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gepostet am: Donnerstag, 11.04.2019, 11:04 Uhr

Das Problem „Antiziganismus“ und das Beispiel antiziganistischer Kinderliteratur

Vortragsveranstaltung im Rahmen der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ am 15.05. 19 bis 21 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Der Begriff „Antiziganismus“ ist bereits seit einigen Jahren in Verwendung. Er beschreibt rassistische Einstellungen gegenüber Sinti und Roma.

Trotz längerer Untersuchungen antiziganistischer Strukturen in Deutschland ist der Mehrheitsgesellschaft weitgehend unbekannt, dass diese Form von Rassismus und Stigmatisierung überhaupt existiert. Stattdessen sind der diskriminierende Ausdruck „Zigeuner*in“ geläufig und stereotypisierte Bilder, Vorurteile und unrealistische Vorstellungen von Sinti und Roma weit verbreitet.

Wie definiert sich Antiziganismus und wie äußert er sich in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Warum ist eine kritische Betrachtung des Begriffes ebenso notwendig? Was beinhalten konkrete Zuschreibungen und Ressentiments der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Sinti und Roma? Und was sind die Auswirkungen antiziganistischer Haltungen?

Diese Fragen sollen in dieser thematischen Einführung beantwortet werden.

Anschließend sollen antiziganistische Strukturen an einem ausgewählten Beispiel der Darstellung von Sinti und Roma in Kinderliteratur betrachtet werden. Eine Analyse soll aufzeigen, welche stereotypisierten Bilder und Äußerungen in dem Werk vorhanden sind.

Referentin: Gloria Pfister

Gloria Pfister konzipierte und organisierte im Rahmen ihres FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. die Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“. Sie setzt sich kritisch mit Ressentiments gegenüber Roma und Sinti auseinander und wird in ihrem Vortrag zum Thema Antiziganismus sprechen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

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gepostet am: Donnerstag, 11.04.2019, 10:04 Uhr

Aktueller Nationalismus in Osteuropa – ein Resultat der fehlenden Aufarbeitung der eigenen Geschichte zwischen 1920 und 1945?

Vortrag und Diskussion am 03.05. von 18 bis 20 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Nach einem erfolgreichen Auftakt mit der Zeitzeugin Dr. Eva Umlauf im NAUMANNs mit ca. 250 Besucher*innen findet schon Anfang Mai die zweite Veranstaltung im Rahmen der vereinseigenen Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem Eisernen Vorhang“ im Erich-Zeigner-Haus statt:

Der Aufwind des Nationalismus in den Staaten Osteuropas wie Polen, Ungarn, der Slowakei oder Tschechien hat viele Ursachen – wirtschaftliche, politische, aber auch kulturelle. Letztere werden gerne unterschätzt. Sie sind aber ein wichtiger Faktor für das Verständnis des Phänomens, wenn man bedenkt, dass z. B. die Aufarbeitung der der eigenen nationalen und nationalistischen Geschichte zwischen 1920 und 1945 bis heute kaum erfolgte. So ist die polnische oder die ungarische Beteiligung am Holocaust nach wie vor in diesen Ländern ein schwieriges Thema.

Dr. Brigitta Triebel wird zu dieser Thematik referieren, Eiko Kühnert ist Moderator der Veranstaltung.

Dr. Brigitta Triebel studierte Kulturwissenschaften, Ost- und Südosteuropäische Geschichte sowie Politikwissenschaften in Leipzig und Bratislava (Slowakei) und promovierte an der Universität Leipzig. Dort forschte sie zur globalen Außenpolitik der Tschechoslowakei und Jugoslawiens. Nach ihrer Arbeit im Wissenschaftlichen Büro Leipzig ist sie aktuell in der Konrad-Adenauer-Stiftung als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt.

Eiko Kühnert ist beschäftigt bei der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig, welche die demokratische gemeinwesenorientierte Gesamtkultur in Leipzig und Umgebung unterstützt.

