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gepostet am: Donnerstag, 11.04.2019, 13:04 Uhr

Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik: Der Auftakt

Wir freuen uns sehr über die gelungene gestrige Ausstellungseröffnung „Auf dem Dienstwege“ und die Auftaktveranstaltung der Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“, ein Projekt der derzeitigen FSJlerin Gloria Pfister, mit dem Titel „Das Leben der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach“. Gjulner Sejdi, Vorsitzender des Vereins Romano Sumnal und Jana Müller vom AJZ Dessau referierten über die Geschichte der Sinti und Roma in Deutschland mit dem Fokus auf ihr Leben von 1933 bis 1945 und später.
Sowohl bei der Eröffnung der Ausstellung als auch beim Vortrag waren viele interessierte Besucher*innen anwesend.

Zur Ausstellungseröffnung 18.00 Uhr von „Auf dem Dienstwege“ – Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation Leipziger Sinti und Roma im Nationalsozialismus, die nun bis zum 12. Juni im Erich-Zeigner-Haus hängen wird, sprachen Henry Lewkowitz und Gloria Pfister über die Arbeit des Vereins und über die Reihe „Sinti und Roma – Lebenswirklichkeiten in Geschichte, Gesellschaft und Politik“. Die Intention von Gloria Pfister, Roma und Sinti ein Stück weit sichtbarer zu machen und auf den Porajmos, den Völkermord an den Sinti und Roma, aufmerksam zu machen, wurde in dem Redebeitrag deutlich. Gjulner Sejdi erklärte zuletzt den Inhalt und das Ziel der Ausstellung und machte damit den Anwesenden klar, war hinter dem Titel „Auf dem Dienstwege…“ steckt.

19.00 Uhr fanden begann im Anschluss die Vortragsveranstaltung.

Gjulner Sejdi gab in seinem Vortrag eine Einführung in grundlegende Begriffe und Zusammenhänge. Er erklärte unter anderem, wer Sinti und Roma sind, wodurch sich ihre Fahne und Sprache auszeichnet sowie wann und aus welchen Ländern sie sich aus Deutschland angesiedelt haben. Damit konnte er ein gutes Fundament schaffen, um später auf die Geschichte im Nationalsozialismus einzugehen. Kurz stellte er die Entrechtungen und Verfolgungen der Sinti und Roma im Nationalsozialismus und danach dar.

Der Kurzfilm „Was mit Unku geschah“, ein Ergebnis aus einem Jugendprojekt des Alternativen Jugendzentrums Dessau unter Projektleitung von Jana Müller, zeigt die akribischen Archivrecherchen der Jugendlichen. Anlass dieses Projektes war, dass die Jugendgruppe darauf gestoßen war, dass Erna Lauenburger, Unku, zeitweise in Dessau-Roßlau lebte. Unku ist die Titelheldin des Romanes „Ede und Unku“ von Alex Wedding, ein sehr bekanntes Kinderbuch und Pflichtlektüre in der DDR. Im Film wurde auch das Schicksal der Familie Lauenburger im Nationalsozialismus deutlich und Zeitzeug*innenbefragungen gezeigt. Somit wurden den Zuschauer*innen auch auf einer emotionalen Ebene die Ausmaße des Porajmos deutlich.

Jana Müller setzte zuletzt an diesem Punkt an und schilderte weitere Verfolgungswege mitteldeutscher Sinti und Roma im NS und in der DDR.

Gloria Pfister, die die Veranstaltung organisierte und moderierte, machte mehrmals auf die Wichtigkeit der Aufarbeitung dieser Geschichte aufmerksam, vor allem, da diese Thematik in der Mehrheitsgesellschaft noch viel zu unbekannt sei. Auch die beiden Referierenden stimmten dem zu und konnten dazu anregen, sich selbst auch mit Themen, die Sinti und Roma betreffen, auseinanderzusetzen, besonders mit ihrem Leben im Nationalsozialismus. Gleichzeitig plädoyierte Gjulner Sejdi dafür, Roma gleichwertig als deutsche Staatsbürger*innen zu sehen; aber gleichzeitig anzuerkennen, dass sie im Nationalsozialismus rassistisch verfolgt wurden.

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den beiden Referierenden Jana Müller und Gjulner Sejdi, die sehr gefasst über dieses bewegende und komplexe Thema sprachen. Außerdem danken wir den Kooperationspartnern der Reihe, dem AJZ DessauRomano Sumnal, Roma-Verein Sachsen und dem VVN-BdA Leipzig e. V. sowie der Stadt Leipzig für die Unterstützung.

