, die an dieser Aktion teilnehmen und gemeinsam mit uns an den unterschiedlichsten Stellen in Leipzig erinnern wollen.

 

Presse
gepostet am: Donnerstag, 23.04.2020, 14:04 Uhr

Die Bibliothek Erich Zeigners – Veröffentlichung & Erstpräsentation

Auch in diesem Jahr wird der Erich-Zeigner-Haus e.V. eine eigene Publikation herausbringen. Im Sommer wird die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners veröffentlicht werden, die von Zeigner-Biograph und Historiker Dr. Manfred Hötzel verfasst wurde.

In seiner Publikation „Sozialistica und andere Bücherschätze in der Bibliothek Erich Zeigners“ präsentiert Dr. Manfred Hötzel ein Verzeichnis aller Bücher, Schriften und weiterer Publikationen, die im Besitz Erich Zeigners oder seiner Familie waren und immer noch im Bestand des Erich-Zeigner-Hauses in seiner Funktion als offenes Museum vorhanden sind. Neben Dr. Manfred Hötzel als Hauptautor waren außerdem Dr. Till Böttger, Jörg Künzelmann, Henry Lewkowitz, Caroline Müller, Cornelia Müller, Gloria Pfister, Felix Ihlow und Reinhard Wohlfahrt bei der inhaltlichen Auflistung der Titel beteiligt. Die Grafikerin Mendy Gleissner unterstützte das Projekt bei der Gestaltung.

Ein besonderes Augenmerk der Bibliographie liegt auf den sogenannten „Sozialistica“ – den sozialistischen Schriften, die für Erich Zeigners politisches Profil kennzeichnend waren. Nichtsdestotrotz finden die Leserinnen und Leser der Bibliographie auch zahlreiche Schriften zu vielen anderen Themenbereichen sowie belletristische Literatur verzeichnet. Bestimmte Titel und Autoren wurden von Dr. Hötzel kommentiert, um dem Leser/der Leserin das zeitgenössische Umfeld des Autors oder den Inhalt des betreffenden Werkes deutlicher zu machen.

An die Bibliographie der Bibliothek Erich Zeigners schließt sich zudem eine Kurzbiographie Erich Zeigners sowie ein Vereinsprofil des Erich-Zeigner-Haus e.V. an. Somit gibt das Werk einerseits durch eine Übersicht des Literaturbestandes Erich Zeigners, andererseits durch die Zusammenstellung entscheidender biographischer Daten einen tiefgreifenden Blick auf Erich Zeigner als Person im privaten wie auch im politischen Kontext. Durch die Darlegung der Vereinsgeschichte bis hin zur aktuellen Vereinsarbeit des Erich-Zeigner-Haus e.V. wird deutlich, warum die politischen Handlungen dieses für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bedeutsamen Politikers nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich für das Profil des Vereines in der Gegenwart verantwortlich sind. Leserinnen und Leser können somit verstehen, was die historisch-politische Bildungsarbeit des Vereins „im Sinne Erich Zeigners“ meint und was es heißt, aktiv Zivilcourage zu stärken und erinnerungskulturelle Projekte sowie deren politische Bedeutung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Die Bibliographie Erich Zeigners wird am 16. Juli veröffentlicht – dem Tag, an dem Zeigner zum Oberbürgermeister ernannt wurde – und anschließend über den Passage-Verlag zu erhalten sein. Die Erstpräsentation der Bibliographie wird am 09. Oktober stattfinden. Wir hoffen, dass wir zu diesem Anlass wieder zu Veranstaltungen in das Erich-Zeigner-Haus einladen können. Aktuelle Informationen werden vorab hier auf der Homepage sowie auf der Facebookseite des Vereins geteilt werden.

Termine
gepostet am: Dienstag, 10.03.2020, 13:03 Uhr

ABGESAGT – Flashmob zum Erinnern an die Abwehr des Kapp-Lüttwitz-Putsches 1920

Aufgrund der aktuellen Entwicklung um das Coronavirus muss die Aktion abgesagt werden.

Nachdem am 13. März 1920 unter dem Befehl rechtsextremer Offiziere Truppen in Berlin einmarschiert waren und das Regierungsviertel besetzten, wurde die rechtmäßige Regierung abgesetzt und die Hauptstadt geriet vorerst in die Hände von Wolfgang Kapp und General Walther von Lüttwitz. Von Berlin aus versuchten Kapp und Lüttwitz, das gesamte Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch dieses Vorhaben scheiterte – die Gewerkschaften und die linken Parteien SPD und USPD riefen zum Generalstreik auf, dem sich auch der Beamtenbund, die Kommunisten und liberal-bürgerliche Kräfte sowie Teile der Ministerialbürokratie anschlossen. Schon am 15. März stand das öffentliche Leben im ganzen Reich still. Die Putschisten ergriffen zum Teil drakonische Maßnahmen, es kam zu Verhaftungen, Misshandlungen und Erschießungen – doch innerhalb weniger Tage war der Angriff auf die Demokratie erfolgreich abgewehrt.