 

Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

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gepostet am: Freitag, 15.03.2019, 12:03 Uhr

Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach – Exemplarisch: Eine historische Betrachtung mitteldeutscher Sinti und Roma

Vortragsveranstaltung und Auftakt der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ im Erich-Zeigner-Haus am Mittwoch, den 10.04., 19 bis 21 Uhr

Referent*innen: Gjulner Sejdi, Jana Müller

Seit etwa 600 Jahren sind Sinti und Roma in Deutschland beheimatet. Ihre Geschichte ist seitdem gekennzeichnet von Benachteiligung und Diskriminierung von der Mehrheitsgesellschaft. Trotz spärlicher friedlicher Zeiten blieb eine Kontinuität der Ausgrenzung seit ihrer Ansiedlung in Deutschland vorhanden. Der Völkermord an den Sinti und Roma im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft bildete eine beispiellose Ausnahme und den „Höhepunkt“ dieser Diffamierung der nationalen Minderheit in Deutschland und Europa. Geschätzte 500.000 Sinti und Roma wurden von den Nationalsozialisten europaweit ermordet.
Die wenigen Überlebenden des Genozids wurden jahrzehntelang nicht als rassisch Verfolgte anerkannt. Sie und ihre nachkriegsgeborenen Kinder sahen sich nach 1945 erneut Diskriminierung und Benachteiligung ausgesetzt. Auch im Schulunterricht und im gesellschaftlichen Bewusstsein spielte der Völkermord kaum eine Rolle.
In der Vortragsveranstaltung soll ein Überblick gegeben werden, wie sich die Entrechtung der deutschen Sinti und Roma ab 1933 bis 1945 vollzog und schließlich zur Ermordung hunderttausender Menschen führen konnte. Weiterhin wird thematisiert, welche Bedingungen für Sinti und Roma nach dem Krieg herrschten und inwiefern eine (Nicht)Aufarbeitung in den beiden deutschen Ländern erfolgte.
Nach dieser Einführung wird der 35-minütige Film „Was mit Unku geschah“ gezeigt werden. Im Rahmen des Projektes „Lokale Geschichte sichtbar machen“ stieß eine Jugendgruppe des Alternativen Jugendzentrums Dessau-Roßlau bei Recherchen darauf, dass Dessau zeitweise die Heimat von „Unku“ war – ein reales Mädchen, das die jüdische Schriftstellerin Grete Weiskopf, alias Alex Wedding, zu ihrem Roman „Ede und Unku“ inspirierte, der in der DDR zur Pflicht-Schullektüre gehörte. Unku hieß eigentlich Erna Lauenburger und war eine Sintezza, weshalb ihr Leben wie das ihrer Familienmitglieder beispielhaft die Verfolgung der Sinti und Roma zur NS-Zeit zeigt. Die Jugendlichen haben ihre akribischen Archivrecherchen und Zeitzeug*innenbefragungen zu dem Film „Was mit Unku geschah“ zusammengetragen.
Schließlich wird Jana Müller, die das Projekt, aus dem der Kurzfilm entstand, leitete, weitere Verfolgungswege mitteldeutscher Sinti sowie den Umgang mit Überlebenden in der DDR und BRD vorstellen.

Gjulner Sejdi ist Vorsitzender des Vereines Romano Sumnal, welcher 2013 auf seine Initiative hin gegründet wurde. Der Verein mit dem Sitz in Leipzig ist die einzige Selbstorganisation von Roma im mitteldeutschen Raum und setzt sich für die Rechte von Roma ein. Unter anderem ist er außerdem am Projekt „RomaRespekt – Lokalrecherchen und Empowerment“ der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. engagiert. Für seinen jahrelangen Einsatz gegen Antiromaismus zeichnete ihn das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) 2016 als Botschafter für Demokratie und Toleranz aus.

Jana Müller (Alternatives Jugendzentrum Dessau) ist seit zwanzig Jahren im Bereich der Erinnerungskultur an Opfer des Nationalsozialismus aktiv. Sie hat ein Videozeitzeugenarchiv aufgebaut und arbeitet mit Überlebenden des Naziterrors, mit Jugendlichen, Gedenkstätten und Gedenkinitiativen zusammen. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Erforschung und Erinnerung an den Völkermord an Sinti und Roma, die im mitteldeutschen Raum lebten. Gemeinsam mit der Professorin Eve Rosenhaft (Universität Liverpool) hat sie Anfang 2018 eine Wanderausstellung zu diesem Thema herausgebracht.