Wir laden dazu ein, die Ausstellung „Auf dem Dienstwege…“, die bis zum 12. Juni jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr zu sehen ist, zu besuchen.

Sonstiges
gepostet am: Dienstag, 26.03.2019, 9:03 Uhr

Einblicke in die Buchmesse 2019

Erneut ist die Leipziger Buchmesse vorüber. Neben vielen Akteur*innen deutschlandweit beteiligten auch wir uns an der Messe: am Netzwerk „Leipzig liest weltoffen“ sowie am Lesefest „Leipzig liest“. Nun möchten wir rückblickend unsere Eindrücke von der diesjährigen Leipziger Buchmesse schildern.

Neben zweier Lesungen in den Vereinsräumen war der Erich-Zeigner-Haus e.V. von Beginn an in die Planungen des Netzwerkes „Leipzig liest weltoffen“ eingebunden und unterstützte dessen Veranstaltungen. So waren wir an der Kundgebung „Keinen Regalmeter für Faschismus“, die 18.00 Uhr im Zuge der feierlichen Messeeröffnung stattfand, beteiligt, zu der zeitgleich auch die Fotoaktion #büchermeer stattfand.

Ab Donnerstag befand sich ein Stand von Leipzig liest weltoffen in der Halle 2 auf der Buchmesse. Messebesucher*innen hatten dort die Gelegenheit, in den Austausch zu kommen, sich über aktuelle und zukünftige politische Aktionen verschiedener Vereine und Initiativen in Leipzig zu informieren und Publikationen zu erwerben. Am Stand waren außerdem täglich Veranstaltungen zu sehen, wie Lesungen, Vorträge oder Diskussionen. Außerdem fand jeden Tag von 14 bis 15 Uhr eine größere Veranstaltung im Sachbuchforum in Halle 5 statt, die ebenfalls von dem Netzwerk veranstaltet wurde.

Neben der Beteiligung am Stand wirkte Henry Lewkowitz, geschäftsführender 2. Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V, an drei Veranstaltungen im Sachbuchforum mit.

Am Freitag sprachen und diskutierten er und Dr. Nils Franke vom Wissenschaftlichen Büro Leipzig bei der Veranstaltung „Die „Rechten“ beim Wort nehmen“ von 14 bis 15 Uhr über die Konsequenzen aktueller rechtspopulistischer Aussagen für die Zukunft der Demokratie.

Am Samstag von 14:30 bis 15:00 Uhr stellte Nils Franke Argumentationshilfen gegen Rechte Ökologie basierend auf seiner veröffentlichten Broschüre „Naturschutz gegen Rechtsextremismus“. Die Moderation übernahm H. Lewkowitz.

Schließlich fand am Sonntag von 15 bis 16 Uhr die Diskussion „Lehrer unter Druck?“ statt. Die Diskutierenden Jens-Uwe Jopp, Henry Lewkowitz, Irena Rudolph-Kokot und Robert Doschütz (L-IZ) sprachen über die Schule als Raum für demokratische Bildung in Zeiten des Lehrer*innenprangers.

Parallel zu den Veranstaltungen auf dem Messegelände fanden zum Lesefest „Leipzig liest“ auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Programmpunkte in vielen Orten Leipzigs statt. Auch im Erich-Zeigner-Haus fanden zwei Lesungen statt: Am Freitag, den 22.03. lasen die Autorinnen Heike Thissen und Eva-Maria Bast aus ihrem Buch „Leipziger Geheimnisse“, am Samstag, den 23.03., sprach Robert Langer über seine Forschungsarbeit zu NS-Raubgutforschung an der Stadtbibliothek Bautzen und las Passagen aus seiner Publikation „Die Wege der geraubten Bücher“. Henry Lewkowitz und Gloria Pfister vom Erich-Zeigner-Haus e.V. moderierten am Freitag und Samstag.

Wir haben uns erneut sehr gefreut, erneut an der Buchmesse teilgenommen zu haben und freuen uns über das Interesse der Besucher*innen für beide Lesungen im Erich-Zeigner-Haus. Ein besonderer Dank gilt dem Netzwerk Leipzig liest weltoffen mit all seinen Mitwirkenden. Wir sind froh, dass auch wir am Projekt teilhaben konnten und wollen die sehr gute Organisation und Planung des Standes betonen.

Bis zur nächsten Buchmesse in Leipzig im Jahr 2020!