Der Weimarer Republik e.V. ruft vom 13.-15. März 2020 in insgesamt 18 Städten zum gemeinsamen Erinnern an die Verteidigung der Demokratie auf! Im Rahmen von Flashmobs, die an öffentlichen Orten, zentralen Plätzen und Hauptbahnhöfen in ganz Deutschland stattfinden werden, soll an den erfolgreichen und entschlossenen Widerstand demokratischer Kräfte als Reaktion auf den Kapp-Lüttwitz-Putsch erinnern, dessen Ziel die Beseitigung der gerade errungenen Demokratie war.

Wir rufen zur Teilnahme am Flashmob auf, um gemeinsam mit dem Weimarer Republik e.V. daran zu erinnern, dass es auch heute noch wichtig ist, unsere Demokratie gegen Angriffe aller Art zu verteidigen. Die Terroranschläge von Hanau und Halle sowie der Mord an Walter Lübcke zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unsere demokratischen Werte aufrechterhalten und verteidigen – denn Versuche, diese anzugreifen, gibt es immer wieder.

Wann?       Samstag, 14. März 2020 um 14.30 Uhr
Wo?            Leipziger Hauptbahnhof, Querbahnsteig

Mehr Informationen zur Veranstaltung und allen UnterstützerInnen der Aktion können unter www.weimarer-republik.net oder auf der Facebookseite des Weimarer Republik e.V. abgerufen werden.

Termine
gepostet am: Donnerstag, 20.02.2020, 11:02 Uhr

„Volksaufstand & Katzenjammer. Zur Geschichte des Populismus“ – Buchvorstellung und Diskussion

Anlässlich der Leipziger Buchmesse wird  Kolja Müller  am 13. März 2020 ab 19 Uhr sein neues Buch „Volksaufstand und Katzenjammer. Zur Geschichte des Populismus“, das erst einen Tag zuvor vom Wagenbach-Verlag herausgegeben wird, in unseren Räumlichkeiten vorstellen. Anschließend soll eine Diskussion zum Thema stattfinden.

Die westliche Welt wird gegenwärtig von einer Welle des Populismus ergriffen: Soziale Bewegungen, Parteien bis hin zu Staatspräsidenten beanspruchen für sich, das Volk gegen die »Eliten« zu vertreten.Schon Niccolò Machiavelli, Friedrich Schiller, Richard Wagner, Friedrich Engels und Karl Marx haben die Probleme von populistischen Bewegungen nachgezeichnet. Kolja Möller nutzt die historischen Erkenntnisse für eine Gegenwartsanalyse, die zeigt, wie der Populismus als Politikform funktioniert: Was ist unter »Populismus« zu verstehen? Wie schwankt der Appell ans Volk zwischen demokratischer und autoritärer Politik? In welchem Verhältnis steht der Populismus zur Verfassungsordnung, und welche Kommunikationstechniken wenden rechtspopulistische Bewegungen heute an? Das Buch skizziert die Hoffnung, dass ein guter Aufstand, der sich an den Widersprüchen unserer Zeit – wie Klimawandel und Globalisierung – orientiert, die autoritäre Welle noch einholen könnte.

Kolja Müller forscht am Zentrum für europäische Rechtspolitik der Universität Bremen zur Verfassungs- und Staatslehre sowie zur politischen Theorie und Soziologie. Zuvor arbeitete er unter anderem am Exzellenzcluster ››Normative Ordnungen‹‹ der Universität Frankfurt, war Research Fellow an der Universität Brasilia und der University of New South Wales in Sydney.

Die Moderation des Abends übernimmt Elsa Koester, Redakteurin der Wochenzeitung ‚der Freitag‘.

Wir freuen uns wie in jedem Jahr auf viele bücherbegeisterte und diskutierfreudige Besucher und Besucherinnen.

Der Eintritt ist frei.

Termine
gepostet am: Mittwoch, 19.02.2020, 10:02 Uhr

Stolpersteinverlegungen im Leipziger Land am 27.02.2020

Nachdem im November vergangenen Jahres bereits erfolgreich Stolpersteine in Schkeuditz, Störmthal und Leipzig verlegt werden konnten, sind nun für Donnerstag, den 27. Februar 2020, die nächsten Stolpersteinverlegungen geplant. An diesem Tag werden drei unserer vereinseigenen Projekte ihren Abschluss finden und in drei verschiedenen Städten im Leipziger Land Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.

Erster Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie in Naunhof

Die erste Verlegung wird um 14:00 Uhr in Naunhof stattfinden. Die SchülerInnen des Freien Gymnasiums Naunhof haben seit Beginn des neuen Schuljahres im Rahmen regelmäßiger Projekttreffen zu Arthur Alfred Kieschnick, einem Opfer der NS-Euthanasie, recherchiert. Die Recherche war verbunden mit einer Exkursion in das Leipziger Staatsarchiv, sodass den Jugendlichen ein Einblick in die Originalakten ermöglicht wurde. Ergänzend zur eigenen Recherche erhielten die SchülerInnen eine theoretische Einführung in die Geschichte der NS-Euthanasie. Demnächst soll zudem noch ein Zeitzeugengespräch stattfinden. Nachdem erfolgreich Spenden gesammelt wurden und der Gedenkstein für Arthur Kieschnick angefertigt werden konnten, wollen die Jugendlichen gemeinsam mit allen interessierten BürgerInnen Naunhofs durch Verlegung des Steines an das Schicksal Arthur Kieschnicks erinnern. Die Verlegung findet vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Gartenstraße 17 statt.