Die Veranstaltung bildet zusammen mit der Eröffnung der Ausstellung „Auf dem Dienstwege..“, die von 18:00 bis 19:00 Uhr im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses stattfindet, den Auftakt der Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“.

Die Reihe ist ein Projekt von Gloria Pfister, die derzeit ihr FSJ-Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. absolviert.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/611949132611561/?active_tab=about

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gepostet am: Freitag, 15.03.2019, 12:03 Uhr

Ausstellungseröffnung: „Auf dem Dienstwege…“

Eröffnung der Ausstellung „Auf dem Dienstwege“ – Auftakt der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“ im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses am Mittwoch, den 10.04. 18 bis 19 Uhr

„Auf dem Dienstwege…“
Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus
Eine Ausstellung der Heinrich-Böll-Stiftung und des Kulturamtes Leipzig

Die Ausstellung (Autorin: Annett Seese, Leipzig) zeigt Dokumente der rassistisch motivierten Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Leipzig. Sie geschah schrittweise und öffentlich. Die Erfassung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei und Forschung – dem damaligen „Institut für Rassen und Völkerkunde“ der Leipziger Universität.
Nach der Erfassung durften die Aufenthaltsorte nicht mehr verlassen werden, die Kleidung musste mit einem „Z“ gekennzeichnet werden. Auf den Entzug der Wohnungen und Arbeitsmöglichkeiten erfolgten Internierungen. Von dort aus wurden die Sinti und Roma später ins KZ bzw. direkt in die Vernichtungslager deportiert.
Die massenhafte Beteiligung am Völkermord fand seine Wege über die Gewohnheiten alltäglicher „Pflichterfüllung“.
Denunziationen wurden als „Anfragen“ oder „Beschwerden“ deklariert. Das Vokabular der „Sachbearbeitung“ bezeichnete Verwaltungsakte zur Deportation in Vernichtungslager. Die Bereitschaft dazu entstand weder plötzlich noch nahtlos. Sie erwuchs aus vielen Entscheidungen und diese wurden nicht unablässig mit rassistischen Schlagworten kommentiert.
Die Ungeheuerlichkeiten offenbaren sich heute in den kleinen Schritten.

Die Ausstellungseröffnung bildet zusammen mit der Auftaktveranstaltung „Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach“ den Beginn der Veranstaltungsreihe „Sinti und Roma – Lebenswirlichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“.
Sie findet im Ausstellungsraum des Erich-Zeigner-Hauses (2. Stock) statt. Danach kann sie jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr bis zum 12. Juni kostenfrei besucht werden.

Die Reihe wurde konzipiert und organisiert von Gloria Pfister, die zurzeit ihr FSJ Politik im Erich-Zeigner-Haus e.V. absolviert.

Nach einer eröffnenden Rede von Henry Lewkowitz (geschäftsführender 2. Vorsitzender des Vereins) und Gloria Pfister wird mit einem Glas Sekt auf den Auftakt der Reihe und die Eröffnung der Ausstellung angestoßen. Bis 19 Uhr, zum Beginn der ersten Vortragsveranstaltung „Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach“, zusammen mit den Referent*innen Jana Müller (AJZ Dessau) und Gjulner Sejdi (Romano Sumnal e.V. Leipzig), kann die Ausstellung an diesem Tag betrachtet werden.

Der Eintritt ist frei.

Hier der Facebook-Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/2258117557797293/?active_tab=about

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gepostet am: Mittwoch, 06.03.2019, 14:03 Uhr

Gedenkveranstaltung zum 70. Todestag Erich Zeigners

Gedenken zu Ehren Erich Zeigners am 05.04., Beginn 16:00 Uhr auf dem Südfriedhof

Erich Zeigner war eine bedeutende politische Persönlichkeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Er war 1921 Justizminister, 1923 sächsischer Ministerpräsident. Ab 1933 beteiligte er sich unter Lebensgefahr antifaschistisch, versteckte verfolgte Jüdinnen und Juden und setzte sich schließlich nach Ende des Krieges in seinem Amt als Oberbürgermeister in besonders hohem Maße für die Stadt Leipzig ein.