Sonstiges
gepostet am: Donnerstag, 14.03.2019, 10:03 Uhr

Das Netzwerk „Leipzig liest weltoffen“ zur Leipziger Buchmesse 2019

Auch wir beteiligen uns und rufen zur Unterstützung des Bündnisses auf

Anlässlich zur Leipziger Buchmesse, die vom 21. bis 24. März stattfindet, hat sich auf das Wirken des Aktionsnetzwerkes Leipzig nimmt Platz ein Bündnis mit dem Namen „Leipzig liest weltoffen“ gegründet. Dieses, bestehend aus Leipziger Akteuren wie Say it loud, Courage zeigen e.V. oder Lauter Leise e.V., organisiert auf der Messe einen Stand mit einem vielfältigen Programm von und für die Leipziger Zivilgesellschaft.

Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gesetzt, auf der Messe eine Gegenposition zu den Verlagen, die menschenfeindliche und antidemokratische Inhalte auf die Buchmesse nach außen tragen, darzustellen. Der Stand mit einem Programm aus Lesungen, Vorträgen und Diskussionen, soll einerseits Interessierte zu vielfältigen Themen informieren, andererseits ein Ort für Anknüpfungspunkte für jene sein, die sich genauso gegen rassistische oder andere feindliche Positionen auf der Buchmesse einsetzen wollen. So bildet beispielsweise auch das Offene Forum, was täglich 13 Uhr stattfindet, einen Raum für Gespräche, Vernetzungen oder Projektvorstellungen. Das komplette Programm, organisiert vom Lauter Leise e.V., ist auf dessen Homepage zu finden: http://www.lauter-leise.de/leipzig-liest-weltoffen.html

Auf der Messe lassen sich mehrere Verlage (u.a. compact, Europa Terra Nostra,  Ahriman Verlag) zählen, die auf unterschiedliche Weise menschenfeindliche Positionen, also zum Beispiel rassistische und nationalistische Denkweisen, vertreten und diese an Besucher*innen der Messe breit nach außen tragen können. Die Dokumentation unter diesem Link verschafft einen guten Überblick: http://bkramer.blogsport.eu/2018/06/26/ahriman-verlag/

Nun hat „Leipzig liest weltoffen“ mehrere weitere Aktionen neben dem Stand und dessen Programm organisiert:

-Kundgebung zum Messeauftakt am Mittwoch, den 20.03. 18.00 Uhr am Augustusplatz: „Keinen Regalmeter für Faschismus“

https://www.facebook.com/events/2177436815647344/

– Fotoaktion: „Büchermeer zur Buchmesse“ am Mittwoch, den 20.03. 18:30 bis 19:00 Uhr am Augustusplatz

#büchermeer2019

https://www.facebook.com/events/2185371741776200/

-Diskussion im Institut für Zukunft: „Der Alltag im unruhigen Hinterland – Ein- und Ausblicke im Wahljahr 2019“ am Samstag, den 23.03. von 19 bis 21 Uhr

https://www.facebook.com/events/2278353712420276/

Alle, die die Buchmesse in diesem Jahr besuchen werden, laden wir herzlich dazu ein, am Programm des Netzwerkes an dem Stand A304 in Halle 2 teilzunehmen, mit anderen in den Austausch zu kommen, sich Infomaterialien zu besorgen oder am offenen Forum selbst aktiv zu werden. Außerdem rufen wir dazu auf, an der Kundgebung und der Fotoaktion „Büchermeer“ teilzunehmen, um ein Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus zu setzen!

Sonstiges
gepostet am: Dienstag, 04.09.2018, 13:09 Uhr

Treffen des „Aufruf 2019“ im Ariowitsch-Haus

Unsere Teilnahme am Treffen des „Aufruf 2019“

Am Abend des 22.10.2018 fanden wir uns unter fast 200 eingeladenen Organisationen und interessierten Leipziger BürgerInnen beim ersten Treffen des „Aufruf 2019“ im Ariowitsch-Haus ein. Die Initiative wurde gegründet, um zusammen für ein weltoffenes Leipzig, ein demokratisches Sachsen und ein geeintes Europa zu stehen. Auch wir, der Erich-Zeigner-Haus e.V., unterstützt natürlich die Initiative. Wir wollen mit unserer Teilnahme und unserer Arbeit die Demokratie, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, Integration und politische Bildung neben anderen Aspekten stärken und Lösungen beitragen. Neben Redebeiträgen des Oberbürgermeisters Burkhard Jung oder von Gisela Kallenbach, Vorsitzende des Vereins Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig, konnten sich alle Anwesenden über eine Stunde mit eigenen Vorschlägen in die Diskussionsrunde einbringen und damit das Konzept des „Aufruf 2019“ mit beeinflussen. Wir freuen uns auf die Teilhabe an weiteren Treffen und rufen gern zur breiten Unterstützung der Initiative „Aufruf 2019“ auf.