Zeitzeugin meldete 4. Opfer der Euthanasie aus Geithain

Die SchülerInnen vom Internationalem Gymnasium Geithain wollen ebenfalls einen Stolperstein für ein Opfer der NS-Euthanasie verlegen. Bereits im Mai letzten Jahres konnte auf diese Weise an drei Menschen erinnert werden, die durch die NS-Euthanasie ihr Leben verloren haben. Nach der Verlegung meldete sich eine Frau aus Israel, die durch die Geithainer Lokalnachrichten auf die Verlegung aufmerksam geworden war, und teilte uns mit, dass ihre Tante, Wella Elfriede Müller, ebenfalls ein Opfer der Euthanasie geworden war. Diese Meldung der Nachfahrin begründete ein weiteres Stolpersteinprojekt in Geithain, welches wir nun zu Beginn des Jahres im Rahmen einer Projektwoche am Internationalen Gymnasium gemeinsam mit 24 SchülerInnen durchführen konnten. Bevor die Verlegung um 14.50 Uhr in der Dresdner Str. 16 beginnt, werden die SchülerInnen von 09:10 bis 10:40 Uhr noch ein Zeitzeugengespräch mit der extra aus Israel angereisten Nichte, Brigitta Haim-Müller, in der Schule führen.

Erinnern an verfolgte Groitzscher Jüdin

Die letzte Stolpersteinverlegung am 27. Februar wird dann in Groitzsch stattfinden. Nachdem es zunächst Probleme mit der Stadt gab, können wir letztlich doch noch den Stolperstein für die Jüdin Anna Elfriede Reichardt verlegen. Das Stolpersteinprojekt führten wir gemeinsam mit den SchülerInnen des Groitzscher Wiprecht-Gymnasiums durch, die bereits 2018 ihre Recherche zum Schicksal von Anna Reichardt begannen, Exkursionen ins Staatsarchiv und auf den jüdischen Friedhof nach Leipzig unternahmen. Den SchülerInnen wurde überdies die Lokalgeschichte von Groitzsch näher gebracht. Nach monatelanger Arbeit kann das Projekt nun abgeschlossen werden. Die Verlegung in Groitzsch findet um 15:45 Uhr in der Leipziger Straße 28, vor dem ehemaligen Wohnhaus der verfolgten Jüdin, statt.

In allen drei Orten werden die SchülerInnen der jeweiligen Schulen ein kulturelles Rahmenprogramm durchführen, um den Opfern, die im Nationalsozialismus ihr Leben verloren haben, auf eine würdige Weise zu gedenken. Ein wichtiger Teil des Rahmenprogramms wird es sein, die Schicksale der einzelnen Personen vorzutragen.

Wir laden Interessierte und alle BürgerInnen der jeweiligen Städte herzlich zur Teilnahme an den Verlegungen und dem gemeinsamen Gedenken an die Opfer ein.

 

Termine
gepostet am: Donnerstag, 16.01.2020, 10:01 Uhr

Welche politischen Bedingungen braucht erfolgreicher Natur- und Umweltschutz? Von der Weimarer Republik bis heute, von Rudolf Steiner bis Greta Thunberg.

Natur- und Umweltschutz wird eines der, wenn nicht das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts werden. Treibende Faktoren sind dabei die zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteure. Doch was braucht es heute für einen erfolgreichen Schutz von Natur und Umwelt? Unter welchen politischen Bedingungen war Natur- und Umweltschutz bisher erfolgreich? Und – was haben Rudolf Steiner und Greta Thunberg gemeinsam?

Der Vortrag soll in einem Rückblick auf die Geschichte des Natur- und Umweltschutzes seit der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus, der DDR und der BRD diesen Fragen nachgehen.

PD Dr. Nils M. Franke arbeitet seit 20 Jahren zur Geschichte des Natur- und Umweltschutzes und ist einer der bekannteste Umwelthistoriker Deutschlands.

Wann? Am 06.02.2020, 18.00 Uhr
Wo?     Erich-Zeigner-Haus, Zschochersche Straße 21, 04229 Leipzig
Was?   Vortrag und Diskussion

Eintritt frei.

Anlass der Veranstaltung ist der „Tag der Weimarer Republik“, den wir gemeinsam mit dem Weimarer Republik e.V. in diesem Jahr zum ersten Mal begehen wollen. Das Ziel dieses Tages ist es, an die erste deutsche Demokratie zu erinnern – denn am 06. Februar 1919 trat die verfassungsgebende Nationalversammlung erstmals zusammen.

Für weitere Informationen zu den deutschlandweit stattfindenden Veranstaltungen zum „Tag der Weimarer Republik“ kann die Website des Weimarer Republik e.V. unter https://www.weimarer-republik.net/ besucht werden.

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