Dazu machte er sich unter anderem für die Wiedereröffnung der Leipziger Messe und der Universität stark, forderte eine Entnazifizierung in Verwaltungsämtern und wollte die Stadt nach dem Kriegsende wiederaufbauen. Nach nur wenigen Jahren als Bürgermeister Leipzigs verstarb Erich Zeigner 05.04.1949 nach schwerer Krankheit mit 63 Jahren.

Als ein Vorbild gelebter Zivilcourage trägt der Erich-Zeigner-Haus e.V. als ehemaliger Wohn- und Arbeitsort Zeigners seinen Namen und stellt einen Ort gelebter Vielfalt dar. „Im Sinne Zeigners“ macht er es sich zur Aufgabe, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus erinnerungskulturelle Jugendprojekte und Veranstaltungen mit erinnerungspolitischen Themen im Bereich der Erwachsenenbildung nach außen zu tragen.

Zum Anlass des 70. Todestages Erich Zeigners findet deshalb eine Gedenkveranstaltung zu seinem Ehren statt. Sie beginnt 16:00 Uhr am Grabe Zeigners auf dem Südfriedhof (Abteilung 11). Neben verschiedenen Gedenkreden  soll der Grabstein Zeigners symbolisch geputzt werden.

Danach wird 18:00 Uhr das öffentliche Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Dr. Eva Umlauf, im NAUMANNS, Felsenkeller Leipzig als Auftaktveranstaltung der neuen vereinseigenen Reihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem Eisernen Vorhang“ beginnen.

Sie sind herzlich zu beiden Veranstaltungen eingeladen.

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gepostet am: Mittwoch, 06.03.2019, 14:03 Uhr

Auftaktveranstaltung: Die Auschwitz-Überlebende Dr. Eva Umlauf erinnert sich

Zeitzeugengespräch am Freitag, den 05.04., 18:00 bis 20:00 Uhr im NAUMANNs 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erinnerungspolitik hinter, vor und nach dem „Eisernen Vorhang““ findet am 05. April 18.00 Uhr die Auftaktveranstaltung der Reihe im NAUMANNS im Felsenkeller Leipzig statt. Dr. Eva Umlauf, eine der noch letzten verbleibenden Zeitzeuginnen, die den Holocaust im Konzentrationslager Auschwitz überlebte, wird in diesem Gespräch dem Publikum von ihren Erlebnissen berichten.

Dr. Eva Umlauf (Jg. 1942) überlebte das Vernichtungslager als Kleinkind. Sie absolvierte später ihr Studium der Medizin in der Tschechoslowakei und lebt seit 1967 in München. Bis heute praktiziert sie dort als Ärztin.

Sie wird über ihre eigenen, die Erinnerungen ihrer Familie und deren Folgen für ihr Leben sprechen.

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Brigitta Triebel.

Brigitta Triebel studierte Kulturwissenschaften, Ost- und Südosteuropäische Geschichte sowie Politikwissenschaften in Leipzig und Bratislava (Slowakei) und promovierte an der Universität Leipzig. Dort forschte sie zur globalen Außenpolitik der Tschechoslowakei und Jugoslawiens. Nach ihrer Arbeit im Wissenschaftlichen Büro Leipzig, ist sie aktuell in der Konrad-Adenauer-Stiftung als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt.

Der Eintritt ist kostenfrei.

 

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gepostet am: Dienstag, 12.02.2019, 15:02 Uhr

„Leipzig liest“ – Buchpräsentation von „Die Wege der geraubten Bücher“ von Robert Langer

Lesung und Gespräch am Samstag, den 23. März 2019, 19:00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Die zweite Veranstaltung des Erich-Zeigner-Haus e.V. zum Programm von „Leipzig liest“ 2019 stellt eine Präsentation des Buches „Die Wege der geraubten Bücher – Die Stadtbibliothek Bautzen und die HERTIE-Sammlung“ dar. Der Autor Robert Langer wird seine Publikation vorstellen.