Sonstiges
gepostet am: Dienstag, 04.09.2018, 12:09 Uhr

Die Universität Leipzig im Nationalsozialismus

Der Bildungstag „Die UL im Nationalsozialismus“ am 13.10. von 10-16 Uhr im Erich-Zeigner-Haus

Im Rahmen der sogenannten „kritischen Einführungswochen“ führt die Universität Leipzig mit dem Start des neuen Wintersemesters für mehrere Wochen lang jedes Jahr interessante und kostenfreie Bildungsveranstaltungen für Studierende oder Interessierte durch, um über grundlegende Probleme und Thematiken aufzuklären. Auch das Erich-Zeigner-Haus wurde dieses Jahr in die Einführungswochen mit eingebunden – am Samstag, den 13.10.2018, fand von 10 bis 16 Uhr in der Zschocherschen Straße 21 ein Bildungstag zum Thema „Die Universität Leipzig im Nationalsozialismus – Aufarbeitung, Gedenken, Politik“ statt. Am Vormittag gab es zwei Inputvorträge, einen von Henry Lewkowitz, Geschäftsführer des Erich-Zeigner-Haus e.V. zur Erinnerungskultur in Leipzig und ihrer aktuellen politischen Bedeutung, und den zweiten von der Studentenschaft zum Thema „Die Universität Leipzig im NS“ mit den inhaltlichen Strängen historische Einordnung, Studentenschaft und Professorenschaft. Am Nachmittag fand eine Exkursion zu verschiedenen Stolpersteinen in Lindenau statt, geleitet von Caroline Müller, freie Mitarbeiterin im Erich-Zeigner-Haus. Dabei wurden einzelne Schicksale im Zusammenhang mit dem historischen Kontext betrachtet. Außerdem klärte Henry Lewkowitz mit einem weiteren Vortrag zu dem Euthanasieprogramm in Sachsen und Leipzig auf. Dabei wurde auch die NS-Euthanasie in Sachsen sowie die NS-Euthanasie in Verbindung mit der Medizinischen Fakultät Leipzig thematisiert. Etwa 30 Interessierte fanden sich an diesem Samstag im Erich-Zeigner-Haus ein, hörten den Beiträgen zu oder brachten sich selber in Form von kritischen Fragen ein. Wir fanden, es war eine äußerst gelungene und lehrreiche Veranstaltung und bedanken uns beim Studentenrat für die gute Organisation des Bildungstages und bei allen Personen, die an diesem Tag anwesend waren.

Sonstiges
gepostet am: Donnerstag, 30.08.2018, 15:08 Uhr

Bürgerfest des Bundespräsidenten

Wir waren zu Gast im Schloss Bellevue

„Bitte lassen sie uns heute deutlich zeigen: Gegen grundlose Wut, gegen Demokratieverachtung wollen wir zusammenstehen!“ – mit diesen Worten leitete der Bundespräsident Frank Walther Steinmeier am Freitagnachmittag das Bürgerfest in seinem Schlossgarten ein, zu dem über 4000 Ehrenamtliche als Dank für ihr Engagement eingeladen waren.

Auch zwei Mitglieder des Erich-Zeigner-Hauses, Geschäftsführer Henry Lewkowitz und Ehrenvorsitzender des Vereins, Frank Kimmerle, hatten die Ehre, teilzunehmen. Der Bundespräsident machte den Anwesenden in seiner Rede deutlich, dass die ehrenamtliche und zivilgesellschaftliche Arbeit für eine Demokratie unabdingbar ist und bedankte sich mehrfach. Es war uns eine große Freude, unter den vielen anderen Engagierten eine solche Anerkennung für unsere Arbeit zu erhalten und uns ein Beweis dafür, dass unsere Arbeit von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung  ist.
Wir haben uns sehr über die Einladung zum Bürgerfest gefreut und es genossen, in Form des Festes vom Bundespräsidenten persönlich ein „Dankeschön“ zu erhalten sowie ins Gespräch mit anderen engagierten Menschen zu kommen.

 

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