Das Buch, im kwb-Verlag erschienen, wird folgendermaßen vorgestellt:

„Wie kommt es, dass man noch heute Raubgut der Nationalsozialisten in öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken findet? Wie konnte es so lange unentdeckt bleiben? Wie wurde es getarnt und wie kann man die verwischten Spuren lesen?
Diesen Fragen geht der Autor anhand der Büchersammlung des jüdischen Unternehmerehepaars Edith und Georg Tietz nach. Georg Tietz, Inhaber der Hermann Tietz Warenhäuser (HERTIE), rettete sich und seine Familie nach der „Arisierung“ über Liechtenstein in die USA ins Exil. Dort leben noch heute die Nachfahren.
Das Buch erzählt die Geschichte einer einst legendären Privatbibliothek. Es berichtet davon, wie die Sammlung enteignet, verwertet und verborgen wurde. Der Leser erfährt weiterhin, wie die Buchbesitzer 2016 in der Stadtbibliothek Bautzen identifiziert werden konnten und wie die Stadt heute mit der HERTIE-Sammlung umgeht.“

Robert Langer beschäftigt sich als freier Wissenschaftler intensiv mit Provenienzforschung. Er studierte Slavistik, Philosophie und Germanistik/DaF in Berlin und Dresden. 2012 wurde er im Fach Philosophie zum Thema angewandter Ethik promoviert. Von 2014 bis 2018 war er Projektleiter des NS-Raubgutprojektes an der Stadtbibliothek Bautzen. Er hat umfangreich veröffentlicht, zuletzt „Die Wege der geraubten Bücher. Die Stadtbibliothek Bautzen und die HERTIE-Sammlung“ (2018).

Gloria Pfister vom Team des Erich-Zeigner-Haus e.V. wird die Verantaltung moderieren.

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher*innen zu dieser Veranstaltung im Rahmen des Programmes von „Leipzig liest“ zur Buchmesse 2019.
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gepostet am: Dienstag, 12.02.2019, 15:02 Uhr

„Leipzig liest“ – Buchpräsentation von „Leipziger Geheimnisse“ von Heike Thissen und Eva-Maria Bast

Lesung und Gespräch am Freitag, den 22. März 2019, 19:00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Vom 21. bis 24. März 2019 findet in Leipzig erneut die Buchmesse statt. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Bücher im Rahmen des parallel zur Buchmesse stattfindenden Programmes „Leipzig liest“ vorgestellt werden. Der Erich-Zeigner-Haus e.V. beteiligte sich bereits mehrfach am Programm von „Leipzig liest“ – auch zur Buchmesse 2019 werden dazu zwei Lesungen in den Vereinsräumen stattfinden.

Die erste Lesung findet am Freitag, den 22.03.2019 19:00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus statt. Die beiden Autorinnen Eva-Maria Bast und Heike Thissen werden das Buch „Leipziger Geheimnisse“, das vom Verlag der Leipziger Volkszeitung in Kooperation mit dem Bast Verlag, publiziert wurde, etwa eine Stunde lang detailliert vorstellen. Es trägt den Untertitel  „Spannendes aus der Sachsenmetropole mit Kennern der Stadtgeschichte“. Dementsprechend soll das Buch Antworten auf „zahlreiche geheimnisvolle[n] Fragen“ geben, denen die Autorinnen in diesem Buch auf den Grund gegangen seien. „Die Antworten spiegeln die ereignisreiche Vergangenheit der Stadt wieder und machen Lust, Leipzig von einer völlig neuen Seite kennenzulernen“, heißt es in der Buchbeschreibung.

In „Leipziger Geheimnisse“ lässt sich auch ein Beitrag zu einem Projekt des Erich-Zeigner-Haus e.V. finden, weshalb den beiden Autorinnen die Gelegenheit dazu gegeben werden soll, in den Räumen des Vereins die Publikation vorzustellen. Henry Lewkowitz, Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender des Vereins, sollte für das Buch das Gedenkprojekt zur Stolperschwelle in Leipzig-Dösen vorstellen, die an die Verbrechen, welche von 1933-45 in der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen“ begangen wurden, erinnern soll. Im Rahmen der NS-Euthanasie wurden dort 604 Menschen zwangssterilisiert und 624 Kinder in der Kinderfachabteilung“ ermordet. Außerdem wurden von der Zwischenanstalt aus 860 Menschen mit Behinderung in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein deportiert und dort ermordet. Das Projekt führte H. Lewkowitz 2016 mit mehreren Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung durch, weil sie auf ihn zugekommen waren, um nach einem zu dieser Zeit in Leipzig-Dösen ermordeten Kind zu recherchieren. Aus diesem Projekt wurde dann nicht nur ein Stolperstein, sondern eine Stolperschwelle angefertigt. Die Stolperschwelle soll gegenüber einem individuellen Gedenkstein als institutionelles Gedenken an die Opfer der NS-Euthanasie in der HPA Leipzig-Dösen erinnern.

Eva-Maria Bast, Jahrgang 1978, arbeitet seit 1996 als Journalistin. 2011 gründete sie mit Heike Thissen das Redaktionsbüro „Büro Bast & Thissen“, das 2013 in „Bast Medien“ überging. Sie initiierte und schreibt die Buchreihe Geheimnisse der Heimat, die 2011 startete, rasch zu einem regionalen Bestseller wurde und die 2018 in 53 Bänden vorliegt. Sie wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie mit dem Südkurier für die Geheimnisse den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Neben zwei Krimis liegt von ihr auch die vierbändige Mondjahre– Jahrhundertsaga vor. Ende 2018 erscheint unter dem Pseudonym Charlotte Jacobi bei Piper der Titel Die Villa am Elbstrand, den Bast gemeinsam mit Jørn Precht geschrieben hat. Eva-Maria Bast ist Gastdozentin an der Hochschule der Medien in Stuttgart, sie lebt am Bodensee.  

Heike Thissen, Jahrgang 1980, ist seit 1999 im Journalismus zu Hause. Sie hat an der Universität Leipzig und der Universidad de Valencia Diplom-Journalistik und Amerikanistik studiert und bei der Tageszeitung Südkurier in Konstanz volontiert. Nach mehreren Jahren als Redakteurin beim Südkurier arbeitet sie seit 2010 als freie Journalistin für Zeitungen und Zeitschriften und als PR-Redakteurin für verschiedene Unternehmen. Seit 2011 geht sie von Konstanz aus regelmäßig zusammen mit Eva-Maria Bast auf Geheimnissuche in ganz Deutschland und ist bei Bast Medien Ressortleiterin der Geheimnisse der Heimat. In ihrer Lieblingsstadt Leipzig war sie hierfür ganz besonders gern unterwegs.

Die Moderation des Abends übernimmt Henry Lewkowitz.

Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher*innen zu dieser Veranstaltung im Rahmen des Programmes von „Leipzig liest“ zur Buchmesse 2019.
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gepostet am: Mittwoch, 02.01.2019, 15:01 Uhr

Gedenktafeleinweihung für Stille Helden in Lindenau

Gedenktafel für Werner Becker, Theodor Gunkel und Josef Gülden wird am 23.01. 16:00 Uhr an der Katholischen Kirche Lindenau Liebfrauen enthüllt

Nachdem die Spendensammlung unter anderem auch für das Projekt zu diesen drei Stillen Helden mit Schülerinnen und Schülern der Thomasschule zu Leipzig begann, findet das Jugendprojekt bald seinen würdigen Abschluss und bildet damit bereits Ende Januar auch einen Höhepunkt im Rahmen unserer aktuell laufenden Jugendprojekte:

Am 23.01. wird 16:00 Uhr an der Katholischen Kirche Lindenau Liebfrauen in der Karl-Heine-Straße 110 die Gedenktafel für die Stillen Helden Werner Becker, Theodor Gunkel und Josef Gülden eingeweiht. Die drei Pfarrer leisteten, teilweise in gemeinsamer Zusammenarbeit, zur Zeit des Nationalsozialismus uneigennütziges Engagement für Menschen, deren Leben zu dieser Zeit bedroht war. Im Leipziger Rettungswiderstand retteten sie einer jüdischen Studentin das Leben. Die ProjektteilnehmerInnen der Thomasschule zu Leipzig begannen das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e.V. im Frühjahr 2018 und rekonstruierten die Biographien von Becker, Gunkel und Gülden, um eine Grundlage für die Gedenktafel zu schaffen, die jetzt bereits Ende Januar enthüllt werden soll. Der 23.01. wurde bewusst als historisches Datum gewählt, da an diesem Tag im Jahre 1993 einer der drei Stillen Helden, Josef Gülden, verstarb.

Alle, die an der Einweihung der Tafel interessiert sind, können am 23.01. 16:00 Uhr gerne kommen und sich vor der Kirche versammeln. Wie immer werden die Schülerinnen und Schüler ein etwa 30-minütiges Programm bereitstellen, in dem in Form von Redebeiträgen über das Projekt und die drei Stillen Helden informiert wird. Ebenso werden kulturelle Beiträge präsentiert, die das Gedenken unterstützen sollen. Zum Schluss soll die Gedenktafel an der Kirche enthüllt werden.

Wir freuen uns sehr, dass mit der Einweihung am 23.01. erneut Stille Helden aus Leipzig geehrt werden, die in der NS-Diktatur von 1933 bis 1945 viel riskierten, um anderen Menschen zu helfen. Auch in diesem Jahr wollen wir ein weiteres Projekt zu Stillen Helden beginnen. Wir hoffen auf ein zahlreiches Erscheinen und danken allen Spenderinnen und Spendern sowie UnterstützerInnen des Projektes.

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gepostet am: Montag, 29.10.2018, 10:10 Uhr

Deutsche Erinnerungskultur in Bezug auf den Nationalsozialismus – ein internationales Vorbild?

Vortrag und offene Diskussion am Freitag, den 16.11., um 18 Uhr im Erich-Zeigner-Haus.

Seit 1945 hat die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und seiner Ursachen in Deutschland zu einer neuen Erinnerungskultur geführt. Sie erzählt die Geschichte des Landes nicht mehr nur als Abfolge von Heldentaten und Erfolgen, sondern auch der Verbrechen und Irrwege.
Ein solcher Blick auf die eigene Geschichte findet zunehmend auch in anderen Ländern Anklang.
Denn anders als vermutet, hat die Aufarbeitung der Geschichte nicht dazu geführt, dass Deutsche im Ausland ständig in „Sack und Asche“ gehen müssten. Im Gegenteil, die Deutsche Erfahrung im Umgang mit ihrer Geschichte stößt auf Interesse und Anerkennung. Die Frage, wie das Ausland die Deutschen Bemühungen um eine ehrliche Geschichtsaufarbeitung wahrnimmt und ob eine Erinnerungskultur, welche die dunklen Seiten nicht ausblendet, ein internationales Vorbild etwa in der Aufarbeitung von Kolonial- und anderen Formen von Unterdrückungsgeschichte sein kann, ist Gegenstand der letzten Veranstaltung unserer Reihe.

Wir wollen diese bedeutenden Aspekte deutscher Erinnerungskultur diskutieren mit den ReferentInnen

Botschafter Heinz-Peter Behr, Programmdirektor, International Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amts, Berlin,

Ramona Bräu, Internationaler Suchdienst Bad Arolsen, Abteilung Tracing

und Dr. Hans Christian Jasch, Direktor der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin.

Die Moderation übernimmt Raimund Grafe, Vorsitzender des Erich Zeigner Haus e.V.

Wie immer ist der Eintritt kostenfrei.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen e.V., dem Wissenschaftlichen Büro Leipzig, dem VVN-BdA Leipzig e.V. und dem ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. Vielen Dank!

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